Die Liebe Christi

„Jesus hat mich erlöst von der Sünde, vom Teufel, vom Tod und allem Unglück. Denn vorher habe ich keinen Herrn noch König gehabt, sondern bin unter des Teufels Gewalt gefangen, zum Tode verdammt, in der Sünde und Blindheit verstrickt gewesen.

Denn nachdem wir geschaffen waren und Gutes aller Art von Gott dem Vater empfangen hatten, kam der Teufel und brachte uns in Ungehorsam, Sünde, Tod und alles Unglück, daß wir in Gottes Zorn und Ungnade lagen, zu ewiger Verdammnis verurteilt, wie wir es verschuldet und verdient hatten. Da war kein Rat, keine Hilfe noch Trost, bis sich dieser eine und ewige Gottessohn unseres Jammers und Elends aus grundloser Güte erbarmte und vom Himmel kam, um uns zu helfen. […] Er hat uns arme, verlorene Menschen aus der Hölle Rachen gerissen, gewonnen, freigemacht und wieder in des Vaters Huld und Gnade gebracht und hat uns als sein Eigentum unter seinen Schirm und Schutz genommen, um uns durch seine Gerechtigkeit, Weisheit, Gewalt, Leben und Seligkeit zu regieren.

Er ist nämlich Mensch geworden, vom Heiligen Geist und der Jungfrau ohne alle Sünde empfangen und geboren, um der Sünde Herr zu sein. Ferner hat er gelitten, ist gestorben und begraben worden, um für mich genugzutun und zu bezahlen, was ich verschuldet habe, nicht mit Silber oder Gold, sondern mit seinem eigenen, teuren Blute; und dies alles dazu, dass er mein Herr würde; denn nichts von dem allem hat er für sich selbst getan noch dessen bedurft. 

Danach ist er wieder auferstanden, hat den Tod verschlungen und gefressen, und ist endlich gen Himmel gefahren und hat das Regiment zur Rechten des Vaters übernommen. Nun muss ihm der Teufel und alle Gewalt untertan sein und zu Füßen liegen, so lange, bis er uns endlich am Jüngsten Tag gänzlich von der bösen Welt, von Teufel, Tod, Sünde usw. scheidet und absondert.“
Martin Luther, Der Große Katechismus 

Gebetsvorschlag für Polizisten und Staatsangestellte oder Menschen in irgendeiner Machtposition.

Himmlischer Vater, da alle Macht von dir kommt und ich mich nur in einer Machtstellung befinde wegen meiner Uniform, meiner Dienstmarke oder meiner Dienstanweisung, musst du mich wohl dazu ermächtigt haben. Ich bin also letztendlich dir verantwortlich. Ich möchte dieses kostbare Geschenk gut einsetzen und nicht missbrauchen. Ich möchte dich ehren durch die Art und Weise, wie ich es gebrauche, ich verabscheue alles, was deine Autorität entehrt. Bitte segne alle, die mir, deinem Diener, heute begegnen. Amen

„Die Bibel ist Gottes Wort“

„Die Bibel ist Gottes Wort“ und insofern in gewisser Weise natürlich auch unfehlbar (weil Gott eben unfehlbar ist), entspricht (vorbehaltlich textkritischer Fragen) erst einmal ihrem Selbstzeugnis. Wir lesen in der Bibel, dass Jesus und die Apostel genau so mit der Schrift umgegangen sind: Die Schriften sind Gottes Wort. „Gott sagt“ und „die Schrift sagt“ war für sie oft austauschbar. Nur dieses Axiom kann somit die das reformatorische Prinzip ernst nehmen, dass die Bibel sich selbst auslegen muss und somit letzte und höchste Autorität hat – und sie damit auch vor Eisegese schützen. Wenn Jesus und die Apostel damit recht hatten, dann ist dieses Axiom letztlich auch das einzige, das dem Forschungsgegenstand Bibel gerecht wird. Offene Wissenschaft würde nun untersuchen: Bewährt sich dieses Axiom in der Praxis im Vergleich mit anderen Axiomen? Führt es zu schlüssigeren Ergebnissen im Vergleich zu anderen Axiomen? Dabei muss sie sich ihrer Begrenztheit bewusst sein. Wissenschaft kann bestmöglich versuchen, die Aussageabsicht zu klären. Aber es wird dabei immer Restunsicherheiten geben, z.B. bezüglich der literarischen Gattung (historisch oder symbolisch gemeint?). Bei den historischen Fragen kann redliche Wissenschaft ohnehin nur Wahrscheinlichkeitsurteile fällen, z.B. zur Chronologie der alten Welt. Den lauten Rufe von „keine Posaunen vor Jericho“ stehen längst schon wieder gut begründete Gegenmodelle gegenüber, die eine historische Zuverlässigkeit biblischer Geschichtsschreibung nahelegen. Scheinbare innere Widersprüche haben sich allzuoft schon als ergänzende 2 Seiten der gleichen Medaille herausgestellt. Eine „Widerlegung“ der Bibel wird also mit wissenschaftlichen Mitteln schwierig. Das gilt noch mehr, wenn die Wissenschaft sich ehrlich den Fakten stellt, die für ihren Offenbarungscharakter sprechen wie z.B. die zahlreichen erfüllten Prophetien, die zahllosen buchübergreifenden Querbezüge, die erstaunlich durchgängigen roten Fäden trotz der enormen Buntheit der Autoren, ihre durchgängige Ehrlichkeit, das vielfach bestätigte Welt- und Menschenbild, das absolut einzigartige Gottesbild, die herausragende Ethik und nicht zuletzt die hervorragenden historischen Belege für die Tatsächlichkeit des Ostergeschehens – alles in Verbindung mit dem Selbstanpruch, echte Gottesoffenbarung zu sein. Ich habe bislang keine schlüssige wissenschaftliche Widerlegung dieser Argumente für den Offenbarungscharakter der Bibel und insgesamt für dieses absolut einzigartige „Phänomen Bibel“ gelesen. Ich halte es deshalb für eine wissenschaftlich absolut haltbare, vernünftige, intellektuell befriedigende Position, dem Bibelverständnis von Jesus und den Aposteln zu folgen. Umgekehrt nehme ich wahr, dass ein bibelwissenschaftlicher Ansatz, der die Bibel für einen antiken Text wie jeden anderen hält, eine unendliche Fülle von sich widersprechenden Thesen hervorgebracht hat. Die ganzen Versuche, einen historischen Jesus an der Bibel vorbei zu konstruieren, sind hoffnungslos gescheitert. Viele Theorien zur Entstehung der biblischen Texte haben mit der Zeit in ein übersehbares Theoriengewirr gemündet. Ich staune z.B., was aus der Urkundenhypothese geworden ist, die mir im Reliunterricht noch als großartige wissenschaftliche Tatsache verkauft worden war. Wenn aber Heerscharen von Forschern auf Dauer keine Theorien hervorbringen können, die sich mit der Zeit stabilisieren und die korrekte Vorhersagen machen können, die sich später bestätigen, dann spricht das normalerweise dafür, dass ein Ansatz sich nicht als fruchtbar erweist. Markus Till

Warum wurde Gott Mensch?

„Denn als der Tod in die Menschheit durch dem Ungehorsam der Menschen eingetreten ist, war es passend, dass das Leben durch dem Gehorsam eines Menschen wiederhergestellt wird. Da die Sünde, die der Ursache unserer Verdammnis ist, ihren Anfang bei einer Frau gehabt hat, war es passend für den Autor unserer Gerechtigkeit und Erlösung von einer Frau geboren zu werden. Da der Teufel den Menschen besiegt hat, indem er ihn versucht hat, von einem Baum zu kosten, war es passend, dass der Teufel besiegt wurde, indem ein Mensch an einem Baum gelitten hat. 
Auf dieselbe Art zeigen viele andere Dinge, wenn wir sie richtig betrachten, die unausdrückbare Schönheit unserer Errettung, die Christus vollbracht hat.“
Anselm von Canterbury

Wer war Jesus?

„Das Christentum ist die Summe aller Irrtümer, die sich um Jesus Christus gerankt haben.“ Weithin versteht man unter Christentum die Wesenszüge des sogenannten Abendlandes, seine Moralvorschriften, seine guten geschichtlichen Leistungen, die christliche Kunst und die herrlichen Dome. Im christlichen Glauben aber geht es um die Person Jesus Christus, nicht um die weltlichen Auswirkungen seiner Lehre, und seien sie noch so gut. Die Person Jesu steht im Brennpunkt aller Auseinandersetzungen. Jesus selbst fragte: „Was sagt denn ihr, wer ich bin?“

Wer war Jesus, an den wir glauben dürfen und den wir verkünden dürfen?

Er war ein Zimmermann, der in einer kleinen Stadt des Vorderen Orients zur Zeit des römischen Weltreiches lebte. Sein Wirken in der Öffentlichkeit beschränkte sich auf die wenigen letzten Jahre seines kurzen Lebens und war scheinbar erfolglos. Er zog umher und heilte Kranke, half, wo es nötig war, lehrte und predigte. Seine Liebe zu den Menschen ging so weit, daß er sich im Dienst für andere verzehrte. Dabei lernte er Hunger, Heimatlosigkeit und Müdigkeit kennen. Er kannte die tiefe Trauer beim Tode eines Freundes und lernte die Einsamkeit kennen, als er von allen verlassen wurde. Er lebte in einem unterworfenen Land, in einer unruhigen, von Gewalttätigkeiten erfüllten Zeit, verfiel aber selbst diesem Zeitgeist nicht. Er freute sich über die Gemeinschaft mit anderen und behandelte die Ausgestoßenen, die Unerwünschten und die Asozialen wie Freunde. In seiner Fürsorge und in seinem Interesse für diese kannte er keine Grenzen. Obwohl er einen festen Charakter und einen starken Willen hatte, begegnete er den Schwachen und Hilflosen mit gütiger Freundlichkeit. Aber wo er Böses und Ungerechtigkeit fand, verurteilte er dies ohne Furcht. Christus tat niemals etwas Unrechtes. Er war bis ins letzte korrekt. Er war ohne jede Schuld. Seine Feinde, die ihm oft Fallen zu stellen suchten und ihn eifrig beobachteten, ob bei ihm auch nur ein kleines Anzeichen eines Fehlers zu entdecken sei, konnten auf seine Herausforderung nicht eingehen: „Wer von euch kann mich wegen einer Sünde anklagen?“ Er selbst war moralisch vollkommen, und doch war er denen zutiefst zugetan, die gestrauchelt waren. „Kommt alle her zu mir“. So lautete seine oft wiederholte Einladung. (Ali)

Ich und du können ohne Christus nicht leben

“Ich und du können ohne Christus nicht leben. Wir brauchen jemand, der uns hebt und hält, solange wir leben, und uns die Hand unter dem Kopf legt, wenn wir sterben sollen; und das kann Christus überschwänglich, nach dem, was von ihm geschrieben steht, und wir wissen keinen, von dem wir es lieber hätten. Er ist eine heilige Gestalt, die dem armen Pilger wie ein Stern in der Nacht aufgeht und sein innerstes Bedürfnis, sein geheimstes Ahnden und Wünschen erfüllt. Wir wollen an ihn glauben, Andres, und wenn auch niemand mehr an ihn glaubte.” Matthias Claudius, Briefe an Andres – Erster Brief

Gott eine unpersönliche Macht?

Natürlich hat es Vorteile, statt an Gott an eine unpersönliche höhere Macht oder „das Universum“ zu glauben. Dann gibt es nämlich kein Du, das mich anspricht, mich hinterfragt und die Herrschaft meines selbstverliebten Egos gefährdet. Aber auch kein persönliches Gegenüber, das mich aus meiner Lieblosigkeit erlöst. JH

Mit Dem Einen Zufrieden Sein

„So sollen wir denn in unserem Leben unter Elend und Mangel, unter Kälte und Verachtung, unter Schmach und aller anderen Not fröhlich durchhalten und mit dem einen zufrieden sein, dass uns unser König nie verlassen wird, dass Er uns nie seine Hilfe in unserer Not versagt, bis wir unseren Kampf durchkämpft haben und zum Triumph gerufen werden; denn das ist die Art seiner Herrschaft., dass Er uns alles das wiederschenkt, was Er selbst vom Vater empfangen hat.“ Calvin, Instituitio, 2.15.4.

Wahre Gotteserkenntnis

»Wahre Gotteserkenntnis ist unangegriffen und unangreifbar, ohne Sorgen und Zweifel. Solche wahre Gotteserkenntnis ist aber die und nur die, die sich in der Bindung an Gottes Wort vollzieht. Alles Entweichen aus der Bindung des Wortes Gottes bedeutet den Übergang zu den falschen Göttern, zu den Nicht-Göttern – was sich darin zeigen wird, dass es unweigerlich die Unsicherheit der Gotteserkenntnis über sich selbst und also den Zweifel nach sich zieht.« K. Barth, KD II, 1, § 25, 5f