„In dubio“ – Handbuch für Zweifler – Wim Rietkerk

„Zweifel ist ein Thema, über das jeder mitreden kann“, so beginnt Wim Rietkerk in seinem Buch „In dubio – Handbuch für Zweifler“, das soeben erschienen ist. Als Leiter des holländischen Zweigs und Vorsitzender der internationalen L’Abri-Arbeit, die einst mit Francis Schaeffer begann, schöpft Rietkerk aus einem jahrelangen Erfahrungsreichtum mit Menschen, die sich Klärung ihrer unterschiedlichen Zweifel wünschen. L‘Abri gibt in seinen Zentren seit vielen Jahren die Möglichkeit, offene Fragen zu stellen und auszudiskutieren. Der größte Teil dieses Buch ist daher jenen gewidmet, die keinen persönlichen Zugang zu Gott haben.
Wir sind oft erstaunt, dass sich Menschen selbst mit den besten Argumenten nicht zufrieden geben. Rietkerk unterscheidet zwischen dem Verstandeszweifel, dem man argumentativ begegnen kann, dem Gefühlszweifel, der u.a. Depressionen begleitet und dem Willenszweifel aufgrund fehlender Bereitschaft. Christen wiederum kennen die Zweifel an Gottes Führung.
Er beantwortet ganz grundsätzliche Fragen, wie „Ist Gott eine Projektion?“ oder: „Wenn ich in der Türkei geboren wäre, wäre ich jetzt auch Moslem!“. Der Leser bekommt hier wertvolle Antworten für die derzeitige Kritik an Evangelikalen hinsichtlich Mission, die jeder von uns präsent haben sollte, wenn auch hier mehr das missionarische Herz als der Wunsch nach Abgrenzung und Differenzierung zu spüren ist.
Das gilt ebenso bei der Antwort auf die Frage „Kommt meine ungläubige Schwester in die Hölle?“, bei der Rietkerk darum ringt, die notwendige biblische Balance zwischen Dringlichkeit und Zuspruch in dieser äußerst schwierigen Problematik zu finden. In großer Ehrlichkeit verschweigt er nicht, dass die Definition „ewig“ in evangelikalen Kreisen unterschiedlich ausfällt. Sehr sorgfältig wird die Frage „Wie kann Gott soviel Böses zulassen?“ behandelt, doch besonders empfehlenswert ist der letzte Teil des Buches über die Kunst des Überzeugens. Wir lernen noch einmal die Kriterien der Wahrheit: „Wird sie der Wirklichkeit gerecht?“, „Enthält sie keinen internen Widerspruch?“, „Kann ich mit ihr leben?“. Es ist selbst für Christen wunderbar zu wissen, dass der Glaube wie ein Handschuh auf eine Hand passt.
Die besten Antworten schaffen jedoch noch keinen Zugang zum Vater. Es ist daher hilfreich, am Schluss Erklärungen zu finden, wie der Glaube persönlicher Besitz werden kann.
Wim Rietkerk, „In dubio, Handbuch für Zweifler“, 186 Seiten, Verlag für Kultur und Wissenschaft, Bonn 2010 Pb.190 S. 16.00 €. ISBN 978-3-938116-96-8  Hildegund Beimdieke

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