1.Petrus 3,7 Desgleichen ihr Männer, wohnt vernünftig mit ihnen zusammen und gebt dem weiblichen Geschlecht als dem schwächeren seine Ehre. Denn auch die Frauen sind Miterben der Gnade des Lebens, und euer gemeinsames Gebet soll nicht behindert werden.

Man kann fragen, warum die Mahnung an die Männer im Vergleich zu den anderen Mahnungen so kurz gehalten ist. Weil die Zahl der Männer in den angesprochenen Gemeinden geringer war? Weil der Mann in den Konflikten weniger gefährdet war? Oder zollt der Verfasser hier einfach seiner Zeit Tribut? Sieht man sich die Umwelt des Neuen Testaments an, ist es nämlich keineswegs selbstverständlich, daß sich überhaupt Mahnungen an den Mann zum rechten Verhalten gegenüber der Frau finden.
Die christlichen Ehemänner schulden ihren Frauen zwei Liebesgaben: Verständnis und Achtung. Die mit dem Wort vernünftig übersetzte Wendung (kata gnosin, wörtlich „nach bestem Wissen, mit Verstand“) macht deutlich, daß die Ehemänner die geistlichen, emotionalen und körperlichen Bedürfnisse ihrer Frauen verstehen und sich um sie kümmern sollen. Auch der Apostel Paulus wies darauf hin, daß ein Mann seine Frau schützen und für sie sorgen muß, „wie auch Christus“ für „die Gemeinde“ sorgt (Eph 5,28 – 30).
„Schwächeren“ (asthenestero) bezieht sich auf körperliche oder gefühlsmäßige Schwäche, nicht auf geistige Unterlegenheit. Eine Debora, die das Heer Israels anführte, eine Maria, die dem Kreuz des Verachteten gegenüberstand und eine Priszilla, die dem mächtigen Apollos die Schriften öffnete, können schwerlich als Frauen mit schwachem Willen, Geist oder Verstand bezeichnet werden. Der Ausdruck „Gefäß“ wird auch von Paulus auf die Frau angewendet (1Thes 4,4). Aber er gebraucht ihn auch allgemein für alle, die bekennen, Christen zu sein (2Tim 2,20 + 21). Gott gebraucht diesen Ausdruck auch für Paulus selbst (Apg 9.15). Dieser Ausdruck stellt im allgemeinen den Menschen als von Gott geschaffen dar, womit ausgedrückt wird, dass der Mensch von Ihm als Sein Werkzeug gebraucht wird (vergl. 1Mose 2,7 mit Jer 18,16 und Jes 29,16).
Die Frau ehren! Jemanden zu ehren bedeutet, diesem Menschen einen Sonderplatz zuzugestehen. Das gleiche Wort, das hier in Vers 7 mit „ehrt“ übersetzt wurde, bezeichnet in Kapitel 1, Vers 19 das Blut Jesu als „kostbar“. Wenn das keine viel sagende Analogie ist! Im Altertum war etwas Verehrtes meistens ein Gegenstand von Substanz (also buchstäblich etwas Gewichtiges), etwas Wertvolles, Teures oder sogar Unbezahlbares. Bei Homer galt: „Je teurer das Geschenk, desto größer die Ehre.“ Das Wort bezeichnet nicht nur einen Gegenstand oder eine Person, die einen unbezahlbaren Wert darstellt, sondern auch einen Menschen, dem wir Hochachtung entgegenbringen, jemanden, der ganz oben auf unserer Prioritätenliste steht. So sollen auch Ehemänner ihre Frauen behandeln.
Wenn Petrus hier an christliche Ehemänner denkt, deren Frauen ebenfalls Christinnen sind, dann könnte mit der „Gnade des Lebens“ die Erlösung gemeint sein (vgl. Röm 8,17; Eph 3,6). Wenn sich die Ermahnung jedoch an christliche Ehemänner richtet, deren Frauen ungläubig sind (wie 1. Petr 3,1 – 2 sich an Ehefrauen mit ungläubigen Männern richtet), dann ist damit wohl das Zusammenleben von Mann und Frau gemeint. Petrus fügt hinzu, daß Männer, die ihre Frauen nicht mit Verständnis und Ehrerbietung (timen, „Achtung, Ehre“; vgl. 1. Petr 2,17) behandeln, nicht erwarten können, daß ihr Gebet erhört wird.

Ein Gedanke zu „1.Petrus 3,7 Desgleichen ihr Männer, wohnt vernünftig mit ihnen zusammen und gebt dem weiblichen Geschlecht als dem schwächeren seine Ehre. Denn auch die Frauen sind Miterben der Gnade des Lebens, und euer gemeinsames Gebet soll nicht behindert werden.

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