Gott nur als Chiffre

Der Systematiker Ulrich Körtner (Wien, Österreich) hat der EKD für ihr Zukunftspapier „Kirche auf gutem Grund – Elf Leitsätze für eine aufgeschlossene Kirche“ kräftig die Leviten gelesen. Kurz: Wenn die Kirche so weitermacht, ist sie weder systemrelevant noch existenzrelevant (Wolfgang Huber). Körtner knackig:

Kein Wort […] von Tod und Auferstehung Jesu, seiner Heilsbedeutung für den Einzelnen wie die Welt im Ganzen. Kein Wort von Sünde und Vergebung, es sei denn nur von Schuld in einem moralischen Sinne, aber nicht als Synonym für eine zerrüttete Gottesbeziehung. Kein Wort von Gottesferne oder davon, dass Gott in irgendeiner Weise fehlen könnte.

Dafür findet man in dem Papier Transformationstheologie ohne Ende, die Umdeutung des Missionsbegriffs inklusive:

Zwar liest man irgendetwas von authentischer Frömmigkeit und Glaubenswissen, das weiterzugeben sei, doch wie kann es sein, dass ein Papier mit dem Titel „Kirche auf gutem Grund“ von diesem so wenig zu sagen weiß? Als Bibelleser würde man doch zumindest einen Hinweis auf den Apostel Paulus erwarten, der im 1. Korintherbrief, Kapitel 3, schreibt: „Einen anderen Grund kann niemand legen, als der, welcher gelegt ist in Jesus Christus.“ Zwar will auch die EKD weiter „öffentlich relevant auf Christus verweisen“. Aber das geschieht bloß im Sinne einer Urbild- und Vorbildchristologie – oder sollte man besser sagen: Jesulogie. Christus, so lässt uns das Zukunfts-Team der EKD wissen, sei Urbild und Vorbild dessen, was die Kirche „für die Vielen“ tue. Die Kirche folge ihm und seinem Geist, wenn sie sich für die Schwachen, Ausgegrenzten, Verletzten und Bedrohten sowie für Frieden und Bewahrung der Schöpfung einsetze. In dieser moralisierenden Auslegung des Evangeliums treffen sich kulturprotestantischer Liberalismus und eine linksliberale politische Theologie, die sich heute gern „Öffentliche Theologie“ nennt. Wenn es im EKD-Papier heißt, die Kirche der Zukunft müsse missionarisch sein, so ist doch nicht an Verkündigung und Seelsorge, sondern in erster Linie an ein sozialpolitisches Handeln gedacht, das „zeichenhaft und exemplarisch“ sein soll.
Hier: www.zeit.de.
https://theoblog.de/gott-nur-als-chiffre/35409/

„was nicht modern ist, wird kaum je den Weg in Zeitschriften oder Bücher finden“

„Ohne jede Zensur werden im Westen modische Trends des Denkens und der Ideen sorgfältig von denen getrennt, die nicht modisch sind; nichts ist verboten, doch was nicht modern ist, wird kaum je den Weg in Zeitschriften oder Bücher finden oder in den Hochschulen gehört werden. Juristisch sind Eure Forscher frei, doch sie sind von der Tagesmode konditioniert. Es gibt keine offene Gewalt wie im Osten; doch eine von der Mode und dem Erfordernis dem Massengeschmack zu gefallen bestimmte Auswahl hindert unabhängig denkende Leute häufig daran ihren Beitrag am öffentlichen Leben zu leisten.“
Dieser Passus stammt aus der Rede von Alexander Solschenizyn an der Harvard Universität von 1978. Heute vor 12 Jahren ist er heimgegangen.

Post Modern Beatitudes:

1. Blessed are the self-confident for they will succeed.
2. Blessed are those who avoid guilt feelings for they are comforted.
3. Blessed are those with a positive self-image for they will feel better.
4. Blessed are those who clarify their values for they will invent themselves.
5. Blessed are those who know their rights for they will realize their entitlements.
6. Blessed are those who are non-stick surfaced for they will be admired.
7. Blessed are those who mob and gossip for they will move forward.
8. Blessed are those who are politically correct for they will avoid controversy.
Übersetzung
Poste moderne Beatitudes:
1. Gesegnet sind die Selbstbewussten, denn sie werden erfolgreich sein.
2. Selig sind diejenigen, die Schuldgefühle meiden, weil sie getröstet werden.
3. Gesegnet sind diejenigen mit einem positiven Selbstbild, denn sie werden sich besser fühlen.
4. Selig sind diejenigen, die ihre Werte klären, denn sie werden sich selbst erfinden.
5. Selig sind diejenigen, die ihre Rechte kennen, denn sie werden ihre Ansprüche erkennen.
6. Gesegnet sind diejenigen, die nicht auftauchen, weil sie bewundert werden.
7. Gesegnet sind diejenigen, die mobeln und lästern, weil sie vorwärts kommen werden.
8. Selig sind diejenigen, die politisch korrekt sind, weil sie Kontroversen vermeiden werden. Ellis H.Potter

„Ich stehe vor der Tür und klopfe an.“

„Ich stehe vor der Tür und klopfe an.“ Das ist die Botschaft in dem Sendschreiben an die christliche Gemeinde in Laodicea, in dem siebten und letzten Sendschreiben, das die Offenbarung des Johannes enthält. Eine schneidende Bußpredigt ist dieser Brief, eine Abfuhr sondergleichen: „Du bist weder kalt noch heiß. Wärest du doch kalt oder heiß! Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien.“ An wen richtet sich dieses vernichtende Urteil? Wer ist diese Gemeinde, an die so geschrieben wird, gegen Ende des ersten christlichen Jahrhunderts? Weiterlesen

Apg 5,29 …

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/10/Grace_Community_Church_Worship.jpg
Public Domain
File:Grace Community Church Worship.jpg (Created: 5 January 2007)

Sie führten sie aber herbei und stellten sie vor den Hohen Rat; und der Hohepriester befragte sie 28 und sprach: Wir haben euch streng geboten, in diesem Namen nicht zu lehren, und siehe, ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt und wollt das Blut dieses Menschen auf uns bringen. 29 Petrus und die Apostel aber antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als Menschen.

32 Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr ermordet habt, indem ihr ihn ans Holz hängtet. 31 Diesen hat Gott durch seine Rechte zum Führer und Retter erhöht, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu geben. 32 Und wir sind Zeugen von diesen Dingen und der Heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen. 33 Sie aber ergrimmten, als sie es hörten, und ratschlagten, sie umzubringen.

https://www.bibleserver.com/ELB/Apostelgeschichte5%2C27-33

Mitte Juli wurden in USA / Californien neue Corona-Restriktionen verordnet. John MacArthur und Grace Community Church haben dagegen ein „strammes statement“ herausgegeben, dass nach einer grundsätzlichen Exegese zur Zuordnung von Staat und Kirche zu dem Schluß kommt, dass sie sich der behördlichen Anordnung höflich aber bestimmt widersetzen werden …

Ein FB-Freund Andreas Schnebel schrieb dazu am 27.07.2020:

Ich bin sehr froh, dass es Pastoren gibt, die in dieser Frage eindeutig auf dem Boden der Schrift argumentieren und handeln. Auch wenn ich in vielen nachgeordneten Fragen nicht einer Meinung mit Pastor John MacArthur bin, hier jedoch zu 100%. Die Thematik ist letztlich aus reformatorischer Sicht schon lange und eindeutig beantwortet: die Zuständigkeiten der Obrigkeiten sind klar und ohne Zweifel unterschieden. Dass heißt, Regierungen könnten von den Kirchen Konzile/Synoden einberufen lassen, damit diese selbst darüber entscheiden wie diese mit einer solchen Situation in ihrem Verantwortungsbereich umgehen, keinesfalls jedoch, dass weltliche Obrigkeiten das Recht haben in die Zuständigkeit der kirchlichen Obrigkeit hineinzuregieren bzw. anzuordnen, ob oder wie man einen Gottesdienst feiern darf.

Facebook

Meine kurze Antwort darauf am 28.07.2020 lautete:

Ich habe es auch gesehen und für falsch befunden: denn das „Man muss Gott mehr gehorchen“ hat einen anderen Hintergrund:

In dieser Pandemie werden nicht Gemeinde-Gottesdienste verboten, weil sie Christen sind, sondern um die Pandemie zu verhindern. Aus gleichem Grund werden Discos geschlossen und Fußballstadien, Sport- und Kultuveranstaltungen, von denen viele gerade nicht sonderlich christlich sind.

Von daher: nicht alles was mutig ist, ist nach m.E. auch biblisch: ich halte das für einen falschen Weg.

Facebook (Fehler korrigiert)

Andreas‘ prompte Antwort bringt nachfolgende Argumente, die er vor allem gegen die Argumentationslinie von Jonathan Leeman (Editorial Director of 9Marks) richtete, der die Frage stellte,


Jonathan Leeman sei grundsätzlich im Irrtum, wenn er die Frage nach der staatlichen Autorität über kirchliche Angelegenheiten bzw die Kirche und den Gottesdienst an sich als eine Ermessensentscheidung auf Grundlage von Gewissensgründen (Röm14:14) einordnet. Schnebel fragt nach dem „Wesen der Gemeinde an sich“, bzw. wer Autorität über diese hat und antwortet auf Leemanns vier Thesen wie folgt:

zu 1. Es steht dem Staat grundsätzlich nicht zu, über das ob, den Ort, die Zeit oder die Form eines Gottesdienstes zu entscheiden oder Einfluss darauf zu nehmen.

zu 2.Der angeführte Vergleich mit der Verdunklungsanordnung im 2.WK, dem die Kirchen gefolgt seien, passt nicht. Der GD wurde durch die Verdunkelungsanforderungen in keiner Weise eingeschränkt.

zu 3. Es geht in keiner Weise darum „Muskeln zu trainieren“ bzw. für zukünftige Auseinandersetzungen mit einer übergriffigen weltlichen Obrigkeit auszutesten wie weit man gehen kann oder mutig zu sein. Es geht um biblische Grundsätze, die nicht erst seit den Tagen der Reformatoren bekannt sind, sondern bereits seit den Tagen Konstantins.
zu 4. Auch hier irrt Jonathan Leeman bzw. Mark Dever, insofern er ihm zustimmt. Die Autorität einer Obrigkeit, egal welcher, steht und fällt mit der (zumindest praktischen) Anerkenntnis der Obrigkeit Gottes und seiner Gebote. Ja, das Konzept aller Obrigkeit, jeder menschlichen Ordnung kommt von Gott, dies lehrt die Schrift von Anfang an. In Römer 13 spricht Paulus, wenn er von Obrigkeit spricht, zunächst einmal nicht von dem modernen, totalen, machiavellistischen Staate, sondern erst einmal von jeder Obrigkeit.

Zu Recht verweist A. Schnebel weiter unten dann auf das deutsche GG:
„Das Konzept biblischer Obrigkeit steht und fällt also mit der Anerkenntnis des Rechts Gottes und einer sinngemäßen Umsetzung, sprich einer Verfassung welche sich ein Volk gibt (z.B. Präambel des GG: „Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen“…“hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.“).“ – Erst dem nachgeordnet stünde menschliche Autorität und Amt.

Allerdings läuft seine Argumentation zu Römer 13 ins Leere, wenn er zitiert, was da so nicht steht …

  • Schnebel: (…), „auch Paulus und Petrus lehren die Aufgabe der Könige und Statthalter für Recht zu sorgen. Einziger Sinn und Zweck, die Daseinsberechtigung jeder Obrigkeit besteht also darin den Menschen, also uns „zugut“ zu sein, das Recht umzusetzen, welches von Gott kommt und die Bösen straft (Römer 13).

Römer 13,1-5:
Jede Seele unterwerfe sich den übergeordneten staatlichen Mächten! Denn es ist keine staatliche Macht außer von Gott, und die bestehenden sind von Gott verordnet. 2 Wer sich daher der staatlichen Macht widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes; die aber widerstehen, werden ein Urteil empfangen. 3 Denn die Regenten sind nicht ein Schrecken für das gute Werk, sondern für das böse. Willst du dich aber vor der staatlichen Macht nicht fürchten, so tue das Gute, und du wirst Lob von ihr haben; 4 denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten. Wenn du aber das Böse tust, so fürchte dich! Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe für den, der Böses tut. 5 Darum ist es notwendig, untertan zu sein, nicht allein der Strafe wegen, sondern auch des Gewissens wegen.

  • Merke: das „dir zum Guten“ in Vers 4 steht nicht so libertär, wie es A. Schnebel und seine Art von Geschichtsphilosophie es gerne hätten. Es wird vielmehr vorausgesetzt, dass die Regierung „dir zum Guten“ ist (auch wenn sie z.B. Steuern fordert, was Andreas (und ich) auch nicht so gerne haben …)
  • In Rom herrschte Kaiser Claudius bzw. Nero

Schnebel: (…), „Deshalb – und nur deshalb- sollen wir uns jeder menschlichen Ordnung um des Herrn willen unterordnen: wenn diese die Übeltäter bestraft und die Guten lobt (1.Petrus2). Wenn sich eine Regierung jedoch anmaßt das Gute böse und das Böse gut zu nennen, das Recht Gottes pervertiert (Jesaja 5,20), das Recht ignoriert, aussetzt und verdreht wie die unsere, besteht die Pflicht und Aufgabe der Kirche dagegen aufzustehen!

1Petrus 2,11-17:

Geliebte, ich ermahne euch als Beisassen und Fremdlinge, dass ihr euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten, enthaltet, 12 und führt euren Wandel unter den Nationen gut, damit sie, worin sie gegen euch als Übeltäter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tage der Heimsuchung! 13 Ordnet euch aller menschlichen Einrichtung unter um des Herrn willen; sei es dem König als Oberherrn 14 oder den Statthaltern als denen, die von ihm gesandt werden zur Bestrafung der Übeltäter, aber zum Lob derer, die Gutes tun! 15 Denn so ist es der Wille Gottes, dass ihr durch Gutestun die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringt – 16 als Freie und nicht als solche, die die Freiheit als Deckmantel der Bosheit haben, sondern als Sklaven Gottes. 17 Erweist allen Ehre; liebt die Bruderschaft; fürchtet Gott; ehrt den König!

  • Merke: das von A. Schnebel so epathisch betonte „wenn“ gibt es in 1Petrus 2 gar nicht: es wird postuliert, dass die Regierung – von Gott gesandt – Lob gebe für Gutes tun. Was passiert wenn sie es nicht tut, steht da nicht. Ob man dagegen aufstehen muss, wie es Andreas postuliert, bezweifel ich tatsächlich!
  • Die Atmosphäre des Textes ist in Summe vielmehr, dass Unterordnung auch dann geboten ist, wenn die Regierung sich nicht korrekt verhält zu der von A. Schnebel vorausgesetzten / angenommenen Ordnung …
  • … die er z.T. ziemlich direkt aus dem Alten Testament herleitet (Theokratie Israels …): vgl. „Gott setzte also zunächst Richter und Vorsteher über Israel ein (5Mo16:18) um Unrecht aller Art zu begegnen, auch die Aufgabe des Königs, welchen Israel gegen Gottes Willen begehrte, war es von Beginn an Recht zu sprechen (1Sam8) …“; sowie Verweis auf Jesaja 5,20

Der viel kritisiert Leemann dagegen betont, dass die 3 Kreise (Familie, Kirche, Staat) nicht völlog getrennt sind sondern sich bisweilen überlappen:

Fourth, and this is my most wonky point, MacArthur draws a strict line between the jurisdictions of state, church, and family. I, too, affirm the separation of these jurisdictions and have written amply on the topic. Yet here’s what we need to keep in mind. Those jurisdictional circles, to some extent, overlap whenever it’s the same people who are bound by those distinct jurisdictions. After all, each of those authorities can possess a claim on a person, no matter what building the person is standing in.

(…)

Likewise, churches should observe state-established fire codes, building codes, zoning restrictions, historical-preservation-society codes (if you’re on Capitol Hill), and more, all of which impinge on and limit our gatherings. Yet most of us have not stopped and said, “This is hindering our worship” or “This is the state exercising authority over church practice.” Rather, we understand the state is doing its job even there. We understand that we are not ancient Israel. And though in one sense all space is sacred for a Christian because all space is under Christ’s lordship, in another sense no space is sacred, at least in a Temple-like way; and the government’s authority also extends everywhere inside its borders.

https://www.9marks.org/article/a-time-for-civil-disobedience-a-response-to-john-macarthur/

Das macht für mich mehr Sinn…

Bei all‘ dem gehen wir fehl, wenn wir nicht sehen, dass a) Christen (als Christen / Kirchen) keinen politischen Auftrag haben, b) Apg 5 hier nicht greift, weil der Kontext ein anderer ist:

  • dort Verbot im Namen Jesu zu predigen
  • hier Verbot Veranstaltungen, auch Gottesdienste, mit großen Menschenansammlung abzuhalten, um eine Pandemie zu verhindern

Ja, man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Aber bitte dann, wenn es die Schrift fordert: wenn die Verkündigung des Evangeliums und der bibl. Lehre untersagt würde. Das ist nicht untersagt, hier geht es nicht um Diskriminierung von Christen als Christen, sondern um Loyalität in einer Pandemie und um temporäre andere Formen des „Zusammenkommens“.

Das man sich als Bürger beschweren kann (ich habe zweimal an die bayr. Gesundheitsministerien geschrieben) und es nicht über Jahre so weitergehen kann, ist klar. Geben wir den Regierenden aber Zeit, beten wir für sie und seien wir als Christen ein Vorbild für die Gesellschaft:

Fazit

Ich bin froh, dass wir als Christen verschiedener Meinung über Corona und den Umgang damit haben können :

  • wir sollten es weiterhin mit Respekt und Fairness tun, wie es Andreas Schnebel (dessen Meinung ich nicht teile) in seiner Befürwortung für John MacArthur (dessen Meinung er sonst meistens nicht teilt … ) tut,
  • als auch Jonathan Leeman es in seiner kritischen Antwort (dessen Meinung ich in diesem Fall zumindest teile …) getan hat

Auch wenn wir über Römer 13 streiten: Römer 14 ist „klar“ …

Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder? Denn wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. 11 Denn es steht geschrieben: „So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir wird sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott bekennen.“ 12 Also wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben. 13 Lasst uns nun nicht mehr einander richten, sondern haltet vielmehr das für recht, dem Bruder keinen Anstoß oder kein Ärgernis[3] zu geben!

https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer14


Weitere Quellen:

Corona auf brink4u:

Apg 5,29 …

„…Redewendungen wie „Übung macht den Meister“ oder „Der Klügere gibt nach“ dürften nicht mehr gebraucht werden,

„…Redewendungen wie „Übung macht den Meister“ oder „Der Klügere gibt nach“ dürften nicht mehr gebraucht werden, weil die geschlechtsübergreifende Bedeutung nicht mehr gedacht werden darf.
Sätze wie „Frauen sind eben doch die besseren Zuhörer“ könnten überhaupt nicht mehr formuliert werden, da die sprachfeministisch korrekten Versionen „Frauen sind eben doch die besseren Zuhörerinnen“ oder „Frauen sind eben doch die besseren Zuhörerinnen und Zuhörer“ ad absurdum führen würden.
Wo es möglich ist, ersetzt man die Doppelform durch Partizipien wie „Studierende, Lehrende oder Lernende“ oder neue Begriffe wie „Lehrperson“, was ein abstraktes und entfremdendes Deutsch und einen papierenen Stil ergibt.
In einem österreichischen Universitätsmagazin heißt es: „Besorgniserregend ist die Entscheidung des Bildungsministeriums, nur mehr gendergerechte Schulbücher zu approbieren. So liest man in einem Unterstufen[!]-Deutschbuch folgende Aufforderung: ,Eine/r ist Zuhörer/in, der/die andere ist die Vorleser/in. Eine/r liest den Abschnitt vor, der/die Zuhörer/in fasst das Gehörte zusammen.‘“ Man schreibe nie, was man nicht sprechen kann, oder was zu einer Verkrüppelung der gesprochenen Sprache führt….“
Dichter Reiner Kunze: "Sprachgenderismus ist eine aggressive Ideologie"
pnp.de
Dichter Reiner Kunze: „Sprachgenderismus ist eine aggressive Ideologie“
Diese künstliche Sprache ist nur scheinbar „gerecht“. Der Grundfehler ist die (laienhafte) Verwechslung einer grammatischen Kategorie mit menschlichen Persondifferenzierungen. Als jemand, der in seinem Leben an die 30 Sprachen, europäische, semitische, afrikanische usw., studiert hat, (und selbst die Grammtiken zweier afrikanischer Sprachen verfasst hat) kann ich nur den Kopf schütteln über diesen Irrtum. Natürlich will ich Geschlechtergerechtigkeit, aber der Weg über eine Sprachverhunzung ist der falsche, wird auch nie die (Herrschafts-)Verhältnisse ändern können, und verlagert den Fokus auf ein Nebengleis. Die wirklichen Herausforderungen (zum Beispiel das „gender pay gap“ und anderes) werden so nicht angegangen. Gerade deshalb ist es kontraproduktiv. Und außerdem: Sprache kann nie verordnet werden, sie ist ein faszinierendes, fluides Gesamtkommunikationsgeschehen, das nicht regulierbar ist. Ob ich persönlich das gut finde oder nicht: Der Genitiv weicht gegenwärtig dem Dativ an vielen Stellen. Finde ich doof, werde ich aber auch durch Regelungen nicht aufhalten können. Wenden wir uns also den wirklich wichtigen Dingen zu!

Die Liebe, um die es im Evangelium im Unterschied zu aller Philosophie geht,

„Die Liebe, um die es im Evangelium im Unterschied zu aller Philosophie geht, ist nicht eine Methode des Umgangs mit Menschen, sondern ein Hineingezogenwerden und Hineinziehen in ein Ereignis, nämlich in die in Jesus Christus vollzogene Gemeinschaft Gottes mit der Welt, ‚Liebe‘ gibt es nicht als abstrakte Eigenschaft Gottes, sondern als reales von Gott Geliebtsein des Menschen und der Welt. Jeder Versuch, ein von weltlichen ‚Verunreinigungen‘ destilliertes Christentum der ‚reinen‘ Liebe darzustellen, ist falscher Purismus und Perfektionismus, der die Menschwerdung Gottes verachtet und dem Schicksal jeder Ideologie verfällt“ (Bonhoeffer, Ethik, 240f.).

Religion ist der Wissenschaft ähnlicher als Einige dies wahrhaben möchten.

Religion ist der Wissenschaft ähnlicher als Einige dies wahrhaben möchten. Während Religion zwar für gewöhnlich Regeln und Anweisungen enthält, ist sie auch eine Methode um die Welt zu verstehen, und zwar in eine viel umfassendere Methode als die Wissenschaft. Viele Religionen möchten uns nicht nur ein Verständnis der physischen Welt geben, sondern auch der nicht-physischen Welt. Und viele Religionen, wie auch das Christentum, beziehen die Wissenschaft als ein Mittel ein, den natürlichen Teil zu verstehen, während Philosophie, Theologie und andere Mittel verwendet werden, um den nicht-physischen Teil der Realität zu erforschen. Abdu Murray Saving Truth

Die biblische Sicht der Sexualität

Biblische Moral drückt eine hohe Sicht auf die Würde und Bedeutung des Körpers aus. Die biblische Sicht der Sexualität basiert nicht auf einigen wenigen verstreuten Bibelversen. Es basiert auf einem teleologischen Weltbild, das uns ermutigt, mit der physischen Gestaltung unseres Körpers zu leben.
Mit dem Respekt des Körpers überwindet die biblische Ethik die Dichotomie, die Körper von Person trennt. Es heilt Selbstentfremdung und schafft Integrität und Ganzheit. Die Wurzel des Wortes Integrität bedeutet ganz, integriert, vereint – unser Geist und unsere Emotionen stimmen mit unserem physischen Körper überein. Die biblische Sicht führt zu einer ganzheitlichen Integration der Persönlichkeit. Es passt, wer wir wirklich sind.
– Nancy Pearcey in ′′ Liebe deinen Körper ′′

Francis Schaeffer on Race.

„If I were writing my early books again (for example, The God Who Is There and The Church at the End of the Twentieth Century), I would make one change.
I would continue to emphasize that previously in the Northern European culture (including the United States) the controlling consensus was Christian, and that this is now changed and we live in a post-Christian world. However, in doing this I would point out that previously, when the Christian consensus was the controlling factor, certain things were definitely sub-Christian.
Christians of all people should have opposed any form of racism. We know from the Bible that all men have a unity because we have a common origin—we had a common ancestor. The “Christian” slave-owner should have known he was dealing with his own kind, and not only because when he had sexual intercourse with his female slave she produced a child, which would not have happened had he performed bestiality with one of his animals: he should have heard the message of a common ancestor not only taught but applied in a practical way in the Sunday-morning sermon. This applies to slavery, but it applies equally to any oppression or feeling of superiority on the basis of race.“
Christianity Today, January 4, 1974
Francis Schaeffer auf Race.
′′ Wenn ich meine frühen Bücher wieder schreiben würde (zum Beispiel The God Who Is There and The Church am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts), würde ich eine Veränderung vornehmen.
Ich möchte weiterhin betonen, dass zuvor in der nordeuropäischen Kultur (einschließlich der Vereinigten Staaten) der kontrollierende Konsens christlich war und dass dies nun geändert wird und wir in einer post christlichen Welt leben. Dabei möchte ich jedoch darauf hinweisen, dass zuvor, als der christliche Konsens der kontrollierende Faktor war, bestimmte Dinge definitiv sub christlich waren.
Christen aller Menschen hätten gegen jede Form von Rassismus sein sollen. Wir wissen aus der Bibel, dass alle Männer eine Einheit haben, weil wir einen gemeinsamen Ursprung haben – wir hatten einen gemeinsamen Vorfahren. Der ′′ christliche ′′ Sklavenbesitzer hätte wissen müssen, dass er sich mit seiner eigenen Art befasst hat, und nicht nur, weil sie, als er Geschlechtsverkehr mit seiner Sklavin hatte, ein Kind produziert hat, was nicht passiert wäre, hätte er Bestialität mit einem seiner Tiere durchgeführt : Er hätte die Botschaft eines gemeinsamen Vorfahren gehört haben sollen, der nicht nur in der Sonntagmorgen-Predigt praktiziert, sondern sich praktisch beworben hat. Dies gilt für Sklaverei, aber es gilt gleichermaßen für jede Unterdrückung oder Überlegenheit auf der Grundlage von Rasse.“
Christentum heute, 4 Januar 1974
Facebook Udo W Middelmann 26.07.2019