1.Petrus 1,12 Ihnen ist offenbart worden, daß sie nicht sich selbst, sondern euch dienen sollten mit dem, was euch nun verkündigt ist durch die, die euch das Evangelium verkündigt haben durch den heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, – was auch die Engel begehren zu schauen.

Die großen Vorrechte der Gläubigen dieses Zeitalters sieht man nicht nur daran, daß sie all das klar verstehen, was den Propheten verborgen blieb, sondern auch in der Tatsache, daß „Engel“ in diese Wahrheiten der Erlösung hineinzuschauen begehren. 
„Ihnen ist offenbart worden, daß sie nicht sich selbst, sondern euch dienen sollten mit dem,“
Die Propheten des Alten Bundes „dienten“ vorlaufend der Gemeinde des Neuen Bundes „nicht sich selbst“. „Dienen“ heißt in seiner Grundbedeutung „den Tisch decken“. Ein treffendes Bild: Die Gotteszeugen des Alten Bundes decken den Tisch; selber aber können sie noch nicht davon essen. Erst die essen am gedeckten Tisch, die Gott zur Zeit des Heils zu seinen Gästen erwählt hat. Das mussten die Propheten erkennen; es „ist ihnen offenbart worden“.
Das ist die überwältigende Qualität der „Zeit der Gnade“. Da wurde der Tisch gedeckt, und jetzt ist jeder zur Festmahlzeit eingeladen und darf essen. Wohl deshalb hat Jesus in seiner Verkündigung so viele Gleichnisse von Festessen, Hochzeitsessen für die Wirklichkeit des angebrochenen Gottesreiches gebraucht und seiner Gemeinde das »Festmahl«, das Abendmahl bleibend als Vergewisserung seiner Gegenwart und seines Heils gegeben.
„was euch nun verkündigt ist“
Das Heil wird verkündigt durch die, die das Evangelium bringen Verkündigung des Heils ist zugleich Anbieten des Heils. Verkündigen ist ein „Mitteilen“ im Sinn von „weiterreichen“.
die euch das Evangelium verkündigt haben
Jetzt, in der Zeit der Erfüllung, der Jesus -Zeit, wird das Evangelium verkündigt: „Nun wird es verkündigt …“ „Verkündigen“ – die griechische Zeitform unterstreicht, dass dies auf Dauer geschieht. Die Evangeliumsverkündigung – Evangelium wird hier verstanden als die Ganzheit des christlichen Glaubens.
„Das Evangelium“, die „gute Botschaft“, ist nicht Menschenwort, sondern Gotteswort.
Das Evangelium wird wohl auf vielfältige Weise und durch verschiedene Boten nach Kleinasien gekommen sein, weithin aber durch den Dienst des Apostels Paulus. Grundlegend wichtig für alles Evangelisieren Ist der in V. 11 geschilderte Inhalt: die Botschaft von der Errettung durch die Leiden Christi.
durch den heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist
Zwei wesentliche Unterschiede aber gilt es festzuhalten. Einmal: Bei den atl. Boten wirkte der Geist Gottes auf Zeit, wenn sie ihren Dienst ausrichten sollten. „Der Geist kam über sie“ (vgl. 5. Mo 34,9; Jes 32,15; Hes 3,24). Im Neuen Bund ist der Geist Gottes bleibend in den Glaubenden. „Der Heilige Geist, der vom Himmel gesandt ist“ – darin steckt eine „Ortsveränderung“, die etwa so wiederzugeben ist: „Der Heilige Geist ist aus dem Himmel weggesandt, abgesandt“, um bleibend bei den Glaubenden zu wohnen (vgl. auch Joh 1,14; Röm 8,9.11; 1. Kor 3,16; Jak 4,5). Die Aussage „vom Himmel gesandt“ macht noch einmal deutlich, daß es wirklich um den Geist Gottes geht und nicht um etwas, was von der Erde oder vom Menschen stammt. Die Formulierung drückt eine abgeschlossene Handlung aus. Der Heilige Geist ist da“.
was auch die Engel begehren zu schauen“.
Und noch ein Aspekt kommt hinzu: Was Engel zu erspähen begehren. Die Engel wissen viel, sie sind Gott nahe und sehen in den Himmeln allezeit sein Angesicht (Mt 18, 10). Es ist Freude vor den Engeln Gottes, über einen einzigen Sünder, der umkehrt, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die kein Bedürfnis nach Umkehr haben (Lk 15. 7.10).
Ist es ein Wunder, daß die Engel ein so starkes inneres Verlangen haben ( epithumeo), in diese Dinge hineinzuschauen?. Das Wort für „hineinschauen“ ( parakupto) weist auf die Tätigkeit hin, wenn man sich vornüberbeugt, um in etwas hineinzublicken oder wenn man sich zur Seite beugt, um einen besseren Blick zu haben. Die Engel sind Zuschauer, nicht Teilnehmer. Da sie eine vom Menschen unterschiedliche Natur haben (Hebr 2,16), können sie selbst die Bedeutung der Gnade Gottes für die Sünder nicht begreifen.



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