DIE VERKLÄRUNG JESU

(MARKUS 9,1-13) Gegen Ende seines Wirkens in Galiläa stieg Jesus mit drei Jüngern auf einen Berg. Dort geschah etwas Ungewöhnliches. Für einige Momente erschien Jesus den Jüngern in der Herrlichkeit, die er vor seinem Kommen hatte und in die er durch seine Himmelfahrt zurückkehren würde Wie bei verschiedenen Gotteserscheinungen im Alten Testament erschien Jesus in einem hellen Licht, seine Kleider wurden sehr weiß, „wie kein Bleicher auf Erden so weiß machen kann“ (daher Verklärung)“ Auch der Berg als Ort der Gottesbegegnung erscheint an mehreren Stellen im Alten Testament. So kam es beispielsweise am Berg Sinai zum Bundesschluss zwischen Gott und Israel und Mose empfing dort die Gesetzestafeln. Der Prophet Elia hatte eine besondere Gottesbegegnung am Berg Horeb (1.Könige19).
Noch etwas war ungewöhnlich. Es erschienen Mose und Elia als bekannte Gestalten aus dem Alten Testament und der Geschichte Israels. Der Inhalt ihres Gesprächs mit Jesus ist nur angedeutet (Lukas 9,31: „von seinem Ende, das er in Jerusalem erfüllen sollte“). Warum das Erscheinen von Mose und Elia möglich war, in welcher Form sie erschienen und welche Rückschlüsse man unter Umständen für das Leben nach dem Tod ziehen kann, sind Fragen, die die Autoren der Evangelien weder stellen noch beantworten. Jedoch können wir aus dem Zusammenhang des Berichts gewisse Schlüsse ziehen. Die Verklärung und das Gespräch markieren einen Wendepunkt im Leben Jesu. Die Jünger haben in ihm den Messias, den Christus erkannt (Markus 8,27 -3). Jesus hat mit ihnen darüber gesprochen, welche Art von Messias er sei. Zu seinem Weg gehören Leiden, Tod und Auferstehung. Dies konnten die Jünger weder verstehen noch annehmen (V. 31-33). Nach der Verklärung bricht Jesus von Galiläa nach Jerusalem auf. Ab jetzt steht sein weiterer Weg unter dem Vorzeichen seines Leidens, seines Sterbens, seiner Auferstehung und Verherrlichung durch die Himmelfahrt. In der Verklärung bekommt Jesus als auch die anwesen den Jünger eine besondere Bestätigung von Gott. Mose steht für das Gesetz, das untrennbar mit seinem Namen verbunden ist. Er hat es als Lebensordnung und Verheißung für Israel von Gott empfangen. Mose hat bereits auf den Kommenden hingewiesen. Der Prophet Elia wiederum steht für die vielen Propheten Israels die für die Verkündigung des Willens Gottes und die geistgewirkte Zukunftsschau stehen. Ihre Schriften bezeugen beides. Mit dem Begriff Gesetz. und Propheten“ konnte man im Frühjudentum das ganze Alte Testament zusammenfassen. Gottes bisherige Geschichte mit der Welt und dem Volk Israel, seine Verheißungen für die Zukunft – zusammengefasst durch das Gesetz und die Propheten – bestätigen den anstößigen und auch für die Jünger Jesu nicht nachvollziehbaren Weg Jesu ans Kreuz. Dieser Weg stimmt mit dem Willen Gottes überein, er wird in den Schriften Israels vorausgesagt.
Neben dieser Bestätigung durch Gesetz und Propheten gibt es zwischen dem Leben des Mose, des Elia sowie dem Leben Jesu viele Parallelen, die ebenfalls den Weg und das Geschick Jesu ganz eng mit dem Alten Testament verknüpfen.
Einige Zeit nach der Verklärung Jesu hat Gott die umstrittenen Taten Jesu. seine Lehre und seinen Kreuzestod bestätigt, indem er ihn von den Toten auferweckt und erhöht hat. Das Geschehen von Ostern und Himmelfahrt kommt somit zum Zeugnis von Gesetz und Propheten hinzu.

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