Offenbarung 11,13 Und zu derselben Stunde geschah ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt stürzte ein; und es wurden getötet in dem Erdbeben siebentausend Menschen, und die andern erschraken und gaben dem Gott des Himmels die Ehre. Luther 1984

Kurz Einleitung zur Offenbarung des Johannes
Das Johannesevangelium, die Johannesbriefe und die Offenbarung sind in ihrem Schreibstil alle ähnlich. Z.B. nennt Johannes Jesus das LOGOS, das Wort Gottes. Wir finden diesen Ausdruck in Johannes 1,1.14, sowie auch in Offenbarung 19,13. Oder: Jesus lädt ein, von ihm das Wasser des Lebens zu nehmen. Wir finden das in Joh. 7,37 als auch in Offb 21,6; 22,17. Oder: In Joh 1,29 nennt Johannes Jesus das Lamm – denselben Ausdruck finden wir ständig in der Offenbarung (z.B. Kap 5,6-22,1). Das Lamm ist auch im AT das Bild des Opfertieres. Johannes legt sein Gewicht darauf, dass die entscheidende Tat im ganzen Erdenleben Jesu, durch die die große Wende zum Guten für die Menschheit, ja den ganzen Kosmos herbeigeführt wurde, in seinem Sterben geschieht. Jesus hat durch seinen Opfertod Frieden geschaffen.
Ort und Zeit der Abfassung
Offb. 1,9: Johannes schreibt, dass er um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen von Jesus auf der Insel Patmos verbannt wurde. Patmos galt damals allgemein als Verbannungsinsel,
Die Empfänger des Buches und sein Inhalt
Das Buch ist ein verhältnismäßig langer Rundbrief an sieben kleinasiatische Gemeinden mit einem persönlich gehaltenen Anschreiben an jede der einzelnen Gemeinden.
Was will die Offenbarung?
Die Offenbarung will gewiss machen, dass Gott seinen Sohn Jesus Christus zum Heiland und Herrn dieser Welt bestimmt hat. ER spricht das letzte Wort. auch wenn oft alles anders aussieht.
Der Inhalt von Kapitel 10 und 11
Die Ereignisse in Kapitel 10 und 11 bis zu diesem Vers gehören demnach zu einer Parenthese oder Einschaltung. Die grammatische Form weist nämlich darauf hin, daß der ganze Bericht bis zu Vers 14 ein eingeschobener Abschnitt ist. Daher beschreibt der Apostel Johannes alle Visionen, die er gesehen, und alle Stimmen, die er gehört hat, in der Vergangenheitsform, z. B.: Und ich sah, daß das Lamm eines der sieben Siegel auftat … (Offb. 6, 1). Und der erste Engel posaunte … (Offb. 8, 7). Von dieser starren Regel weicht Johannes nur dann ab, wenn er manchmal zwischendurch gewisse Zukunftsereignisse schildert, die zeitlich vorgezogen sind. Ein gutes Beispiel dafür ist in der Vorankündigung der siebten Posaune zu finden, wo die Zukunftsform gleich dreimal gebraucht wird. Dies ist auch so im vorhergehenden Text, wo das Zertreten Jerusalems und der Dienst der beiden Zeugen in der Zukunftsform beschrieben ist.

Auslegung von Vers 13
“Und zu derselben Stunde geschah“ Während die Zeugen, und die wahre Gemeinde Jesu überhaupt (Offb 19,7), mit ihrem Herrn vereinigt werden, geht die Welt durch eine schwere Erschütterung und Katastrophe hindurch. Sie ist Vorbote, Anfang und Auftakt dessen, wovon in Offb 16,18 gesagt wird; das Ganze bildet dann den Abschluss der antichristlichen Zeit und der Weltgeschichte überhaupt.
“und der zehnte Teil der Stadt stürzte ein“ Welche Bedeutung mag diese Angabe in der Reihe der Sinnzahlen haben? Die Israeliten gaben Gott den Zehnten, um seinen Anspruch auf das Ganze anzuerkennen. Sie bestätigten seine Oberhoheit und ihre Tributpflichtigkeit. Diese „Stadt“ aber hatte diesen Anspruch verweigert. Nun macht Gott ihn richterlich geltend. Er schlägt ein Zehntel, um durch diese Zeichen die Unterwerfung des Ganzen vorzunehmen.
Siebentausend ist nicht unbedingt die Anzahl im wörtlichen Sinn, es ist vielmehr eine vollkommene Anzahl, die von Gott bestimmt ist und vielleicht die gefürchtetsten Feinde Gottes meint. „… die übrigen wurden voll Furcht und gaben dem Gott des Himmels Ehre“ (Vers 13b). Sie erkennen in diesen Ereignissen die Hand Gottes. Das heißt noch nicht, daß sie die Rechte des Herrn Jesus anerkennen. Wenn das tatsächlich nicht der Fall ist, hat die Ehre, die sie dem Gott des Himmels erweisen, für Ihn keinen Wert.
“ und die andern erschraken“, emphobos, ist der Ausdruck, der die Furcht und das erschrecken der Frauen am leeren Grab (Luk.24,5) und dann der Jünger beim Anblick des auferstandenen Herrn (Luk.24,37) bezeichnet. Wenn Gott in Macht handelt, werden die Menschen in dieser Weise berührt (Apg.10,4; 22,9; 24,25).
“und gaben dem Gott des Himmels die Ehre“ Der hier und in 16,11 verwendete Gottestitel mag in einem gewissen Gegensatz stehen zur Vergötterung der Erde durch die „Bewohner der Erde“ siehe (3,10), die jetzt zusammenbricht. Alle Erdenherrlichkeit wurde ja durch das Weltenbeben so sichtlich entherrlicht, daß die Anerkennung der Gottesherrlichkeit nicht mehr zu umgehen ist. Unwiderstehbar hat sie sich Bahn gebrochen (14,6-7; 15,4).
Der sehr allgemeine Ausdruck „gaben dem Gott des Himmels die Ehre“ spricht nicht ohne weiteres von einer Heilsbekehrung. Das AT bringt zahlreich Unterwerfungen unter Gott, die nicht von Herzen geschahen. Israel gab Gott auf dem Karmel unter dem Druck des Gotteszeichens die Ehre. Nach 1.Könige 18,39 fiel „alles Volk“ auf sein Angesicht vor Gott, aber schon im nächsten Kapitel 19,18 sind es nur siebentausend, die Jahwe nachfolgen. Neben diesem Beispiel aus der Mosezeit nahe liegen. Pharao unterwarf sich immer nur gezwungen: Nach 2.Mose 14,18 erkennt er, daß Jahwe Gott ist, und fährt gerade daran ins Verderben.

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