Der Sinn der Welt

 “Das hat ja schon Ludwig Wittgenstein festgestellt: Der Sinn der Welt muss außerhalb ihrer liegen. Die Welt, sagt er, ist alles, was der Fall ist: Tatsachen, Ereignisse, wie man es nennen will. Aber der Sinn dessen, was geschieht, gehört einer anderen Dimension an. Sie können also die Welt vollständig beschreiben, ohne je auf den Sinn zu sprechen zu kommen. Dass wir uns das heute so schwer vorstellen können, liegt auch daran, dass sich unser naturwissenschaftliches Denken sowohl von der Kausalität, also von Ursache und Wirkung, als auch von der Teleologie, der Annahme einer Zielgerichtetheit des Weltprozesses, verabschiedet hat. Aber in unserer Lebenswelt haben wir es nach wie vor mit zielgerichteten Prozessen zu tun. Der Hund läuft zum Fressnapf, und wir erklären dies damit, dass er Hunger hat. Wir können natürlich statt dessen einen komplizierten Mechanismus in seinem inneren System beschreiben vom ersten Reiz bis zum Fressen. Verstanden haben wir den Vorgang jedoch erst mit seinem Hunger.”

Robert Spaemann im Interview mit Holger Fuß Herr Spaemann, wie beweisen Sie die Existenz Gottes?, erschienen im PM-Magazin, April 2008, S. 40 – 45.http://www.kath-info.de/

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