1. Petrus 2,15 Denn das ist der Wille Gottes, dass ihr mit guten Taten den unwissenden und törichten Menschen das Maul stopft

Oftmals ist der Wille Gottes in den alltäglichen Angelegenheiten des Lebens nicht immer kristallklar, und die Gerechten leben wirklich aus Glauben. Es gibt jedoch gewisse Dinge, die als der Wille Gottes bekannt sind. Errettung ist der Wille Gottes (2Pet 3,9); Heiligung ist der Wille Gottes (1Thes 4,3). Hier nun lernen wir, daß Unterwerfung unter die Obrigkeit Gottes Wille ist. Diese Unter- und Einordnung des Christen vollzieht den Willen Gottes.
Petrus begründet nun direkt missionarisch. Der Wille Gottes ist Rettungswille, denn „Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1. Tim 2,4). Dieser Rettungswille Gottes wird von den Christen getan, wenn sie durch „gute Taten“ in der Gesellschaft Vorbild sind, auf ihren Herrn damit verweisen.
“dass ihr mit guten Taten“
Diese allgemeine Formulierung paßt auf alle Verhältnisse und Zeiten. Darum ist es nicht in das Belieben des einzelnen gestellt, ob er Gutes tut oder nicht.
“unwissenden“
Der Ausdruck „unwissenden“ hält barmherzig die Tür zu den andern offen. „Unwissenheit“ meint nicht einen intellektuellen Mangel, sondern fehlendes Verständnis für das Wesen einer Sache. „Unwissenheit“ ist die biblische Beschreibung für die Nicht -Erkenntnis, Nicht -Anerkennung Gottes, für das Leben des „alten“ Menschen (vgl. Hes 45,20; Apg 3,17; Apg 17,30; Eph 4,18). „Unwissenheit“ ist, ein missionarischer Begriff für das Sünderleben. Dieses wird dadurch nicht zum „Schicksal“, sondern bleibt persönliche Schuld. Solche „Unwissenheit“ wird näher als „unvernünftig“ charakterisiert (wörtlich „ohne klares Denken“, „ohne Einsicht“). Wer Gott nicht ernst – und annimmt, geht an der Wirklichkeit vorbei, lebt im Nebel. Der Mensch, der Gott nicht kennt, ist unverständig (Ps 14,1). Ihm mangelt es an der Fähigkeit, verständig aufzumerken und zu beurteilen (1Kor 1,20). Er gebraucht seinen Verstand nicht in der rechten Weise um richtig zu sehen und vernünftig nachzudenken (1Kor 2,14).
“das Maul stopft“
Das mit Maul stopfen und Schweigen (phimoun) übersetzte Wort bedeutet „jemandem einen Maulkorb anlegen oder jemanden sprachlos machen“ (vgl. Mt 22,12.34; Mk 1,25; 4,39; Lk 4,35). Es bedeutet, jemanden mit einer Mundsperre zu belegen, damit er nichts mehr sagen kann. Das Wort kommt im Neuen Testament noch vor in Mt 22,12 und 34; Mk 1,25; 4,39; Lk 4,35; 1Tim 5,18. In Röm 4,7 wird ein verwandtes Wort gebraucht. In 1Kor 9,9 ist es ein anderes Wort. Hier wird also gemeint: zum Schweigen bringen.
Jesus stillte den Sturm, brachte die Dämonen zum Schweigen und ebenso brachte er die Sadduzäer durch die Kraft Seines Worte und durch Seine Weisheit zu Schweigen. Es ist die Pflicht eines Gläubigen, die Verleumdungen seitens der Unvernünftigen durch die Kraft eines Gott wohlgefälligen Wandels in einer ungöttlichen Welt zum Schweigen zu bringen.
Eingesehene Literatur
Züricher Bibelkommentare NT 15 Der erste Petrusbrief Eduard Schweizer Auflage 1998
Der erste Brief des Petrus erklärt von Uwe Holmer Wuppertaler Studienbibel Taschenbuch – Sonderausgabe 1983
Betrachtungen über den 1. Petrusbrief (1) 1. Petrus 1 H.L. Heijkoo www.soundwords.de
Der erste Petrusbrief von Heiko Krimmer Edition C
Roger M. Raymer Walvoord Multimedia Bibel 1. Petrus
John F. MacArthur. MacArthur Studienbibel
Der 1. Brief des Petrus John F. MacArthur
R.C. Sproul (Hrsg.) Genfer Studienbibel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s