1Petr.1,5 die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit.

Aber nicht nur in den Himmeln wird das Erbe bewahrt, sondern auch auf Erden werden diejenigen bewahrt, denen das Erbe zugedacht ist. Das ist umso nötiger, als das irdische Gedränge den Christen nicht erspart wird.
Das Wort „Macht“ weist hin auf die Stärke nach dem inneren Vermögen. Im Griechischen steht kein Geschlechtswort davor; das bedeutet, dass der Nachdruck nicht so sehr auf der Macht selbst als auf dem Charakter dieser Macht liegt. Es ist göttliche Macht! Auch vor „Glauben“ steht kein Geschlechtswort.
Diese Bewahrung geschieht nicht zwangsweise, sondern „durch den Glauben“, an denen also, die Gott ganz vertrauen. Gott zwingt auch seine Hilfe niemandem auf, aber wer glaubt, wird gerettet. Wird über „Glauben“ (ohne Geschlechtswort) gesprochen, dann ist die geistliche Energie in uns gemeint, die glaubt (annimmt), was Gott offenbart hat. Diese Bedeutung liegt also auch hier in 1Petr 1, 5 vor.
Das Wort „bewahrt“ in Vers 5 ist ein anderes als das Wort „aufbewahrt“ in Vers 4. Letzteres bedeutet „weglegen, dafür sorgen, dass es nicht verloren geht“. In Vers 5 ist es ein militärischer Ausdruck. Es bedeutet: mit einer Wache bewachen oder einschließen (Gal 3,23). In diesem Wort liegt auch der Gedanke, dass diese Bewachung mit Wachsamkeit geschieht, wobei man den Gegenstand nicht aus den Augen verliert und das Auge auf das richtet, was abgewehrt oder verhindert werden soll. Diese Bewachung (Phil 4,7) kann sich sowohl auf Gefahr von außen beziehen als auch darauf, ein Entkommen zu verhindern (2Kor 11,32). Die Zeitform, in der das griechische Wort gebraucht wird, zeigt, dass es sich um eine dauernde Bewahrung oder Beschützung handelt.
Die Bibel redet von Seligkeit (Errettung) in zweifacher Weise: einerseits von einer bereits geschehenen – „ihr seid errettet“ ( Eph. 2, 8 ) — und andererseits von einer zukünftigen. Wer durch Jesus von seinen Sünden errettet ist, darf wissen, daß er auch von dem kommenden Zorn Gottes errettet werden wird (1 Thes. 1, 10; Rö 8, 24). Die Errettung der Auserwählten ist schon perfekt, von Gott bereitet.
Aber gerade weil sie jetzt noch verborgen ist, wird sie dann enthüllt werden, wenn es darauf ankommt, nämlich in der letzten Zeit. Im Grie. gibt es für Zeit zwei Ausdrücke: chronos ist die gleichmäßig ablaufende, meßbare Zeit, hingegen ist kairos die gefüllte, von bestimmten Ereignissen geprägte Zeit, der von Gott bestimmte Zeitpunkt, der Termin, die Frist. An unserer Stelle steht kairos. Der Begriff kann im NT geradezu estatologischer Terminus für den Tag der Parusie und des Gerichtes sein, also für die endgültige und totale Durchsetzung der Gottesherrschaft (vgl. Lk 21, 8; 1Pt 5, 6; Offb. 1, 3; 11, 18). Diese Sinngebung des Begriffs beginnt bereits in LXX: 1 Mo 6, 13; Hes 22, 3; 7,12; Klagel. 1, 21; 4, 18 Es wird den Glaubenden gehen wie der Hure Rahab (Jos 2 und 6, 22ff): Als die große Not über die Stadt Jericho kam, wurde Rahab errettet. Im Lager der Sieger war diese Errettung vorher schon beschlossene Sache. So ist die Errettung der Kinder und Erben Gottes schon festbeschlossene Sache im Himmel. Petrus macht hier die gewissesten Aussagen, um ja keinen Zweifel an der Errettung aufkommen zu lassen. .Ja, In Kraft Gottes werden sie bewacht durch Glauben zur Errettung. Das ist kein Synergismus“. Es ist ganz Gottes Kraft, die die Erben des Himmels bewacht zur Errettung; sie ihrerseits aber vertrauen sich dieser Kraft Gottes an, die sie durchträgt. Das heißt: durch Glauben. So erfahren sie die Verheißung ihres Herrn „und niemand wirf sie mir aus meiner Hand reißen“ (Jo 10, 27 f.).

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