Bekehrung

Wir tragen zusammen: Bekehrungsgeschichten in der Bibel: Welche kennen wir, und was ist das Besondere? (z.B.: Richter, Ninive, Kerkermeister, Finanzminister, Paulus, Petrus…)

Kennworte im Alten Testament

Schub – Jaschub – Schear Jaschub

Die Namen von Männern und Frauen in der Bibel haben oft eine wichtige Bedeutung. Sie können eine wandelnde Predigt sein, wie z.B. der Sohn des Propheten Jesaja „Schear Jaschub“, d.h. „ein Rest wird umkehren“ oder Johannes, Johanna, Johanan, d.h. „Gott ist gnädig“ – und natürlich zuallererst der Name Jesus, d.h. Gott rettet!

Jaschub (er kehrt um) war ein Sohn Issaschars. Von ihm stammen die Jaschubiten.
Haben vielleicht Großvater Jakob und Großmutter Lea diesen Namen vorgeschlagen? Hofften sie darauf, dass dieser Enkel sich einmal bekehrt, und haben sie dabei an ihre eigenen Um- und Abwege gedacht?
Jesaja geht mit seinem Sohn Schear Jaschub (s.o.) zum ängstlichen und bedrohten König Ahas und ruft: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht“(7,3). Der Ruf zum Glauben ist immer auch ein Ruf zur Umkehr, zum Vertrauen auf Gott und nicht auf eigene Methoden und Waffen.

Das hebräische Wort „schub“ heißt allgemein: umkehren, zurückbringen, wiederherstellen und kommt etwa 1050-mal im Alten Testament vor. Im Blick auf die Umkehr zu Gott kommt es 120-mal vor und meint umkehren, sich bekehren, Änderung der Lebenshaltung, Rückkehr zum lebendigen Gott. Dazu braucht es wahrhaftig einen „Schub“ von Gott! (Kla 5,21).

Die Propheten klagen über die Abkehr Israels von Gott:
Amos ruft öfter: „…dennoch bekehrt ihr euch nicht zu mir, spricht der HERR“ (4,6.8ff).
Jesaja stellt traurig fest: „Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen … Aber ihr wollt nicht!“(30,15) Er muss im Auftrag Gottes strafen: „Verstocke das Herz dieses Volkes …, dass sie sich nicht bekehren“ (6,10).
Jeremia weiß um das Nicht-umkehren-Wollen. Mit Appellen ist es nicht getan.
Und Jesus selbst klagt über Jerusalem: „Ihr habt nicht gewollt!“ (Mt 23,37)

Nacham – Nahum – Nehemia

Ein weiteres hebräisches Wort für Bekehrung ist in den Namen Nahum und Nehemia enthalten: Nahum, d.h.„der Tröster“ – er sieht das Ende Ninives und die Errettung Israels voraus.
Nehemia, d.h. „der Herr hat getröstet“ – er wird von Gott animiert, die Mauern Jerusalems wieder aufzubauen, was auch mit Gottes Hilfe gelingt, trotz massiver feindlicher Störmanöver. Das hebräische Wort „nacham“ meint: tief atmen, seufzen, Reue empfinden, es sich leid sein lassen. Hier ist mehr das Gefühl und Empfinden gemeint, das zu Sinnesänderung, Reue und Bedauern führt.

Sowohl „schub“ als auch „naham“ können auch für Gottes Reue und Umkehr gebraucht werden: Ps 90,15: „Kehre dich doch endlich wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig!“ Jona 3,10: „Da reute den Herrn das Übel … und er tat’s nicht!“ (Vgl. Joel 2,12-14; Amos 7,2ff.)
Mal 3,7: „Ihr seid von eurer Väter Zeit an abgewichen von meinen Geboten. So bekehrt euch nun zu mir, so will ich mich zu euch kehren, spricht der HERR.“ Gottes Umkehr und Hinkehr zu uns ist die Voraussetzung für unsere Umkehr und Hinkehr zu ihm! Gott ist zuverlässig, redet und hält, was er verspricht – aber er kann auch in seiner Barmherzigkeit sich umbesinnen, wenden, sich uns zuwenden, Gnade vor Recht ergehen lassen. Eine der eindrücklichsten AT-Stellen leuchtet bei Hosea 11,8f:
„Wie kann ich dich preisgeben, Ephraim, und dich ausliefern, Israel? … Mein Herz ist andern Sinnes, alle meine Barmherzigkeit ist entbrannt (wörtlich: „mein ganzes Mitleid gerät in Wallung“). Ich will nicht tun nach meinem grimmigen Zorn … denn ich bin Gott und nicht ein Mensch.“ Vgl. GL 298,4: „Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend über maßen…“ (Martin Luther).
Wenn ein Mensch sein Denken und Leben neu orientiert, so ist dies immer mit einem Urteil über die bisherige Anschauung oder das zurückliegende Verhalten verbunden.
Wichtige Bausteine zu diesem Thema sind die sieben Bußpsalmen: 6; 32; 38; 51; 102; 130; 143.

Kennworte im Neuen Testament

Epistrephoo = der Wandel, und metanoeoo = das Denken, Umdenken, der Sinneswandel. Das erste Wort meint mehr konkret körperlich: Der ganze Mensch muss umkehren, äußerlich und innerlich. Das zweite Wort ist mehr auf das Denken
und Wollen angelegt.
Beide zeigen die Veränderung einer Anschauung, eines Weges, Gedankens, Lebensentwurfs an. Die allgemeine Bedeutung von epistrephoo meint: drehen, hinwenden, umwenden, d.h. eine vorwiegend zielgerichtete körperliche Bewegung des Umdrehens oder auch die geistige Bewegung des menschlichen Denkens auf eine Person oder einen Gegenstand hin.
So rufen sowohl Johannes der Täufer als auch Jesus selbst: „Tut Buße! Kehrt um!“ Johannes ruft zur Umkehr, um dem Kommenden den Weg zu bereiten. Jesus ruft zur Umkehr, weil das Reich Gottes nah und in Jesu Person da ist.
Im Alten Bund wird zur Umkehr zu Gott und seinen Geboten gerufen, im Neuen Bund zu Jesus, dem Sohn Gottes. Er selbst ruft in die Nachfolge und zum Glauben. Das ist Vertrauenssache und kindgemäß! Gleich bei seiner Antrittsrede, der Berg
predigt, beginnt Jesus: „Selig sind die geistlich Armen, denn ihnen gehört das Himmelreich!“ (Mt 5,3). Das sind Menschen, die sich zu Jesus hinkehren und sich beschenken lassen. Wir sehen sie vor Jesus stehen: Zachäus und den Blinden
von Jericho, den Lahmen vom Teich Bethesda und die Frau am Jakobsbrunnen, die Frau, die Jesus salbt und den Schächer am Kreuz, den Schreiber dieser Zeilen und hoffentlich auch Sie, die Leser dieser Zeilen. Da sehen wir den heimkehrenden Sohn seinem Vater in den Armen liegen (Lk 15, Gemälde von Rembrandt) und spüren: Wie schön muss Umkehr sein – in die offenen Arme des Vaters! Da wird gefeiert – auf Erden wie im Himmel!

Umkehr ist wie Heimkehr:

  • Die Liebe des Vaters nimmt den heimkehrenden Sohn in die Arme, in den Himmel auf! (Lk 15)
  • Die Liebe des Sohnes weicht dem einsamen Betrüger das Herz auf! (Lk 19)
  • Der gekreuzigte Christus nimmt den leidenden Mörder in das Paradies auf (Lk 23).
  • Der auferstandene Jesus schließt den gefrusteten Mitarbeitern die Bibel auf (Lk 24).
  • Der erhöhte Christus macht die Tür zur weltweiten Gemeinde auf (Apg 2).

Und was wird es einmal sein, wenn Gottes erwähltes Volk Israel umkehrt und seine Abkehr beklagt, jeder Stamm für sich, Männer wie Frauen.

Dann wird Israel seiner Bestimmung gemäß zum Segen für die ganze Welt.

Richard Kuppler, Gemeinschaftsinspektor i.R., Herrenberg

Was bedeutet Bekehrung?

Was Bekehrung ist…

Die Bekehrung ist eine Kehrtwende im Leben eines Menschen um 180 Grad. Wenn sich ein Mensch bekehrt, wendet er sein ganzes Leben von der Sünde ab und wendet sich Christus zu, der ihn rettet. Vom Götzendienst zum Gottesdienst. Von Selbstgerechtigkeit zu Christi Gerechtigkeit. Von der eigenen Herrschaft zu Gottes Herrschaft.

Die Bekehrung geschieht, wenn Gott geistlich tote Menschen zum Leben erweckt, sodass sie von ihrer Sünde umkehren und an Christus glauben.

  • Wenn Jesus uns also zu Umkehr und Glauben aufruft, dann meint er damit, dass wir uns zu ihm bekehren sollen. Es geht um einen radikalen Wandel in dem, was wir glauben und wie wir leben (Markus 1,15).
  • Auch wenn Jesus uns aufruft, unser Kreuz auf uns zu nehmen und ihm nachzufolgen, meint er damit, dass wir uns zu ihm bekehren sollen (Lukas 9,23).
  • Damit wir zu Jesus umkehren können, muss uns Gott neues Leben, neue Herzen und Glauben schenken (Epheser 2,1; Römer 6,17; Kolosser 2,13; Hesekiel 36,26; Epheser 2,8; 2. Timotheus 2,15).

Was Bekehrung nicht ist…

Fehlvorstellungen über Bekehrung:

  1. Bekehrung als ein einmaliges Erlebnis, das keinen weiteren Einfluss auf unser Leben hat. Die Bekehrung geschieht in einem entscheidenden Moment. Sie ist ein Moment radikaler Veränderung. Unser Leben muss danach anders aussehen. Ein neuer Kampf beginnt.
  2. Bekehrung als eine Reise ohne Ziel. Für einige ist die Bekehrung das Ergebnis eines langen Prozesses. Doch in jedem Fall gehört zur Bekehrung immer die bindende Entscheidung, von der Sünde umzukehren und Christus zu vertrauen. Das ist die unmittelbare Folge davon, dass Gott einem geistlich toten Sünder neues Leben geschenkt hat.
  3. Bekehrung als eine Option unter vielen. In Apostelgeschichte 17,30 lesen wir, dass Gott alle Menschen überall zur Umkehr auffordert. Die Bekehrung kann niemals erzwungen werden. Doch sie ist absolut notwendig, damit ein Mensch errettet wird.

Fehlvorstellungen vom Ablauf einer Bekehrung:

  1. Bekehrung als ein Gespräch ohne Konfrontation. Christen haben zwar den Auftrag, in Demut das Evangelium weiterzugeben. Doch unser Ziel muss mehr sein als nur ein angenehmer Austausch mit unserem Gesprächspartner. Wir müssen jeden Menschen auffordern, von seiner Sünde umzukehren und auf Christus zu vertrauen, der allein retten kann.
  2. Bekehrung als ein formales „Übergabegebet“. Zur Bekehrung gehört natürlich ein Gebet. Doch wir sollten Menschen nicht dazu verleiten, auf einen bestimmten Wortlaut anstatt auf Christus zu vertrauen.

Bekehrung

Brad Wheeler Brad Wheeler ist Pastor der University Baptist Church in Fayetteville, Arkansas (USA).
https://www.evangelium21.net/media/1180/was-bedeutet-bekehrung

Alles Gute zum Muttertag!

Heute denke ich an alle Frauen, die so gerne Mütter wären, doch es nicht sind. An Mütter, die ihr Kind verloren haben. An Mütter, die alleinerziehend eine Last stemmen müssen, die selbst für zwei groß wäre. An alle, die ihre Mutter verloren haben oder unter ihrer Mutter litten…An alle, die mit unerfüllten Träumen leben müssen. Wir leben in einer Kultur, die das Erreichen von Zielen feiert. Lebe Deinen Traum! Erfülle Dir Deine Wünsche!Doch das Leben ist oft so schockierend anders. Und deshalb besteht menschliche Größe auch darin, mit unerfüllten Wünschen zu leben. Nicht bitter zu werden, obwohl das Leben oft bitter ist. Mir scheint, darin besteht oft mehr Heroismus als in dem, was von außen betrachtet großartig aussieht. Heute denke ich an alle, die mit unerfüllten Wünschen leben müssen. Mit zerbrochenen Hoffnungen. Und ich denke dabei an jenen, der seine erste öffentliche Predigt mit folgenden Worten begann: „Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden. Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben. Glückselig, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden.“ (Mt 5) Johannes Hartl

Davids Herz war häufiger verstimmt als seine Harfe.

  • Das Gebet sollte der Schlüssel für den Tag und das Schloss für die Nacht sein.
  • Christus ist noch nie bei einem Menschen nur halb eingekehrt.
  • Bitten und Danken gehören zusammen wie die Unter- und Oberlippe eines Mundes.
  • Die schwarzen Schiffe der Trübsal kehren mit Perlen der Gnade beladen wieder heim!
  • Christus betete für die Bösen, für die Unwissenden, für seine Verfolger.
  • Davids Herz war häufiger verstimmt als seine Harfe.
  • Der Glaube gehört ins Wohnzimmer, nicht ins Gästezimmer.
  • Der Glaube sieht stets den Bogen des Bundes, wo die Vernunft die Wolke der Trübsal sieht.
  • Der Herr ist jeder Not gewachsen. Seine Kraft reicht immer aus, um uns zu retten.
  • Der Weise betet mit Mose und kämpft mit Josua.
  • Das Gebet ist der himmlische Hafen, in dem wir uns vor den Stürmen des Lebens bergen.
  • Das Licht muss unser Leben sein, wenn unser Leben Licht sein soll.
  • Du kannst über mich reden, was du willst, ich werde über dich auf den Knien reden.
  • Du kannst niemand aus dem Schlamm heraushelfen, wenn du selbst in den Schlamm hineinsteigst.
  • Es ist nicht gut, den Kopf zu ermüden, wenn das Herz gewinnen will.
  • Ein Christ soll kein Dörfchen im Tale sein, sondern eine Stadt auf dem Berge.
  • Ein Gramm Glaube wiegt mehr als Berge von Philosophie.
  • Ein lebendiges Argument ist unwiderlegbar.
  • Es ist besser, ein Patient Christi zu sein als ein Doktor der Theologie.
  • Es ist nicht nötig, dass wir die Zukunft wissen; wir bedürfen nur der Kraft für heute.
  • Es ist ein grosser Unterschied, ob man aufgeblasen oder aufgebaut wird.
  • Es ist menschlich, zu irren; es ist göttlich, zu bereuen.
  • Gott öffnet uns seine ganze Fülle. Wir sitzen nicht am Tisch eines Geizhalses.
  • Es lohnt sich, auf Gott zu warten. Er kommt nicht zu früh und nicht zu spät.
  • Gebete werden nach dem Gewicht und nicht nach der Länge gemessen.

Charles Haddon Spurgeon, ein englischer Baptistenpastor aus dem 19. Jahrhundert, war zu seiner Zeit für die Klarheit seiner Verkündigung bekannt. Mit treffenden Zitaten und Predigten war er am Puls der Gesellschaft – und seine Statements haben bis heute nichts an Aktualität und Schlagkraft eingebüsst.

Wie tief kann ich fallen, wenn alles zerfällt….

Wie tief kann ich fallen, wenn alles zerfällt, wenn Brücken und Stützen verschwinden? Wie lang muss ich laufen auf dieser Welt, um sicheren Boden zu finden? Nie tiefer als in Gottes Hand, nie länger als in seine Nähe. Nie bau ich mein Leben auf Sand, wenn ich jeden Schritt mit IHM gehe. Manfred Siebald

Napoleons 200. Todestag

Besonderheiten, die vom Kaiser der Franzosen bleiben werden:
1. Sein Grabstein ohne Inschrift auf St. Helena.
2. Sein Lieblingscognac Courvoisier. Einige Fässer nahm er mit ins Exil.
3. Die von ihm initiierte Erfindung der Konserve durch Nicolas Appert nach dem Vorbild der luftdichten Champagnerflasche.
4. Der Mailänder Triumphbogen Arco della Pace. Im Mailänder Dom ließ sich Napoleon zum König von Italien krönen.
5. Die ehemalige Kaiserfamilie Bonaparte. Familienoberhaupt ist Jean-Christophe Bonaparte, seine Frau ist seit 2019 Olympia Gräfin von und zu Arco-Zinneberg.
6. Das Bürgerliche Gesetzbuch.
7. Die Abschaffung der Leibeigenschaft meiner Vorfahren.
8. Sein Lieblingsessen „Huhn Marengo“: 1 Huhn in großen Stücken ca. 1,5 kg30 g Butter1 EL OlivenölSalzPfeffer aus der MühleMuskatnuss1 EL Mehl100 ml Weißweinca. 200 ml Hühnerbrühe1 Bund Petersilie2-3 passierte TomatenZitronensaft frisch gepresst
9. Der Stein von Rosetta. Entdeckt auf dem Feldzug in Ägypten 1799. Mit ihm wurden später die Hieroglyphen entschlüsselt.
10. Der Empire-Stil. Schöne schlicht-funktionale Möbel 120 Jahre vor BAUHAUS.

Ein Volk, welches regiert wird von einer Macht, muss die Macht kennen

„Ein Volk, welches regiert wird von einer Macht, muss die Macht kennen, von der es regiert wird. Es, das Volk, muss diese Macht lenken und kontrollieren. Es muss der Macht in den Arm fallen, wenn sie Verbrechen begeht. Andernfalls wird es, das Volk, zum Mittäter. Die Grundlage der Demokratie ist die Volkssouveränität und nicht die Herrschaftsgewalt eines obrigkeitlichen Staates. Nicht der Bürger steht im Gehorsamsverhältnis zur Regierung, sondern die Regierung ist dem Bürger im Rahmen der Gesetze verantwortlich für ihr Handeln. Der Bürger hat das Recht und die Pflicht, die Regierung zur Ordnung zu rufen, wenn er glaubt, dass sie demokratische Rechte missachtet.“ (Aus Emil Rahms „Prüfen und Handeln“, Sep. 2009) Dr. Gustav Heinemann, Präsident der Bundesrepublik Deutschland 1969-74

Augustinus: Über den Wortlaut der Genesis

Oft genug kommt es vor, daß auch ein Nichtchrist ein ganz sicheres Wissen durch Vernunft und Erfahrung erworben hat, mit dem er etwas über die Erde und den Himmel, über Lauf und Umlauf, Größe und Abstand der Gestirne, über bestimmte Sonnen- und Mondfinsternisse, über die Umläufe der Jahre und Zeiten, über die Naturen der Lebewesen, Sträucher, Steine und dergleichen zu sagen hat. Nichts ist nun peinlicher, gefährlicher und am schärfsten zu verwerfen, als wenn ein Christ mit Berufung auf die christlichen Schriften zu einem Ungläubigen über diese Dinge Behauptungen aufstellt, die falsch sind und, wie man sagt, den Himmel auf den Kopf stellen, so daß der andre kaum sein Lachen zurückhalten kann. Daß ein solcher Ignorant Spott erntet, ist nicht das Schlimmste, sondern daß von Draußenstehenden geglaubt wird, unsere Autoren hätten so etwas gedacht. Gerade sie, um deren Heil wir uns mühen, tragen den größten Schaden, wenn sie unsere Gottesmänner daraufhin als Ungelehrte verachten und zurückweisen. Denn wenn sie einen von uns Christen auf einem Gebiet, das sie genau kennen, bei einem Irrtum ertappen und merken, wie er seinen Unsinn mit unseren Büchern belegen will, wie sollen sie dann jemals diesen Büchern die Auferstehung der Toten, die Hoffnung auf das ewige Leben und das Himmelreich glauben, da sie das für falsch halten müssen, was diese Bücher geschrieben haben über Dinge, die sie selbst erfahren haben und als unzweifelhaft erkennen konnten? Es ist unbeschreiblich, wie viel Verdruß und Kummer einsichtigen Brüdern durch solche unbesonnene Eiferer bereitet wird, die von Leuten, die nicht durch die Autorität unserer Bücher gestützt werden, in ihren verkehrten und falschen Ansichten verächtlich zurückgewiesen werden und dann beginnen, das zu verteidigen, was sie in ihrer leichtsinnigsten Verwegenheit offenkundig falsch gesagt haben.

„Die hatten nur Glauben für schönes Wetter…“

Ein Religionslehrer erzählt den Kindern der ersten Klasse die Geschichte von der Sturmstillung. Er beschreibt, wie die Jünger mit Jesus im Boot sind. Wie sie froh sind, nun allein zu sein – nach der Anstrengung mit den vielen Menschen. Er erläutert, wie Jesus bei ihnen ist und schläft. Die Kinder gehen mit. Erst recht, als dann der Wind bläst, der Sturm aufkommt. Der Lehrer schildert die Angst der Jünger, wie sie Jesus wecken und wie er den Sturm stillt. – Am Ende der Geschichte fragt er die Kinder, was sie denn nun von den Jüngern hielten. Warum waren die nur so schrecklich furchtsam gewesen, wo Jesus doch die ganze Zeit bei ihnen war? Die Antwort eines Sechsjährigen war „Die hatten nur Glauben für schönes Wetter…“

Ist Jesus auferstanden?

Warum ist diese Frage so wichtig?

Ich saß einmal in der Uni bei einem Vortrag eines Biologen, der erklärt hat, wie christlicher Glaube und wissenschaftliches Denken zusammenpassen. Am Ende wurde eine Hammer-Frage gestellt: „Herr Professor, was müsste passieren, dass sie ihren christlichen Glauben aufgeben?“ Es war sofort still im ganzen Saal. Der Professor dachte einen Moment nach und sagte dann: „Man müsste beweisen, dass Jesus Christus nicht von den Toten auferstanden ist.“

Der christliche Glaube steht und fällt mit der Frage, ob Jesus wirklich auferstanden ist. Genauso sagt das auch die Bibel. Wenn das nicht stimmt, dann ist unser Glaube sinnlos. (1. Korinther 15, 14+17). Es geht also um alles!

Diese Frage ist das Zentrum des Glaubens und darum ist es wichtig, dass er gut begründbar ist. Und das ist er! Der christliche Glaube ist kein blindes Vertrauen oder eine abstrakte Philosophie. Er beruht auf historischen Ereignissen.

Welche Indizien gibt es für die Auferstehung?

Wenn wir 2000 Jahre zurückschauen und versuchen, den Wahrheitsgehalt der Auferstehungsberichte zu checken, dann müssen wir vorgehen wie ein guter Detektiv. Wir müssen Sherlock Holmes spielen und überlegen: Welche Indizien gibt es? Welche Erklärung passt am besten zu allen Fakten? Genauso arbeiten Historiker. Wie in einem modernen Gericht, wenn es keine Beweise (z.B. ein Überwachungsvideo) gibt. Also dann: Welche Indizien gibt es?

  1. Das Grab von Jesus war leer

Historiker wissen heute, dass in der Frühzeit niemals bestritten wurde, dass das Grab von Jesus leer war. Warum gab es keine Leiche?

Wer hätte einen Grund gehabt die zu verstecken? Römer und Juden wollten, dass Jesus stirbt. Das letzte, was sie sich wünschten, war, dass die Christen überall erzählen, dass Jesus auferstanden ist. Sie hatten absolut keinen Grund, die Leiche wegzubringen.

Grabräuber sind an Schmuck oder teurer Kleidung interessiert. Jesus aber war arm. Grabräuber stehlen in der Regel auch keine Leichen. Und warum sollten sie sie vorher auswickeln und die Grabtücher, das einzige, was etwas Wert hatte, zurücklassen?

Haben die Jünger selbst die Leiche versteckt, damit sie behaupten können, Jesus sei auferstanden? Dagegen spricht, dass die Jünger zuerst selbst nicht verstehen konnten, was passiert war. Dass jemand plötzlich wieder körperlich lebendig wird, kam im Glauben der Juden gar nicht vor. Das war ihnen vollkommen fremd. Damals hat man zwar an ein Leben nach dem Tod geglaubt, aber nicht an eine Auferstehung wie sie bei Jesus beschrieben wird.

Außerdem: Wenn es eine Lüge war, warum haben alle Jünger daran festgehalten? Sie hatten keinen Vorteil dadurch, sondern nur Nachteile, wie Verfolgung und Tod.

  1. Jesus wurde von vielen lebendig gesehen

Jesus ist nach seiner Kreuzigung von vielen Menschen zu verschiedenen Zeitpunkten an unterschiedlichen Orten und in verschiedensten Situationen gesehen worden. Eine Halluzination scheidet also aus! Paulus schreibt, dass Jesus mehreren hundert Menschen erschienen ist und dass die meisten davon noch gelebt haben, als er etwa 20 Jahre später den Brief nach Korinth geschrieben hat (1. Korinther 15, 6).

  1. Frauen als erste Zeugen

Der jüdische Historiker Josephus, der zur Zeit der ersten Christen gelebt hat, schrieb, dass man Frauen nicht als Zeugen befragen soll. So hart das heute klingt: Einer Frau hat man damals nicht geglaubt. Umso spannender also, dass alle vier Evangelien im Neuen Testament berichten, dass Frauen zuerst am Grab waren und von der Auferstehung weitererzählt haben. Wenn jemand die Berichte gefälscht hätte, hätte er niemals Frauen als Zeugen verwendet.

  1. Die christliche Bewegung ist schnell gewachsen

Das Christentum hat sich in einem Klima der Verfolgung und der drohenden Todesstrafe absolut gewaltfrei und (in den ersten drei Jahrhunderten) ohne politische Macht verbreitet. Was haben diese Menschen erlebt, dass sie so verändert und so mutig gemacht hat? Wie konnte ein Petrus, der Jesus aus Angst verleugnet hat, in derselben Stadt plötzlich mutig vor tausenden Menschen predigen? Im Zentrum dieses Glaubens stand schon damals die unglaubliche Botschaft: Jesus ist von den Toten auferstanden!

Wenn man sich diese Indizien ansieht, muss man feststellen: Es gibt aus historischer Sicht sehr gute Argumente für den Kern des christlichen Glaubens. Ich habe bisher keine alternative Erklärung gefunden, die alle Indizien zusammengenommen besser erklärt als diese: Jesus ist tatsächlich von den Toten auferstanden!

Was hat das alles mit uns zu tun?

Die Auferstehung von Jesus ist aber nicht einfach nur ein Event in der Vergangenheit. Sie hat eine große Bedeutung für das Leben im Hier und Jetzt.

  1. Jesus sagt die Wahrheit!

Jesus hat viele Dinge gesagt, über uns heute, auch noch 2.000 Jahre später, herausfordern. Er hat aber auch gesagt, dass er auferstehen wird. Wenn das nicht stimmt, welchen Grund habe ich, den Rest zu glauben? Durch seine Auferstehung bestätigt Jesus: Wir können uns auf alles verlassen, was er gesagt hat!

  1. Es gibt echte Hoffnung!

Auch wenn Zweifel kommen oder man sich von Gott entfernt fühlt, gilt: Jesus hat den Tod besiegt. Unsere Schuld hat Jesus nicht im Grab gehalten. Er hat uns am Kreuz vergeben und mit der Auferstehung einen neuen Anfang gemacht. Es gibt immer Hoffnung, selbst in den dunklen Zeiten.

  1. Das Leben hat Sinn!

Wen mit dem Tod alles aus ist, ist dann nicht eigentlich egal, wie ich lebe? Warum sollten wir uns für eine Welt einsetzen, die ohnehin den Bach runter geht? Auferstehung heißt: Erneuerte Schöpfung. Und damit ist klar, dass alles, was wir im Hier und Jetzt tun, von unendlicher Bedeutung ist.

Jesus sagt: „Ich lebe und ihr sollt auch leben“ (Johannes 14,19)
Von Christian Günzel

Der Artikel ist ursprünglich erschienen beim SCM Bundesverlag in der Teensmag-Ausgabe 06/20
https://zachariasinstitut.org/ressource/ist-jesus-auferstanden/