Der Kampf der Gottlosen gegen die Gottesfurcht

Eigentlich mag ich die katholische Kirche ebensowenig wie die evangelische. Doch das hat durchaus grundverschiedene Aspekte. Die Evanglische zeigt sich nur noch als Zeitgeisthure, sie ist halt überall dabei. Die Katholische hingegen zeigt Kraft, jedoch ist ihr Inhalt so durchtrieben von falscher Lehre und Irreführung, dass sie sich leider selbst ins Fleisch beißt. Immerhin steht der Papst seinen Mann, wie gesagt, sie hat noch Kraft, die Kirche Roms. Doch was viel auffälliger ist, sind der Geist unserer deutschen Religionskultur und die Generalkritik an Gottesfurcht. Es wird nicht der Papst kritisiert, sondern sich lustig gemacht. Das nimmt durchaus auch das Ausland wahr.
Die New York Times beispielsweise wundert sich über die Darstellung im Spiegel, der den Papst als den “Dickköpfigen” maskiert und keine Probleme damit zu haben scheint, darüber zu titulieren: “Der Papst lässt die Deutschen vom Glauben abfallen.” Die NYTimes schreibt weiter, dass die Zahlen der Menschen, die die Kirche verlassen, ein Anzeichen seien für die zunehmende Säkularisierung der Gesellschaft in Deutschland. Sie machen also den Austritt der Gläubigen nicht an den Missbrauchsfällen fest, sondern an unserer deutschen Gottlosigkeit. Das ist doch sehr interessant. Die linken Linken, die durch ihr Fehlen negativ Auffielen bleiben natürlich nicht unerwähnt, genauso wie Herr Ströbele, der meint es wäre angemessen, mittendrin einfach aufzustehen und zu gehen. Ihm konterte der Papst mit feurigen Kohlen auf sein Haupt: Er äußerte sich dermaßen positiv über die Grünen, dass ihr Applaus wahrscheinlich mit einem Klos im Hals durch den Saal hallte. Peinlich.www.nytimes.com/2011/09/2…=4&sq=pope&st=cse
Dabei haben die Menschen irgendwie immer noch nicht begriffen, was dem Papst eigentlich wichtig ist und wofür er kämpft. Sein Anliegen sind nicht Menschenrechte in der Kirche, Schwule und Lesben zu integrieren, oder mehr Evangelisch zu sein, sondern dieser Besuch zeigt wie nie vorher da gewesen, welche Prämisse er verfolgt: Er kämpft eben genau gegen diese Säkularisierung und den Relativismus. Genau das war auch das Thema im Bundestag: Nicht Karriere, nicht Materialismus, kein Pragmatismus, sondern Gottesfurcht.
Das Onlinemagazin “Cicero” hat es gestern dann wieder mal übertrieben: Sie machen sich brutal lustig über Kirche, Religion und alles, was sich damit identifiziert. Sie schreiben:
“Millionen vor den Bildschirmen zuhause und 61 000 Papstanhänger vor Ort wurden Zeuge, wie el papa auf seine wohlverdiente Ehrenrunde ging, nachdem er den anstrengenden Pflichtbesuch im Deutschen Bundestag hinter sich brachte. Was mag ihm durch den Kopf gegangen sein an diesem sonst so gottlosen Ort, als er den vielen parlamentarischen Ehebrechern die Hand schütteln musste.
Fast schon eine Zumutung. Hätte im Vorfeld nicht eine Auslese stattfinden können? Hätten nicht die sündigen in die hintersten Reihen verbannt und nur die gottestreuen dem Papst zum Handshake dargeboten werden können? Aber nein, so durfte allen voran der Bundespräsident in zweiter Ehe neben dem Papste Platz nehmen, um aus nächster Nähe gelebte Moral zu atmen.” http://www.cicero.de/blog/timo-s…ins-exil#overlay-context=
Aus ihren Sätzen klingt der pure Zynismus. Es ist nicht die Kritik am Papst, die hier hervorbricht, sondern der Anstoß an Moralinstanz (hier ist es nur die Institution Kirche, die im Schussfeld steht). Hier wird nicht Kirche kritisiert, sondern Gottesfurcht. Das ist ein gewaltiger Unterschied, denn es zeigt, dass die Kirche nur als Instrument eine Rolle spielt, der eigentlich Anstoß ist aber Gott und die Konfrontation mit der Sünde selbst.
Weiter schreibt “Cicero”: “Wie also reagieren auf diesen Papst, auf dieses Spektakel? Mit weltlicher Gelassenheit und einem gehörigen Schuss klerikalen Humor. Viel mehr bleibt auch nicht. Rufen wir den vielen Kritikern zu: Wer diesen Glaubensverein nicht mag, der trete aus. Und der Papst, soll doch bitte zurück in sein römisches Vereinsheim gehen. Getreu dem Motto: Schicken wir den Papst doch einfach dorthin, wo er sich am wohlsten fühlt. Schicken wir ihn zurück ins Exil.”
Man spürt diesen Sätzen ab, dass es hier nicht um Kritik geht, sondern um die Verteidigung unserer hedonistischen Gesellschaft: Wenn uns jemand kritisiert für säkularen Lebensstil und Relativismus, dann schicken wir ihn nach Hause. Oder besser noch ins Exil. Da muss ich leider sagen, dass dieser Umgang nicht nur traurig ist, sondern sogar peinlich. Das Ausland wundert sich über deutsche Gottlosigkeit. Es geht nicht um den Papst, es geht nicht um die Kirche, sondern um unsere Generalkritik an Gottesfurcht.
Olli Kahn würde sagen: Wir sollten mal Eier haben. Deutschland muss Kritik ertragen können an Lebensstil und den essenziellen Fragen des Lebens, nicht nur Wirtschaftspolitik und Europaparolen. Natürlich trägt eine Ansprache des Papstes vor dem Parlament auch politische Brisanz, aber anscheinend ist für uns das nicht einmal auszuhalten. Das trifft den Geist unserer Zeit: lauwarm und nichtssagend, aber Hauptsache Spaß.
Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts!, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß. Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest. Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest. Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron. Jesus in Offenbarung 3, 13ff
Von: Simon

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