Wenn Satan dein Heil in Frage stellt

Hier sind also die sechs Bestandteile, die zusammen die ganze Waffenrüstung Gottes ausmachen: Der Gürtel der Wahrheit und der Brustpanzer der Gerechtigkeit, die Evangeliumsstiefel und der Glaubensschild, der Helm des Heils und das Schwert des Geistes. Wie wir gesehen haben, bilden sie Gottes Rüstung, denn er stellt sie zur Verfügung. Zugleich ist es aber unsere Verantwortung, sie zu ergreifen, anzulegen und sie zuversichtlich gegen die Mächte des Bösen zu gebrauchen.“

Stott, John; Die Botschaft des Epheserbriefes, Seite 301

Wie ist das biblische Verständnis des Zorn Gottes?

Antwort
Zorn wird definiert als „emotionale Antwort auf wahrgenommene Fehler und Ungerechtigkeit”, oft übersetzt als „Ärger“, „Empörung“, „Beunruhigung“ oder „Irritation“. Menschen wie auch Gott drücken Zorn aus. Es gibt aber einen großen Unterschied zwischen dem Zorn von Gott und dem des Menschen. Gottes Zorn ist heilig und immer gerechtfertigt; der Zorn des Menschen ist nicht heilig und selten gerechtfertigt.
Im Alten Testament ist der Zorn von Gott eine göttliche Antwort auf menschliche Sünde und Ungehorsam. Götzenverehrung war der üblichste Anlass für Gottes Zorn. Psalm 78,56-66 beschreibt die Götzenverehrung von Israel. Der Zorn von Gott ist konstant gegen die gerichtet, die seinem Willen nicht folgen (5. Mose 1,26-46; Josua 7,1; Psalm 2,1-6). Die Propheten des Alten Testaments schrieben oft von einem Tag in der Zukunft, genannt der „Tag des Grimmes“ (Zefanja 1,14-15). Gottes Zorn gegen Sünde und Ungehorsam ist absolut gerechtfertigt, weil sein Plan für die Menschheit heilig und perfekt ist, genau wie Gott selbst heilig und perfekt ist. Gott bereitete einen Weg, um göttliche Gunst zu erhalten – die Reue und Buße – die Gottes Zorn von den Sündern ableitet. Diesen perfekten Plan abzulehnen, heißt Gottes Liebe, Gnade und Gunst abzulehnen und stattdessen seinen gerechten Zorn auf sich zu ziehen.
Hingegen wird vor dem menschlichen Zorn in Römer 12,19, Epheser 4,26 und Kolosser 3,8-10 gewarnt. Gott allein ist fähig zu rächen, weil seine Vergeltung perfekt und heilig ist, wohingegen die Rache des Menschen sündig ist und ihn für dämonischen Einfluss öffnet. Für den Christen sind Ärger und Zorn nicht im Einklang mit der neuen Kreatur, die wir durch Christus selbst erhalten haben (2. Korinther 5,17). Um Freiheit von der Beherrschung durch Zorn zu erreichen, braucht der Gläubige den Heiligen Geist, um ihn zu heiligen und sein Herz vom Gefühl des Zorns und Ärgers zu reinigen. Römer 8 zeigt den Sieg über die Sünde im Leben von dem, der im Heiligen Geist lebt (Römer 8,5-8). Philipper 4,4-7 sagt uns, dass ein Verstand, der vom Heiligen Geist kontrolliert wird, mit Frieden gefüllt ist.
https://www.gotquestions.org/Deutsch/zorn-Gottes.html

Kann Theologie heute noch vom Zorn Gottes sprechen?

Viele Theologen außerhalb der evangelikalen Welt haben scharf gegen die Vorstellung protestiert, dass Jesus den Zorn Gottes gegen die Sünde getragen habe. Ihre zugrunde liegende Annahme ist diese: Da Gott ein Gott der Liebe sei, könne es nicht im Einklang mit seinem Wesen sein, wenn er gegen die Menschen, die er geschaffen habe und für die er ein liebender Vater sei, seinen Zorn richte. Evangelikale Gelehrte haben jedoch überzeugend begründet, dass der Gedanke des Zornes Gottes sowohl im Alten als auch im Neuen Testament solide verwurzelt ist: „Die ganze Argumentation des Römerbriefs ist, dass alle Menschen, Heiden und Juden gleichermaßen, Sünder sind und dass sie unter dem Zorn und dem Verdammungsurteil Gottes stehen.“ Wayne Grudem

„Ohne Boden unter den Füßen“

„Ob es jemals in der Geschichte Menschen gegeben hat, die in der Gegenwart so wenig
Boden unter den Füßen hatten […] wie wir? Oder vielmehr: ob die verantwortlich
Denkenden einer Generation vor einer großen geschichtlichen Wende jemals anders
empfunden haben als wir heute, – eben weil etwas wirklich Neues im Entstehen war, das
in den Alternativen der Gegenwart nicht aufging?“
Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, herausgegeben von Christian Gremmels, Eberhard Bethge und Renate Bethge in Zusammenarbeit mit Ilse Tödt, München 1998,
(DBW 8, zitiert im ff. als WE). Zitierter Text: „Ohne Boden unter den Füßen“, Textabschnitt aus „Nach zehn Jahren“ (geschrieben Jahreswende 1942/43), WE, 20.

Meine Tochter starb an der Impfung. So fühle ich mich

Bewegende Worte einer Mutter, die ihre Tochter durch eine Impfung verloren hat: “Dennoch spaltet man die Gesellschaft bewusst in zwei Klassen: die Geimpften als die Guten, Verantwortungsvollen, die Ungeimpften als unsolidarische Impfverweigerer. Alleine das Wort ist schon eine Zumutung. Dass sich in einer Demokratie jeder frei von Zwang selbst für oder gegen eine Sache – hier die Impfung – entscheiden sollte, scheint nicht mehr zu gelten. Man erhöht den Druck auf die Ungeimpften und treibt somit die Spaltung der Gesellschaft weiter voran.Ich halte das mit den Prinzipien einer offenen freien Gesellschaft und unserem Grundgesetz nicht für vereinbar. Noch weiß niemand genau, wie viele Geimpfte das Virus verbreiten – aber schuld an steigenden Infektionszahlen sind immer nur die Ungeimpften. Man ermöglicht wieder das Reisen, erlaubt Großveranstaltungen, und steigen die Coronazahlen, sind die Ungeimpften natürlich der Grund dafür.Ich vermisse eine offene und objektive Berichterstattung, den Respekt vor der Meinung anderer. Wer sich impfen lässt, trägt das Risiko von Impfschäden ebenso wie jeder Ungeimpfte das Risiko einer Infektion. Jetzt wollen andere darüber befinden, für welches Risiko ich mich zu entscheiden habe.
”Disclaimer: Frau Ortmann ist keine Impfgegnerin. Und ich bin kein Impfgegner.
welt.de Erfahrungsbericht: Meine Tochter starb an der Impfung. So fühle ich mich – WELT
https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus233858476/Erfahrungsbericht-Meine-Tochter-starb-an-der-Impfung-So-fuehle-ich-mich.html?fbclid=IwAR3z8C1G7gIZ6BWmOXrtBVrGECwb8efOOdCHaRTG8LzAq1PyGpjTfWjSnW4

An den Regeln der Hermeneutik zur Schriftauslegung hängt schlichtweg alles!

Jeder Bibelleser bringt bewusst oder unbewusst solche „Regeln“ mit, wenn er die Bibel liest und nach solchen „Regeln“ auslegt.
Werden diese Regeln der Hermeneutik bewusst und sachlich verständlich dargelegt, werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von den Verstehenswegen bei der Auslegung von Texten bzw. von der Bibel klar.
Von der jeweiligen Hermeneutik hängt daher alles ab, wie z.B. die Bibel in ihrer Vielfalt an Texten und mit ihren hunderten von kulturellen Orten verstanden und ausgelegt und dann angewendet wird.
Die meisten theologischen Krisen und viele theologische Streitfragen basieren auf unterschiedlichen Hermeneutiken, die Exegese, Deutung und Anwendung nachhaltig prägen.
Die Hauptaufgabe der Gemeinde Jesu im Bereich der theologischen Reflexion usw. liegt im Bereich einer klaren Erläuterung dessen, wie die Bibel zu verstehen, auszulegen, zu deuten und anzuwenden ist: Hermeneutik!
Die Fragen rund um die Wirkung des Heiligen Geistes beim Bibellesen gehören mit zu solchen hermeneutischen Erwägungen, wenn man sie explizit erklären und verständlich darlegen will.

Angelsächsisch-britische Bibelgelehrte vertreten oft (nicht immer) eine Hermeneutik, die Exegese und Hermeneutik beinahe synonym versteht.
Mitteleuropäisch, erkenntnistheoretisch-philosophisch und v.a. im deutschsprachigen theologischen Raum wurde und wird diese Gleichsetzung von „Hermeneutik und Exegese“ in dieser Art abgewiesen und nicht geteilt. Hermeneutik wird dort schon immer in unterschiedlichen (auch sich widersprechenden) Schulrichtungen als Oberkategorie VOR (!) der handwerklichen Textexegese angeordnet. Hermeneutik wird also VOR der praktischen Exegese reflektiert und spezifiziert, in „Regeln“ konkretisiert. Jede Methodik der Exegese hat inhärent hermeneutische Vorentscheidungen, die sie entsprechend befolgt. Der zweite,
mitteleuropäische Weg ist m.E. der richtige.
Meines Erachtens sind daher die Regeln der Hermeneutik (die Lehre vom Verstehensprozess generell) verständlich darzulegen, die man für die methodische Textanalyse und die praktische Exegese anzuwenden gedenkt. BSFB

Wir müssen uns entscheiden

„Wir müssen uns entscheiden. Entweder wir halten unsere Denkvoraussetzungen für absolut gültig und messen alles, was auf uns zukommt daran. Dann können wir die Botschaft vom gekreuzigten Jesus Christus nur als ausgemachte Dummheit ablehnen. Oder wir werden wie Paulus in der Begegnung mit dem auferstandenen Jesus Christus die Wende für unser Leben und Denken erfahren“ (Ulrich Parzany, Ein Gott für alle, Holzgerlingen 2007, S. 54).

Gastfreundschaft in der Bibel

Zusammenstellung aus Seminarunterlagen des Deutschen Evangelisations­kongresses Stuttgart (1990)
1. Die wichtigsten Stellen

  • Jes 58,6–7: „Das ist ein Fasten, das Gott gefällt: … Brich dem Elenden dein Brot und die im Elend ohne Obdach sind, führe in dein Haus“.
  • Röm 12,13: „Trachtet nach Gastfreundschaft!“
  • Hebr 13,2: „Vergesst die Gastfreundschaft nicht, denn dadurch haben einige, ohne es zu wissen, Engel beherbergt“ (vgl. 1Mose 18,1–8; 19,1–3).
  • 1Petr 4,9: „Seid gastfrei gegeneinander ohne zu murren!“
  • 1Tim 3,2; Tit 1,8: Bedingung für das Ältestenamt ist es, „gastfrei“ zu sein.

2. Gastfreundschaft und Haus bzw. Familie

„Haus“ kann im Alten und Neuen Testament sowohl ein Gebäude als auch die Familie be­zeichnen. Durch die Gastfreundschaft wer­den andere Menschen in das Haus, also das Zentrum unseres alltägli­chen Lebens, geholt. In der Fami­lie, im Alltag, in der Ge­meinschaft beim Essen und beim Schlafen in der Nacht bewährt sich un­ser Glaube.

  • Röm 16,5; 1Kor 16,19; Kol 4,15; Phlm 2: „Gemeinde im Haus“ und ähnli­che Formulierun­gen (Die Hausgemeinde ist keine mis­sionarische Vorstufe der Ge­meinde, sondern selbst Ge­meinde.).
  • Apg 20,20: Paulus lehrte „öffentlich und in den Häusern“ (vgl. Apg 5,42).
  • Apg 2,46: „… sie brachen das Brot hin und her in den Häusern …“ Das Abendmahl wurde auch als Teil der häuslichen Mahlzei­ten an der Stelle un­serer heutigen Tischge­bete gefeiert. Das Abendmahl um­rahmte eine Mahlzeit. Nur in Aus­nahmefällen, in denen das Abend­mahl sowieso zu Unrecht gefeiert wurde, möchte Paulus, dass die Ge­meinde vorher essen soll (1Kor 11,20–22). An­sonsten konnte und kann bei jeder Mahlzeit das Abendmahl gefei­ert wer­den, indem vorher das Brot ge­brochen und gedankt wird und an­schließend der Kelch herumgeht, wie dies die Praxis Jesu war.

3. Gastfreundschaft bedeutet Versorgen und Beherbergen

Gutes Beispiel: Hiob 31,31–32: „Wenn die Män­ner in meinem Zelt nicht bezeugen wür­den: ‚Wer wäre wohl nicht von seinem Fleisch satt gewor­den.‘ Der Fremde musste nicht im Freien über­nachten, und dem Wanderer öffnete ich die Tür.“

3.1. mit Nahrung versorgen

Essen bedeutet zugleich Gemeinschaft:

  • Lk 19,1–10: Jesus isst bei dem Zöllner Zachäus.
  • Mt 9,9-13; Mk 2,13-17; Lk 5,27-32: Jesus isst bei dem Zöllner Levi (= Matthäus).
  • Offb 3,20: Essen als Bild für die Gemeinschaft mit Jesus.
  • 1Kor 11,25: „nach dem Mahl“: Das Abendmahl ist Teil einer norma­len Mahlzeit (siehe das oben Gesagte).

3.2. Beherbergen

Z. B. Tit 3,12-14; Phlm 22; Kol 4,10.

Auch in der Ehe kommt die Gemeinschaft in der ‚Gemeinschaft von Tisch und Bett‘ zum Ausdruck, nur dass die Ehe durch einen juristi­schen Akt (‚Bund‘) auf Dauer ange­legt wird und deswegen die Sexua­lität und anderes einbezogen werden darf.

4. Gastfreundschaft geschieht …

4.1. als Ausdruck der Gemeinschaft

Am Ende vieler Opfer im Alten Testament stand eine Mahlzeit, die die wiederherge­stellte Gemein­schaft mit Gott darstellte. 

  • Zef 1,7: Wir sind Gäste“ = „Geladene“ des Herrn.
  • 2Mose 23,9; 1Chr 16,19; Hebr 11,13; Ps 105,12; 1Petr 2,11: Wir alle sind Gäste.       
  • 2Sam 9: Mephiboseth isst an Davids Tisch. Darin kommt Davids „Güte“ zum Aus­druck.     
  • Mt 10,40+9–15; Mk 6,8–11; Lk 9,3–6; Lk 10,3–12: Wer die Jün­ger Jesu aufnimmt, nimmt Jesus auf.       
  • Mt 10,41: „Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, der wird den Lohn eines Pro­pheten empfangen. Wer einen Ge­rechten auf­nimmt, weil es ein Gerechter ist, der wird den Lohn ei­nes Gerechten empfangen.“

4.2. zur Unterstützung von reisenden Christen

  • Tit 3,12–14; Phlm 22; Kol 4,10; 3Joh 5–8: Mein Lieber, du handelst treu in dem, wie du an den Geschwistern handelst, zumal an Fremden, die deine Liebe vor der Gemeinde be­zeugt haben, und du wirst gut daran tun, wenn du sie weiter­geleitest, wie es vor Gott würdig ist. Denn um seines Namens willen sind sie ausgezo­gen und nehmen [deswegen] nichts von den Heiden. Sol­che sollen wir nun aufnehmen, damit wir Gehilfen der Wahr­heit werden.“

Beispiele:

  • zu Jesus: vgl. die Stellen aus den Evangelien un­ter 3.1., 4.3., 6.
  • zu Paulus: die Stellen aus der Apg unter 6.

4.3. zur Linderung von Not

  • 3Mose 25,35-38: Den Bruder/Fremden unterstüt­zen.

Die vielen Beispiele von Gastfreund­schaft ge­genüber Jesus:

  • Lk 16,19-22: Lazarus.
  • Mt 25,35-40: „Denn ich [= Jesus] bin hungrig ge­wesen, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. … Dann werden ihm die Gerechten ant­worten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? Oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? … Und der König wird antwor­ten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen ge­ringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,35+37+40)
  • Lk 10,33-35: Der barmherzige Samariter sorgt für eine Herberge.

4.4. zu evangelistischen und seelsorger­li­chen Zwecken

  • Apg 28,30-31: Beispiel des Paulus (trotz Gefan­genschaft).
  • Apg 18,26: Aquila und Priscilla nehmen Apollos zu sich, um ihn zu belehren.

5. Einschränkungen der Gastfreundschaft

5.0. Ohne Einschränkung

  • Spr 25,21-22: Gilt auch für Feinde: „Hungert dein Feind, so speise ihn …“; vgl. Mt 5,44; 2Mose 23,4–5.
  • Apg 28,30-31: Paulus nahm „alle“ auf.

5.1. Nicht zu oft

  • Spr 25,16–17: „Wenn du Honig gefunden hast, so iss nur, was du brauchst, damit du seiner nicht überdrüssig wirst und ihn aus­speist! Setze deinen Fuß nicht zu oft in das Haus deines Freundes, damit er nicht deiner überdrüssig wird.“

5.2. Nicht zum ‚Durchfressen‘

  • 2Thess 3,6–13: nicht auf Kosten anderer leben: „Wer nicht arbei­ten will, soll auch nicht essen!“ (3,10).
  • 1Tim 5,13: negatives Beispiel von Witwen, die sich bei anderen ‚durchfressen‘, statt den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen oder für eine Fami­lie da zu sein.

5.3. Nicht für unter Gemeindezucht Stehende (Irrlehrer oder schwer Sündigende)

  • 1Kor 5,11: „… mit einem solchen noch nicht ein­mal zu essen …“.
  • 2Joh 10–11: „Wenn jemand zu euch kommt und diese [vorher be­schriebene] Lehre nicht mitbringt, so nehmt ihn nicht in das Haus auf und empfangt ihn nicht! Denn wer ihn empfängt, nimmt an sei­nen bösen Werken teil.“

Vgl. auch ohne Erwähnung der Gastfreundschaft oder des Essens: Röm 16,17; 2Thess 3,6; 2Tim 3,5; Tit 1,11.

6. Weitere biblische Beispiele

  • (1Mose 42,27; 43,21; 2Mose 4,24 sprechen von Herbergen).
  • 2Mose 2,20: Mose bei Jethro.
  • (5Mose 23,4–5: Moab und Ammon werden ver­dammt, weil sie Is­rael kein Brot gaben).
  • Jos 2: Kundschafter bei Rahab.
  • 1Kön 17,10ff: Elia bei der Witwe von Zarpat.
  • 2Kön 4,8ff: Elisa bei der Frau von Schunem.
  • Ps 41,10: Ein Freund bei David (er verrät David aber später).
  • Mt 8,14f; Mk 1,29ff; Lk 4,38+39; Mt 26,6ff; Mk 14,3ff; Joh 12,1f: Jesus im Haus des Petrus, des Simon und des Lazarus.
  • Mt 22,1–14; 25,11–13; Lk 14,15–24: Gleichnis vom Hochzeits­mahl; Einladung aller durch den Gastgeber, also Gott, „von den Hecken und Zäu­nen“.
  • Lk 7,36–50: Jesus ißt bei einem Pharisäer; Sal­bung durch die Sün­derin.
  • Lk 10,38–42: Jesus bei Maria und Martha.
  • Lk 11,5–8: Gleichnis vom bittenden Freund.
  • Joh 4,40: Folge der Bekehrung der Samariterin am Brunnen ist die Bekehrung vieler Samaritaner und deren Einladung an Jesus und seine Jünger.
  • Apg 1,13; 12,12: Die Urgemeinde trifft sich im Obersaal.
  • Apg 9,43; 10,6+18: Petrus bei dem Gerber Si­mon.
  • Apg 10: Petrus bei Kornelius.
  • Apg 14,28; 15,33+35: Paulus bei den Jüngern.
  • Apg 16,14–15+40: Paulus bei Lydia.
  • Apg 16,33: Paulus bei dem Kerkermeister von Philippi.
  • Apg 18,2-4: Paulus bei Aquila und Priscilla.
  • Apg 18,7: Paulus im Haus des Justus.
  • Apg 21,8: Paulus im Haus des Philippus.
  • Apg 28,1-2+7-8: Paulus genießt Gastfreund­schaft auf Melite.

7. Gastfreundschaft ist ein Segen für den Gastgeber

  • Der Gastgeber kann seine Liebe praktisch be­weisen.
  • Er kann neue Menschen kennenlernen.
  • Er kann andere Kulturen kennenlernen, ohne zu reisen.
  • Er kann andere Menschen besser verstehen ler­nen.
  • Er kann alle erkennen lassen, dass er seine Feinde liebt.
  • Er kann andere lehren, seine Feinde zu lieben.
  • Er kann Vertrauen aufbauen.
  • Er kann Freunde gewinnen.
  • Er kann helfen, den Frieden in der Welt zu be­wahren.
  • Er kann das Evangelium im praktischen Leben und zwanglos ver­mitteln.
  • Er kann deutlich machen, dass der Glaube an Je­sus im alltägli­chen, praktischen Le­ben stattfin­det und nicht nur aus schönen Worten be­steht.
  • Er kann seelsorgerlichen Gesprächen das Krampf­hafte nehmen.
  • Er kann seinen Kindern wichtige Wahrheiten ver­mitteln.
  • Er kann seine Kinder von klein auf daran ge­wöhnen, alle Men­schen zu lieben.
  • Er kann sich selbst und anderen Vorurteile ab­gewöhnen.
  • Er lernt teilen und verzichten.
  • Und vieles andere mehr.

Klemens von Rom preist einige Jahre vor 100 v. Chr. im soge­nannten ‚Klemens-Brief‘ die Gast­freundschaft als herausragende christliche Tugend. Als Bei­spiele führt er Abraham, Lot und die Hure Rahab an. Kurz nach 100 n. Chr. wird in der Schrift ‚Apostellehre‘ (‚Didache‘) zur Gast­freundschaft auf­gerufen:

„Jeder, der im Namen des Herrn kommt, soll auf­genommen werden! Dann aber sollt ihr ihn prüfen und euch Kenntnis über ihn verschaffen! Ihr habt ja Einsicht, um rechts und links zu unterscheiden. Wenn der Ankömmling auf der Durchreise ist, helft ihm, soviel ihr könnt! Er soll aber nur zwei oder drei Tage bei euch bleiben, wenn es nötig ist! Wenn er sich aber bei euch niederlassen will, weil er ein Handwerker ist, soll er arbeiten und essen. Hat er aber kein Handwerk, überlegt euch vor­sorglich ge­mäß eurer Einsicht, wie er nicht müßig bei euch bleibe! Wenn er aber nicht so verfahren will, ist er einer, der mit Christus Scha­cher treibt. Hütet euch vor solchen Leuten!“
Prof. Dr. theol. Dr. phil. Thomas Schirrmacher (geb. 1960) ist seit 2021 Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), die 600 Mio. evangelische Christen vertritt, die zu Kirchen gehören, die 143 nationalen Evangelischen Allianzen angeschlossen sind. Zudem ist er Präsident des Internationalen Rates der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (mit Sektionen in 55 Ländern). 
https://www.thomasschirrmacher.info/artikel/gastfreundschaft/

Ratschläge zur Diskussionskultur in den Sozialen Medien

Auf Facebook, Twitter und in Foren werden auch christliche Kommentatoren oft ausfällig. Heiligt der Zweck die Mittel? Und was hilft uns, um hier integer zu bleiben? In diesem kurzen Video gebe ich sieben Ratschläge.

Gute Ratschläge nicht nur für den Gebrauch in sozialen Medien:

1. Denke daran: Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes

2. Goldene Regel: Behandle andere so, wie Du es von ihnen für Dich wünscht.

3. Höre gut zu!

4. Sei selbstkritisch! Vielleicht hat der andere recht.

5. Verbreite keine Gerüchte! Prüfe gut, bevor Du etwas teilst, ob es echt und nützlich ist!

6. Falls angebracht: Bitte um Vergebung! Jedem können Fehler unterlaufen.

7. Orientiere Dich an der biblischen Offenbarung! Hat das, was Du teilst, Bestand vor Gottes Wort?

Ein ungewöhnliches Wort

Im Markusevangelium wird uns eine bemerkenswerte Geschichte erzählt:
Und er verließ das Gebiet von Tyrus und Zidon wieder und begab sich zum See von Galiläa, mitten durch das Gebiet der Zehn Städte. Und sie brachten einen Tauben zu ihm, der kaum reden konnte, und baten ihn, ihm die Hand aufzulegen. Und er nahm ihn beiseite, weg von der Volksmenge, legte seine Finger in seine Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel. Dann blickte er zum Himmel auf, seufzte und sprach zu ihm: Ephata!, das heißt: Tu dich auf! Und sogleich wurden seine Ohren aufgetan und das Band seiner Zunge gelöst, und er redete richtig. Und er gebot ihnen, sie sollten es niemand sagen; aber je mehr er es ihnen gebot, desto mehr machten sie es bekannt. Und sie erstaunten über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohlgemacht! Die Tauben macht er hören und die Sprachlosen reden! Markus 7, 31-37
Vielleicht ist es dir schon einmal beim Bibellesen aufgefallen: immer wieder benutzt Jesus Begriffe, die im deutschen Text im Original wiedergegeben werden. Bekannte Beispiele sind “Talita kumi” (Markus 5, 41) oder “Eli Eli, lama sabachthani” (Matthäus 27, 46). Es passiert eine ganze Menge in dieser wunderbaren Geschichte, aber ich möchte kurz zwei Dinge zeigen, die uns besser verstehen lassen, warum Jesus in diesem Text das (auch damals) ungewöhnliche Wort “Ephata” benutzt.
Erstens, Jesus nimmt ihn beiseite. Im Laufe der Zeit sind viele Theorien entstanden, die versucht haben zu erklären, warum Jesus dies tut. Einige behaupten, der Grund liege darin, dass Jesus nicht noch mehr Menschen anziehen wollte, die ihn einzig und allein aufgrund seiner Wundertaten sehen wollten. Wieder andere sehen darin, dass Jesus keine “Show machen” wollte. Ich denke, das sind Prinzipien, die Jesus bei allen Heilungen und Wundern begleiteten und nicht speziell eine Besonderheit dieser Begebenheit sind. Aus dem Grund, dass bei aufmerksamem Lesen der Evangelien deutlich wird, dass Jesus häufig individuelle Punkte klarmachen und auf die beteiligten Personen eingehen wollte, finde ich die Erklärung am besten, dass Jesus hier dafür sorgen wollte, dass der taubstumme Mann ganz besonders offen für tiefe und dauernde Eindrücke war. Warum das wichtig ist, wird gleich klar.
Zweitens, Jesus seufzte. Auch zum Zustand des Mannes gibt es unterschiedliche Meinungen. Manche sagen, er war von Geburt an gehandicapt, ohne dass seine Krankheit eine Folge von Sünde war (wie beim Mann aus Johannes 9), andere behaupten das Gegenteil. Ich habe mich gefragt, warum Jesus seufzt, obwohl er weiß, dass der Mann in wenigen Sekunden gesund sein wird. Wäre nicht ein mildes, wissendes Lächeln angebrachter? Die Evangelien legen großen Wert darauf, uns Lesern eindrücklich zu zeigen, dass Jesus ein sehr emotionaler und mitfühlender Mensch war. Dass er weinte. Dass er Wehklagen vorbrachte. Dass er seufzte. Er verspürte tiefe Emotionen und Sympathien mit schwachen Menschen, die mit Leid zu kämpfen hatten. Jegliche Form von Krankheit und Sünde, ganz besonders bei seinen persönlichen Gegenübern, aber auch bei gesamten Städten wie Tyrus, Zidon oder Jerusalem, riefen Trauer und Kummer in ihm hervor. Sicher ganz besonders, wenn er an den Ort dachte (er blickte zum Himmel), an dem es beides nicht gibt, und den er verlassen hat, um für Menschen die Möglichkeit zu erwirken, an ihn zu gelangen. Denn er ist derjenige, in dem die alte Jesaja-Prophezeiung erfüllt wird: “… die Erlösten des HERRN werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen. Ewige Freude wird über ihrem Haupt sein; Wonne und Freude werden sie erlangen, aber Kummer und Seufzen werden entfliehen!” (Jesaja 35, 10).
Warum ist das Wort “Ephata” nun so besonders? Nun, zum einen ist dieses aramäische Wort nicht nur für uns ungewöhnlich, sondern auch für die Leser des Markusevangeliums, denn das war gar nicht ihre Sprache. Und zum anderen verwendet Jesus in anderen Heilungsgeschichten ganz andere Wörter. Versuch mal, “Ephata” langsam und laut auszusprechen. Du wirst merken, dass es ein sehr klangvolles Wort ist, dass trotz seiner Kürze verschiedene Zungen- und Lippenbewegungen erfordert. Geoffrey Grogan schreibt in seinem Kommentar zum Markusevangelium, dass sich “Ephata” als Ausdruck sehr gut für das Lippenlesen und damit die Kommunikation mit Taubstummen eignete. Hätte Jesus etwas anderes gesagt, wäre der Mann genauso geheilt worden, aber er hätte nicht bereits vor dem Lösen seiner Zunge und seiner Ohren “gelesen”, was sein Gegenüber zu ihm sagte. Weil er abseits der Menge ganz allein mit dem Herrn und ohne Ablenkung offen war für die individuelle, persönliche und akzentuierte Erfahrung, konnte er dauerhaft spüren, wie Jesus ihm bereits vor der Heilung seine Gnade zusprach. Er würde niemals vergessen, wer voller Güte zu ihm sagte: “Öffne dich”.
Ich nehme für mich mit, dass es sich lohnt, wenn wir auf Menschen, denen wir dienen, ganz konkret eingehen. Wenn wir sie zur Seite nehmen, mit ihnen reden, herausfinden, was bei ihnen los ist. Wenn wir “ihre Sprache sprechen”, können wir viel besser für ein bleibendes Erfahren von Gnade und Liebe sorgen, das auf unseren großartigen Herrn Jesus zeigt, der uns vorgelebt hat, wie Dienst ohne maschinelles Handeln funktionieren kann, sondern liebevoll, individuell und persönlich. Von Daniel.
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