1Petrus 1,7 damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus.

In einem anschaulichen Bild wird die Läuterung des Glaubens durch die Prüfung mit der Läuterung des Goldes durch das Feuer verglichen.
Calvin bemerkt, daß es eine zweifache Bewährung des Goldes durch das Feuer gibt, zum einen, wenn es von der Schlacke gereinigt wird, zum anderen, wenn das Blei abgetrennt wird (sinngemäß nach Jes 1,25).
Weil der Glaube sich oft vermischt mit manchen unlauteren Beimengungen, darum muß Gott den Schmelzprozeß vornehmen.
Die verschiedenen Anfechtungen, auf die Petrus hier anspielt und die eher mit Verfolgungen als mit alltäglichen Problemen in Zusammenhang zu stehen scheinen, lösen zwei Dinge aus: (1) Sie läutern oder reinigen den Glauben – wie Gold … durchs Feuer geläutert wird, wenn seine Schlacken entfernt werden, und (2) sie prüfen die Echtheit des Glaubens. Belastung vertieft und verstärkt den christlichen Glauben und bringt seine Wahrhaftigkeit an den Tag.
Das Wort dokimazomenou, „als echt befunden“, bedeutet soviel wie „prüfen, für bewährt erklären, nach vorangegangener Prüfung auswählen“ (vgl. dokimion, „Prüfung, Bewährung, Prüfstein“, in V. 7 und Jak 1,3, und dokimon, „Prüfung“, in Jak 1,12).
„das vergängliche Gold“
Apollumi „vergehen“ bedeutet nicht, „ausgelöscht werden“ oder „aufhören zu existieren“, sondern Ruin oder Verlust.
Doch Petrus vergleicht den Glauben nicht nur mit Gold, er setzt den geläuterten Glauben sogar weit über geläutertes Gold. Der Glaube ist viel kostbarer … als das vergängliche Gold. Selbst geläutertes Gold, das doch wirklich eine lange Lebensdauer hat, wird irgendwann einmal vergehen (vgl. 1. Petr 1, 18; vgl. Jak 5,3). Auf dem Markt der Ewigkeit hat es keinen Wert. Der Glaube dagegen erwirbt ein Erbe, das unvergänglich ist. Wahrer Glaube ist nicht nur für seinen Besitzer von höchstem Wert, sondern bringt auch Lob, Preis und Ehre für den, dessen Namen die Christen tragen, wenn er wiederkommt (offenbart wird; vgl. 1. Petr 5,1), um die Seinen zu sich zu nehmen. „Offenbart wird“ ist die Übersetzung von apokalypsei, von dem auch unser Lehnwort „Apokalypse“ stammt.
Auffällig ist, daß der Text die Frage offen läßt, wenn eigentlich das Lob und die Ehre zuteil werden. Sicherlich mit Bedacht. Denn die Verherrlichung des Erlösen bei seiner Enthüllung ist zugleich die Enthüllung und Verherrlichung seiner Erlösten (Röm.8, 17; 1 Joh 3, 2), und in dem allen wird dem Vater selbst Lob und Herrlichkeit und Ehre zuteil. Denn Gottes Ehre ist das Ziel (1 Kor 15, 28). Dazu wird Jesus kommen, um „verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert zu werden in allen, die zum Glauben kamen‘ (2 Th 1, 10). Wenn aber der Messias, unser Leben, sich offenbaren wird, dann werdet auch ihr zusammen mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit“ (Kol.3,4).
Die drei Umschreibungen für den Lohn (»Lob, Herrlichkeit, Ehre«) kann man auf eine Teilhabe an der Welt Gottes (dem biblisch diese Begriffe an sich zugeordnet sind) deuten. Alle Aussagen haben ermahnende Absicht, um zum Leiden zu befähigen und vor Resignation zu bewahren, die Situation also zu erleichtern.

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