„Brüder, überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen!“

„Brüder, überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen“, heißt es in Friedrich Schillers „Ode an die Freude“, und so tönt es im Finale von Beethovens Neunter Symphonie.
Diese Aussage Schillers ist ein Motto vieler Zeitgenossen. Richtig ist die Aussage, wenn sie ausdrücken soll, dass beim Anblick der Schöpfung der Verdacht nach einem Schöpfer aufkommt. Falsch wird die Aussage allerdings, wenn der „gute Vater“ zum lieben Papi wird, der mir einfach egal ist. Aber: Wer bezeichnet seinen Vater schon als lieb, wenn er keinen Kontakt zu ihm hat oder ihn womöglich gar nicht kennt? Erst wenn ich mit meinem Vater zusammenlebe, kann ich feststellen, ob er gut oder böse ist. Wenn es also tatsächlich einen Vater überm Sternenzelt geben soll, dann muß ich jemanden fragen, der ihn persönlich kennt, der weiß, wie dieser Vater ist: gut, böse oder völlig gleichgültig! Und da tritt nun ein Zimmermann namens Jesus auf und behauptet: „Ich bin vom Vater gekommen“ und außerdem: „ Wer mich kennt, der kennt den Vater“. Eine solch ungeheuerliche Behauptung muß jeden aufrütteln, der noch mit der Möglichkeit eines Vaters überm Sternenzelt rechnet. Entweder hat diese Mann Jesus recht oder er ist, wie manche meinen ein Spinner, der nur die Leute durcheinanderbringt; einer der für seine Phantasien stirbt? Der dann von den Toden aufersteht? Der dann von den Toden aufersteht? Dem daraufhin Milliarden von Menschen folgen? Na gut, möglich wäre das. Aber überlegen wir kurz, was ist, wenn der Mann recht hat? Dann hat er auch recht damit, dass dieser Vater zur Zeit zornig ist, weil die Menschen, die er erschaffen hat, ihm den Gehorsam verweigern, und ihn einfach ignorieren. Dann hat er außerdem recht, wenn er feststellt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich“. Er stellt die ungeheuerliche Behauptung auf, dass er selbst durch seinen Tod am Kreuz Fehler und Schuld der Mensch wieder gut gemacht hat und dass die, die ihm folgen und umkehren, nicht mehr einem zornigen Gott, sondern einem lieben Vater gegenüberstehen. Wie aber kann man herausfinden, ob Jesus einfach Behauptungen aufstellt oder tatsächlich Gottes Sohn und der Weg zurück zum Vater ist? Auch darauf bleibt Jesus die Antwort nicht schuldig: „Wenn jemand den Willen des Vaters tun will, wird er von meiner Lehre wissen, ob sie von Gott stammt oder ob ich nur aus mir selbst rede“ Also: die Bereitschaft zum Handeln ist Voraussetzung für jedes weitere Nachdenken! „Brüder, überm Sternenzelt, muß ein guter Vater wohnen“ Dieser Satz stimmt, aber nur für die, die über Jesus zum Vater umkehren.

http://www.factum-magazin.de/wFactum_de/ Prof. Dr. mult. Thomas Schirrmacher

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