1. Petrus 3,1 Desgleichen sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen, damit auch die, die nicht an das Wort glauben, durch das Leben ihrer Frauen ohne Worte gewonnen werden,

Hier wird in unverblümten Worten gesagt, was in der antiken Gesellschaft, zur Zeit des Petrus, von der Frau und vom Mann in der Ehe erwartet wird. Das wäre vielleicht nicht so schlimm, wenn es hier nur um Rollenerwartungen in der Antike ginge. Aber – hie und da – dürfte es auch heute solche klaren Zuweisungen geben, wie der Lebenswandel auszusehen hat. Aber wird nicht im Petrusbrief, den genau das alte Klischee noch einmal zementiert: Dass die Frau untertänig, der Mann gnädig zu sein habe. Auf den ersten Blick scheint es so. Auf den ersten aber nur. Denn Petrus rechnet mit dem Klischee, er weiß, dass auch wir in viele Rollenerwartungen gepresst werden. Deswegen ist die Frage: wie geht er damit um, zu welcher Reaktion fordert er uns auf? Der Mann konnte damals wie selbstverständlich in seinem Hause herrschen. Sein Prestige bestand darin, dass er „Herr im Haus“ war. Demgegenüber weist Petrus darauf hin: Beide, Mann und Frau sind gleichermaßen Erben der Gnade. Damals war die Frau an die Religion des Mannes gebunden. Sie hatte sich nach ihm zu richten: demgegenüber sieht Petrus die Chance, dass die Frau durch ihren überzeugenden Lebenswandel die Verhältnisse ändert: ihren Mann ändert, der sich auf die Botschaft des Evangeliums nicht ändern wollte. Wenn die Christen in der Antike trotz fester Ordnung durch eine alternativen Lebenswandel schon die beengenden Strukturen unterlaufen konnten, wie viel mehr sind wir frei, uns über Schranken hinwegzusetzen, aufeinander zuzugehen und als freie Kinder Gottes zu leben

4 Gedanken zu „1. Petrus 3,1 Desgleichen sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen, damit auch die, die nicht an das Wort glauben, durch das Leben ihrer Frauen ohne Worte gewonnen werden,

  1. Würden Männer und Frauen in Liebe zueinander leben, anstatt in ständig rivalisieredem Machtkampf um die Herrscherrolle in Haushalt und Gesellschaft; und würden Männer die Herausforderung des offensichtlich gar nicht chauvinistischen Paulus annehmen und ihre Frauen „…in der gleichen Weise lieben …wie Christus seine Gemeinde liebt, für die er *sein Leben opferte*“ (Epheser 5:25), dann würde es den Frauen sicher ein Leichtes und Angenehmes sein, ihren Männern, die sich aus Liebe derart für sie aufopfern, „zu Füßen zu liegen“. Das Gleiche gilt selbstverständlich, ganz im Sinne der Gleichberechtigung, für 1. Petrus 3:1 und die Frauen…

    Der Schlüssel liegt in der Liebe. Nicht in der Autonomie und der Macht.

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  2. Die Frage stellt sich, ob hier tatsächlich „antike Rollenverteilungen“, „Klischees“ oder „männliches Prestige“ thematisiert werden, oder ob es sich um allgemeingültige Anweisungen für Gläubige handelt. Der Kontext (insbesondere ab 1.Petr.2:13) zeigt m.E. ohne Zweifel, dass es sich um generelle Prinzipien handeln muß.
    sdg
    apologet

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