1Petr.1,9 wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.

Der Glaube ist mithin nicht etwa nur ein Denkakt. Dann wäre sein Ziel Erkennen. Sondern er ist Bewegung zum Ziel, Ergreifen des Zieles, also Lebensakt.
„wenn ihr das Ziel“
So hat auch der Glaube ein Ziel: die Errettung der Seelen. Das grie. Wort für Ziel heißt zugleich auch „Ende“. Wenn das Ziel des Glaubens erreicht ist, dann geht der. Glaube ins Schauen über. Der Herr will, daß wir auf das Ziel schauen, also zielgerichtet leben.
eures Glaubens erlangt“
Der Glaube ist mithin nicht etwa nur ein Denkakt. Dann wäre sein Ziel Erkennen. Sondern er ist Bewegung zum Ziel, Ergreifen des Zieles, also Lebensakt.
Die Gläubigen können sich freuen, weil sie erlangen (komizomenoi, „als Belohnung bekommen“), was ihnen verheißen ist: „Der Seelen Seligkeit“, das Ziel (telos) ihres Glaubens. Für jene, die Jesus Christus lieben und an ihn glauben, ist die Erlösung etwas bereits Vollendetes („der uns wiedergeboren hat“, V. 3), das in die Gegenwart hineinragt („aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt“, V. 5) und sich in die Zukunft erstreckt (es ist ihr „Erbe“, V. 4, das ihnen „zu der letzten Zeit“ offenbar wird, V. 5, und das „Ziel“ ihres Glaubens, V. 9). Da jeder einzelne Tag die Gläubigen diesem Ziel näher bringt, empfangen sie es schon jetzt. Zweifellos ist all dies – trotz der Verfolgung, die den Glauben vertiefen und an den Tag bringen kann – ein Grund zu „unaussprechlicher und herrlicher Freude“ (V. 8).
„nämlich der Seelen Seligkeit.“
Bei „Seele“ denkt der heutige Mensch entweder an ein Organ des Menschen, für das der Psychologe zuständig ist, oder an etwas, das nach dem Tod wie ein Gespenst oder Engel überlebt.
Scheinbar ist dieser Ausdruck der grie. Philosophie entnommen. In Wahrheit entspricht er der Verkündigung des Herrn, der angesichts von Verfolgung und Todesbedrohung gesagt hatte: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib zwar töten, aber die Seele nicht zu töten vermögen“ (Mt l0 28). Die Griechen hielten die Seele für das einzig Wertvolle am Menschen war ihnen doch die Erlösung der Seele aus der Kerkerhaft des Leibes das wichtigste Ziel, und so ersehnten sie sich eine vom Leib gelöste Existenz der Seele. Aber der Leib ist nach der Bibel keineswegs Kerker der Seele, sondern er macht mit der Seele und dem Geist zusammen überhaupt erst den ganzen Menschen aus. Gottes Heil ist leibhaft: „Seele“ meint hier „Person“, also das, was der Mensch ist. Durch diesen betonten Gebrauch des Begriffs „Seele“ wehrt Petrus aber dem Missverständnis, als würde die Rettung immer auch Rettung vor dem Martyrium, der Lebenshingabe beinhalten. Auch im AT meint das Wort „Seele“ ( psyche) immer Körper, Seele und Geist (2Mo 1,5) also die ganze Person.

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