Europa ohne Juden. Das europäische Judentum seit 1945 von Bernard Wasserstein

„Europa ohne Juden“, ein Rückblick, wie sich jüdisches Leben im Europa der Nachkriegszeit seit 1945 neu zu entwickeln begann. Das Buch beginnt mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und endet mit der neuen Situation nach dem Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs. Aber nicht nur die politischen und gesellschaftlichen Lebensbedingungen der jüdischen Bürger der einzelnen Länder sind das Thema, sondern auch Entwicklungen im sozialen Bereich, wie die zunehmende Assimilation, fallende Geburtenraten und Mischehen. Der Autor zeigt dabei ein wirkliches Verständnis der Hintergründe der verschiedenen Ereignisse und Entwicklungen. Das Buch ist gut geschrieben es liest sich stellenweise wie ein Thriller. Wenn man sich für das Thema interessiert, kann man es kaum aus den Händen legen. Der Titel des Buches, deutet auf die Herausforderung, der sich das europäische Judentum in einer innovativen Weise stellen muss, wenn seine über zweitausendjährige Geschichte nicht innerhalb weniger Generationen enden soll. Ein Buch für jeden, der sich für neuere jüdische Geschichte und das Judentum in Europa interessieren. Die Sichtweise ist weltlich, liberal und erfrischend.

Broschiert: 453 Seiten Verlag: List Tb. (Dez. 2001) ISBN: 3548601391

Autorenportrait

Bernhard Wasserstein, geboren 1948, war von 1996 bis 2000 Präsident des Oxford Centre for Hebrew and Jewish Studies. Seither ist er Professor für Geschichte an der Universität Glasgow und Präsident der Jewish Historical Society of England

„Wer es schafft, ohne Mickeymausheft, Magnum und frischen Brötchen bis zur Kasse vorzudringen, gilt schon als asketischer Mönch“

Der moderne Mensch

Der Begriff „Erlebnisgesellschaft“ wurde durch die bahnbrechende Studie des Bamberger Soziologen Gerhard Schulze populär. In seinem in vielen Auflagen erschienenen Standardwerk „Die Erlebnisgesellschaft: Kultursoziologie der Gegenwart“ beschreibt er auf mehreren hundert Seiten die Veränderungen der westlichen Gesellschaft durch den Erlebnismarkt der Postmoderne. Er sieht das Erlebnis als gemeinsame Klammer einer verzweifelten und vielfältigen Gesellschaft. Erlebnisse sind für ihn innengeleitete, subjektive Eindrücke, z.B. Gemütslagen wie schön, spannend, gemütlich usw. Erlebnisgesellschaft meint die breite Gesellschaftsströmung der inneren Glückssehnsucht. Weiterlesen