Der Abschied von der Hölle

„Wir wollen sündigen, dem Himmel kündigen.“ So schallte es schon aus einem bitterbösen Satirecomic. Nun bestätigt eine Meinungsumfrage, daß inzwischen auch die Kündigung für die Hölle vorliegt. Bei den meisten Deutschen ist der Glaube, daß es eine Hölle gibt, out: Fast drei Viertel glauben weder an die Existenz der Hölle noch an die des Himmels. Diese Kündigung wurde freilich jahrzehntelang von den kirchlichen Verkündigern vorbereitet. Schlimm genug, wenn die Massen außerhalb der Kirchen nichts von der Hölle wissen, in die sie kommen werden. Schlimmer, wenn die Gemeindemitglieder innerhalb der Kirche auch nicht mehr viel davon wissen. Aber woher sollen sie es auch wissen, wenn es ihnen – was das aller- schlimmste ist – von ihren Predigern nicht mehr gesagt wird? Und die sagen in der Sache nix, weil sie in der Sache auch nix mehr glauben. Die Hölle ist ganz einfach stillschweigend abgeschafft worden, weil über sie geschwiegen wird. Und wer sie erwähnt, dem würde man, hätte man sie nicht gerade abgeschafft, die schlimmsten Höllenstrafen wünschen.
Statt dessen behilft man sich mit Äußerungen wie z. B.: „Mit dem Jesus den du da verkündigst, kann ich nichts anfangen. Ich halte mich da mehr an den Jesus der Bergpredigt.“ So kann nur sülzen, wer die Bergpredigt nie gelesen hat. In dieser Predigt er- wähnt Jesus dreimal die Hölle dazu auch noch die Verdammnis. Außerdem warnt er noch an sieben weiteren Stellen vor der Hölle. Der Hinweis auf solche Bibelstellen wird gewöhnlich mit der Frage kommentiert, ob ich ein Interesse daran hätte, daß manche in die Hölle kommen?
Diese Anfrage wird auch dadurch nicht sinnvoller, wenn selbst große Theologen wie Karl Barth sie gestellt haben.
Es geht doch nicht darum, daß irgend jemand daran interessiert ist, daß irgend jemand in die Hölle kommt, sondern daß Gott daran interessiert ist, daß niemand in die Hölle kommt. Deshalb ist ja Jesus gekommen, um uns davor zu bewahren! Und deshalb nennt die Bibel ihn ja auch den Retter. Von einem Retter kann nur gesprochen werden, wo eine Gefahr ist, und wo eine Gefahr ist, ist auch Angst. Luther kannte und hatte noch die Angst, in die Hölle zu kommen. So kam es ja überhaupt erst zur Reformation. Heute haben die Pfarrer nur noch eine Angst – ausgelacht zu werden, wenn sie von der Hölle sprechen. In dem mit rund 1,9 Millionen Exemplaren auflagenstärksten christlichen Buch Deutschlands, dem Predigtband „Jesus – unser Schicksal“ des Evangelisten Wilhelm Busch, ist ständig von der Hölle die Rede. Als Busch vor einem größeren Kreis von Pfarrern über das Thema „Was fehlt uns Pfarrern?“ sprechen sollte, fing er seine Rede so an: „Es fehlt uns Pfarrern die Furcht, daß wir und unsere Gemeinden in die Hölle kommen könnten. Nur auf diesem Hintergrund wird das Evangelium verstanden. Darum fehlt unserer Predigt das Warnende, Dringende, Werbende …“ Ich ergänze: und das Missionarische. Leider stimmt die Diagnose von Wilhelm Busch heute immer noch. Die Therapie: Dem Wort Gottes glauben, zum Beispiel dem Jesuswort aus Matthäus 10,28: „Fürchtet euch vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle.“ Zum Schluß nochmal Wilhelm Busch: „Entweder waren unsere Väter Narren, wenn sie in ihren Predigten die Sünder warnten – oder wir sind Narren, die wir alles tun, nur das Wichtigste nicht: ` Theo Lehmann http://www.bibelbund.de/htm/bgdl44.htm

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