1.Petrus 1,4 zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch,

In V 3 wurde deutlich, daß mit der lebendigen Hoffnung nicht nur ein innerliches Hoffen, sondern wirkliches Hoffnungsgut gemeint ist.
Nach der Hoffnung V 3 nennt die Eulogie (Lobrede) ein „Erbe im Himmel“ als weiteres Privileg, das den Christen durch die „Wiedergeburt“ geschenkt wurde.
Hoffnung ist nicht nur Denkvorgang oder Gemütszustand. Sie lebt auch abgesehen von unserem Verhalten, „objektiv“ als unser „Erbe“.
Das Wort Erbe macht die Hoffnung real, denn ein Erbe existiert nicht in Gefühlen sondern in Realität. Im NT finden wir das Wort besonders bei Paulus Rö 8, 17; Gal. 4, 7; Kol. 3, 24; Tit. 3, 7; Apg. 20, 32). An allem, was ihm gehört, erhalten sie Anteil. Das Wort Erbe ist besonders treffend: Man kann heute schon Erbe sein und doch das Erbteil noch nicht „haben“. „Schon“ Erben und doch ‚noch nicht“ völlige Besitzer – das kennzeichnet die Lage der Wiedergeborenen.
Diese absolut sichere Hoffnung der Christen richtet sich auf ein zukünftiges Erbe (kleronomian). Derselbe Begriff wird in der Septuaginta für den Israel verheißenen Besitz des gelobten Landes benutzt (vgl. 4. Mose 26,54.56; 4. Mose 34,2; Jos 11,23). Das Land war Israels Eigentum, das ihm von Gott geschenkt wurde.
Wie kann man das Erbe näher beschreiben? Dafür reicht die menschliche Vorstellungswelt und Sprache nicht aus. Darum wird das Erbe durch negative Ausdrücke näher bestimmt: Im vergänglich und unbefleckt und unverwelklich. Diese negativen Beifügungen drücken die wunderbare Überlegenheit des himmlischen Erbes über jedes irdische Gut aus. Der Apostel verwendet in einer Steigerung drei Begriffe, die alle mit dem gleichen Buchstaben beginnen und auf derselben Silbe enden, um die Dauerhaftigkeit dieses Erbes zu beschreiben: unvergänglich (aphtharton), unbefleckt (amianton), unverwelklich (amaranton). Das Erbe der Christen ist so unzerstörbar wie das Wort Gottes (vgl. 1. Petr 1,23, wo Petrus wieder das Wort aphtharton gebraucht). Es wird von Gott für die Gläubigen im Himmel aufbewahrt oder „bewacht“, so daß es ihnen nicht verloren gehen kann (vgl. Gal 5, 5).
Das „Erbe“ ist jetzt schon da: Es „wird aufbewahrt im Himmel für euch“. „Aufbewahrt“ ist dieses Erbe im Wortsinn von „behütet, gehegt, gepflegt“: Gott wacht darüber, unser Herr Jesus Christus, dass wir das ewige Erbe nicht verlieren. Das hat Petrus von seinem Herrn gehört, als dieser zu seinen Jüngern sagte: „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen… Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten“ (Joh 14,2). „In meines Vaters Hause …“, sagt Jesus; Petrus umschreibt Gottes Wohnort mit „im Himmel“ (im Griech. ist das ein Plural: „in den Himmeln“). Gemeint ist mehr als ein Ort – „aller Himmel Himmel können dich nicht fassen“ (1. Kön 8,27). „Die Himmel«, das ist die umfassende Wirklichkeit Gottes, seine Dimension, die alles andere einschließt (vgl. 1. Mo 11,4; 2. Mo 20,4; 5. Mo 4,39; 5. Mo 10,14; Ps 2,4; Ps 11,4; Ps 115,3; Jes 63,19; Jes 66,1; Jer 23,24; Dan 7,13; Mt 3,16; Mt 5,12; Mt 6,1; Mt 18,10; Mk 16,19; Joh 3,13; Joh 6,38; 2. Kor 5,1; 2. Kor 12,2; Eph 2,6; Eph 4,10; Kol 1,5; Offb 4,2; Offb 21,1). Dort, bei Gott selbst, ist schon alles bereit gelegt »für euch«, schreibt Petrus den bedrängten Christen.

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