Der christliche Glaube im Vergleich mit anderen Religionen

1 Der christliche Glaube im Vergleich mit anderen Religionen
1.1 Ein persönlicher Gott

Der christliche Glaube hebt sich durch verschiedene Vorstellungen von anderen Religionen ab. Im christlichen Glauben wird ein persönlicher Gott bekannt, der nach bestimmten Wertmaßstäben handelt und diese Wertmaßstäbe an das Verhalten der Menschen anlegt, die er mitsamt der Welt geschaffen hat.
Das hebt den christlichen Glauben von solchen Religionen ab, in denen eine unpersönliche Gottheit, ein unpersönliches ewiges Prinzip oder eine unpersönliche ewige Kraft verehrt wird. Die Vorstellung geht dahin, dass wir als Personen unsere Erfüllung darin finden, wenn wir Teil dieses Unendlichen werden und unsere Persönlichkeit sich auflöst. Dies geschieht etwa im Buddhismus, in der New-Age-Bewegung, in den fernöstlichen Religionen überhaupt. Aber es gibt Religionen, deren Anhänger glauben auch an einen persönlichen Gott. Also kann dies, der persönliche Gott, nicht das entscheidende Kriterium des christlichen Glaubens sein.
1.2 Ein unendlicher Gott
Im christlichen Glauben wird bekannt, dass Gott ein unendlich großer, unendlicher Gott ist, eine Person, die keiner Grenzen unterworfen ist. Diese Lehre unterscheidet den christlichen Glauben von solchen Religionen, in denen mehrere persönliche Götter nebeneinander verehrt werden, die alle begrenzt, also nicht unendlich sind. Dieser Polytheismus (zu Deutsch: Vielgötterei) ist in beinahe allen natürlichen Religionen Afrikas anzutreffen, und nicht nur dort.
Aber es gibt auch Religionen, in denen wird ein persönlicher und zugleich unendlicher Gott angebetet. Das sind neben dem Christentum vor allem das Judentum und der Islam, die auch bekennen, dass Gott eine uneingeschränkte Person ist, die die Welt geschaffen hat. Also kann der Glaube an einen persönlichen und unendlichen Gott nicht das entscheidende Kriterium des christlichen Glaubens sein.
1.3 Ein Gott, der sich in der Geschichte seines Volkes offenbart hat
Im christlichen Glauben wird bekannt, dass Gott in der Geschichte geredet und gehandelt hat und auf diese Weise gezeigt hat, wer er ist und wie er ist.
Es wird bekannt, dass Gott mit einem bestimmten Orientalen mit Namen Abraham vor nunmehr etwa 4000 Jahren einen Bund geschlossen hat, der dahingehend lautete, dass Gott sich um ihn und seine Nachkommen auf besondere Weise kümmern wollte.
Es wird bekannt, dass Gott sich in der Geschichte des Volkes Israel von alters her offenbart hat. Er hat es vor über 3000 Jahren aus Ägypten befreit, er hat mit ihm einen Bund am Berg Sinai geschlossen, wo er ihm seine Gnade und helfende Gegenwart versprochen hat.
Christen glauben, dass Gott in großem Maße darin erkannt wird, dass er Zusagen gemacht hat und diese dann auch eingelöst hat und noch einlösen wird. Gott erweist sich durch dieses Verhalten als wahrhaftig und vertrauenswürdig. Das unterscheidet den christlichen Glauben vom Islam. Der Gott, der sich ihnen zufolge im Koran offenbart hat, hat nicht zusammenhängend in der Geschichte gehandelt. Er hat sich nicht auf Zusagen festgelegt, auf die sich Menschen felsenfest verlassen können. Allah bleibt in seinem Handeln vollkommen frei und ungebunden.
Es gibt aber eine Religion, deren Anhänger wie die Christen bekennen, dass Gott sich in der Geschichte des Volkes Israel offenbart hat, einen Bundesverhältnis gestiftet hat, feste Zusagen gemacht hat, auf die man sein Vertrauen abstellen kann., die glauben, dass Gott gnädig ist und Schuld vergibt. Das sind die Juden, zumindest die Juden, die das Alte Testament, wie die Christen das auch tun, als Gottes Wort ansehen. Also kann der Glaube daran, dass Gott sich in der Vergangenheit im Volk Israel offenbart hat und zu uns heute durch das Alte Testament redet, nicht das entscheidende Kriterium für den christlichen Glauben sein.
1.4 Ein Gott, der sich in Jesus Christus offenbart hat
Bislang habe ich einige wichtige Kennzeichen des christlichen Glaubens genannt. Es gehört dazu der Glaube an einen persönlichen und unendlichen Gott, der die Welt geschaffen hat, der nach bestimmten Wertmaßstäben handelt und uns Menschen beurteilt. Christen glauben, dass sich Gott im Alten Testament offenbart hat, dass er dort einen Bund mit Abraham und dem Volk Israel geschlossen hat. Christen glauben, dass Gott gnädig ist und stets bereit, Schuld zu vergeben.
Wenn wir jetzt also zu dem einen Kennzeichen des christlichen Glaubens kommen, dass ihn neben allen anderen Religionen auch vom Judentum unterscheidet, dann haben wir es hier mit seinem Herzstück zu tun. Christen glauben daran, dass Gott, nachdem er sich im Alten Testament schon vielfach offenbarte, auf unvergleichliche Weise in seinem Sohn Jesus Christus offenbart hat. Jesus Christus ist der Höhepunkt in der Offenbarungsgeschichte Gottes. Er ist der Mittelpunkt, um den sich alles im christlichen Glauben dreht. Von ihm allein erwarten die Christen die Vergebung ihrer Schuld, er ist für sie der Inbegriff von Gottes Gnade und Liebe. Jesus Christus ist den Christen so wichtig, dass sie sich nach ihm als Christen benennen. Sie geben damit zu erkennen, dass sie mit ihrem ganzen Leben ihm gehören. Was ist es um diesen Mann, dass ihm bis heute Menschen ihr ganzes Leben, die ganze vor ihnen liegende Ewigkeit, anvertrauen?
2 Das Herzstück des christlichen Glaubens
Im Johannesevangelium beendet Johannes sein beeindruckendes einleitendes Porträt, 1,1-18, von Jesus Christus. Er macht darin noch einmal deutlich, warum Gottes Offenbarung in Jesus Christus alle vorhergehenden Offenbarungen Gottes überragt. Vor allem macht Johannes deutlich, dass Gottes Gnade nicht an seinem Sohn vorbei empfangen werden kann, Joh.1,16-18:
16)Aus der Fülle seines Reichtums haben wir Gnade für Gnade empfangen. 17)Denn durch Mose wurde uns das Gesetz gegeben, aber durch Jesus Christus sind die Gnade und die Treue Gottes zu uns gekommen. 18)Kein Mensch hat Gott je gesehen. Der einzige und unvergleichliche Sohn, der selbst Gott ist und mit dem Vater in vertrautester Gemeinschaft steht, der hat ihn uns offenbart.
2.1 Die Erfüllung des Gesetzes durch Jesus Christus
Wenn man diese Verse liest, fällt einem auf, dass Johannes in Gegensätzen redet. Da ist, Vers 16, eine Gnade, die durch eine andere Gnade ersetzt worden ist.
Da ist, Vers 17, die Rede von Mose und Christus. Durch den ersten hatte Gott das Gesetz offenbart, nämlich die Bundesordnung vom Berg Sinai. Durch letzteren, Jesus Christus, sind Gottes Gnade und Treue zu uns gekommen. Kein Mensch hat, Vers 18, Gott je gesehen, Mose eingeschlossen. Der eine und unvergleichliche Sohn hat Gott offenbart. Man kann den Eindruck bekommen, als wenn das, was Gott vorher im Alten Testament offenbart hat, schlecht gewesen ist. Aber Johannes meint, dass es vorläufig war. Es hatte vorbereitenden Charakter auf die wichtigste Offenbarung Gottes, nämlich die in seinem Sohn. Und jetzt, nachdem der Sohn gekommen ist und uns auf unüberbietbare Weise gezeigt hat, wer Gott ist, gibt es kein zurück mehr hinter diesen Höhepunkt der Offenbarung Gottes.
Was macht diese Offenbarung durch den Sohn so einzigartig, so unüberbietbar? Warum muss sogar Mose und die Ordnung vom Sinai ihm gegenüber schier verblassen?
Johannes erklärt dies anhand der Gnade Gottes. Gnade, wir kennen diesen Begriff, bedeutet soviel wie, dass einer nicht das bekommt, was er aufgrund einer üblen Tat verdient hat. Wenn jemand Gnade erfährt, bekommt jemand die Strafe für seine Untaten erlassen. Genauso ist es mit der Gnade Gottes. Gottes Gnade ist seine grundlose Gunst gegenüber dem Sünder, der vor ihm, dem heiligen Gott, nicht bestehen kann. Gottes Gnade ist seine Barmherzigkeit gegenüber den Menschen, dass er trotz dessen Sündhaftigkeit ein Gemeinschaftsverhältnis mit ihm eingeht.
Johannes sagt nicht, dass vorher, bevor Christus kam, keine Gnade da war. Gott hatte sich dem Volk Israel aus Gnade zugewandt. Er hatte sie ausgesucht, um der Welt zu zeigen, was für ein gnädiger und barmherziger Gott er ist. Er wollte am Beispiel der Israeliten zeigen, dass es nichts Besseres gibt, als zum dem Volk zu gehören, dessen Gott er, Jahwe, ist.
Gottes Gnade zeigte sich schon in dem Bund, den Gott am Berg Sinai mit den Israeliten geschlossen hatte. Er gab ihnen dort eine Ordnung, die eine Anzahl Gebote und Bestimmungen betraf und die das Zusammenleben von Gott und seinem Volk ermöglichen sollten. Gott war und ist nämlich heilig, und jeder Mensch ist ein Sünder, der so, wie er ist, eigentlich nicht in Gemeinschaft mit Gott treten kann. Damit Gott unter den Israeliten wohnen konnte, gab er ihnen Tieropfer zur Hand. Die wurden stellvertretend für diejenigen getötet, die sie darbrachten, und Gott vergab ihnen ihre Schuld.
Doch die Gnade des Alten Bundes ist abgelöst worden durch eine größere Gnade, auf die sie hingewiesen hat. Diese Gnade ist mit Jesus Christus, dem Sohn Gottes verbunden. Sie besteht wie im alten Bund darin, dass Gott eine Wirklichkeit geschaffen hat, in der Menschen, die von Natur nicht in Gemeinschaft zu ihm treten können, weil sie Sünder sind, mit ihm leben dürfen.
Diese Gnade ist Wirklichkeit geworden, als Gottes Sohn, nachdem er Mensch geworden ist, durch seinen Tod am Kreuz die Strafe auf sich nahm, die wir verdient haben. Dass Gott dies getan hat, offenbart seine Liebe gegenüber uns. Aus Liebe hat eine Wirklichkeit geschaffen, um uns vor seinem Zorn zu retten.
2.2 Die Einzigartigkeit des Sohnes
Nachdem wir die Gnade Gottes beleuchtet haben, stelle ich nun die Frage: Warum ist es Jesus Christus und Jesus Christus allein, der Gottes Gnade in ihrer ganzen Fülle offenbart hat?
Die Antwort, die Johannes in Vers 18 gibt, lautet:
Weil er der einzige und unvergleichliche Sohn Gottes ist, der selbst Gott ist und mit dem Vater in vertrautester Gemeinschaft steht.
Niemand kann an Jesus Christus vorbei wissen, wer Gott ist und wie Gott ist, weil er der Sohn ist. Diese Aussage verdient es, vertieft zu werden. Wir können von uns aus nicht wissen, wer Gott ist und wie er ist, weil er unser Denken übersteigt. Nun machen wir uns aber unsere Gedanken über Gott. Wir kommen darauf, wenn wir über unser Leben nachdenken, darüber, woher wir kommen, woher die Welt kommt, welches der Sinn des Lebens ist, wohin die Reise letztendlich geht. Manches erahnen wir, etwa dass es einen Gott geben muss, der diese Welt gemacht hat, dass Gott ziemlich groß und mächtig sein muss, wenn er das ganze Universum geschaffen hat. Aber vielmehr kommt dabei nicht zustande, wenn wir über Gott nachdenken. Wir stoßen an unsere Grenzen und werden darüber hinaus in die Irre geführt, wenn wir weiter über Gott spekulieren.
Kein Mensch hat Gott je gesehen, Vers 18, also sind wir darauf angewiesen, dass Gott sich uns zeigt. Er hat sich vielfach in der Geschichte des Volkes Israel offenbart, wie es uns das Alte Testament überliefert. Der Gipfel der Offenbarung Gottes aber ist der, dass Gottes Sohn Mensch geworden ist. Dadurch brauchen wir nicht weiter im Nebel herumstochern sondern wir haben hier das Zentrum der Offenbarung Gottes offen vor uns.
2.3 Der Ewige Vater
Wer ist Gott, wie ist Gott?

Gott ist ein ewiger Vater, der einen ewigen Sohn hat, der mit ihm die gleiche göttliche Würde teilt. Diesen Tatbestand über Gottes Wesen hat uns der Sohn offenbart, dadurch, dass er Mensch geworden ist. Darum müssen wir auf den Sohn achten, der Mensch geworden ist. Ohne ihn wüssten wir nichts vom Vater.
Was heißt das aber, dass Gott ein ewiger Vater ist?
Es bedeutet, dass er einen ewigen Sohn hat. Die beiden stehen seit Ewigkeit in vollkommener Gemeinschaft.
Aber was bedeutet das für uns, dass Gott ein Vater ist ?
Es bedeutet, dass es nichts Größeres gibt, als Gott in seinem eigentlichen Wesen zu kennen und in Gemeinschaft mit ihm als Vater zu leben, jetzt und bis in Ewigkeit. Dies geschieht nicht automatisch. Das geht nur durch Adoption. Es gibt nur einen, der Menschen zu Söhnen und Töchtern Gottes machen kann, das ist der eine und unvergleichliche Sohn Jesus Christus. Wer mit dem verbunden ist, der hat Gott als Vater.
2.4 Adoption durch Glauben
Mit dem Sohn verbunden zu sein, heißt an ihn zu glauben.
An ihn zu glauben heißt, Jesus Christus als den menschgewordenen Sohn Gottes zu kennen und ihn als solchen zu verehren. An Jesus Christus zu glauben heißt, das zu bejahen, was er am Kreuz für dich getan hat, als er dort die Strafe für deine Sünde auf sich nahm. An Jesus zu glauben, das heißt, ihn als Herrn über das eigene Leben anzuerkennen und ihm das ganze eigene Leben zur Verfügung zu stellen. Weniger geht nicht, denn wir haben es hier mit keinem geringeren zu tun, als dem einzigen und unvergleichlichen Sohn, der selbst Gott ist. Wer den Sohn hat, hat den Vater! Amen.
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