Ist es wirklich so entscheidend, ob wir jetzt davon überzeugt sind, dass die Evangelien ganz und gar glaubwürdig sind? Welche Rolle spielt das für den ganz normalen, täglichen Glauben eines Christen?

Diese Frage stellte Markus Till an Dr. Peter J. Williams.
“Ja, ich denke, es spielt eine große Rolle. Ich meine: Die Realität ist ja auch wichtig, um es einmal so zu sagen. Ich meine: Wir sind inmitten einer Pandemie, in welcher die Realität eines Virus wichtiger ist als unsere Meinung über das Virus. Und manchmal, wenn Du eine falsche Meinung hast, dann wird das eine Zeit lang vielleicht funktionieren. Aber wenn sie nicht auf der Realität beruht, dann wird das ein Problem sein. Die grundlegenden Fragen lauten also: Ist Jesus real? Ist er wirklich von den Toten auferstanden? Kommt er wieder, um die Welt zu richten? Das sind Fragen über die Realität. Und es ist wichtig, dass man nicht denkt, dass es beim Glauben nur um eine subjektive, persönliche Überzeugung geht. In der Kirchengeschichte haben Christen das Christentum nie auf diese Weise gesehen. Das Neue Testament sieht das Christentum nicht auf diese Weise. Die Apostel sehen es nicht auf diese Weise. Und ich glaube nicht, dass Jesus das so gesehen hat. Es geht um die reale Welt.”Also die Frage nach der Glaubwürdigkeit ist wirklich so zentral für unseren Glauben? Muss man davon überzeugt sein, dass die Evangelien wirklich wahre Berichte sind?”Ja, ich würde sagen: Schau Dir an, was Jesus sagt, als er über das Alte Testament und die Auferstehung befragt wird. Er sagt folgendes: Gott sagt: Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Und dann verwendet er das als Argument für seine Aussage. Wir müssen an die Auferstehung glauben, weil Abraham, Isaak und Jakob in gewisser Weise immer noch am Leben sind, weil Gott ihr Gott ist. Aber ebenso bedeutet das, dass man an die Historizität glauben muss. Man muss glauben, dass Abraham, Isaak und Jakob reale Menschen waren, weil Gott sich selbst als dieser Gott definiert hat. Gewissermaßen hat er sich selbst nach ihnen benannt. Wenn man also nicht an Abraham, Isaak und Jakob glaubt, dann glaubt man nicht an den Gott, über den die Bibel spricht.”

(Markus Till)

Keine Fotobeschreibung verfügbar.

Die Rede des Jahres 2021

Führungspersönlichkeiten in Staat und Gesellschaft können durch öffentliche Reden viel bewirken. Man denke nur an die Worte von Bundespräsident Weizsäcker am 8. Mai 1985 zum 40. Jahrestag des Kriegsendes. Diese Rede ist zu Recht in den Geschichtsbüchern gelandet. Auch in Litauen ist die politische Lage in dieser Coronakrise sehr angespannt, doch Präsident Nausėda fiel bisher nicht durch klare, Orientierung gebende Worte auf, im Gegenteil.
Dafür schlug im Spätsommer eine andere Rede wie eine Bombe ein. Auf der Jahreshauptversammlung der litauischen Rechtsanwaltskammer am 20. August stand natürlich auch eine Ansprache des Präsidenten der Kammer auf der Tagesordnung. Ignas Vėgėlė, Juraprofessor, Anwalt und seit 2014 in seinem Amt, nutzte die 20 Minuten für eine handfeste Überraschung. Aus der Perspektive eines Juristen warf er ein Licht auf die Coronamaßnahmen, deren weltanschaulichen und ethischen Zusammenhang sowie die Folgen. Ein mutiges und offenes Wort, das so in den vielen Monaten der Pandemie im Land noch nicht zu hören war.
Gleich eingangs legt Vėgėlė seinen Finger in eine offene Wunde und beklagt, dass den Nationalstaaten bestimmte Vorgehensweisen in der Pandemie mehr oder weniger vorgeschrieben werden. Es fällt sogar die Begriffe des „Weltgesundheitsministeriums“ und einer „entstehenden neuen [weltweiten] Ordnung“ von Big Pharma und Co. Für solche Sätze würde ihnen manche gerne in die Ecke der Verschwörungstheoretiker abdrängen, doch der Experte für Europarecht, der schon Fälle vor internationalen Gerichten vertreten hat, weiß, wovon er redet.
Vėgėlė kritisiert, dass die Rechtsprechung nun vermehrt der Kosten-Nutzen-Analyse unterworfen wird. Menschenrechte und Freiheiten werden nur respektiert, wenn es das Nützlichkeitsprinzip erlaubt. Rechtmäßig sei dann, was in der Situation nötig erscheint und hilft. Der 46-Jährige geht dabei auch auf den Faktor Angst ein. Die Angst um Leben und Gesundheit erschüttert nun sogar bisher unantastbare Grundrechte wie die Freiheit der Person, das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Dies habe zu einer kaum vorstellbaren Spaltung der Gesellschaft und Vorschlägen der Aussonderung von ganzen Menschengruppen geführt.
Dass nun staatlicher Zwang gerechtfertigt wird, um die Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern, es also nicht um Herdenimmunität oder gar um die Ausrottung des Virus geht, ist laut Vėgėlė unhaltbar. Er hält fest: „Jeder Mensch muss selbstständig über einen Eingriff in seinen Körper entscheiden. Und eine solche Entscheidung muss auf Grundlage klarer Informationen gefällt werden. Das sagt das Völkerrecht, das sagt das EU-Recht, das sagt das nationale Recht.“
Dem Juristen macht besonders Sorge, dass nun manche der wichtigsten Gesetze des Landes mit Füßen getreten werden. Er nannte auch ein Beispiel: „Unter Missachtung des Bürgerlichen Gesetzbuches wurden [im Sommer] minderjährige Jugendliche dazu aufgefordert, sich ohne Zustimmung der Eltern impfen zu lassen.“ Die westliche Gesellschaft, so Vėgėlė, „basiert auf individuellen Rechten und Grundfreiheiten und wird von Anwälten und Juristen geschützt wird“. Diese Rechte und Freiheiten des Einzelnen „werden nun von der Staatsgewalt überschattet“. Die „Errungenschaften der westlichen Zivilisation“ wie die „Grundprinzipien der Rechtsstaatlichkeit“ sind aber nun in Gefahr, da sie von einer „utilitaristischen Weltanschauung“ (vereinfacht gesagt: gut ist das, was den meisten Nutzen bringt) bedroht werden.
Der Präsident der Antwaltskammer ruft seine Kollegen auf, gerade nun „die Selbstbestimmung jedes Einzelnen, die Achtung vor jedem Menschen, seine Rechte und Freiheiten“ zu verteidigen. „Dies wird in europäischen Rechtsdokumenten gelehrt und in der Verfassung der Republik Litauen verankert.“ Vėgėlė warnt vor der Aufteilung der Menschen in Gebildete und Rückständige, in Wissenschaftsgläubige und Skeptiker, in Zugewanderte und Bürger, und betont: „Wir sind alle Menschen und wir alle haben Glaubens- und Meinungsfreiheit sowie weitere Rechte und Freiheiten, die durch das Völkerrecht und die Verfassung garantiert sind.“
Schließlich geht er auf die Spaltung der Bevölkerung durch die Impfzertifkate wie in Litauen den „Paß der Möglichkeiten“ (Galimybių pasas, GP) ein. „Heute werden die einen ausgegrenzt, morgen die anderen“, so seine Warnung. Er wagt auch eine direkte Kritik der aktuellen Regierungspolitik: „Unter Verletzung des Grundprinzips der Nichtdiskriminierung und der Gleichheit vor dem Gesetz verbreitet der GP die fälschliche Nachricht über angeblich zusätzlich gewährte Rechte, die doch in einer demokratischen Gesellschaft allen seinen Mitgliedern gelten und grundlegend sind.“
Vėgėlė war auch bisher schon kein Unbekannter, aber diese Rede von zwanzig Minuten wurde rasend schnell im Internet verbreitet und machte die Aussagen des Juristen für Wochen zum Gesprächsstoff. Nun ist der immer sachlich auftretende Advokat, der aber auch keine klaren Worte scheut, fast jeden Tag in verschiedenen TV-Formaten, Interviews oder Podcasts zu Gast. Durch schmähende Kritik und Unterstellung von politischen Ambitionen läßt er sich ebenfalls nicht aus der Ruhe bringen. Vor etwa fünfzehn Jahren war er bei Christdemokraten aktiv und nahm auch höhere Posten in der Partei ein, weshalb ihm das Politgeschäft nicht fremd ist (die Christemokraten sind vor dreizehn Jahren in der heute regierenden „Vaterlandsunion“ aufgegangen).
Nicht zuletzt durch Vėgėlės Rede ist in Litauen im Herbst endlich ein breiterer Diskurs über die Coronamaßnahmen in Gang gekommen. Vor einigen Tagen nahm schließlich auch das Verfassungsgericht die Klage von zahlreichen Parlamentariern an und wird nun über die Rechtmäßigkeit des „Paßes der Möglichkeiten“ entscheiden müssen. Man darf gespannt sein, welche Achtung gegenüber der Verfassung dieses höchste Gericht zeigen wird – oder ob man doch der Politik das Wort redet. Holger Lahayne
http://lahayne.lt/2021/11/29/die-rede-des-jahres/

Goldene Regel

Goldene Regel heißt seit dem 18. Jh. eine Kurzformel für eine schon vorchristlich und im Frühjudentum bekannte Lebensweisheit, die im Lukasevangelium lautet: „Und wie ihr wollt, daß euch die Menschen tun, so sollt auch ihr ihnen tun“ (Lk 6, 31), in der Bergpredigt etwas erweitert (Mt 7, 12), ein Spruch, den Jesus in den Kontext von Barmherzigkeit und Feindesliebe gestellt und über die selbstverständliche Forderung nach vernünftiger Gegenseitigkeit erhoben hat. In der neueren ethischen Diskussion wird die Goldene Regel im Sinn eines vernünftigen, niemand schädigenden Interessenausgleichs („regulatives Moment der Wechselseitigkeit“) verstanden und so als Prinzip einer Religionen und Weltanschauungen umfassenden Ethik empfohlen. Quelle: Herbert Vorgrimler: Neues Theologisches Wörterbuch, Neuausgabe 2008 (6. Aufl. des Gesamtwerkes), Verlag Herder

https://www.herder.de/religion-spiritualitaet/bibel/bibel/bergpredigt/

Die „Sprache Kanaans“ Teil II

„Die „Sprache Kanaans“ gehörte zur gleichen Sprachfamilie wie die hebräische Sprache – Hebräer, Aramäer, Edomiter, Moabiter, Phönizier und Punier lebten im Großraum Kanaan und konnten sich wohl alle gegenseitig verstehen, ähnlich wie heute Niederländer, Belgier, Friesen und Afrikaanssprachige sich auch mehr oder weniger verständigen können.

Im heutigen Gebrauch bedeutet „Sprache Kanaans“ aber eher einen Jargon, der in einigen christlichen Kreisen, insbesondere bei Freikirchen, gesprochen wird. Wie eine „fremde Sprache“ mutet manchem Zeitgenossen Ausdrucksweise und Wortwahl an, da hier besondere Begriffe in Gesprächen verwendet werden, die durch Satzbau und Vokabular traditioneller Bibelübersetzungen geprägt ist (vor allem aus der Luther-Bibel).“

Grundlage der Redensart ist die Bibelstelle in Jesaja 19,18:

Zu der Zeit werden fünf Städte in Ägyptenland die Sprache Kanaans sprechen…

Zu der „Sprache Kanaans“ gehören z.B. Worte wie

  • „in der Welt“, was die von Gottlosigkeit geprägte Umwelt außerhalb der christlichen Gemeinschaft bedeutet.
  • Wenn jemand von „Anfechtungen“ spricht, sind Versuchungen und innere Glaubenkämpfe gemeint
  • „Zeugnis geben“ bedeutet, seinen Glauben von Jesus Christus zu bezeugen
  • Man spricht von „Brüdern und Schwestern im Herrn“, wenn man von anderen Christen spricht, die auch eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus haben
  • Mit dem Ausdruck „Stille Zeit“ ist die Zeit (meist direkt morgens vor der Arbeit) gemeint, in der man sich an einem ruhigen und „stillen“ Ort zurück zieht, um Gottes Wort zu lesen, zu Gott zu beten und zu hören, was Gott einem sagen möchte. Jesus Christus suchte auch oft die Stille zu Gott.

Sprache Kanaans

a) Als ich noch in der Welt war …

  1. b) Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
  2. c) Bruder Schmidt, Schwester Frey und Geschwister Müller (nur

Gemeindemitglieder untereinander)

  1. d) Ich habe keine Freudigkeit.
  2. e) Ihr fehlt die Freimütigkeit.
  3. f) Dein Wandel ist nicht auf dem Boden der Wahrheit/Schrift.
  4. g) Beuget eure Herzensknie

Übertragung in die Alltagssprache

  1. a) Bevor ich Christ wurde …
  2. b) Liebe Gemeindemitglieder!
  3. c) Herr Schmidt, Frau Frey und Herr und Frau (Eheleute) Müller
  4. d) Ich habe keine Lust.
  5. e) Sie stimmt nicht zu / sie traut sich nicht.
  6. f)  Du richtest dich nicht nach den biblischen Lebensregeln.
  7. g) Seid demütig.

Aus einer Übertragung des Märchens vom

Rotkäppchen in die Sprache Kanaans:

Nach einiger Zeit sagte die Mutter zu Rotkäppchen:

„Du bist gefragt, mein Kind, ob du der Großmutter  freudig mit ein paar Lebensmitteln dienen willst.

Du kennst ja den Weg zu ihrem Häuschen im Wald. Insonderheit musst du dir sagen lassen, dass du dich vor dem bösen Wolf in acht nehmen musst; du könntest sonst in große Daseinsangst geworfen werden. Fühlst du dich dafür nun zugerüstet oder überfordere ich dich, mein Kind?“ Das Rotkäppchen schüttelte den Kopf und ließ sich freudig mit den Lebensmitteln ausrüsten. „Es muss dir wichtig werden“, sagte die Mutter dabei, „stets auf dem rechten Weg zu bleiben und dich mit keinem einzulassen. Und“, sie zog einen eng beschriebenen Bogen aus der Schreibmaschine, „hier ist noch das Wort, das ich nach ernsthafter Prüfung meines Gewissens für die Großmutter im Walde erarbeitet habe.“
Als der Jäger vorüberkam, ließ er sich die Not der beiden groß werden und wurde darüber freudig, den bösen Wolf zu töten. Dann zog er die Großmutter und das Rotkäppchen entschlossen aus dem Bauch des Wolfes. Das Rotkäppchen aber musste sich in großem Ernst fragen lassen, warum es mit dem bösen Wolf gegangen war. Als die beiden nun dem guten Jäger so recht von Herzen danken wollten, wehrte er ihnen ab und sagte: „Wir müssen nüchtern sein. Es war mir wesentlich, dass ich euch in Verantwortung diesen Dienst tun durfte. Das müsst ihr euch nun schenken lassen.“
https://kirchdorf.co.za/gemeindebrief/die-sprache-kanaans/

„Die Sprache Kanaans“- IST SIE EIN HINDERNIS FÜR MODERNE ZUHÖRER?

Wahrscheinlich ist Ihnen diese Formulierung auch schon begegnet. Meistens wird sie etwas spöttisch und abwertend für einen Sprachschatz gebraucht, der mit biblischen und christlichen Begriffen durchzogen ist. „Die Sprache Kanaans“, so wird gesagt, „sei ein großes Hindernis um dem Glauben fernstehende Menschen zu Christus zu führen.“ Manche sind regelrecht bemüht, jeden Anflug von „Kanaanäisch“ in ihrer Verkündigung zu vermeiden. Andere beschleicht ein bedrückendes Gefühl, wenn abwertend und etwas ironisch über das „Kanaanäisch“ geredet und geurteilt wird. Was ist nun davon zu halten? Haben die Kritiker der „Sprache Kanaans“ recht oder ist Gefahr in Verzug, dass biblische Inhalte verwischt werden? Eine verständliche Sprache ist wichtig Ohne Zweifel ist es wichtig, eine Sprache zu sprechen, welche die Menschen heute verstehen. Dabei muss sauber differenziert werden zwischen biblischen Begriffen und einer antiquierten Sprache. So haben Wörter wie z.B: „sintemal“, „fürbass““ oder „weiland“ nichts mit biblischen Begriffen zu tun und können durch „weil/da“, „weiter/weitergehen“ sowie „früher“ problemlos ersetzt werden, ohne dem biblischen Text Abbruch zu tun. Ebenso ist eine süßlich säuselnde oder pomadige Predigt nicht mit einer vollmächtigen Verkündigung zu verwechseln. Sicher sollte auch kein wahlloses „Feuerwerk“ von christlichen Begriffen abgebrannt werden, ohne sich über deren eigentliche Bedeutung und inhaltliche Füllung im Klaren zu sein. Aber bei der abschätzigen Beurteilung der „Sprache Kanaans“ geht es oft um mehr. Eine alarmierende Bibelstelle Immer wieder hat mich ein bedrückendes Gefühl beschlichen, wenn Personen, meistens aus einem gutgemeinten missionarischen Eifer heraus, sich abfällig oder sogar sehr spöttisch über die „Sprache Kanaans“ äußerten. Dabei wurde oft allzuschnell die Grenze zwischen einem altmodischen Deutsch und biblischen Sachverhalten verwischt. Als ich dann in der Bibel tatsächlich auf die Sprache Kanaans stieß, begannen alle „Alarmlichter“ zu blinken. In Jesaja 19, 18 steht: „An jenem Tag werden fünf Städte im Land Ägyptens sein, die die Sprache Kanaans reden und dem HERRN schwören werden.“ Hier geht es um Gottes zukünftige Segenszeit mit Israel im Tausendjährigen Reich. Das Reden der „Sprache Kanaans“ ist somit im biblischen Zusammenhang nichts Abwertendes, sondern ein Zeichen für Gottes erneuerndes Handeln an Ägypten! Wie aber kann es sein, dass ein biblischer Sachverhalt, der Gottes rettendes Handeln zum Ausdruck bringt, zunehmend als eine abfällige oder spöttische Redewendung gebraucht wird? Wenn dies auch oft aus Unwissenheit geschieht wird doch damit deutlich, dass der abwertende Gebrauch der „Sprache Kanaans“ nicht dem Heiligen Geist und der biblischen Wahrheit entspringen kann. Neue Begriffe – neue Inhalte? Leider bleiben bei Kritikern der „Sprache Kanaans“ im Bemühen um ein verständlicheres Deutsch oft biblische Wahrheiten auf der Strecke. So werden bei dem Feldzug gegen das „Kanaanäisch“ biblische Begriffe wie z. B. Lamm Gottes, Blut und Kreuz Christi, Gnade, Heiligkeit Gottes, Gericht, Sünde, Hölle, Verdammnis etc. aus der Verkündigung verbannt. Damit werden aber nicht nur Begriffe, sondern biblische Inhalte über Bord geworfen. So ist es ein grosser Unterschied, ob ich in einer Verkündigung das biblische Sündenverständnis erkläre oder lediglich von „Fehler machen“ rede. Bedeutende biblische Begriffe können wir nicht einfach auswechseln, ohne inhaltliche Einbußen hinzunehmen. Stattdessen sollte es uns ein Anliegen sein, z.B. das Lamm Gottes, das Kreuz Christi, die Heiligkeit Gottes, Sünde usw. ganz neu unseren Mitmenschen zu erklären. Könnte es vielleicht auch sein, dass eine lau gewordene Christenheit viele biblische Begriffe leichtfertig wegwirft, weil sie selbst nichts mehr damit anzufangen weiß? In diesem Zusammenhang stimmt es bedenklich, dass Bibelübertragungen wie „Hoffnung für alle“ oder die „Gute Nachricht“ innerhalb der Gemeinde Jesu mehr und mehr Verbreitung finden. Sicher können solche Übertragungen nach genauer Prüfung auch eine Verständnishilfe im heutigen Deutsch bieten. Aber um persönlich tiefer in Gottes Wort hineinzuwachsen, benötigt man eine gründliche und gute Übersetzung des biblischen Grundtextes1 und nicht etwa eine menschliche Interpretation (Bibelübertragung) oder sogar stellenweise eine handfeste Verfälschung des biblischen Sachverhaltes (wie z.B. in der Guten Nachricht). Prägung oder Preisgabe? Die Bekämpfer des „Kanaanäisch“ führen oft als Vorbild Martin Luther an, der für seine Bibelübersetzung dem Volk „aufs Maul geschaut hat“. Zweifellos war Luther von dem gottgewirkten Anliegen getrieben, eine für das Volk verständliche Bibel zu übersetzen. Aber etwas sehr Wichtiges wird dabei übersehen: Luther hechelte mit seiner allgemeinverständlichen Übersetzung nicht etwa dem Zeitgeist hinterher, sondern prägte und formte durch das Wort Gottes die deutsche Sprache, indem er die Bibel übersetzte! Das ist der grundlegende Unterschied zur postmodernen angepassten Verkündigung, in der zunehmend eine Preisgabe der biblischen Begriffe und Inhalte festzustellen ist. Durchdringung oder Verdrängung George Whitefield wurde von Gott in eine Generation gerufen, die vom völligen moralischen Zerfall und einer gesellschaftlichen Verrohung gekennzeichnet war. Gott gab ihm mit einer lebendigen und bildlichen Verkündigung den Zugang zu allen Bevölkerungsschichten. Die Durchschlagskraft seiner Botschaft machte ihn zu einem der grössten Verkündiger in der Kirchengeschichte. Whitefields Wirken wurde dadurch gekennzeichnet, dass seine Verkündigung immer mehr von Gottes Wort durchdrungen war. Benedikt Peters lässt in seiner Biographie über George Whitefield einen Zeitzeugen zu Wort kommen: „Er bedient sich ausgiebig der Sprache des Neuen Testaments. Dazu besitzt er eine bewundernswerte Gabe, die Schrift zu erklären.“ 2 Vorlesen und auslegen In Neh 8, 8 wird uns über die „Erweckung“ der Israeliten folgendes berichtet: „Und sie lasen aus dem Buch, aus dem Gesetz Gottes, abschnittsweise vor, und gaben den Sinn an, so dass man das Vorgelesene verstehen konnte.“ So und nicht anders wurde dem Volk, welches inzwischen „anders geprägt“ war, der Zugang zur göttlichen Offenbarung wiedergegeben. Wir brauchen biblisch durchdrungene Verkündigung Könnte es sein, dass es dem Widersacher Gottes gelungen ist, mit der spöttischen Abwertung der „Sprache Kanaans“, trotz begrüßenswerter missionarischer Motive, ein „Trojanisches Pferd“ in die Gemeinden einzuschleusen? Entspricht es dem Wirken des Heiligen Geistes, wenn sich eine Verkündigung mehr an der Sprache einer gottlosen und ehebrecherischen Gesellschaft orientiert, als an der Bibel? Was wir dringend brauchen ist kei- ne „knackige“ und „fetzige“ Verkündigung, die mehr dem Verlangen nach „Entertainment“ und „Stammtischkumpelei“ entspricht, wie der Ehrfurcht vor Gott und seinem irrtumslosen, ewig gültigen Wort. Wir brauchen heute mehr denn je Menschen, deren Leben und Denken zutiefst von der Heiligen Schrift geprägt und verändert ist. Deren Glaube nicht auf theologisch-intellektuellen Theorien, sondern auf der Erkenntnis biblischer Wahrheiten gründet. Menschen, die mit einem Herz voller Liebe bereit sind, anderen die biblischen Wahrheiten zu bezeugen und zu erklären. Wir brauchen eine Verkündigung, die ganz neu von Gottes Wort durchdrungen ist.?
1Der Verfasser möchte in diesem Zusammenhang die revidierte Schlachter- Übersetzung der Genfer Bibelgesell- schaft sehr empfehlen.
2 Peters, Benedikt: Georg Whitefield Seite 144, CLV, Bielefeld 1997
https://www.fest-und-treu.de/index.php?id=2&a=1972

Wirf Sorge und Schmerz ins liebende Herz des mächtig dir helfenden Vaters.

Im Werfen bin ich nicht sehr gut; im Ballspielen habe ich es deshalb auch nicht weit gebracht. Aber viel schlimmer ist, daß manche Christen auch im geistlichen Werfen nicht sehr gut sind, obwohl die Bibel doch dazu sehr klare Anweisungen an uns richtet. Da gibt es Dinge, die wir nicht, und andere Dinge, die wir sehr wohl „von uns weg werfen“ müssen. In Hebr 10,35 heißt es: „Werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat.“ Und 1Petrus 5,7 sagt uns: „… indem ihr alle eure Sorge auf ihn werft, denn er ist besorgt für euch.“ Eigentlich ist das ein Zitat aus Ps 55,23: „Wirf auf den HERRN deine Last, und er wird dich erhalten.“
Unser Problem ist, daß wir häufig wegwerfen, was wir festhalten müßten, und festhalten, was wir wegwerfen müssten. Wenn wir die „Freimütigkeit“ besitzen, in das himmlische Heiligtum einzutreten (Hebr 10,19), dann müssen wir auch die „Freimütigkeit“ festhalten, unseren Wandel durch die „Wüste“ durch die Gefahren und Hindernisse hindurch bis zum Ende fortzusetzen. Wir müssen freimütig und fortwährend von allen Vorrechten, die wir als Gläubige besitzen, Gebrauch machen. Dann können wir auch in der Kraft Gottes ausharren, bis wir das „himmlische Vaterland“ (Hebr 11,16) erreichen werden, wo die „große Belohnung“ auf uns wartet.
Wenn die Gefahren und Hindernisse uns beschwerlich werden – und bei welchem Gläubigen ist das nicht der Fall? – dann dürfen wir gerade nicht unsere Freimütigkeit (unser Ausharren, unsere Ausdauer) „wegwerfen“, sondern müssen gerade unsere Sorge (oder Last) von uns „werfen“ – auf unseren Gott. Ein treffendes Bild! Auf seinen starken Rücken dürfen wir jede Last, die uns bedrückt, legen, ja werfen. „Du hast es gesehen, denn du, du schaust auf Mühsal und Gram, um es in deine Hand zu nehmen“ (Ps 10,14). „Wälze (!) auf den HERRN deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln“ (Ps 37,5). Bruder, Schwester, wirf alle deine Sorgen ruhig auf IHN, wirf aber dein Vertrauen auf Im nicht weg! Klammere dich nicht an deinem Elend fest, sondern klammere dich fest an IHN! Willem J. Ouweneel
Quellenangaben aus: Bolle van het Heil in Christus, Jg 1995, S.24
https://www.fest-und-treu.de/index.php?id=2&a=1427

Das Beste kommt noch!

In einem meiner Radiobeiträge hatte ich in Bezug auf das Lebensende gesagt, dass für Christen das Beste noch kommt. Das heißt: Das Beste, was einem Menschen passieren kann ist, dass er im Himmel ankommt. Dort gibt es keine Tränen, kein Leid, keine Schmerzen, keine Kriege und den Tod wird es auch nicht mehr geben. Das Beste kommt noch!
Danach wurde ich gefragt: Warum nehmen Christen sich dann nicht das Leben? Suizid, Selbstmord – das wäre doch die Lösung. Dann geht es gleich ab in den Himmel!
Das ist eine gute Frage, aber ein schlimmer Irrtum. Hier – in aller Kürze – einige Anmerkungen dazu:
• Christen ist es nicht möglich, sich per Selbstmordattentat ins Paradies zu bomben.
• Wir Menschen dürfen nicht Gott spielen und über Leben und Tod entscheiden, nicht über das Lebensende anderer und nicht über das eigene. Das kommt besonders in einem der 10 Gebote zum Ausdruck, wo steht: Du sollst nicht töten. Das menschliche Leben steht unter dem besonderen Schutz Gottes.
• Klartext: Wer die Gebote Gottes übertritt, verbaut sich damit den Weg in den Himmel. Deshalb achten wir Christen die göttlichen Gebote und deshalb sind wir dankbar, dass wir unsere Übertretungen von Jesus vergeben bekommen, wenn wir bereuen und ihn im Gebet darum bitten. Hinzufügen will ich unbedingt, dass es seelische Krankheiten gibt, wo ein Mensch förmlich in den Tod getrieben wird. Auch wenn der Selbstmord eine Sünde ist, steht es keinem Menschen zu darüber zu richten, sondern nur Gott.
• In tiefen Nöten ist die Erwartung, dass das Beste noch kommt, keine Vertröstung auf die Ewigkeit, sondern Trost im irdischen Leid.
• Außerdem haben Christen einen wunderbaren Auftrag von Jesus bekommen. Wir dürfen unsere Mitmenschen in den Himmel einladen. Dazu nutze ich zum Beispiel seit 2005 meine Radiobeiträge. Ich will möglichst viele Menschen in den Himmel mitbringen und kann mich nicht einfach per Suizid aus dem Staub machen.
Lutz Scheufler

Über die Kultur der Angst und die rechte Gottesfucht

Da die Gesellschaft Gott als das eigentliche Objekt gesunder Furcht verloren hat, wird unsere Kultur zwangsläufig immer neurotischer, immer ängstlicher vor dem Unbekannten – ja, immer ängstlicher vor allem und jedem. Ohne die Fürsorge eines gütigen und väterlichen Gottes bewegen wir uns angesichts der veränderten Moral und Realität wie auf unsicherem Treibsand. Weil wir Gott aus unserer Kultur verdrängt haben, nahmen andere Sorgen – von der eigenen Gesundheit bis zur Gesundheit des Planeten – in unseren Köpfen eine göttliche Vorrangstellung ein. Gute Dinge sind zu grausamen und erbarmungslosen Götzen geworden – und so fühlen wir uns hilfsbedürftig und zerbrechlich. Die Gesellschaft hat ihren sicheren Anker verloren und wird dafür mit freischwebenden Ängsten überflutet. Gottesfurcht – Eine überraschend gute Nachricht Michael Reeves Seite 16

Wenn du stirbst, mach dir keine Sorgen um deinen Körper…

Ihre Verwandten und Beerdigungspersonal werden es tun. Ich kenne das aus erster Hand. Ich habs selber gemacht…
Sie werden Sie aus dem Haus holen und Sie an das Bestattungsinstitut Ihrer Familie liefern.
Sie werden dir die Klamotten ausziehen
Sie werden dich waschen
Sie werden dich verkleiden
Sie werden sogar Make-up auftragen, damit Sie präsentabel aussehen
Viele werden zur Beerdigung kommen, um dich zu ehren.
Einige werden sogar ihre Pläne absagen und um Urlaub bitten, um zur Beerdigung zu gehen.
Deine Sachen – Dinge, die du hasst, ausgeliehen zu werden, werden verkauft, gespendet oder verbrannt.
Deine Schlüssel
Deine Werkzeuge
Deine Bücher
Deine CDs, DVDs, Spiele
Deine Kollektionen
Deine Klamotten…
Und sei sicher, dass die Welt nicht stehen bleibt und um dich weint.
Die Wirtschaft wird weitergehen.
Du wirst bei der Arbeit ersetzt. Jemand mit der gleichen oder sogar besseren Fähigkeiten wird deinen Platz einnehmen.
Ihr Grundstück wird auf Erben umgestellt.
Und zweifle nicht, dass die kleinen und großen Dinge, die du in deinem Leben getan hast, gesprochen, verurteilt, bezweifelt und kritisiert werden.
Leute, die nur dein Gesicht kannten, werden sagen: ′′Armes Ding! „
Deine guten Freunde werden ein paar Stunden oder mehrere Tage weinen, aber dann werden sie wieder lachen.
Ihre Haustiere werden sich an den neuen Besitzer gewöhnen.
Eure Bilder hängen noch eine Weile an der Wand, dann werden sie auf Möbel gestellt und schließlich unten im Karton verstaut.
Jemand anderes wird auf deiner Couch sitzen und davon essen.
Tiefer Schmerz in deinem Zuhause dauert ein Jahr, zwei, vielleicht zehn… Dann wirst du dich den Erinnerungen anschließen und deine Geschichte endet.
Es wird unter den Menschen enden, hier enden, in dieser Welt enden.
Aber deine Geschichte beginnt in einer neuen Realität… in deinem Leben nach dem Tod.
Die Dinge, die du einmal hast, werden ihre Bedeutung verlieren. Du kannst deine irdischen Besitztümer nicht hierher bringen.
Die Schönheit deines Körpers
Nachname
Eigentum
Kredite
Arbeitsstelle
Bankkonto
das Haus
das Auto
akademische Titel
Klassenkameraden
Trophäen
Freunde der Welt
Mann / Frau
die Kinder
die Familie…
In deinem neuen Leben brauchst du nur deine Seele. Das einzige Eigentum, das bleiben wird, ist die Seele.
Die große Frage ist: Weißt du, wohin deine Seele geht, nachdem dieses Leben vorbei ist?
Jesus sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben: Niemand kommt zum Vater, außer durch mich. “ (Johannes 14:6)
Die Bibel ist klar, dass niemand das Reich Gottes sehen kann, wenn er nicht wiedergeboren wird (Johannes 3:3).
Johannes 3:18 erklärt einfach, wer in den Himmel kommt und wer in die Hölle kommt: „Wer an ihn glaubt, ist nicht verurteilt; wer aber nicht glaubt, ist bereits verurteilt, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat.“ Also, diejenigen, die zur Hölle fahren, sind speziell diejenigen, die nicht an Jesu Namen glauben.
Einfach, wenn du Jesus Christus als deinen Erlöser empfängst, allein durch Gnade, allein durch Glauben, wirst du ewig im Himmel verbringen. Wenn du Jesus Christus nicht als deinen Erlöser empfängst, wirst du ewig von Gott getrennt sein (Matthäus 25:46).
Die Bibel sagt: „Denn Gott hat die Welt so geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat“ (Johannes 3:16).
Wir können uns entscheiden, auf Jesu Bezahlung für unsere Sünde zu vertrauen, oder wir können uns entscheiden, für unsere Sünden selbst zu bezahlen – aber wir müssen uns daran erinnern, dass die Zahlung für unsere Sünde ewig in der Hölle ist „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn“ (Römer 6:23).
„Glaube an den Herrn Jesus Christus, und du wirst gerettet werden“ ( Apostelgeschichte 16:31)
Philip Johnston

Ein Leben ohne Gott hat keinen Sinn

Unseren Ureltern setzte Satan in den Kopf, sie könnten wie Götter sein, könnten sich unabhängig machen; als hätten sie sich selbst erschaffen, als könnten sie ihr eigener Herr sein und eine Glückseligkeit getrennt und fern von Gott finden. Aus diesem hoffnungslosen Unterfangen ging fast alles hervor, was wir die Geschichte der Menschheit nennen: Geld, Armut, Ehrgeiz Krieg, Prostitution, Klassen, Herrschaft und Sklaverei, die lange, furchtbare Geschichte vom Menschen, der auf der Suche ist nach etwas anderem als Gott, das ihn glücklich machen soll.
Der Grund, weshalb dieser Plan ohne Erfolg bleiben muss, ist der: Gott hat uns erschaffen, hat uns erfunden, wie ein Mensch eine Maschine erfindet. Ein Auto ist so konstruiert, dass es mit Benzin und nichts anderem läuft. Die „menschliche Maschine“ hat Gott so konstruiert, dass sie nur mit ihm läuft. Er selber ist der Treibstoff, den unser Geist verbrennen, oder die Nahrung, an der unser Geist sich stärken soll; eine andere gibt es nicht. Und deshalb ist es sinnlos, Gott zu bitten, uns auf unsere Weise glücklich zu machen, ohne dass wir viel nach Glauben an ihn fragen. Gott kann uns kein Glück und keinen Frieden schenken, die von ihm selbst getrennt sind, weil es beides nicht gibt. C.S. Lewis „Pardon, ich bin Christ“ (S. 60)
Ohne Gott jedoch zu leben, ist nur eine Qual. Dostojewski