Jürgen Habermas

Für den Philosophen Jürgen Habermas sind religiöse Überzeugungen auch heute noch eine kognitive Herausforderung. In den Religionsgemeinschaften sei jenseits vom Dogmatismus etwas intakt geblieben, was andernorts verloren gegangen sei: Sensibilität für verfehltes Leben, für Misslingen von Lebensentwürfen, unbedingt zu achtende Würde jeder Person. Nächstenliebe und eine globale Brüderlichkeitsethik, die in der „Gottesebenbildlichkeit“ des Menschen ihren Grund haben, formulieren für jeden ein bleibendes Existenzrecht. Jeder ist zu lieben, selbst wenn er als Sünder anzusehen wäre. Eine ganze Gesellschaft wurde für die Armut und für die Armen, die Benachteiligten sensibilisiert. Das wirkt bis in unsere Sozialpolitik weiter. Die Diakonie der Kirchen leistet deshalb entschiedenen Widerstand gegen ein reduktionistisches Menschenbild und Gesellschaftsverständnis, wie es sich unter dem Vorzeichen der Ökonomisierung artikuliert. Nicht der Markt, der Mensch ist das Maß.
Gernot Facius http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/954208/

Ein Gedanke zu „Jürgen Habermas

  1. Der hat Recht, finde ich.
    Aber wenn man im Internet rumliest, dann ist zur Zeit etwas eigenartiges im Gange. Die Religionen, die Religion an sich wird oft beschimmpft. Was ist da los? Es herrscht da ein beängstigender Ton. Wie findet ihr das ? Ich war mal ziemlich ungläubig, habe mich dann mehr für die Frage nach Gott interessiert und ganz objektiv darüber nachgedacht, was wohl die beste Religion ist, wenn es so etwas gibt. Eine Religion, die nicht mehr angreifbar ist, weil sie gut ist. Letztendlich kam ich ohne mich als richtig gläubig( Auferstehung usw. fällt mir schwer alles zu glauben) zu bezeichnen zu der Erkenntnis, dass es das Christentum in seinem frühen, echten Zustand ist. Deshalb tun die Beschimpfungen gegenüber unserer Religion besonders weh.
    Das Christentum bringt die im Menschen wohnende Nächstenliebe, die Sitte und Ethik ins Heilige, also ins Unangreifbare, wie es keine andere Religion vermag. Ethik ist das Streben zum Ideal des Guten. Im Christentum wird dieses Ideal des Guten verkörpert durch Jesus. Die höchste Ethik und das Christentum sind identisch. Wir sollten es immer verteidigen.

    Grüße von Stephanus (so heiße ich nicht wirklich)

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