„Jesus ist die Antwort – aber was war die Frage?“

„Die Juden fordern ein Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen den gekreuzigten Christus“ schreibt Paulus (1.Korinther 1,22f). Die Fragen lauten: „Ist Jesus wirklich durch Wunder autorisiert?“ oder „Kann dieser Jesus die philosophischen Rätsel lösen, die uns bewegen?“. Es lohnt sich, diese Fragen zu bedenken und zu zeigen, was Jesus dazu zu sagen hat. Und Wunder hat er genug getan! Aber hier ist der Moment, an dem zu sagen ist: Gott gibt in Jesus eine andere Antwort, eine Antwort auf die entscheidende Frage, nämlich wie Sünder Frieden mit Gott finden. Wie? Durch Jesus Christus, der für die Sünder gestorben ist. Egal, ob danach jemand fragt. Das ist es, was Gott zu sagen hat.
Luther hat gefragt: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ Obwohl Gott gnädig ist, konnte Luther ihn nicht als solchen erkennen. Deswegen fragte er danach. Die Frage leitete ihn in die richtige Richtung, so dass er in der Bibel selbst auf die Botschaft von der Gnade Gottes in Jesus Christus stieß. Es mag sein, dass keiner nach einem „gnädigen Gott“ fragt. Das ändert aber nichts an der bedeutungsvollen Antwort, dass in Christus die heilsame Gnade Gottes erschienen ist (Titus 2,11).
Die Jünger fragten Jesus, wann das Reich für Israel wieder aufgerichtet würde. Jesus beantwortete die Frage nicht, weil es niemandem gegeben sei, Zeit und Stunde zu wissen. Er sagte ihnen stattdessen die Antwort, die ihm wichtig war: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und meine Zeugen sein, überall! Jesus gibt den Text vor.
Gott hat Antworten. Sie überraschen und passen nicht immer zu unseren Fragen, Bedürfnissen und Meinungen – und sind doch alleine gut.

„Im Grunde hat man die ganze Zeit versucht, Angst und Panik zu erzeugen“

Wir haben in der Corona-Krise viel vom Kernbestand der Demokratie aufgegeben. Wenn man sich daran erinnert, dass das Sitzen auf einer Parkbank verboten war, dass scharfe Ausgangssperren wie in Bayern verhängt wurden, dass der Impfstatus über Grundrechte entschied, dann sind das nicht nur unverhältnismäßige und ethisch fragwürdige Regeln, sondern verfassungswidrige Eingriffe. Das Bundesverfassungsgericht mit seinem jetzigen Präsidenten weigert sich bis heute, das anzuerkennen und den eigenen Fehlern ins Auge zu sehen. Es beschädigt damit die gesamte Demokratie, in der sich doch die Gewalten gegenseitig kontrollieren sollen. Und ich halte es seither für schwierig, anderen Ländern Autoritarismus vorzuwerfen.
welt.de
Ethikrat und Corona: „Im Grunde hat man versucht, Angst und Panik zu erzeugen.“ – WELT
https://www.welt.de/politik/plus242456881/Ethikrat-und-Corona-Politik-Im-Grunde-hat-man-versucht-Angst-und-Panik-zu-erzeugen.html?fbclid=IwAR2VHLE2HIhPUjPMngrF8iwZwG50T22hSS-Jy4-IkO9uWhlJKRfgC8T_csg

Der Nikolaus ist seit Jahrhunderten einer der beliebtesten christlichen Volksheiligen.

Wahrscheinlich wurde Nikolaus zwischen 280 und 286 in Patara (in der Nähe von Antalya) geboren. Angeblich unterschied er sich schon früh von anderen Kindern und trennte sich von den Freuden der anderen jungen Menschen, um in Kirchen Andachten zu halten. Später soll er einem Nachbarn, der seine drei Töchter der Prostitution hingeben wollte, um in seiner Armut leben zu können, einen Klumpen Gold durchs Fenster geworfen haben, so dass die drei Töchter „normal“ heiraten konnten. Nach der Priesterweihe soll Nikolaus sein ererbtes Vermögen an die Armen verteilt haben. Auch soll er unter einem Kaiser eingekerkert und schwer misshandelt worden sein. Der offenbar beliebte Bischof soll am 6. Dezember 345 gestorben sein und wurde sehr bald zu einer Kultfigur und erhielt den „Heiligen-Status“.
Wie so oft – wenn man bei einer so genannten „heiligen“ Person nicht viel zu berichten weiß, ranken sich sehr schnell Legenden empor. Angeblich waren zum Beispiel in Konstantinopel drei Offiziere unschuldig des Hochverrats angeklagt. Als sie im Kerker auf ihren Henker warteten, riefen sie zu Gott, Er möge ihnen den Heiligen Nikolaus zu Hilfe senden. Dieser erschien dann dem Kaiser sofort im Traum und drohte mit dem Gericht Gottes, falls dieser das Urteil an den drei Offizieren vollstrecken lasse. Daraufhin ließ der Kaiser angeblich die drei Unschuldigen frei. Seither gilt der Heilige Nikolaus als Helfer gegen irrige Urteile.
Aus dieser Legende – und mancher Abwandlung davon – entwickelte sich in den kirchlichen Schulen schon im 13. Jahrhundert der heutige „Nikolaus“-Brauch. Ein bärtiger Nikolaus kehrt am Vorabend des 6. Dezember bei den Kindern ein und hält mit ihnen eine Gewissenserforschung. Zunächst war der Nikolaus im für viele „christlichen“ Sinn wohltätig, später verbanden sich mit dem Brauch germanische Mythen: Der kettenrasselnde Krampus (eine Teufelsgestalt) kam dazu, der so genannte Knecht Ruprecht. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dann in Norddeutschland eine neue Gestalt in die Nikolausgeschichte eingeführt: der Weihnachtsmann – so, wie wir ihn heute „kennen“. Mit der eigentlichen geschichtlichen Gestalt hat er so ziemlich gar nichts mehr zu tun!
Für jeden gläubigen Christen sollte klar sein, dass er keine sogenannten „Heiligen“ verehren kann. Jede solche Verehrung eines Menschen anstelle des Herrn Jesus ist im Grunde Götzendienst. Zu diesen sogenannten „Heiligen“ gehört auch der Nikolaus. Sollte ich dann einem Brauch folgen, der einen dieser „Heiligen“ ehrt, und mich so einreihen unter solchen, die Götzendienst üben?
Christen dürfen mit Freude und Spaß Spiele mit Kindern machen. Und sie kennen einen Gott, der „alles reichlich darreicht zum Genuss“ (1. Tim 6,17) – auch Schokolade. Mit „süßen“ und pfiffigen Ideen kann ein Kinderfest oder ein Familiennachmittag zu einem ganz fröhlichen Miteinander werden – Spuk-, Gespenster- oder „Heiligen“-Geschichten werden dann von keinem mehr vermisst. Wer den Kindern Gutes gibt, wird in aller Regel auch Gutes ernten. Viel Freude bei der nächsten Kinder-Aktion! https://www.bibelpraxis.de/index.php?article.1073

Warum glaubst du nicht, daß er dich liebt?

Zwei Frauen sitzen auf einer Parkbank. Sie sind »beste Freundinnen«. Die eine hat Sorgen: Sie hat Zweifel, ob ihr Freund, der ihr gerade einen Heiratsantrag gemacht hat, sie wirklich liebt. Sie sagt zu ihrer Freundin: »Ich bin ein¬fach nicht sicher, daß er mich liebt.«
»Warum nicht?« fragt die Freundin.
»Also, gestern hat er mir Blumen gekauft.«
»Das ist doch gut.«
»Ja, und heute, als es geregnet hat, ist er mit seinem Auto zur Bushaltestelle gekommen und hat mich mitgenommen.«
»Allerhand.«
»Und jedesmal, wenn er mich sieht, sagt er, daß er mich liebt.«
»Na, das ist doch bestens! Warum glaubst du nicht, daß er dich liebt?«
Pause. Dann: »Ich hätte gerne, daß er mir das beweist.«
Würde es Sie überraschen, wenn der Freund dieser Dame diese Phase der Beziehung frustrierend fände? Sie vertraut ihm nicht.
Mit Gott ist es ganz ähnlich. Die Zeichen, die Gott uns für seine Existenz gibt, existieren nicht im luftleeren Raum, sondern sind eingebunden in eine Beziehung: daß er uns geschaffen hat, uns will und uns liebt. Es sind Zeichen, die sich an das richten, was ein Liebender in der Geliebten am meisten haben möchte: Vertrauen. Wir liegen falsch, wenn wir Beweise von Gott fordern. Wir haben schon alle Beweise, die wir uns je wünschen könnten – wir müssen sie nur glauben.
Josh Moody: Biblische Spiritualität in der neuheidnischen Gesellschaft Seite 72

Gedanken Bonhoeffer`s zum Advent

Adventszeit ist Wartezeit
Jesus steht vor der Tür und klopft an (Offenbarung 3, 20), ganz in Wirklichkeit, er bittet dich in Gestalt des Bettlers, des verkommenen Menschenkindes in den verlumpten Kleidern um Hilfe, er tritt dir gegenüber in jedem Menschen, der dir begegnet. Christus wandelt auf der Erde solange es Menschen gibt, als dein Nächster, als der durch den Gott dich anruft, anspricht, Ansprüche stellt. Das ist der größte Ernst und die größte Seligkeit der Adventsbotschaft. Christus steht vor der Tür, er lebt in Gestalt des Menschen unter uns, willst du ihm die Tür verschließen oder öffnen?
Sonderbar mag es uns vorkommen, in so nahem Antlitz Christus zu sehen, aber er hat’s gesagt, wer sich diesem Wirklichkeitsernst der Adventsbotschaft entzieht, kann auch vom Kommen Christi in sein Herz nicht reden. … Christus klopft an, noch ist nicht Weihnachten, aber noch ist’s auch nicht der große letzte Advent, das letzte Kommen Christi, und durch alle Advente unseres Lebens, die wir feiern, geht die Sehnsucht nach dem letzten Advent, wo es heißt: Siehe ich mache alles neu (Offenbarung 21, 5).
Adventszeit ist Wartezeit, unser ganzes Leben aber ist Advents- das heißt Wartezeit auf’s letzte, auf die Zeit, da ein neuer Himmel und eine neue Erde sein wird. Quelle: Barcelona, Berlin, Amerika 1928-1931, DBW Band 10, Seite 533

Ex-Verfassungsrichter: Einen Staat ohne Religion kann es nicht geben

Würzburg (IDEA) – Einen Staat ohne Religion kann es nicht geben. Davon ist der ehemalige Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof (Heidelberg) überzeugt. „Das beweisen alle kulturgeschichtlichen Einsichten“, sagte der 79-jährige Staatsrechtler gegenüber der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ (Würzburg). Der Mensch denke über seine eigene Existenz hinaus und suche eine Antwort, die er durch Vernunft und Logik allein nicht finden könne.
Kirchhof zufolge beinhaltet der erste Satz des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ eine Idee des Urchristentums: „Wenn der Mensch die Möglichkeit der Gottesbegegnung hat, wenn er sich bemüht, diesem Ideal der Vollkommenheit nahe zu kommen, ist das der radikalste Freiheitssatz der Rechtsgeschichte.“
Wie Kirchhof weiter sagte, hat die Kirche zuletzt an Vertrauen verloren. Sie müsse deshalb beginnen, es wieder aufzubauen. „Mit ihrer Botschaft des Friedens und der Nächstenliebe hat sie positive Nachrichten und Informationen, aber auch Emotionen zu vermitteln.“ Sie müsse jetzt mehr darüber sprechen und zeigen, was sie etwa im karitativen Bereich leisten könne. Zudem müsse die Kirche verdeutlichen, dass sie mehr Formen der menschlichen Begegnung als nur den rationalen Diskurs habe. Kirchhof nannte die Musik, die Malerei und den Ritus. „Es wäre eine grausame Gesellschaft, wenn der Mensch nur ein Vernunftautomat wäre.“ Kirchhof war von 1987 bis 1999 Bundesverfassungsrichter.
https://www.idea.de/artikel/ex-verfassungsrichter-einen-staat-ohne-religion-kann-es-nicht-geben?fbclid=IwAR0bGiuusmr9DsiHCmkSpu34feMjo_s1ZXho2aVqiTuqab18c_Da971DzBI

Ich habe dir einen Namen gegeben

Römer 16 ist im wohl spannendsten neutestamentlichen Brief das Kapitel, das im wahrsten Sinne des Wortes oft hinten herunterfällt. Dabei ist es voll vom Evangelium, nicht weniger als der Rest des Römerbriefs. Paulus grüßt eine ganze Reihe von Menschen, die entweder den Grundstein für den Glauben in einer Stadt gelegt haben (V. 5), die ihn im Leid der Gefangenschaft begleitet und getröstet haben (V. 7) oder die für ihn sogar “ihren eigenen Hals hingehalten haben” (V. 4)! Männer und Frauen werden gleichermaßen in einer langen Liste von Paulus gelobt, gesegnet und ermutigt. Man merkt ihm an, wie viel Liebe und Stolz er für seine Geschwister im Glauben hat.
Aber inmitten dieses Briefschlusses sticht für mich ein Vers ganz besonders heraus. Er mag sehr unscheinbar daherkommen, aber bei genauem Hinsehen hat er die Kraft, eine wundervolle Gesamtzusammenfassung der biblischen Botschaft zu sein. Es ist Vers 22: “Ich, Tertius, der ich den Brief niedergeschrieben habe, grüße euch im Herrn.” Ich verstehe, wenn du gerade die Stirn runzelst. Was mag an diesem Satz so geheimnisvoll sein?
Andy Crouch hat darauf hingewiesen, dass in der römischen Gesellschaft Sklaven nicht wie Personen angesehen wurden. Man maß ihnen so wenig Würde zu, dass man ihnen, wenn sie in einen Haushalt hineingeboren wurden, keinen Namen gab. Stattdessen bekamen neugeborene Sklaven, deren Leben für einen Kreislauf aus harter Arbeit, bitterer Undankbarkeit und würdeloser Behandlung bestimmt war, nur eine Nummer. Primus, Secundus, Tertius und Quartus. Wenn ein Herr vier Sklavenjungen besaß, war es also nicht ungewöhnlich, dass diese vier genau so hießen. Und da wird es spannend. “Ich, Tertius“. Der Schreiber, dem Paulus seinen Brief diktiert hat, war also – sehr wahrscheinlich – ein Sklave. Wir wissen nicht, ob er frei war oder immer noch einem Herrn untergeben, aber für Paulus spielt das keine Rolle. Es ist, als hatte Paulus ihn angesehen und zu ihm gesagt: “Tertius, ich bin fertig mit meinen Grüßen. Jetzt darfst du auch selbst etwas schreiben!”
Ich kann mir nur vorstellen, wie Tertius sich gefühlt haben muss. Endlich ist er jemand, dem man erlaubt, etwas zu tun, das er von Herzen möchte, anstatt ihm nur barsch einen Befehl zu geben. Endlich ist sein Name nicht einfach nur eine Nummer, die eins mehr wäre, wäre er später zur Welt gekommen, sondern ein richtiger Name, hinter dem eine Person mit Würde, Gedanken und Gefühlen steht. Vers 23 unterstreicht das: Dort grüßt Quartus. Vielleicht war er der kleine Bruder von Tertius. Aber auch er ist nicht mehr Quartus, der Sklave. Nicht mehr Quartus, die Nummer. Quartus, den man ersetzen kann, wenn er nicht mehr arbeitsfähig ist. Nein, es ist “Quartus, der Bruder“. Wow, oder? Wie gesagt, wir können nicht mit Sicherheit sagen, ob diese Männer in Freiheit leben dürfen. Aber für Paulus und die anderen ist das nicht entscheidend dafür, wie sie sie ansehen. Sie schauen nicht auf sie herab. Sie grüßen sie liebevoll, sorgen sich um ihr Wohlbefinden und äußern Freude darüber, sie hoffentlich bald besuchen zu können. Sie freuen sich, einen Brief von ihnen zu bekommen. “Hört mal, Tertius und Quartus, unsere Brüder, überreichen euch einen herzlichen Gruß. Wir sollen euch von ihnen küssen und euch erzählen, was Jesus an ihnen getan hat!” Für Paulus sind diese Männer “geliebt und ersehnt”, ihre “Freude und Krone” (Philipper 4, 1). Vom Arbeitstier, das jeder ausnutzt, zum Bruder, auf den man stolz ist.
Es begeistert mich, welche Kraft das Evangelium hat. Der Kreuzestod und die Auferstehung von Jesus Christus machen aus geistlichen Sklaven Kinder Gottes. Aber nicht nur in der vertikalen Ebene ändert sich alles, sondern auch in der Beziehung der Erretteten zueinander wird alles Bisherige auf den Kopf gestellt. “Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“, schreibt Paulus in Galater 3, 28. Wer Sklave ist, bekommt Würde, Wert und Persönlichkeit zugesprochen. Er schmeckt vielleicht zum ersten Mal, welche Bedeutung das Wort Liebe hat. Die barschen Anweisungen oder die womöglich auch physische Gewalt sind nicht mehr das, was ihm seinen Wert absprechen. Die Worte Gottes sind ihm gewichtiger. Und gleichzeitig wird er Teil der Gemeinde, einer Gemeinschaft, in der man sich mit liebevoller Zuneigung begegnet, weil sie ein Ort ist, an dem jeder sich darüber im Klaren ist, dass er Sünder ist, sein Status vor Gott aber trotzdem “heiliges, geliebtes Kind” lautet.
Ja, unsere Gemeinden weichen leider sehr oft von diesem Ideal ab. Aber Jesus verspricht in Matthäus 16, 18, dass die Pforten des Totenreiches sie nicht überwinden können. Er umgibt und verteidigt sie. In ihr und durch sie baut er sein Reich. In ihr werden Nummern zu Namen. Sklaven zu Brüdern. Abhängige zu Freien. Verstoßene zu Angenommenen. Verletzte zu Geheilten. Gebrochene zu Aufgerichteten. Geächtete zu Geliebten. Fremde zu Kindern.
https://philemonblog.de/?p=15970

Schenken ist anspruchsvoll

Wer Schenken für eine leichte Sache hält, der irrt. Schenken birgt ein Höchstmass an Schwierigkeiten in sich, wenn es sich wirklich um wohlüberlegtes Zuteilen handeln soll, nicht um Verschleudern aus Zufall und Laune. Den einen verpflichte ich mir, einem anderen entgelte ich, dem helfe ich aus, mit einem anderen habe ich Mitleid, einen, der nicht verdient, von der Armut gepackt und von ihr festgehalten zu werden, unterstützte ich. Einigen freilich werde ich, auch wenn sie Mangel leiden, nichts geben; denn ihr Mangel ist durch Spenden nicht zu beheben. Einigen werden ich Unterstützung anbieten, einigen sogar geradezu aufdrängen. Aus: Seneca. Vom glücklichen Leben. Insel Verlag: Frankfurt am Main/Leipzig 1992.

Der Mann Gottes solle in seiner Gebetskammer besser zu Hause sein als in der Öffentlichkeit

Lk 18,1: Er sagte ihnen aber ein Gleichnis dafür, dass sie allezeit beten und nicht ermatten sollten. 
Thomas à Kempis hat gesagt, der Mann Gottes solle in seiner Gebetskammer besser zu Hause sein als in der Öffentlichkeit. Es ist nicht übertrieben, zu behaupten, dass ein Prediger, der die Öffentlichkeit sucht, kaum die geistliche Fähigkeit dazu besitzt. Das rechte Beten kann einen Menschen davor zurückschrecken lassen, vor einer Hörerschaft aufzutreten.
Ein Mensch, der in der Gegenwart Gottes wirklich zu Hause ist, kann sich in einen inneren Widerspruch verwickelt sehen. Zutiefst spürt er die Verantwortung, die er auf sich lädt, so dass er alles andere lieber täte, als einer Gemeinde gegenüberzutreten, andererseits kann der Druck auf seinen Geist dermaßen groß werden, dass ihn nicht einmal eine Herde wilder Pferde von seiner Kanzel wegschleifen könnte.
Niemand sollte sich vor eine Zuhörerschaft stellen, der nicht zuvor vor seinem Gott gestanden hat. Viele Stunden der Gemeinschaft mit dem Herrn sollten einer Stunde auf der Kanzel vorausgehen. Das Gebetskämmerlein sollte ihm vertrauter als der öffentliche Auftritt sein.
Schulen lehren alles über das Predigen, nur das Wichtigste, das Beten, nicht. Das Beste, was eine Schule tun kann, ist das Beten lieb zu machen und zu seiner Ausübung anzuregen. Das Gebet selbst ist die Arbeit des Einzelnen. Dass dies gerade das fromme Werk ist, das mit dem geringsten Elan ausgeübt wird, muss man zu den größten Tragödien unserer Tage rechnen!
In wahrem Gebet muss jeder ein Original sein; denn wahres Gebet kann man nicht imitieren oder von irgendjemand lernen. Jeder muss beten, als könne es nur er allein! Aiden Wilson Tozer

Die einen sagen:

Haltet Einkehr bei euch selbst,

dort werdet ihr Ruhe finden.

Und das ist nicht wahr.

Die anderen sagen:

Wendet euch nach außen,

sucht das Glück,

indem ihr euch zerstreut.

Und das ist nicht wahr.

Das Glück ist weder außer uns

noch in uns;

es ist in Gott.

Und wenn wir es in Ihm

gefunden haben,

so ist es überall!

Blaise Pascal