„Woody Allen – Komik am Abgrund“

Diese Namen verraten auch gleich den Grund des Vorzugs, denn es sind alles Regisseure, die sich mit den Aporien der menschlichen Existenz auseinandersetzen, und Allen muss heute dazu gezählt werden: „Mich haben immer nur die individuellen, menschlichen Fragen in meinen Filmen und Themen gefesselt.“ 5
Hier wird Allen auch für Theologen ein wichtiger Zeitgenossen, denn er ist einer der wenigen gegenwärtigen Regisseure, der – wenn auch oft in hintergründige Komik verpackt – die großen Fragen nach dem Sinn des Lebens, dem Tod, nach Gott noch stellt. Das Muster seiner Komik ist das unvermittelte Nebeneinander von Metaphysik einerseits und der Tücke des Alltags in Manhattan des 20. Jahrhunderts andererseits: „Es gibt nicht nur keinen Gott, sondern versuch mal, am Wochenende in Manhattan einen Klempner zu kriegen.“
Die Grundstimmung ist Skepsis und Pessimismus, aber Allen scheint nicht ganz aufgegeben zu haben. In einem Interview vom Mai 1986 bekennt er: „ … in meinem täglichen Leben gibt es Momente, in denen in mir etwas Hoffnung hochklingt. Sehen Sie, vielleicht ist alles auch gar nicht so erschreckend, wie es manchmal den Anschein hat (…) Vielleicht haben die Optimisten recht? Wer weiß? Mir scheint nur, dass die Pessimisten die Dinge ins richtigere Licht rücken …“6
Seinem Biographen Eric Lax vertraute Allen für dessen Buch, das bezeichnenderweise den Titel trägt „Woody Allen – Wie ernst es ist, komisch zu sein“, folgendes an: „Ich möchte nicht angeberisch erscheinen, aber es ist meine Melancholie, die mich zur Philosophie hinzieht und weshalb ich so stark an Kafka, Dostojewskij und Ingmar Bergmann interessiert bin. Ich glaube, ich habe alle Probleme, mit denen diese Leute sich befassen. Die Besessenheit vom Tod, die Besessenheit von Gott oder dem Fehlen Gottes, die Frage danach, warum wir hier sind. Antworten will ich, das ist alles.“ 7
Vom Komiker zum ernsthaften Filmemacher
Dass dieses Bekenntnis schon Anfang der siebziger Jahre gemacht wurde und nicht erst nach seinem ersten ernsten Film „Interiors“ (Innenleben) 1978, in dem Allen selbst nicht mitspielt (was aus dem Drama doch eine Komödie gemacht hätte), beweist nur, dass auch die frühen komischen Filme eigentlich Tragikomik waren, aber geschickt im Wortwitz und Slapstick verborgen. Intellektuelle Purzelbäume nach vorn, Humor als Mittel zum Überlegen in Zeiten, in denen es eigentlich nicht viel zu lachen gibt.
H.C. Blumenberg, der große Kritiker des modernen Kinos, sagt über die Entwicklung des „komischen“ zum „ernsten“ Allen in einem Artikel mit der Überschrift „Der Clown muss sterben“: „die Maske ist durchsichtig geworden, hinter der Woody Allen seine Lebensangst und seine Neurosen verbirgt.“ 8 Der Filmbuchautor Berndt Schulz drückt es so aus: „Der Woody Allen von heute ist nicht mehr nur auf Lachen aus wie in seinen Anfängen. Er bohrt längst auch in die Tiefe und macht „schöne Filme“. Aber er hat das Fundamentale des Lachens nicht vergessen. Er weiß, dass der Lachende auch seine Angst, die Kehrseite des Lachens, hinausjagt.“ 9
Biographisches
Begonnen hatte alles damit, dass Allen Stewart Königsberg, der am 1. Dezember 1935 geboren wird, entdeckte, dass ihm das Schreiben leicht fällt: „Bis ich in der fünften Klasse war, hatte ich schon einige Erfahrung, wie man komisch schreibt, und zwar so, dass ich auch Anspielungen auf Freud und den Sex brachte, ohne zu  wissen, wer oder was das wirklich war, aber mit dem sicheren Gespür, wie man sie richtig verwendete.“ 10
Scheinbar hatte Allen schon damals das, was die Presse heute als „traumwandlerisches Gespür für die Fallstricke zwischenmenschlichen Harmoniebedürfnissen“ beschreibt. 11
Er fing an, Witze an Zeitungen zu schicken, und innerhalb von drei Wochen wurden sie veröffentlicht. Wenn er die Schule schwänzte, ging er in die Filme der großen Komiker von damals. Besonders mochte er Bob Hope. Mit sechzehn nannte er sich Woody Allen, weil das „den ganzen unwiderstehlichen Zauber des Showgeschäfts ausdrückte“. 12)
Philosophie und Psychotherapie helfen nicht
Am Ende des ersten Semesters ging er freiwillig von der Uni ab und schrieb sich am City College für Abendschulkurse ein, „um meine Mutter davon abzuhalten, sich die Pulsadern zu öffnen“. 13) Aber auch da hatte er, wie in der Schule , keinen Erfolg. Später parodiert er diese Zeit folgendermaßen: „Ich habe alle Kurse in abstrakter Philosophie im College belegt, wie z. B. Wahrheit und Schönheit. Wahrheit und Schönheit für Fortgeschrittene, Wahrheit für Fortgelaufene, Einführung in Gott, Tod für Erstsemester. Ich wurde im ersten Semester an der New Yorker Universität rausgeschmissen. Ich mogelte bei meiner Metaphysikprüfung. Ich guckte dem Jungen neben mir in die Seele.“ 14
Interessanterweise war es eine Freundin, die ihn für Literatur empfänglich werden ließ: „Als ich einmal ein Mädchen ausführte und sie auch irgendwie gern hatte und herausfand, dass sie an mir kein Interesse hatte, weil ich bildungsmäßig und intellektuell zu wenig zu bieten hatte, hörte ich auf, Comicbücher zu lesen (…) Zuerst fing ich an, eine Menge Gedichte und Prosa zu lesen, um mich zu bilden, mich weiterzubringen, um bestehen zu können. Dann merkte ich, dass es mir gefiel (…) Jetzt bin ich ein unersättlicher Leser (…) Ich lese die existenzialistische Philosophie, weil sie meine Ängste widerspiegelt …“15
1959 suchte er sich das erste Mal einen Psychiater, und genau so, wie er heute über die ungenügenden Antworten moderner Philosophie herzieht, zieht er auch Psychotherapie „durch den Kakao“.
Mary: Also, ich habe dir erzählt, dass ich Probleme von Anfang an hatte. Gleich, als wir uns das erste Mal getroffen haben.
Ile: Und was sagt dein Psychoanalytiker? Ich meine, hast du mit ihm darüber gesprochen?
Mary: Danny liegt im Koma. Er hat schlechte Erfahrungen mit LSD gemacht. 16
Therapeuten, Menschen, die helfen sollten, sind selbst Menschen, denen geholfen werden muss. Allen rüttelt so an allen Fundamenten, auf die wir uns verlassen. Alle modernen Probleme am Ende des 20. Jahrhunderts sind bei Allen vorhanden: Identitätsverlust, Kommunikationsprobleme, Sinnlosigkeitsgefühl und Entfremdung. Einer seiner ersten Witze war: „Ich bin zwei mit der Natur.“ 17
Das ist die Tragikomik eines modernen Großstadtmenschen, der zu überlegen sucht.
Der christliche Kulturphilosoph Francis Schaeffer schrieb über die sechziger Jahre: „In zunehmendem Maße werden die wirklich bestimmenden philosophischen Aussagen nicht mehr in philosophischen Abhandlungen gemacht, sondern auf anderen Wegen den Menschen übermittelt, nämlich in der bildenden Kunst, der Musik, den Romanen, in Richtung Schauspiel und im Film.“ Dem Film misst Schaeffer eine besondere Durchschlagskraft zu: „Diese philosophischen Filme erreichten sehr viel mehr Menschen als philosophische Schriften oder die Malerei und Literatur.“ 18
Interessant ist, dass Schaeffers Auflistung der entscheidenden Regisseure die Namen enthält, die auch Allen als seine Lieblinge nennt, darunter besonders Ingmar Bergman.
Humor als geistige Überlegenheit
Heute setzt Allen auf seine Weise das fort, was diese Männer begannen: die Verbreitung einer Weltanschauung der Absurdität und Sinnlosigkeit, bei ihm nur gemildert durch einen unverwüstlichen Humor eines Stehaufmännchens, das sich nicht unterkriegen lässt.
Jerry Lewis sagte einmal über die Juden: „Wir sind in unserer jahrtausendelangen Geschichte so oft verfolgt und bekämpft worden, dass wir, um überhaupt überleben zu können, gezwungen waren, Humor zu entwickeln.“ 19
Allen lässt den Antihelden, den Verlierer, sogar als Sieger erscheinen, wenn er seine körperliche Tollpatschigkeit durch geistige Überlegenheit ausgleicht: „Heute lief ich bei einer Beerdigung meinem Bruder in die Arme. Wir hatten uns fünfzehn Jahre nicht gesehen, aber wie gewöhnlich zog er eine Schweinsblase aus der Tasche und fing an, mir auf den Kopf zu hauen. Die Zeit hat mir geholfen, ihn besser zu verstehen. Ich begreife endlich, dass er seine Äußerung, ich sei „irgend so ein ekelhafter Wurm, der bloß zum Ausrotten geschaffen sei“, mehr aus Mitleid als aus Wut getan hatte. Seien wir ehrlich: er war immer viel gescheiter als ich – witziger, gebildeter, besser erzogen. Warum er immer noch McDonald’s arbeitet, ist mir ein Rätsel.“ 20
Die Suche nach einem Ruheplatz
Aber auch solche clever-witzigen Klimmzüge lassen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Allen sich verfolgt fühlt, dass die Grundstimmung seines Lebensgefühls Ungeborgenheit ist. Wie der österreichische Liedermacher Andre Heller (auch Jude) im „Emigrantenlied“ singt: „Misstraue der Idylle, denn sie ist ein Mörderstück, schlägst du dich auf ihre Seite, schlägt sie dich zurück (…) Darum mach dir`s nicht behaglich, glaube nicht an einen Ort, denn wo du heut dein  Dach dir deckst, jagt man dich morgen fort.“21
Seine Filme sind deshalb auch von der Rastlosigkeit modernen Großstadtlebens geprägt. Für die Kameraführung bedeutet das wenig lange Einstellungen. Komik braucht Tempo! So fallen die Ruhepole in seinen Filmen auf, z. B. in „Manhattan“ (1979) eine Morgenstimmung auf einer Bank, besonders aber Schluss von „Stardust Memories“. Woody Allen spielt hier (autobiographisch wie noch nie) Sandy B., einen Regisseur, der nach dem Sinn seiner Arbeit fragt und der in einer Traumsequenz mit seinem Tod konfrontiert wird:
Sandy: „noch gar nicht so lange her, … da lag ich auf dem Operationstisch, und da hab ich versucht, etwas zu finden, woran ich mich halten kann, verstehen Sie? (…) Äh, dann, äh, dann, wenn man, wenn man stirbt, äh, wird das Leben plötzlich wirklich sehr authentisch. Und, und äh, irgendetwas (…) ich hielt Ausschau nach irgend etwas, das meinem Leben Sinn geben könnte, und eine Erinnerung blitzte auf. (Innen. Sandys Penthouse-Apartment. Tag. Sandy sitzt am Tisch und isst Eis aus der Packung. Nun wieder Sandys Stimme:) Es war einer dieser herrlichen Tage im Frühling. Es war Sonntag  und man wusste, dass der Sommer nicht mehr fern war. Ich erinnere mich. Dorrie und ich waren an diesem Morgen im Park spazieren gewesen. Wir kamen zurück in die Wohnung. Wir haben da einfach so herumgesessen. Und (…) ich habe eine Platte von Louis Armstrong aufgelegt – Musik, die ich immer schon liebte, weil ich mit ihr groß geworden bin. Es war sehr, sehr schön, und (…) ich habe zufällig zu Dorrie hinübergeschaut, und ich, ich sah sie daliegen. Und ich erinnere mich, wie ich gedacht habe. (Dorrie liegt auf dem Boden und blättert in einer Zeitung. Sandys Stimme:) (…) wie wunderbar sie sei, und wie sehr ich sie liebte. Und ich weiß auch nicht … ich glaube, es war die Kombination von allem (…) diese Musik und die laue Frühlingsluft, und wie sehr mir Dorrie gefiel, und für einen kurzen Augenblick schien alles auf das wundervollste zusammenzupassen, und ich, ich fühlte mich glücklich. Fast unzerstörbar, gewissermaßen. (Dorrie schaut Sandy an und lächelt – Sandy isst Eis, während er Dorrie anschaut. Sandys Stimme:) Es ist komisch, dieser, dieser simple Augenblick von Nähe hat mich sehr, sehr tief bewegt.“ 22
Man ist hier an Fausts „Verweile doch, du bist so schön“ erinnert. Allen findet diesen ersehnten Zustand hier in einem Gefühl von Frieden und gegenseitigem Einvernehmen, in der Empfindung von Nähe und Liebe. Aber das sind nur kurze Augenblicke in einem Universum, in das Allen sich eher geworfen als freiwillig hineingesetzt empfindet.
Das Leben als KZ
Auf die Frage von Michael Scharper in einem Interview: „Sie haben einmal gesagt, eine passende Metapher für das Leben sei das KZ. War das nur ein schneller Gag, oder meinten Sie das ernst?“ sagt Allen tatsächlich:
„Sehr ernst! Es gibt da Parallelen. Die KZ-Häftlinge fanden sich eines Nachts in den Lagern wieder, ohne zu wissen, worum es überhaupt ging. Die einzige Möglichkeit, da wieder herauszukommen, war der Tod. Einige haben sich unter dem Druck sehr ehrenhaft und menschlich verhalten, andere entsetzlich. Das gleiche gilt meiner Meinung nach für das Leben. Du bist hier, du weißt nicht warum, du bist einfach reingeworfen worden, – und am Ende ist der Tod. Eine furchterregende Sache!“
Frage: „Aber im Gegensatz zu KZ-Häftlingen können wir das Leben – trotz unserer Sterblichkeit – sehr wohl genießen. Sie nicht?“
Allen: „Es fällt mir schwer, mich zu überlisten und zu sagen „Denk einfach nicht dran!“ Die meisten Menschen leben ja darüber hinweg. Und wenn der Verdrängungsmechanismus nicht mehr funktioniert – etwa bei einem Todesfall -, müssen sie sich der Realität beugen und stellen dann fest:  „O Gott, es ist einfach entsetzlich“.“
Der Interviewer versucht, seinen Gesprächspartner etwas aufzumuntern (oder sozusagen den Philosophen in ihm zu überlisten) und schlägt vor: „Aber wir haben doch gar keine andere Wahl. Wenn wir das Leben ausschöpfen, es genießen, dann deprimiert einen der Gedanke an den Tod vielleicht nicht mehr so sehr.“
Aber Allen antwortet: „Mich deprimiert er. Ich konnte leider nie eine Einstellung zum Leben finden wie die, von der Sie sprechen.“ Danach gibt der Fragesteller auch auf, einfache Lösungen vorzuschlagen, ändert die Gesprächsrichtung und fragt:
„Heißt das nicht, dass man konsequenterweise sagen müsste: Ich finde absolut keinen Sinn im Leben, also Schluss?“
Allen: „Sie meinen Selbstmord?“
Frager: „Ja“
Allen: „Nun, ja, ja. Man kann da schon leicht reinrutschen. Das ist etwas, wogegen man sich schützen, wogegen man kämpfen muss. Man muss versuchen, wenigstens einen einzigen Grund zu finden, der einen ernst- haft daran glauben lässt, dass es einen Sinn gibt in unserem Leben …“
Die Lösung, die Allen dann vorschlägt, erinnert an den heroischen Existenzialismus Jean Paul Sartres oder an Albert Camus:
„Die einzige Lösung ist wahrscheinlich, dass man sich dem Leben stellt und das Schlimmste erwartet. Dass man denkt „Es gibt keinen Sinn, da ist nichts weiter, das Leben ist öde und voller Leiden“ – und es trotzdem akzeptiert.“
Frager: „Also gibt es doch noch eine kleine Hoffnung?“
Allen: „Ja, und zwar die, immer noch sagen zu können: „Okay, ich will trotzdem weiterleben, weil …“Aber ich weiß nicht das Ende dieses Satzes. Ich bin immer noch auf der Suche. Vielleicht finde ich eines Tages ganz spontan mal durch Inspiration eine Antwort. Vielleicht in einem Sekundenbruchteil beim Betrachten des Sonnenuntergangs. Ein kleiner Moment, der dir das Gefühl gibt, da ist noch etwas – und dann ist er auch schon vorbei.“ 23
Michael Scharper, der dieses Gespräch mit Allen führte, merkt an dieser Stelle des Gespräches an, dass Allen ein Jahr danach in dem Film „Hannah und ihre Schwestern“ (1986) eine Lösung zumindest für seine Filmfigur fand. Was ist das für eine Lösung? – Aber erst einmal das Problem.
Der Tod, der Sinn und Gott
In diesem Film spielt Allen den neurotischen Filmproduzenten Mickey, der eine Zeitlang mit dem Verdacht auf einen Gehirntumor leben muss. Der Verdacht bestätigt sich dann glücklicherweise nicht, konfrontiert Meckey aber mit der Frage nach dem Tod, die direkt in die Frage nach dem Sinn mündet. Aus dem Krankenhaus wieder in seinem Büro angelangt, predigt er seiner Mitarbeiterin, wild gestikulierend und auf und ab laufend: „Ist dir nicht klar, an welchem dünnen Faden wir alle hängen (…) Ich sterbe nicht jetzt, aber (…) Weißt Du als ich aus dem Krankenhaus kam, Du, da war ich so glücklich, weil sie mir gesagt haben, dass alles in Ordnung ist. Ich laufe die Straße hinunter, und plötzlich bleibe ich stehen, weil mir klar wird: „Na schön, ich sterbe nicht heute und sterbe auch nicht morgen. Aber irgendwann einmal werde ich in dieser Lage sein … Ich kann die Show nicht weitermachen. Ich brauche ein paar Antworten.“
Der Jude Mickey erwägt daraufhin, zum Katholizismus überzutreten, aber Pater Flynn teilt seine Motivation nicht. Auch ein Gespräch mit seinen Eltern bleibt unbefriedigend:
Woody: Sieh mal, Du wirst doch immer älter. Hast Du keine Angst vor dem Tod?
Vater: Warum sollte ich Angst haben?
Woody: Weil Du dann nicht mehr existierst.
Vater: Na und?
Woody: Erschreckt Dich der Gedanke nicht?
Vater: Wer denkt schon an so einen Unsinn. Jetzt lebe ich. Wenn ich tot bin, bin ich tot.
Woody: Fürchtest Du Dich nicht?
Vater: Wovor? Ich werde bewusstlos sein.
Woody: Na schön, aber nie wieder zu existieren?
Vater: Woher weißt Du das?
Woody: Es sieht nicht sehr viel versprechend aus.
Vater: Wer weiß, was sein wird. Entweder bin ich bewusstlos oder nicht. Wenn nicht, werde ich mich dann damit beschäftigen …25
Auf einem Spaziergang vor sich hinsinnierend, kommentiert Allen die Idee der Reinkarnation, die ja eine der möglichen Lösungen auf dieses Problem darstellt, auf seine Weise: „Nietzsche mit seiner Idee der ewigen Wiederkehr. Großartig! Da muss ich die ganze Werbung noch einmal über mich ergehen lassen.“ 26
Gegen Ende des Films dann die „Lösung“, wie er sie Molly erzählt: „Eines Tages, vor einem Mont ungefähr, war ich wirklich am Tiefpunkt. Ich spürte, dass ich in einem gottlosen Universum nicht weiterleben wollte (…) Ich dachte daran, mich umzubringen. Und dann dachte ich: Was ist, wenn ich mich irre, wenn es vielleicht doch einen Gott gibt. Immerhin weiß das niemand so genau. Nein, vielleicht genügt mir nicht. Ich will Gewissheit oder nicht. Ich erinnere mich noch sehr gut, dass die Uhr tickte …“
(Ein Selbstmordversuch geht schief, und Woody/Mickey muss an die frische Luft. Er läuft durch die Straßen. Er geht in ein Kino und landet mitten in einem Film der Marx Brothers.)
„…ich beobachtete die Leute da oben auf der Leinwand. Langsam wurde ich von dem Film mitgerissen und dachte: Wie kannst du nur daran denken, dich umzubringen. Ist das nicht sehr dumm? Sieh dir diese Leute da oben an. Sie sind so komisch. Und was ist, wenn das Schlimmste wahr ist? Wenn es keinen Gott gibt? Du lebst nur einmal, und das war`s. Was ist? Willst du nicht an dieser Erfahrung teilhaben? Zum Teufel, so mies ist es auch wieder nicht. Ich sollte aufhören, mein Leben damit zu ruinieren, nach Antworten zu suchen, die ich nie bekommen würde. Ich sollte es genießen, solange es dauert. Und danach? Wer weiß, vielleicht gibt es etwas. Niemand weiß das genau. Vielleicht ist es ein sehr schwacher Haken, sein ganzes Leben daran aufzuhängen. – Und dann lehnte ich mich zurück und fing tatsächlich an, mich zu amüsieren.“27
So schließt sich der Kreis, und der Denkweg kehrt zum Denker zurück. Die Frage nach dem Sinn, aufgeworfen durch den Tod, führt weiter zur Frage nach Gott. Aber der Agnostiker Allen hält es für Bescheidenheit, auf diese Frage nicht zu antworten. Doch das führt zu einem Lebensgefühl, das bestimmt ist von einem Schwanken zwischen Verzweiflung und Sich-Abfinden mit der sichtbaren und physischen Wirklichkeit.
Ein Stück Heimat finden
Darin ist nun Allen trotz allem philosophischen Esprit vielen anderen Bürgern gleich, aß auch er versucht, es sich so gemütlich wie möglich zu machen, sich einzurichten und sich in einer entfremdeten Welt ein Stück Heimat zu schaffen:
„Ich liebe dieses reine Vergnügen, zu Hause aufzuwachen und zu frühstücken, allein in ein Zimmer zu gehen und zu schreiben. Das ist angenehm, weil es lässig ist und mit der Welt um einen herum nichts zu tun hat.“ 28
„Ich mache nichts von all dem, was man mit Männlichkeit verbindet. Wenn im Haus ein Lichtschalter kaputt geht, weiß ich nicht, wo ich anfangen soll, ihn zu repariere. Ich trinke nicht, ich rauche nicht. Ich mache mich nicht high. Das Tollste für mich ist, den ganzen Tag im Kino zu sitzen, spazieren zu gehen. Es macht mir nichts aus, für ein Wochenende an den Strand zu fahren, aber es ist nicht das höchste meiner Gefühle. Ich bin Mr.-New-York-City (…) Wenn ich gut genug wäre, könnte ich den ganzen Tag dasitzen und Jazz machen (…) Ich glaube, die Leute sind schockiert, dass ich nicht Hasch oder Gras nehme …“29
„…ich lebe in einem relativ kleinen Areal zwischen der, sagen wir, 53. Straße im Süden und der 70. im Norden, beziehungsweise der Avenue of the America (6th Avenue) im Osten und der 2nd Avenue im Westen. Da ist meine Insel. Hier fühle ich mich sicher. Hier sind meine Restaurants (Elaine, The Russion Tea Room), hier arbeite ich an meinen Filmen, besuche meine Freunde, lebe. Hier kann ich ins Kino gehen, meine Musik machen.“ 30
Woody Allen spielt Klarinette in einer Dixie-Band. Das liebt er sogar mehr als Oscars entgegenzunehmen. Der Grund seiner Abwesenheit bei der Verleihung in Hollywood 1987 war sein Hobby: „An diesem Abend spielte ich wieder Klarinette in meiner Jazzband. Seit 15 Jahren treffen wir uns jeden Montag in „Michael`s Pub“. Und diese Oscar-Verleihung war halt auch am Montagabend.“ 31
Eine Geringschätzung des Mediums Film bedeutet das aber nicht. Mit vielen anderen glaubt auch Allen: „Der Film ist sicherlich die lebendigste und wirksamste Kunstform. Er kann eine gewaltige Propagandawaffe sein. Er kann Gedanken und Ideen effektiver als jede andere Kunstform transponieren.“ Allen überschätzt die Wirkung des Films aber auch nicht: „Politische Veränderungen aber kann er nicht bewirken. – Künstler sind nach meiner Meinung sehr eitel, wenn sie glauben, ihre künstlerische Arbeit könne die Welt verändern.“ 32
Allen ist in seiner Arbeit nicht absichtlich tendenziös, in seinem Existentialismus nicht zynisch. Er fragt mehr, als dass er antwortet, regt an, weckt Verständnis und balanciert. Man kann sich in seinen Figuren wiederfinden. Sie sind menschlich, haben ihre Fehler und Schwächen, keine weltfremden Supermänner und Superfrauen, denen alles gelingt.
„What interests me is not the hero. It`s the coward. It´s not the success,
but the failure – I think there are so many more of them in life. That`s what I try to reflect in my movies.“ 33
Der Tod zerstört alles
Aber der Tod ist immer anwesend, und Allen weiß genau, dass er diese Realität nicht mit Wortwitz bewältigt. Schon 1977 erscheint ein ungewöhnlich ernster Artikel von ihm in der Zeitung „Esquire“, wo er schreibt: „…Dem Menschen bleibt nur mehr Entfremdung, Einsamkeit und Leere, die an Verrücktsein grenzt (…) Die fundamentale Einstellung hinter jeder Motivation und jeder Aktivität ist der ständige Kampf gegen Zerstörung und Tod. Dieser Terror macht einen völlig lahm und lässt die Leistungen eines jeden Menschen bedeutungslos erscheinen. Wie Camus schreibt, ist es nicht nur so, dass er (der Mensch) stirbt oder dass die Menschheit (als Gesamtheit) ausstirbt, sondern dass man darum ringt, ein Kunstwerk fertig zu stellen, das die Zeiten überdauern soll, nur um festzustellen, dass das Universum selbst nur mehr eine gewisse Zeit existieren wird. Solange die einzelnen Menschen diese Fragen nicht für sich gelöst haben – mit Hilfe der Religion, der Psychologie oder auf existentielle Art -, werden auch die sozialen und politischen Fragen niemals gelöst werden, es sei denn im Pfusch.“ 34
Die Begrenztheit nicht nur des einzelnen Menschen, sondern des Universums als Ganzes, dieser Gedanke kehrt als Grund von Schwermut und Melancholie mehrmals wieder.
In „Der Stadtneurotiker“ (1976) schildert Allen sich als 8jährigen Alvy, der sich dieses metaphysischen Problems schon bewusst ist:
(Innen, Arztpraxis, Tag. Alvy, als Kind, sitzt mit seiner Mutter auf dem Sofa)
Mutter: Er ist plötzlich so depressiv, ganz plötzlich, auf einmal bringt er nichts zuwege …
Arzt: (raucht, nickt) Warum bist Du so depressiv, Alvy?
Mutter: Los, erzähl Dr. Flicker – Er … er hat nämlich was gelesen!
Arzt: Gelesen? So?
Alvy: Das Universum dehnt sich aus!
Arzt (off): Das – Universum dehnt sich aus!
Alvy: Klar! Das Universum, das ist alles. Und wenn das eines Tages anfängt, sich auszudehnen, dann bricht es auch irgendwann auseinander – und das ist dann das Ende von allem!
(Die Mutter schaut angstvoll auf Alvy und schreit ihn an)
Mutter: Und? Was geht denn Dich das an? (Zum Doktor) Er hat einfach aufgehört, seine Hausaufgaben zu machen.
Alvy: Wozu noch Hausaufgaben?
Mutter: (gestikulierend) Das Universum! Was geht denn Dich das Universum an? Du bist hier in Brooklyn – und Brooklyn dehnt sich nicht aus.
Arzt: Und wird sich nicht ausdehnen. (gestikuliert) Nicht in Billionen von Jahren, klar, Alvy. Wir müssen unser Leben genießen, solange wir hier sind. 35
Den erwachsenen Allen regt dieser Gedanke als Sandy Bates in „Stardust Memories (1980) auf. Als sein Manager versucht, ihm zum Ausspannen vor einer Pressekonferenz zu raten, sagt Sandy zum Arzt, der ihm gerade Valium gegen Kopfschmerzen gegeben hat: „Oh, großartig (…) Noch ein Showbusineßberuhigungsmittel. He, hat denn keiner auf der Titelseite der „Times“ gelesen, dass die Materie im Zerfall begriffen ist? Bin ich denn der einzige, der das gesehen hat? Das Universum bricht allmählich zusammen – Und überhaupt nichts wird übrig bleiben (…) ah, und schließlich wird es auch keinen Beethoven oder Shakespeare mehr geben.“ 36
Die Frage nach dem Sinn des Lebens
Der Regisseur Sandy will in diesem Film aus dem Rollenzwang ausbrechen, immer nur komische Filme zu machen, nur weil ihn das berühmt gemacht hat. Dass die Sinnfrage irgendwie nur von außerhalb der Welt beantwortet werden kann, transzendenten Charakter hat, deutet Allen in einer surrealistischen Szene an, in der er es aber auch gleich wieder bezweifelt.
(Die Stimme von Og, dem Sprecher der Marsmenschen, klingt wie ein Chor von Stimmen)
Og: Wir können Eure Luft nicht atmen.
Sandy: Ja, wenn wir so weitermachen, werden wir es bald auch nicht mehr können. Könnt Ihr, Leute, mir vielleicht sagen, warum es so viel Leid gibt?
(Ein starkes Licht. Geschöpfe aus dem All in Raumfahrtanzügen stehen herum, Og in der Mitte)
Og: Das ist nicht beantwortbar.
Sandy (off): Gibt es einen Gott?
Og: Das sind die falschen Fragen.
Sandy: Also, mir geht`s um folgendes. Wenn nichts von Dauer ist, warum plag ich mich dann überhaupt mit meinen Filmen ab oder mit sonst was?
Og: Wir mögen Deine Filme. Vor allem die frühen, lustigen.
Sandy: Aber die Lage des Menschen ist so entmutigend.
Og (off): Es gibt auch schöne Augenblicke …
Sandy: Aber sollte ich nicht aufhören, Filme zu drehen, um etwas zu machen, was zählt, wie, wie den Blinden helfen oder Missionar werden oder so was?
Og (off): Lass Dir sagen: Du bist nicht der Missionarstyp. Du würdest nicht durchhalten und, nebenbei bemerkt, Du bist auch nicht Superman, Du bist ein Komiker. Willst Du wirklich etwas tun für die Menschheit, dann bring lustigere Witze.
Sandy: Ja, aber, aber, ich muss einen Sinn finden. 37
Es geht also darum, begrenzte Zeit in einem begrenzten Universum sinnvoll auszufüllen. Dieses Problem geht Allen auch in dem Essay „Meine Ansprache and die Schulabgänger“ an. Es beginnt mit den Worten:
„Deutlicher als je in der Geschichte, steht die Menschheit an einem Kreuzweg. Der eine Weg führt in Verzweiflung und äußerste Hoffnungslosigkeit, der andere in die totale Vernichtung. Beten wir um die Weisheit, die richtige Wahl zu treffen. Ich spreche übrigens ohne jedes Gefühl der Sinnlosigkeit, vielmehr in der panischen Überzeugung von de absoluten Bedeutungslosigkeit des Dasein, was leicht als Pessimismus missverstanden werden könnte. Es ist keiner. Es ist bloß die heilsame Sorge um die kritische Situation des modernen Menschen (…) Auf seine einfachste Form gebracht, lautet das Problem so: Wie ist es möglich, in einer begrenzten Welt einen Sinn zu finden, wenn ich nur von meiner Taillenweite und Hemdengröße ausgehe (…) Zum Unglück hat uns ja auch die Religion im Stich gelassen (…) Oft denke ich, wie erfreulich das Leben doch für den ersten Menschen gewesen sein muss, denn er glaubt an einen mächtigen, gütigen Schöpfer, der sich um alles kümmerte. Man stelle sich seine Enttäuschung vor, als der sah, dass seine Frau Fett ansetzte. Der Mensch von heute hat natürlich keinen solchen Seelenfrieden. Er befindet sich mitten in einer Glaubenskrise. Er ist, wie wir das modisch nennen, „entfremdet“. Er hat die verheerenden Auswirkungen des Krieges gesehen, er hat Naturkatastrophen erlebt, er ist in Single-Bars gewesen. Mein guter Freund Jacques Monod sprach oft von der Zufälligkeit des Kosmos. Er glaubte, alles im Leben ereigne sich durch puren Zufall, abgesehen möglicherweise von einem Frühstück, von dem er das sichere Gefühl hatte, seine Wirtin mache es …“38
Man streiche aus diesem Abschnitt die komischen Stellen weg, und es bleibt eine ernste Predigt übrig.
Allen und Monod
Ganz sicher hat Allen in dem Buch von Jacques Monod gelesen, das ihn berühmt gemacht hat: „Zufall und Notwendigkeit – Philosophische Fragen der modernen Biologie“, bevor es eine Übersetzung ins Englische gab, den Artikel darüber in der „New York Times“ vom 15. März 1971. Nicht als Wissenschaftler, sondern spekulativ als jemand, der mit Camus befreundet war, zieht Monod aus seinen Forschungen den radikalen Schluss.
„Der alte Bund (zwischen Mensch und Universum) ist zerbrochen. Der Mensch weiß endlich, dass er in der teilnahmslosen Unermesslichkeit eines Universums allein ist, aus dem er zufällig hervortrat.“ 39
Dieses Weltbild des Zufalls und die willkürliche Ethik, die daraus folgt, legt Allen in dem Film „September“ (1987) dem Wissenschaftler Lloyd, einer der sechs Landhausfiguren, die egomanisch um sich selbst kreisen, in den Mund: „… zu wissen, dass sowieso alles egal ist, ein Zufall, ehr nicht, ohne irgendeinen Sinn, ist nur ein kurzes krampfhaftes Zucken.“
Lloyds Bekenntnis gipfelt, wie bei Monod, in der Definition des Universums als „ziemlich willkürlich, moralisch neutral und unvorstellbar gewalttätig“.40  Dass die beiden Männer während dieses Gesprächs, in dem die Sätze fallen, Billard spielen – die Kugeln als Weltmodell – ist für den Filmhistoriker Hans Gerhold „eine visuelle Ironie Allens“. Gerhold weiter: „Im Kontext von Allens Gesamtwerk steht der inhärente Pessimismus des Physikers für eine thematische Kette, die sich seit „Der Schläfer“ (1973) in jedem Allen-Film um eine Nuance erweitert hat und in „Verbrechen und andere Kleinigkeiten“ (1989) eine theologische Dimension erreicht.“ 41
Wer die Entwicklung Allens von den frühen Wort-Witz-Filmen ab 1969 bis hin zu Tragödien wie „Verbrechen“ (1989), in denen es eigentlich nichts mehr zu lachen gibt, verfolgt, der muss Gerhold recht geben. Allen gibt in einigen Interviews zu, dass er Gags zwar mühelos liefern kann, dass ihn aber schon immer die ernsthaften Regisseure und Schriftsteller als Vorbilder faszinierten. 42
Ich erlebte es selbst, als ich mir im Kino den Film „Verbrechen“ ansah. Ein Paar neben mir verließ in der Mitte des Films das Kino. Laut die Worte rufend: „Das ist ja schlimmer als auf einer Beerdigung.“ Was beerdigt (begraben) wurde, war die Vorstellung. Allen würde der ewige Komiker sein. 43
Was ist nun die theologische Dimension, von der Gerhold spricht?
Sind Verbrechen Kleinigkeiten?
Zum Inhalt: Der angesehene Augenarzt Judah fürchtet um seinen guten Ruf, weil seine heimliche Geliebte es satt hat, die schon Jahre dauernde Nebenrolle weiter zu spielen, und ihm droht, seine Ehefrau von dem Verhältnis in Kenntnis zu setzen. Derart unter Druck, und weil seine Besänftigungsversuche nicht mehr wirken, lässt sich Judah in einem Gespräch mit seinem Bruder Jack, der Kontakte zu Mafia-Kreisen hat, auf deren Methode ein, solch ein Problem zu lösen … Dramaturgisch wichtig ist nun, dass Judah nach dem Mord eine Zeitlang in Gewissenskonflikte gerät, die sich aber Ende des Films gelegt haben. Er erzählt auf einer Party dem Dokumentarfilmer Cliff (Allen) sein reales Verbrechen sogar als fiktive Geschichtenidee für einen neuen Film. „Und plötzlich“, so schließt Judah, „eines Tages, wachte er auf und war drüber weg.“
Der Zuschauer lernt: In einem Universum ohne Gott wird Schuld nicht gesühnt. Dagegen erlebt Cliff in einem zweiten Erzählstrang des Films, wie der alte, jüdische Professor Levy, der dem Holocaust entging, und mit dem Cliff sich mitten in der Dreharbeit eines Interviewfilms befindet, sich unvermittelt umbringt. Es gibt keine Gerechtigkeit im Universum. Die Schlechten werden nicht bestraft, und den Guten geht es schlecht. „Wenn es Gott nicht gibt, ist alles erlaubt“, hat Dostojewskij gesagt, aber wenn es ihn gibt, und er alles sieht, straft er scheinbar nicht, greift nicht ein. „Der Gott in „Verbrechen“ schweigt, er setzt keine Zeichen. Auf dieser Ebene trifft sich Allen mit Bergmans „Das Schweigen“.“ 44  Im Jahr 1963 drehte Bergman diesen Film. In einem Interview, das gefilmt wurde, sagte er, er sei zu der Schlussfolgerung gekommen, dass Gott tot sei und es deshalb im Universum nur Schweigen gebe. 45
Ungerechtigkeit als Anfechtung
Diese Fragen sind nicht neu. Unter dem gleichen Problem hat bereits der Psalmdichter Asaph gelitten. Im Psalm 73 schreibt er:
„Fürwahr, Gott ist Israel gut, denen, die reinen Herzens sind. Ich aber – fast wären meine Füße ausgeglitten, beinahe hätten gewankt meine Schritte. Denn ich beneidete die Übermütigen, als ich das Wohlergehen der Gottlosen sah (…) Deshalb umgibt sie Hochmut wie ein Halsgeschmeide, Gewalttat umhüllt sie wie ein Gewand (…) Ja, sie sprechen: Wie sollte Gott es wissen? Gibt es ein Wissen beim Höchsten? (…) Fürwahr, umsonst habe ich mein Herz reingehalten und in Unschuld gewaschen meine Hände (…) Da dachte ich nach, um dies zu begreifen. Eine Mühe war es in meinen Augen, bis ich hineinging in das Heiligtum Gottes. Bedenken will ich dort ihr Ende (…) Sie haben ein Ende gefunden, sind umgekommen in Schrecken (…) Mag auch mein Leib und Herz vergehen – meines Herzens Fels und mein Teil ist Gott auf ewig (…) Du bringst zum Schweigen jeden, der dir die Treue bricht.“
Gerade dieser letzte Satz stellt Allen und Bergman auf den Kopf. Auch Verbrechen sind angesichts des Gerichtes Gottes keine Kleinigkeit. Der Christ hat die Hoffnung auf einen Tag des Ausgleichs, an dem gerechtes Gericht gehalten wird. Nicht Gott wird dann schweigen, sondern der Mensch. Ohne diese Hoffnung bleibt Allen nur der Wunsch nach einer Ethik, deren Notwendigkeit er zwar ahnt, für die es aber ohne absoluten Bezugspunkt im Universum keine ausreichende Begründung gibt. Die Normen, die Allen auch gerne verwirklicht sähe, hängen daher in der Luft. So bleibt nur ein offener Filmschluss, in den hinein Cliff spricht (Zum Zuschauer gewandt): „Hoffentlich sehen nächste Generationen klarer.“
Großartig beschreibt es in einer Ausgabe der „FAZ“ im März 1990 Hans-Peter Seidel: „Je älter der Regisseur W. Allen wird, desto bitterer schmeckt seine Melancholie. Wer die Menschen, die eigene Person eingeschlossen, so durchschaut wie dieser Spötter mit seiner zugleich unbezwingbaren Liebe zur seltsamen Spezies der Schöpfung, dem stoßen die Späße immer saurer auf, zu denen man ihn auf Lebenszeit verpflichten will. Der Witz der Tragikomödie namens Leben wird gebrochener, die Ironie zeigt Schleifspuren der Resignation. Und die Filme werden dadurch immer wahrhaftiger. Vom Sarkasmus zur Depression ist es nur ein Atemzug … Woody Allen führt seine Figuren auf einem Weg, wo dem religiös-philosophischen Erkennen Abgründe drohen.“
Teilweise blasphemisch wirkende Komik, das Klischee der „Take it easy“-Mentalität der Amerikaner sowie das geschichtlich nicht auszuradierende Problem, das Juden und Deutsche angeht, prägen das Schaffen des amerikanisch-jüdischen Filmemachers Woody Allen.
Lesen heißt entscheiden
Es stimmt. Immer düsterer geraten W. Allen seine Kammerspiel. Der religiöse Rest seines jüdischen Stammbaums aber, der auch Judas Gewissen anrührt, lässt ihn seinen Hintergrund nie ganz vergessen. Im Gegenteil, Gott ist in Allens Filmen so sehr abwesend, dass er dadurch in Negationen wiederum ständig anwesend ist. Was bleibt also zu tun? Aus einem „Spiegel“-Interview wissen wir, was Allen mit diesem Film u.a. zeigen wollte: „Der Film handelt von solchen Entscheidungen, vor die einem das Leben stellt. Er macht deutlich, dass man moralische Entscheidungen treffen muss. Das ist sehr wichtig. Wir alle werden ja dadurch definiert, wofür wir uns entscheiden. „ 46
Allen, der in existentialistischer Literatur beschlagen ist, weiß, dass es heute philosophisch nicht mehr gängig ist, die eigene Existenz einer sozusagen vorgegebenen, objektiven Essenz anzupassen. Die Existenz geht der Essenz voraus. Ich muss mein Sein selbst entwerfen. Das heißt ethisch: „ Ich bin meine Freiheit. Ich bin zur Freiheit verurteilt.“ (J.P. Sartre) Es ist also höchst unbequem, dass in einem Universum ohne Gott keine Absoluta existieren, durch die ich ein Kriterium hätte, um Gut und Böse zu unterscheiden. Schon 1974 in „Die letzte Nacht des Boros Gruschenko“ gibt es folgenden Dialog zwischen Boris (Allen) und Sonja (Diane Keaten):
Boris: Nur, was ist, wenn es keinen Gott gibt?“
Sonja: „Boris Dimitrowitsch, machst du Witze?“
Boris: „Was, wenn wir nur ein Haufen alberner Menschen sind, die einfach herumlaufen ohne Sinn und Verstand?“
Sonja: „Ohne Gott gibt es keinen Sinn in unserem Leben. Wozu dann weiterleben? Dann kann man ebenso gut hingehen und Selbstmord begehen.“
Boris: „Nun wollen wir nicht gleich hysterisch werden. Ich könnte mich ja auch irren, nicht? Ich würde mich erschießen und später in der Zeitung lesen, dass sie doch was gefunden haben.“
Sonja: „Boris, ich will dir zeigen, wie absurd deine Position ist. Sagen wir also, es gibt keinen Gott, und jeder Mensch hat die Freiheit, das zu tun, was er möchte. Nun, was hindert dich daran zum Beispiel, jemanden umzubringen?“
Boris: „Mord in unmoralisch.“
Sonja: „Unmoral ist etwas Subjektives“
Genau die letzte Frage Sonjas und ihre letzte Behauptung werden im Grunde von Allen 1989 in „Verbrechen“ als seine Frage mit agnostischer Antwort behandelt. Eine Lösung bietet der Film nicht. Allen stellt damit klar, dass die großen Fragen die gleichen geblieben sind. Allen in einem Interview mit dem „Stern“: „Es gibt ein paar philosophische Fragen, die unlösbar sind … und die Unfähigkeit der Leute, sich mit den großen religiösen Fragen auseinanderzusetzen, ändert sich auch nicht.“
Trotzdem es aber kosmisch und philosophisch gesehen keinen Anlass gibt, verteidigt Allen die „menschlichen Werte“, ja, er fühlt sich sogar einer höheren Macht gegenüber schuldig, obwohl es sie gar nicht zu geben scheint. In „Broadway Danny Rose“ (1983), seiner Hommage an sich für Kleinkünstler aufopfernde Agenten, spielt Allen den Künstler-Agenten Danny Rose, der z. B. für einen Sänger, der ohne die Gegenwart seiner von ihm weggelaufenen Freundin den Auftritt nicht durchstehen zu können glaubt, diese extra für ihn suchen geht. Als er sie gefunden hat, kommt es zwischen Danny und Tina (Mia Farrow) zu einer Auseinandersetzung über Werte im Leben. Tina meint, es gehe im Leben doch nur darum, die Ellenbogen einzusetzen, um für die eigenen Vorteile zu kämpfen. Danny verteidigt dagegen die Werte wie „Acceptance, Forgiveness and Love“ (Verständnis, Vergebung und sich einsetzende Liebe). Er möchte ein menschlicher Mensch in einer immer unmenschlicheren Gesellschaft sein. Es kommt dann zu folgender Aussage, nachdem ihm Tina Weltfremdheit vorgeworfen hat: „Schuld ist wichtig. Es ist wichtig, Schuld zu fühlen. Sonst ist man zu schrecklichen Dingen fähig … Ich fühl` mich immer schuldig und hab nie was verbrochen.“
Auf Tinas „Glauben sie an Gott?“ antwortet Danny: „Nein, aber ich fühle mich deswegen schuldig.“ 48
Personale Integrität
Was Allen zu bleiben scheint in einer Zeit des allgemeinen Werteverfalls um ihn herum, ist, wenigstens den eigenen Werten treu zu bleiben, wenigstens zu versuchen, ein Stück Integrität der eigenen Person zu wahren, gegen eine Plastikkultur zu kämpfen, sich von ihr nicht vermarkten zu lassen. Allen ist tatsächlich einer der wenigen Regisseure Amerikas, der es den Fernsehanstalten verbietet, seine Filme durch Werbung zu unterbrechen, weil er dies unerträglich fände.
In „Manhattan“ (1979) gibt Isaac (Allen) seinen gutbezahlten Job beim Fernsehen auf, weil ihm die Sendungen, die er mitverantworten soll, zunehmend unmoralisch vorkommen. Er ist befreundet mit Yale, einem Literaturdozent, der solche Authentizität nicht hinbekommt. Sein eigentliches Vorhaben, endlich ein Buch fertig zu schreiben, schiebt Yale immer wieder vor sich her zugunsten narzisstischer Wünsche, er kauft sich z.B. einen Porsche. Yale hat seine heimliche Geliebte an Isaac vermittelt, weil er seine Ehe retten will. Als aber Isaac gerade mit ihr warm geworden ist, nimmt Yale („ein Prototyp der Ichbezogenheit“, Gerhold) plötzlich das Verhältnis wieder auf. Isaac, sauer auf so einen Freund, holt Yale mitten aus einer seiner Vorlesungen und stellt ihn in einem leeren Biologiesaal zur Rede. Zwischen beiden sieht man ein Skelett hängen, und während Yale sich kindisch verteidigt („Mir gefiel sie zuerst“), erweist sich Isaac durch den Prozess der Selbstreflexion gereift. Seine einleitenden Sätze: „Du rationalisiert alles, Du bist nicht ehrlich mit dir selbst …“ gipfeln in einer philosophischen Tour de Force, in der das eigentliche Thema von „Manhattan“ argumentativ umschrieben wird. Isaac erwidert auf Yales „Aber du denkst, du bist Gott“ mit „Irgend jemand muss ich mir ja zum Vorbild nehmen“ und „Himmel, was werden künftige Generationen über uns sagen … es ist sehr wichtig, irgendwie ein Stück persönlicher Integrität zu wahren. Weißt du, eines Tages werde ich auch so in einem Hörsaal herumhängen (auf das Skelett deutend), und ich will sichergehen, dass man, wenn ich mich dünn gemacht habe, gut von mir denkt“. Damit stellt Isaac, vor dem hängenden Skelett, die entscheidende Frage und Forderung nach der Verantwortung des Intellektuellen gegenüber seiner Umwelt und kommenden Generationen. 49
Die zwei Kategorien
Aber es bleibt ein elendes Leben, denn eigentlich hat der Mensch keine Wahl, und wenn überhaupt, dann nur die, ein ewiger Stadtneurotiker zu sein. Der Film „Der Stadtneurotiker“ sollte erst „Anhedonia“ heißen, nach der Bezeichnung eines psychischen Zustands, unter dem Allen 1977, als der Film erschien, trotz 22jähriger psychoanalytischer Behandlung litt: die Unmöglichkeit, Freude zu empfinden. Erst auf Bitten des Verleihs änderte Allen den Titel in „Annie Hall“, nach dem bürgerlichen Namen der Hauptdarstellerin und langjährigen Lebensgefährtin Allens, Diane Keaten. In Deutschland hieß er dann „Der Stadtneurotiker“. In diesem Film gibt es eine Szene,  in der Allen das Leben in folgende zwei Kategorien einteilt:
(Regieanweisung): Innen. Buchhandlung. Tag. Ein Bücherregal. Alvys (Allens) Hände halten zwei Bücher. Titel auf dem Umschlag: „Tod und westliches Denken“ und „Die Verleugnung des Todes“. Alvy geht mit den Büchern auf Annie (D. Keaten) zu:
Alvy: „Hör mal.“
Annie: „Äh?“
Alvy: „I-i-ich möchte dir die Bücher da kaufen, weil, na ja, ich meine, du solltest sie nämlich lesen. Weißt du, statt dieses Katzenbuches.“
Annie schaut auf die Bücher, die Alvy in der Hand hält.
Annie: „Scheint ja, äh (lacht) ziemlich ernstes Zeug zu sein.“
Alvy: „Ist es auch, weil ich, weißt du, weil ich nämlich so`ne Obsession hab` mit … äh, mit dem Tod, glaub` ich. Das ist eine große Sache für mich …“
Annie: (dazwischen) „Ja? …“
Alvy: „Im wirklichen Leben bin ich nämlich ein ziemlicher Pessimist, das solltest du wissen über mich, wenn wir schon zusammen ausgehen. Für mich zerfällt das Leben in zwei Teile: ins Entsetzliche und ins Elende.“
Annie: „Aha …“
Alvy: „Das sind die zwei Kategorien …“
Annie: „Mhm ..“
Alvy: „Es ist so, die … das Entsetzliche wäre … ach, was weiß ich … das wären unheilbare Fälle, ja?“
Annie: „Ah …“
Alvy: „Ich meine Blinde, Krüppel …“
Annie: „Aha“
Alvy: „Ich habe keine Ahnung, wie die mit dem Leben zurande kommen. Ich finde das erstaunlich.“
Annie: „Hm …“
Alvy: „Und, verstehst du, das Elende sind dann alle anderen. Das ist es, das ist alles. Ja und also wenn man so durchs Leben geht, dann sollte man also dankbar sein, wenn man elend dran ist, weil man dann eigentlich – Glück gehabt hat …“
Annie lacht dazwischen.
Alvy: „… wenn man elend dran ist.“
Annie: „Aha.“50
Tot vor dem Tod
W. Allen könnte also über eine kurzsichtige Hauptsache-Gesund-Lebensauffassung nur lachen, ebenso wie er auch existentialistisches Freiheitspathos kritisiert, denn zwischen was haben wir denn schon zu wählen: zwischen Entsetzen und Elend. Der Mensch ist lebendig tot, existentiell tot. Diesem wahrhaft modernen Lebensgefühl, für das W. Allen ein markanter Vertreter ist, gibt die Bibel recht. Ohne Verbindung zu unserem wahren Bezugspunkt, zu Gott, sind wir „Tote vor dem Begräbnis“ (Titel eines Theaterstücks von J.P. Sarte) und stellen nicht mehr nur die Frage: „Gibt es ein Leben nach dem Tod?“ sondern „Gibt es ein Leben vor dem Tod?“ (LP-Titel von Wolf Biermann). Eine Begebenheit aus dem Leben Jesu macht das deutlich: Einer will Jesus nachfolgen, stellt aber die Bedingung, vorher noch seinen Vater begraben zu dürfen, worauf Jesus antworte: „Lass die Toten ihre Toten begraben …“ (Luk. 9,60)
Wieso nennt Jesus die, die hinter dem Sarg hergehen, auch tot? Antwort geben die ersten Kapitel der Bibel. Gott setzte den Menschen in einen Garten und sagte: „Von jedem Baum des Gartens darfst du essen, aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben.“ (1. Mose 2, 16f)
Wir wissen, wie es weiterging. Der Mensch aß, verführt durch die Behauptung der Schlange: „Keineswegs werdet ihr sterben“ (1. Mose 3,4) und „starb“ an diesem Tag tatsächlich nicht, jedenfalls nicht physisch. Hatte die Schlange also recht, oder ist hier ein bestimmter Tod gemeint? Hatte Gott seine Warnung anders verstanden? Im Zuge der Heilsgeschichte entfaltet die ganze Bibel, wie Gott es versteht: Tot sein ist Getrennt sein von Gott, der Quelle des Lebens. Tot sein bedeutet, unserem Ursprung entfremdet sein, dem dann alle anderen Entfremdungen folgen: Entfremdung von der Schöpfung (denken wir an Allens: „Ich bin zwei mit der Natur“), von den Mitmenschen und von sich selbst.
Deshalb kann Jesus lebende Menschen als tot bezeichnen. Deshalb sind sensible und melancholische Menschen wie Allen „entsetzt darüber, mitten im Leben tot zu sein“ (Francis Schaeffer).
Die Ablenkungen der Großstadt
Vielleicht liegt auch hier einer der Gründe für die Vorliebe der Großstadt in Allens Leben und Werk. New York bedeutet pulsierendes Leben und bietet tausend Ablenkungen, um sich nicht der Stille stellen zu müssen:
„What I feel about New York is hard to say in a few words. It`s really the rhythm of the city. You feel it the moment you walk down the street. There`s hundreds of good restaurants, thousands of brilliant paintings, you see all the old movies, all the new ones … It has to do with nerves, with the blood, that runs through the city. It`s dangerous, noisy. It`s not peaceful or easy and because of it you feel more alive.“51
Die Stadt gibt ihm das Gefühl, lebendig zu sein. Das hat auch mit den Lichtern der Großstadt zu tun. Die vielen Lichter haben durchaus tröstende Aufgabe. Wo Lichter sind, sind eben auch Menschen, gibt es Nähe, gibt es Gespräche, gibt es Wärme.
Bernd Schulz bemerkt ganz richtig: „In Manhattan` befindet sich Licht immer dort, wo die Personen sind. Dazwischen Dunkelheit … Wenn es klappt zwischen zwei Menschen, stehen sie nahe am Licht und fassen sich an … Über die Zeit, die vergeht, tröstet das Licht hinweg. Das Licht ist für Woody Allen eine moralische Kategorie. Es hat existentiellen Zuschnitt.“52
Aber die Stadt bietet sehr viel Ablenkung von den wesentlichen Fragen. Am Ende von „Manhattan“ spricht Allen als Ike auf Band, was er als Allen eigentlich mit diesem Film auch wollte:
„Eine Idee für eine Kurzgeschichte … (seufzt) über, äh, pff, Leute in Manhattan, die sich ständig diese wirklich überflüssigen, äh, neurotischen Probleme schaffen, weil es sie davon abhält, äh, sich mit den unlösbaren, bedrohlichen Problemen, äh, des Universums zu beschäftigen.“53
Deswegen hat Allen auch zu diesem Film erklärt: „Wenn mein Film bewirkt, dass sich danach auch nur ein Zuschauer seiner misslichen Lage in dieser Welt bewusst wird, habe ich eine gute Arbeit erledigt.“
Auf der anderen Seite gibt Allen zu, selber jemand zu sein, der sich ablenken muss, denn Rationalität hat für ihn nur Pessimismus zur Folge.
„Wir sind in einer so schwierigen und unangenehmen Situation, dass bei Nicht-Verdrängung der Wahrheit oft unsere geistige Gesundheit auf dem Spiel steht … Leben wäre unerträglich, wenn uns dies den ganzen Tag bewusst wäre. Bewusst auch, dass wir altern und sterben. Dass unser Herz jeden Moment zum letzten Mal schlagen könnte. Die, denen dies bewusst ist, etikettiert man mit „Depressive“, „Ängstliche“ und „Morbide“.
Die Realität so zu sehen, wie sie ist, ist nicht das Allerbeste … Wenn ich mein Leben betrachte, so besteht es hauptsächlich aus Zerstreuung, die mich daran hindern soll, an all dies zu denken.“55
Stark autobiographisch spielt Allen in „Stardust Memories“ einen Regisseur, bei dem diese Zerstreuung nicht mehr funktioniert. Ein Psychoanalytiker sagt dort über den verstorbenen Bates (Allen): „Ich habe ihn behandelt. Er war ein komplizierter Fall. Er hat die Wirklichkeit zu deutlich gesehen … Defekter Verdrängungsmechanismus. Nicht in der Lage, die schrecklichen Wahrheiten des Daseins abzuwehren. Zum Schluss machte seine Unfähigkeit, die entsetzlichen Tatsachen des In-der-Welt-Seins zu verdrängen, sein Leben sinnlos. Oder, wie ein großer Hollywood-Produzent gesagt hat: „Die Leute wollen nicht zuviel Realität“.“56
Was ist wirklich?
Wie bei vielen der von Allen verehrten europäischen Regisseure (z. B. Fillini und Bunuel, entsteht an dieser Stelle auch das Durcheinander von Realität und Phantasie. Was ist Realität, Wirklichkeit und Wahrheit? Als geschichtsbewusster Mensch, der weiß, dass er ein moderner Mensch ist, ist Allen mit dem Problem vertraut, das die Moderne im Kern ausmacht: dem Verlust eines ganzheitlichen Wirklichkeitsverständnisses, das die übernatürliche Wirklichkeit im menschlichen Erkenntnisfeld mit einschließt. Aus der Spannung zwischen den verschiedenen Wirklichkeitsebenen entsteht ja gerade seine Komik.
Wenn die großen metaphysischen Fragen für ihn gar nicht mehr existieren würden, könnte er sie durch Konfrontation mit der Alltagswelt auch nicht mehr ins Komische ziehen, oder daran brechen lassen. In dem Essay „Meine Philosophie“ knüpft Allen an Descartes an: „Können wir das Universum wirklich „kennen“? Mein Gott, es ist doch schon schwierig genug, sich in Chinatown zurechtzufinden … Schließlich kann es keinen Zweifel darüber geben, dass das einzig Charakteristische der „Wirklichkeit“ ihr Mangel an Substanz ist. Das soll nicht heißen, dass sie keine Substanz besitzt, sie fehlt ihr bloß. Darum könnte das Diktum Descartes: „Ich denke, also bin ich“ besser mit „Guck mal, da geht Edna mit dem Saxophon“ ausgedrückt werden.“57
Weil für Allen die Existenz Gottes nicht gesichert ist, fehlt ihm ein absoluter Bezugspunkt, das Universum in all seinen Wirklichkeitsebenen zusammenzubringen, und das führt zum seit Descartes sich entfaltenden Problem der Harmonie zwischen Geistigem und Körperlichem, zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem. Allen erlebt zwischen diesen Ebenen nur noch eine tiefe Kluft.
Im Schlussmonolog des Films „Die letzte Nacht des Boris Gruschenko“ lautet das dann so: „Die Frage ist nun: Hab` ich was gelernt über das Leben? Nur das: dass der Mensch aus zwei Teilen besteht: aus Körper und Geist. Die Bestrebungen, die wir edel nennen, kommen aus dem Geist, wie z. B. Poesie und Philosophie. Aber der Körper hat das, was Spaß macht. Ich glaube, das Wichtigste ist, nicht verbittert zu sein. Falls es sich herausstellen sollte, dass Gott existent ist, dann glaube ich nicht, dass er böse ist. Ich denke, das Schlimmste, was man über ihn sagen könnte, ist, dass er den Problemen aus dem Weg geht …“58
Das so genannte Natur/Gnade-Problem
Das klingt wie eine in komische Form gegossene Behandlung des alten Natur/Gnade-Problems. Natur umfasst hierbei alles Sichtbare, die Einzeldinge im philosophischen Sinn, während Gnade für die unsichtbare Welt steht, das Allgemeine und die Absoluta im philosophischen Sinn. Seit der Renaissance und dann der Aufklärung, wo der Mensch ohne Zuhilfenahme der Bibel, also ohne Offenbarung, versuchte, einen Kreis um das Ganze der Wirklichkeit zu schlagen, erkannte er nach und nach, dass sein Rationalismus nicht ausreichte, um die Kluft zwischen Natur und Gnade zu überbrücken. Er kehrte aber nicht zur – durch die Bibel und einen gelebten Glauben an Gott möglichen – Einheit des Lebens, Denkens und Glaubens zurück, sondern akzeptierte die Dichotomie, d. h. ein Leben, in dem Gott und Mensch, Himmel und Erde, Sinn und Vernunft durch eine tiefe Kluft voneinander getrennt sind. Antworten auf die großen menschlichen Fragen schienen demnach nur noch gebrochen möglich zu sein, oder gar nicht. Deswegen ahnt der aufmerksame Zuschauer und Zuhörer, dass Allens Komik von der Verzweiflung durchsetzt ist, auf diese lebensnotwendigen Fragen keine Antworten mehr zu wissen, oder wenn, dann nur in absurder Form, was aber unbefriedigend für die Forderungen menschlicher Vernunft bleibt. Das wird in Allens Essay „Mr. Big“ (womit Gott gemeint ist) besonders deutlich.
In ein Detektivbüro kommt die Philosophiestudentin Claire Rosenzweig und meldet Gott als vermisst:
„Ich möchte, dass Sie jemanden für mich finden.“ …
„nenn`mich Kaiser, Puppe. Okay, um was für`n Schwindel geht`s?“
„Um Gott.“
„Gott?“
„Ja, richtig. Gott. Der Schöpfer, das Grundprinzip, der Urgrund aller Dinge, der Allumfassende. Ich möchte, dass Sie ihn für mich finden.“
Nach einigem Hin und Her über diese Frage, kommt es zwischen beiden zu folgender Dialogstelle:
„Claire, was wäre, wenn Kierkegaard recht hätte?“
„Was meinst du?“
„Wenn man nie wirklich wissen kann. Nur glauben.“
„Das ist absurd.“
„Sei nicht so rational.“
Damit will Allen sagen, dass auf der Grundlage, dass der Mensch ein Recht auf vernünftige Antworten hat, wenn es um die entscheidenden Fragen geht, die Aufforderung zu glauben, ohne etwas davon zu verstehen, an was man glauben soll, nur als absurd bezeichnet werden kann. Da die Kluft zwischen den beiden Bereichen wie beschrieben befestigt ist, gibt es keine Lösung für Allen. Was bleibt, ist Ironie, bei Allen nur gemildert durch das Verständnis für diese Probleme. Leider kennt Allen Jesus Christus als Lösung für das Denken in zwei Räumen nicht, so wie D. Bonhoeffer es in seiner Ethik beschreibt:
„In Jesus Christus ist die Wirklichkeit Gottes in die Wirklichkeit dieser Welt eingegangen. Der Ort, an dem die Frage nach der Wirklichkeit Gottes wie die nach der Wirklichkeit der Welt zugleich Beantwortung erfährt, ist allein bezeichnet durch den Namen: Jesus Christus. … Die gesamte mittelalterliche Geschichte kreist um das Thema der Herrschaft des geistlichen Raumes über den weltlichen, wie die Neuzeit durch eine immer fortschreitende Verselbständigung des Weltlichen gegenüber dem Geistlichen charakterisiert ist. … Das Raumdenken versteht die Begriffspaare weltlich-christlich, natürlich-übernatürlich, profan-sakral, vernünftig-offenbarungsgemäß als letzte statische Gegensätze, mit denen bestimmte, einander ausschließende Gegebenheiten bezeichnet sind. Es verkennt die ursprüngliche Einheit dieser Gegensätze in der Christuswirklichkeit.“60
Der Alleszerstörer Tod
Der räumlichen Spannung, die für Allen unlösbar ist, entspricht die zeitlich geschichtliche Spannung. Fixpunkt bleibt unausweichlich der Tod. Da aber Allen höchstens als ungläubiger Atheist bezeichnet werden kann, so ist er sicher ein Agnostiker, d. h. er weiß nicht, mit wem er es eigentlich nach dem Tod zu tun hat. Dieses Nichtwissen macht alles bedrohlich, was nach dem Tod passieren könnte. Allen im Interview mit „cinema plus“:
Cinema plus: „Diese Obsession, was mit mir geschieht, wenn ich sterbe … am Schluss von Ingmar Bermans „Das siebente Siegel“ tritt der Knappe dem Tod entgegen und sagt: “Ich genieße jeden Moment, den ich atmen kann, denn danach kommt nichts mehr, gar nichts mehr.“ Glauben Sie das nicht?“
Allen: „Genau davor habe ich Angst. Ich habe Angst, dass nichts da sein wird, ich habe Angst, dass etwas da sein wird, mit dem ich nicht fertig werde, etwas, das mich verändern könnte. Komisch, ich habe Angst, dass mich etwas verändert, wenn ich sterbe, und das ist ja wohl die grausamste Veränderung im Leben eines Menschen.“61
Bis heute ist der Tod das am deutlichsten sich durchziehende Hauptthema in Allens Werk. Im März dieses Jahres wurde der  21. Film W. Allens auf den 42. Internationalen Filmfestspielen in Berlin außer Konkurrenz gezeigt: „Schatten und Nebel“. Für Insider war schnell klar, dass es eine nur geringfügig geänderte Filmfassung des schon 1981 erschienenen Theaterstücks „Tod“ war: Kleinmann (Allen), ein wirklich schüchterner Kleinbürger, wird mitten in der Nacht aus dem Bett gerissen und soll helfen, einen Mörder zu fangen, der schon seit einiger Zeit sein Unwesen treibt. Der Mörder ist m. E. eine Chiffre für die Allgegenwart des Todes.
Kleinmann spielt angeblich eine Rolle in einem Plan, über den er bis zum Schluss keine Einzelheiten erfährt, und der deswegen ständig suspekt bleibt; m. E. eine Anspielung darauf, dass der Sinn des Universums für Allen nebulös bleibt.
In der ursprünglichen Fassung muss Kleinmann nach einer Begegnung mit dem Mörder noch sterben, in der jetzigen Filmfassung geht das Leben für ihn weiter. Allen lässt Kleinmann am Schluss des Stückes sagen: „Es ist nicht, dass ich Angst zu sterben hätte, ich möchte einfach nicht dabei sein, wenn`s passiert … Haltet zusammen … Gott ist der einzige Feind.“62
Hier bewahrheitet sich, dass der Agnostizismus Allens nicht nur Komik produziert, sondern bitterernst werden kann. Ein mir fremd bleibender Gott, von dem und über den ich angeblich nichts wissen kann, muss mir bedrohlich und sogar unheimlich vorkommen. Was für ein völlig anderes Lebens- und Sterbensgefühl ermöglicht die Glaubensgewissheit in Jesus Christus, der sagen konnte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Johannes 11,25)
Der Komiker und der Evangelist
Schon 1967 gab es eine außergewöhnliche Begegnung.
W. Allen interviewte Billy Graham. Obwohl Allen Graham gewarnt hatte, er würde ihn diesmal nicht wie üblich behandeln, so wie Graham es als Nr. 1 unter den Evangelisten Amerikas gewohnt sei, war Graham einverstanden. In diesem Interview geht es an einer Stelle um die Frage, welches die größte Sünde sei.
Graham: „Wenn Sie herausfinden, welche Sünde die größte war, würde ich, wenn ich währen müsste, die Götzenanbetung wählen, den Bruch des ersten Gebotes: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“„
Allen: „Heißt das, dass Ihnen das am meisten Kopfzerbrechen verursacht?“
Graham: „Nein, nicht mir, sondern der heiligen Schrift. Gott macht sich Sorgen darum. Weil Gott Israel durch all die Zeiten, durch das ganze Alte Testament gelehrt hat, dass es nur einen Gott gibt, einen einzigen, dem wir dienen und den wir anbeten sollen.“
Allen: „Erscheint Ihnen das nicht als ein sehr egomanischer Standpunkt?“
Graham; „Egomanisch von Gott?“
Allen: „Ja, von Gott.“
Graham: „Aber nein! Gott ist vollkommen.“
Allen: „Tja, wissen Sie, es ist schon komisch, aber wenn ich morgens in den Spiegel gucke, dann mag ich das kaum glauben. Vielleicht können Sie mich bekehren, denn ich bin nicht sehr standhaft. Ich meine, ich hab` keine Überzeugungen in irgendeine Richtung, und wenn Sie es attraktiv genug machen und mir eine Art Leben nach dem Tod versprechen, mit einem weißen Gewand und Flügeln und so, möglich, dass mir das gefällt.“
Graham: „Nun, ich kann Ihnen kein weißes Gewand und keine Flügel versprechen, aber was ich Ihnen versprechen kann, ist ein sehr interessantes, aufregendes Leben.“
Allen: „Nicht wenigstens einen Flügel?“
Graham: „Für Sie ist sicher etwas bereitgestellt. Verstehen Sie, Sie haben diese anderen Dinge erfahren und erlebt, aber Gott haben Sie noch nicht erfahren. Und das ist die größte aller Erfahrungen, und ich fände es unendlich traurig für Sie, wenn Sie diese Erfahrung versäumen würden.“
Allen: „Oh, ich wäre auch sehr traurig, ich möchte sie auch auf keinen Fall versäumen, falls es sie gibt. Die Frage ist nur …“
Graham: „Aber es gibt sie“
Allen: „Die Frage ist: Gibt es sie wirklich?“
Wer hat die Regie?
Es ist hier nicht mehr der Platz, um zu zeigen, dass Rationalismus in der Konsequenz zum Irrationalismus führt, und dass die Reduzierung der Wirklichkeit auf die so genannten bruta facta (bei Allen Essen, Sex und Tod) gerade zu einem Verschwimmen von Wirklichkeit und Traum, von Realität und Phantasie führt. Es bleibt aber zu hoffen, dass Allen am Ende nicht dem Problem erliegt, das viele Komiker und Kabarettisten zu haben scheinen, dass sie nämlich nichts mehr haben, was für sie letzte Wirklichkeit, was ihnen heilig ist, weil die Haltung, alles und jedes durch den Kakao zu ziehen, zur Sucht geworden ist, sozusagen eine Eigendynamik bekommen hat. Wirklich auf die Spitze getrieben, wird dieses Verwirrspiel um die Frage: „Was ist wirklich?“ in dem erklärten Lieblingsfilm Allens: „The Purple Rose of Cairo“ (1986).
Cecilia, gespielt von Mia Farrow, hat einen primitiven Mann und schlechte Arbeit. Bei jeder Gelegenheit flüchtet sie aus ihrer Wirklichkeit in die Filmrealität. Eines Tages dreht sich der Hauptdarsteller (Tom Baxter) auf der Leinwand um und spricht sie an. („Ich bin gerade einem wunderbaren Mann begegnet“, erzählt sie ihrer Schwester später. „Er ist erfunden, aber man kann ja nicht alles haben.“)64
Bald tritt er aus dem Film, aus der Leinwand im Kino, in ihr Leben. Am Ende muss sie sich, wie es die Realität verlangt, mit ihrem eigenen Leben zufrieden geben. Aber zwischendrin zeigt sie der Leinwandfigur ihre Welt, was schwierig ist, denn diese Person kennt nur ihre Rolle und nicht die wirkliche Welt.
Ich wünsche für Allen, dass er Gott noch begegnet, und dass er sich dem Anspruch, den Gott auf sein Leben hat, noch stellt, damit sein Leben nicht wie ein Film bleibt, in dem W. Allen der einzige Drehbuchautor und Schauspieler seiner eigenen Ansichten ist, sondern damit der wichtigste Autor und Regisseur – Gott selbst – beginnen kann, seinen Lebensfilm mit seinem Geschöpf zu drehen. Dann wird die Handlung auch ein Happy End haben. Denn wenn wir unter Gottes Regie die Rolle entdecken und leben, für die wir bestimmt sind, enden wir nicht im Tod, sondern im Leben. MATTHIAS LAUBVOGEL
Anmerkungen:
1)                    Interview in „Esquire“, März 1988, S. 19
2)                    Interview in „Cinema Plus“, 3/86, S. 66
3)                    Esquire a.a.O.
4)                    Cinema Plus a.a.O.
5)                    Ebd.
6)                    Interview in „Brückenbauer“, 28.05.86, S. 17
7)                    Eric Lax, „Woody Allen: Wie ernst es ist, komisch zu sein“, München 1980, S. 56
8)                    H.C. Blumenberg: „Der Clown muss sterben“, in „Die Zeit“, 6/81, S. 27
9)                    Berndt Schulz „Was Sie schon immer über Woody Allen wissen wollten“, Hamburg, 1987, S. 30
10)                  Allen, zitiert in: Eric Lax. a.a.O, S. 39
11)                  Cinema Plus, a.a.O., S. 57
12)                  Allen, zitiert in : Eric Lax a.a.O., S. 38
13)                  Ebd. S. 44
14)                  Ebd., Umschlag Innenseite
15)                  Ebd., S. 48
16)                  „Manhattan“, Woody Allen 1981, Zürich, S. 131
17)                  Eric Lax a.a.O., S. 56
18)                  Francis Schaeffer, „Wie können wir denn leben“, Stuttgart 1977, S. 200
19)                  Berndt Schulz, a.a.O., S. 70
20)                  Woody Allen „Ohne Leit kein Freud“, Hamburg 1961, S. 10
21)                  Andre Heller, Emigrantenlied, LP „Basta“
22)                  Woody Allen „Stardust Memories“
23)                  Michael Scharper: „Wir handeln mit Träumen“, 13 Interviews übers Filmemachen, Frankfurt 1988, S. 16f
24)                  Allen „Hannah and her Sisters“, New York 1986, S. 95f
25)                  Ebd., S. 131f
26)                  Ebd., S. 109
27)                  Ebd., S. 169 f
28)                  Eric Lax, a.a.O., S. 231f
29)                  Ebd., S. 59
30)                  Cinema Plus, a.a.O., S. 66
31)                  Esquire, a.a.O., S. 20
32)                  Cinema Plus, a.a.O., S. 67
33)                  Allen in „Hot Press“, 06.05.88, S. 79
34)                  Zitiert in : Francis Schaeffer, „Bitte lass mich leben“, Stuttgart 1981, S. 137f
35)                  Woody Allen: „Der Stadtneurotiker“, Zürich 1981, S. 11
36)                  Woody Allen: „Stardust Memories“, a.a.O., S. 21
37)                  Ebd., S. 135f
38)                  Woody Allen: „Nebenwirkungen“, München 81, S. 219
39)                  Jacques Monod: „Zufall und Notwendigkeit“, München 1971, S. 219
40)                  Hans Gerhold: „Woodys Welten“, Frankfurt 1991, S. 203
41)                  Ebd., S. 204
42)                  Matthias Laubvogel: „Woody Allen – Komik am Abgrund“, „factum“
43)                  „Die amerikanischen Kritiker mögen mich dann besonders, wenn ich komische Filme mache. Ich kann mich leider nicht danach richten …“ Allen im Spiegel“ Nr. 29/89, S. 162
44)                  Hans Gerhold, a.a.O., S. 226
45)                  Francis Schaeffer: „Wie können wir denn leben“, a.a.O., S. 202
46)                  „Spiegel“-Interview, Heft Nr. 29/89
47)                  Hans Gerhold, „Woodys Welten“, S. 91
48)                  Ebd. S. 163
49)                  Ebd. S. 122
50)                  Zitiert in Eric Lax, Woody Allen, „Eine Biographie“, S. 305
51)                  Allen, zitiert in Graham Mc Cann, „Woody Allen“, Cambridge 1990, S. 151
52)                  Bernd Schulz, a.a.O., S. 37f
53)                  Drehbuch „Manhattan“, a.a.O., S. 140
54)                  Zitiert in Bern Schulz, a.a.O., S. 151
55)                  Allen im Interview in „Nouvel Observateur“ vom 10.12.1979
56)                  „Stardust Memories“, Mitschrift des Verfassers beim Anschauen des Films
57)                  Allen, „Wie du dir, so ich mir“, Hamburg 1980, S. 30
58)                  Allen (Boris Gruschenko), zitiert in H. Gerhold, a.a.O., S. 92
59)                  „Mr. Big“, in Woody Allens „Wie du dir, so ich mir, a.a.O., S. 125 + 130f
60)                  Dietrich Bonhoeffer, „Ethik“, München 1953, S. 60f
61)                  Interview mit „Cinema plus“, Nr. 3/86, S. 65
62)                  Allen, „Ohne Leit kein Freud“, Hamburg 1981,S. 75
63)                  Zitiert im „Spiegel“ Nr. 51/88, ‚S. 169
64)                  Mia Farrow als Cecilia in „The Purple Rose of Cairo“



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