Abraham ein Mann des Zweifels und Furcht

Er verließ seine Heimat und seine Verwandtschaft und ging fort aus seinem Land, um ins Land Kanaan zu ziehen, als er 75 war. Sicher hoffte er auf den großen Segen Gottes. Aber was erwartete ihn? Dürre!; die Weide vertrocknete, sein Vieh verhungerte und seine Bediensteten liefen weg. Not! Im Land Kanaan brach eine Hungersnot aus. Sein Neffe Lot heulte, weil er Hunger hatte, und seine Frau war bestürzt. Sein Glaube an Gott fing an, ins Schwanken zu geraten, obwohl Gott ihm versprach, dass er ihm viel Gutes tun wolle, und seine Nachkommen zu einem großen Volk werden sollten. Er war in einer mißlichen Lage und musste etwas unternehmen, um zu überleben. Er war schwach und zweifelte an seiner Situation und den Verheißungen Gottes. Verzweifelt entschied er sich nach Ägypten zu ziehen. Dabei ließ er sich sogar Lügen einfallen und gab dort seine Frau als seine Schwester aus. Dadurch musste er Schande über sich ergehen lassen. Aber er tat Buße, und Gott führte ihn nach Kanann zurück. 10 Jahre vergingen, seitdem er ins Kanaan kam, und er wurde 85. Er betete zu Gott, weil er keinen Nachkommen hatte, und Gott führte Abram aus dem Zelt nach draußen und sagte zu ihm: «Schau dir den Himmel an, und versuche, die Sterne zu zählen! Genauso werden deine Nachkommen sein – unzählbar!» In der Schrift steht geschrieben, dass Abraham dieses Versprechen ernst nahm und Gottes Anerkennung fand. Aber seine Frau Sara glaubte daran nicht. Denn Abraham und sie waren beide sehr alt, und Sara konnte gar keine Kinder mehr bekommen. Darum dachte sie: «Ich bin verbraucht, und meinem Mann geht es genauso – er ist kraftlos geworden. Nein, die Zeit der Liebe ist längst vorbei!». Sie schlug ihrem Mann vor, dass er ihre ägyptische Sklavin, Hagar zur Nebenfrau nehmen solle und bekam ein Kind. Dadurch wurde Ismael geboren. Falls er damals standhaft in seinem Glauben geblieben wäre, würde es heutzutage keine Kriege im Mittleren Osten geben. Abraham war ein schwacher Mensch wie wir. Aber er tat immer wieder Buße und behielt seinen Glauben an Gott trotz seiner Zweifel.
Ein Abriss von Abrahams Geschichte bis zur Geburt Isaaks illustriert dies:
1.a) Gott verheisst dem Abraham grossen Segen, Bewahrung und eine grosse Nation (1 Mose 12,1-3).
b) Abraham zog infolge einer Hungersnot nach Ägypten. Er hatte Angst und gab seine Frau Sarah als seine Schwester aus (1 Mose 12,11-13).
2.a) Abraham lässt Lot wählen, welchen Teil des Landes dieser will. Abraham verzichtet auf sein Recht und bekommt von Gott die Verheissung, dass ihm und seinen Nachkommen einmal alles Land rund herum gehören werde (1 Mose 14,14-17)
3.a) Abraham befreit Lot samt dessen Nachbarn und verzichtet auf den „Befreiungslohn“. Gott verheisst dem Abraham einen grossen Lohn (1 Mose 15,1).
b) Abraham gibt Gott zu bedenken, dass er kinderlos sei (1 Mose 15,2). Hat er Gottes ursprüngliche Verheissung vergessen (1 Mose 12,1-3)?
c) Gott lässt Abraham die Sterne zählen. So gross werde seine Nachkommenschaft werden! Abraham glaubte Gott und Gott „rechnete es ihm als Gerechtigkeit an“ (1 Mose 15,5-6). Der Glaube an Gottes Verheissungen ist der Schlüssel zu Gottes Herz und Reich. Stichwort: Selbstverständnis Bibel: 1 Kor 6,1-11
d) Gott schwört dem Abraham, dass er und seine Nachkommen das Land Kanaan einmal besitzen werden (1 Mose 15).
4.a) Sarah glaubt nicht mehr an Kinder. Sie weist Abraham an, mit Hagar ein Kind zu zeugen. Abraham gehorcht ohne Widerrede (1 Mose 16,2). Ismael wird geboren.
5.a) Gott begegnet dem Abraham und gibt ihm einen neuen Namen (Abram => Abraham) und die Beschneidung. Gott verheisst dem Abraham konkret einen Nachkommen von Sarah.
b) Abraham lacht. Er will sich nicht mehr auf ein solches Glaubensabenteuer einlassen (1 Mose 17,17-18), ist doch ein solches immer ein Wagnis und mit einer Geduldsprobe verbunden. Ismael ist doch Tatsache, soll doch er dieser Sohn sein. „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.“ Doch Gott lässt nicht locker.
c) Abraham wechselt seinen Namen und beschneidet seine Leute.
6.a) Abraham bekommt Besuch. Dieser verheisst der Sarah einen Sohn. Sarah lacht (1 Mose 18,12).
7.a) Abraham gibt seine Frau Sarah zum zweiten Mal als seine Schwester aus! Jetzt kommt der Grund seines hartnäckigen Versagens zum Vorschein: Abraham ging schon mit diesem Vorsatz auf die Reise (1 Mose 20,13)! Unglaube kann Vorsatz sein! Dann ist er fast unüberwindbar.
8.a) Sarah wird schwanger und gebiert Isaak. Gottes Verheissung, aus Abraham ein Volk zu machen, hatte 25 Jahre nach seinem Auszug aus Haran einen konkreten Anfang gefunden (1Mose 21,2).
Dieser kurze Abriss (mit Auslassungen) von Abrahams Geschichte zeigt doch deutlich: Abraham war nicht der unbeirrbare Glaubensheld! Nein, aber er blieb dran und Gott liess ihn nicht los.

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