Vegetarische Tiger und missachtete biblische Anthropologie

Ich werde nicht versuchen, einem Tiger die Vorzüge des Vegetarismus beizubringen; doch diese Aufgabe könnte ich mit der gleichen Hoffnung auf Erfolg in Angriff nehmen wie die, einem unerlösten Menschen von den Wahrheiten zu überzeugen, die Gott über die Sünde, die Gerechtigkeit und das kommende Gericht offenbart hat. Diese geistlichen Wahrheiten sind fleischlich gesinnten Menschen widerwärtig, und der fleischliche Sinn kann die Dinge Gottes nicht aufnehmen. Die Wahrheit des Evangeliums ist der gefallenen Natur diametral entgegengesetzt; und wenn ich nicht eine Kraft habe, die viel stärker ist als die, die in moralischer Überzeugung oder in meinen eigenen Erklärungen und Argumenten liegt, so habe ich mir eine Aufgabe aufgeladen, an der ich mit Sicherheit scheitern werde. […] Wenn der Herr uns nicht mit Kraft aus der Höhe ausstattet, ist all unsere Mühe umsonst und unsere Hoffnungen können nur in der Enttäuschung enden.
Spurgeon, zitiert bei Aruro Azurdia „In der Kraft des Geistes“, Seite 14.

Das Wesen echten, rettenden Glaubens

Prüft euch, ob ihr im Glauben seid, untersucht euch! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist? 2. Korinther 13,5a
1. Anzeichen, die echten Glauben weder beweisen noch widerlegen
A. Sichtbare Sittlichkeit: Mt 19,16-21; 23,27
B. Intellektuelle Erkenntnis: Röm 1,21; 2,17ff
C. Religiöses Engagement: Mt 25,1-10
D. Aktiver Dienst: Mt 7,21-24
E. Sündenerkenntnis: Apg 24,25
F. Heilsgewissheit: Mt 23
G. Getroffene Entscheidung: Lk 8,13.14
2. Die Früchte bzw. Beweise für echtes, wahres Christsein
A. Liebe zu Gott: Ps 42,1ff; 73,25; Lk 10,27; Röm 8,7
B. Buße über Sünde: Ps 32,5; Spr 28,13; Röm 7,14; 2Kor 7,10; 1Joh 1,8-10
C. Echte Demut: Ps 51,17; Mt 5,1-12; Jak 4,6.9ff
D. Gott ehrende Hingabe: Ps 105,3; 11,51; Jes 43,7; 48,10ff; Jer 9,23.34; 1Kor 10,31
E. Beständiges Gebet: Lk 18,1; Eph 6,18ff; Phil 4,6ff; 1Tim 2,1-4; Jak 5,16-18
F. Selbstlose Liebe: 1Joh 2,9ff; 3,14; 4,7ff
G. Absonderung von der Welt: 1Kor 2,12; Jak 4,4ff; 1Joh 2,15-17; 5,5
H. Geistliches Wachstum: Lk 8,15; Joh 15,1-6; Eph 4,12-16
I. Gehorsames Leben: Mt 7,21; Joh 15,14ff; Röm 16,26; 1Pt 1,2.22; 1Joh 2,3-5
Wenn Liste 1. auf einen bekennenden Christen zutrifft, aber Liste 2 nicht, besteht Anlass, die Echtheit des Bekenntnisses in Frage zu stellen. Doch auf wen Liste 2 zutrifft, für den wird auch Liste 1 gelten.
3. Der Umgang mit dem Evangelium
A. Verkündige es: Mt 4,23
B. Verteidige es: Jud 3
C. Präsentiere es: Phil 1,27
D. Teile es mit: Phil 1,5
E. Leide dafür: 2Tim 1,8
F. Hindere es nicht: 1Kor 9,16
G. Schäme dich seiner nicht: Röm 1,16
H. Predige es: 1Kor 9,16
I. Stärke dich dadurch: 1Thes 1,5
J. Behüte es: Gal 1,6-8
Aus der John-MacArthur-Studienbibel, Anhang, Seite 2150

Wenn man aber beginnt, Geschichten zu erzählen, dann spitzen die meisten die Ohren.

„Die Menschen hören gern Erzählungen und Beispiele aus dem täglichen Leben. Darum mögen sie Prediger gern, die erzählen und mit Bildern oder Gleichnissen spielen. Wenn aber ein Prediger die Rechtfertigung erklären will und predigt, daß ein Mensch vor Gott gerechtfertigt und selig wird durch den Glauben an Christus allein, dann hält ihn niemand für beredt und man will ihn auch nicht gerne hören. Achte bitte darauf. Wenn man die Lehre von der Rechtfertigung erklärt, hustet und schläft die Gemeinde. Wenn man aber beginnt, Geschichten zu erzählen, dann spitzen die meisten die Ohren, sitzen still und hören aufmerksam zu.“
Luthers aus einer seiner Tischreden.

Die kümmerlichen Restwerte Friede und Wohlstand

In dem Masse, wie der vom Christentum beeinflusste Konsensus schwächer wurde, übernahm die Mehrzahl der Menschen zwei kümmerliche Restwerte: persönlichen Frieden und Wohlstand.
Persönlicher Friede bedeutet, einfach in Ruhe gelassen und nicht mit dem Problemen der anderen Menschen belästigt zu werden, handle es sich dabei um die Welt oder um die Stadt – ein Leben mit einem Minimum an Konfliktmöglichkeiten. Persönlicher Friede bedeutet, dass ich in meinem Leben einen unbeeinträchtigten Lebensstil ohne Rücksicht auf die möglichen Folgen für meine Kinder und Enkelkinder führen will. Wohlstand meint einen überwältigenden und stets zunehmenden Reichtum – ein Leben, das aus Gegenständen, Gegenständen, und noch einmal Gegenständen besteht – den an einem immer höheren Stand materiellen Überflusses gemessenen Erfolg. Francis Schaeffer. Wie können wir denn leben? Hänssler: Holzgerlingen, 2000. S. 204.

10 Dinge die das Gebetsleben hemmen können

  1. Man betet unvorbereitet. Das tägliche und gewöhnliche Gebet bleibt eine alltägliche Angelegenheit.
  2. Man bedenkt nicht ausreichend, vor was für einen Majestät man im Gebet kommt. Vor Gott bedecken sogar die Seraphim ihre Angesichter.
  3. Man schätzt nicht die unendliche Ehre, die uns Gott dadurch erweist, dass wir mit ihm reden dürfen.
  4. Man denkt nicht genug an seine eigene Niedrigkeit, Elend und Dürftigkeit.
  5. Man hat keine rechte Lust am Gebet. Statt von der Sehnsucht nach seligen Gespräch mit Gott erfüllt zu sein, die ein Liebhaber hat, mit der geliebten Person zu sprechen, oder ein Geldgieriger, seinen Schatz zu zählen, hält das Gebet vielmehr für eine Last. Man ist froh, wenn man es bald erledigt hat.
  6. Man bittet Gott nicht fleissig um den Geist des Gebets, um die Gnade recht beten zu können.
  7. Man gewöhnt die Kinder nicht von Jugend auf, mit angemessener Ehrfurcht zu beten, sondern gibt ein schlechtes Vorbild ab.
  8. Man überlegt sich nicht, dass man in diesem Leben stets als Sünder vor Gott steht.
  9. Man betet ohne gebührende Aufmerksamkeit, oberflächlich und halbherzig.
  10. Man betet mit hundert Ausschweifungen des Gemüts, die man nicht haben würde, wenn man sein Leben vor einem Fürsten verteidigen, oder dergleichen wichtige Dinge anbringen sollte. Thomas Reiner

Warum passen Christen sich dem Weltdenken an?

Viele von uns werden jedoch von Voraussetzungen [Anm.: gemeint sie nichtchristliche Denkvoraussetzungen, wie z.B.: „es gibt keinen Gott“ oder „ethische Werte sind fließend“) wie von den Masern »angesteckt«. Warum passen sich die Menschen denn der nachchristlichen Welt an? Meiner Überzeugung nach nicht aufgrund von Tatsachen, sondern weil uns unsere fast monolithische Kultur die andere Antwort aufgezwungen hat — nämlich die Naturkausalität, nicht in einem offenen System; an dessen Anfang ein persönlicher Gott steht, wie die frühen modernen Wissenschaftler glaubten, sondern in einem geschlossenen System. Nicht die Tatsachen widersprechen den christlichen Denkvoraussetzungen, sondern die christliche Perspektive wird einfach als undenkbar hingestellt. Je besser die Universität, desto besser die Gehirnwäsche.
Francis Schaeffer Kirche am Ende des 20. Jahrhunderts (Wuppertal: R. Brockhaus Verlag, 1971, S. 14)

„Er lebt“

Über der Haustür von Martin Luther stand ein Wort – es war sogar eingemeisselt. Da stand auf lateinisch: „vivit“ – auf Deutsch: „Er lebt“.
Von dieser Inschrift wird erzählt, dass sie von Luthers Frau Käthe bestellt worden sei, als ihr Mann wieder einmal so richtig niedergeschlagen war ob all seiner Sorgen, Ängste und Zweifel. Das Wort steht auf dem Schlussstein des Steinbogens über dem Eingangsportal – auf dem obersten und tragenden Stein. Jedes Mal wenn Martin Luther nach Hause kam oder das Haus verliess ging er unter dem Wort „vivit“ – „Er lebt!“ Dieses Wort sollte Martin Luther daran erinnern, dass er nicht alleine schuftet in diesem Leben und dass er seine Sorgen nicht alleine zu tragen hat. Nein, über ihm steht einer, der lebt und ihm gerade auch in diesem Moment zur Seite steht: Jesus Christus.

Ein Zeugnis des Unglaubens und des Glaubens

»Drau­ßen ist Finsternis, und wenn ich sterbe, wird hier drinnen Finsternis sein. Es gibt keine Herrlichkeit, nirgendwo eine unermessliche Weite, nur Trivialität für einen Augenblick, und dann nichts mehr.« Bertrand Russell

»Wenn ich gestorben bin – in Wahrheit werde ich jedoch niemals sterben –, und wenn jemand meinen Schädel findet, dann soll dieser Schädel noch predigen und zu ihm sagen: ›Ich habe keine Augen, trotz­dem sehe ich Ihn; obwohl ich keine Lippen habe, küsse ich Ihn; ich habe keine Zunge, dennoch lobe ich Ihn, mit all denen, die seinen Namen anrufen. Ich bin ein harter Schädel, aber ich bin ganz weich geworden und dahingeschmolzen in seiner Liebe; ich liege hier sichtbar auf diesem Gottesacker, dennoch bin ich dort im Paradies! Alles Leiden ist vergessen! Seine große Liebe hat dies für uns getan, als Er für uns sein Kreuz nahm und hinausging nach Golgatha.‹« Hermann Friedrich Kohlbrügge

Der biblische Schöpfungsglaube ist aber nicht mit einem Weltrettungsprogramm zu verwechseln

»Der biblische Schöpfungsglaube ist aber nicht mit einem Weltrettungsprogramm zu verwechseln, das allein auf den Schultern der Menschen ruht. Der Glaube an Gottes fortlaufendes Schöpfungshandeln und die Erhaltung der Welt durch ihn gerät zunehmend aus dem Blick. Auch in kirchlichen Appellen zur Bewahrung der Schöpfung wirkt der biblische Gott oft nur noch als Motivator für menschlichen Einsatz zum Schutz der Natur, gewissermaßen als religiöses Add-on, auf das man notfalls verzichten kann.« Ulrich Körtner

Der Triumph der Auferstehung

„Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.“ (1. Korinther 15,21.22)
Für Paulus und die anderen Apostel war die leibliche Auferstehung Jesu keine Lehre, die verhandelbar war. Sie war absolut essentiell und zentral. N.T. Wright schreibt: „Paulus besteht darauf, dass durch die Auferstehung Jesu sich eine neue Welt eröffnet hat, in welche sich die alles-umfassende Macht der Sünde und des Todes nicht länger durchsetzen können. Die Welt, wie wir sie kennen, die Welt deren Lieblichkeit, Majestät, Duft und strotzendes Leben durch Tod, Verfall, Verderben und reiner Unordnung verspottet wurden, hat die Nachricht gehört, dass es doch einen Ausweg gibt; ein Weg in ein Leben, das noch größer, schöner und mächtiger ist als dieses Leben. … Diejenigen, welche die Auferstehung verleugnen, spielen nicht einfach mit einem verhandelbaren Bestandteil des christlichen Glaubens herum. Sie sägen den Ast ab, auf welchem das Evangelium und alle, die es angenommen haben, sitzen.“