Das offizielle Christentum

Das offizielle Christentum ist von einer ‚heißen‘ Religion zu einem ‚kalten‘ Religionsprojekt geworden. Erlösung ist das heiße Herzstück solcher Religion, wie sie das Christentum gewesen ist. Sie ist mit ihrem Selbstverständnis keine Einrichtung zur Stabilisierung gesellschaftlicher Ordnungen. Das Christentum war einmal in diesem Sinne ‚heiß‘: ekstatisch und apokalyptisch. Das ist vorbei. Aus dem Christentum ist weitestgehend das kalte Projekt der Zivilreligion geworden; spiritueller Flankenschutz bei der Bewältigung innerweltlicher Probleme, die sich zur Not auch ohne solche Hilfe lösen lassen. Die kalte Religion kommt ohne ernsthafte Transzendenz aus. Die Glaubenswelt ist so weit psychologisiert und soziologisiert, dass daraus ein Gemisch wird aus Sozialethik, institutionellem Machtdenken, Psychotherapie, Meditationstechnik, Museumsdienst, Kulturmanagement und Sozialarbeit.“
Rüdiger Safranski, Philosoph-

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