Vorgefiltertes Web: Die ganze Welt ist meiner Meinung

Es ist eine schleichende, unheimliche Veränderung: Bei Facebook, Google oder Amazon entscheidet Software, was der Nutzer zu sehen bekommt und was nicht. Nur wenigen ist bewusst, wie stark Algorithmen inzwischen unser Bild von der Wirklichkeit bestimmen – was nicht passt, schluckt der Filter. – Eli Pariser, der langjährige Chef der Politaktivisten-Plattform MoveOn.org, hat vor ein paar Tagen auf der TED-Konferenz eine interessante Geschichte zu den neuen Pforten der Wahrnehmung erzählt: Irgendwann, so Pariser, sei ihm auf Facebook aufgefallen, dass er in seinem Nachrichtenstrom immer weniger von den konservativen Kontakten las, die er seinem Netzwerk hinzugefügt hatte. Um auch mit abweichenden Meinungen konfrontiert zu werden, wie er sagt. Allein: Der Facebook-Algorithmus blendete mit der Zeit mehr und mehr dieser Meinungsäußerungen aus – weil, so vermutet Pariser, er nicht so oft die von den konservativen Kollegen empfohlenen Artikel anklickte wie die sein… – (Quelle: Spiegel.de)

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,750111,00.html

Was ist ein Fanatiker

Ich las einmal folgende Definition für den Begriff »Fanatiker«: »Ein Fanatiker ist ein Mensch, der, weil er sein Ziel aus den Augen verloren hat, doppelte Anstrengungen unternimmt, es zu erreichen.« Ein Fanatiker rennt wie wahnsinnig umher und gelangt doch nirgendwohin. Er ist ein Basketballspieler ohne Korb, ein Tennisspieler ohne Netz, ein Golfspieler ohne Rasen.
Wenn ein Christ Fortschritte in der Heiligung erzielen will, wenn er lernen möchte, Gott zu gefallen, dann muss er eine klare Vorstellung davon haben, wie sein Ziel aussieht. Obwohl die Bibel dieses Ziel klarmacht, ist es eines, das allzu leicht in Vergessenheit gerät.
Worin besteht das Ziel? Jesus drückte es so aus: »Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.« (Mt 6,33) Luther
(Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles dazugegeben. NGÜ )
Betrachten wir die einzelnen Aspekte dieser Aufforderung genauer: Zuerst sagte Jesus, dass wir »trachten« müssen. Nach etwas zu trachten erfordert Anstrengung. Dazu gehört eine beharrliche Suche — wie bei jener Frau, die eine Münze verloren hatte und jeden Winkel ihres Hauses durchstöberte, um sie zu finden. Eine Suchaktion lässt sich nicht durchführen, indem man ein Nickerchen macht; sie bedeutet Arbeit, beharrliche Arbeit. Wir lehnen uns nicht zurück und warten darauf, dass Gott uns Gerechtigkeit in den Schoß fallen lässt. Wir kennen alle die Geschichte des griechischen Mathematikers Archimedes, der sein berühmtes Prinzip des Auftriebs entdeckte, während er badete. Er rief aus: »Heureka, ich habe es gefunden!« Und wir kennen die Legende von Isaac Newtons Entdeckung der Schwerkraft, als er unter einem Apfelbaum saß und ein Apfel ihm direkt auf den Kopf fiel. Diese Geistesblitze, die Archimedes und Newton erlebten, waren nur der Gipfel jahrelanger, beharrlicher Forschungen. Ihre Leistungen waren kein reiner Glücksfall. Man sagt, dass Thomas Edison mit über tausend verschiedenen Substanzen experimentierte, bevor er schließlich diejenige entdeckte, die sich als Glühfaser für das elektrische Licht eignete. Das war nicht viel Glück, sondern viel Arbeit. Dies gilt auch für uns, wenn wir lernen möchten, wie wir Gott gefallen.
Wir sollen nach dem Reich Gottes und nach Gottes Gerechtigkeit trachten. Wir stellen fest, dass Jesus sagte, wir sollten zuerst nach diesen Dingen trachten. Das neutestamentliche Wort, das hier für »zuerst« verwendet wird, ist das griechische Wort protos, das nicht einfach das erste Element einer Aufzählung meint. Es vermittelt eher den Anspruch einer Priorität. Eine treffendere Übersetzung wäre: »Trachtet zuerst, vor allem anderen, nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit.«
Trachtet nach dem Reich Gottes. Trachtet nach seiner Gerechtigkeit. Dies sind die Prioritäten des christlichen Lebens.
Aus dem Buch Gott gefällig leben von R. C. Sproul von hänssler (Taschenbuch – 1. Januar 1998) Seite 25-26

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