Mahnung an gläubige Ehefrauen 1.Petrus 3,1-7

Vermutlich befand sich der Apostel Petrus zur Zeit der Abfassung seines 1. Briefes in Rom (1Petr 5,13), irgendwann zum Anfang bis zur Mitte der 60er Jahre. Seine Empfänger waren überwiegend Heiden, die zum Glauben gekommen waren.1 Er schreibt ihnen von der Hoffnung, die sie durch den Glauben an Jesus bekommen haben, schweigt aber auch nicht über die Verantwortung, die dieses neue Leben mit sich bringt. In einem ausführlichen Mittelblock beschreibt er ihnen dann das Verhältnis, in dem ein Christ sich im Bezug auf die Gesellschaft bewegen soll. Innerhalb dieses Abschnitts wendet sich Petrus auch der Familie zu, die einzige menschliche Verbindung, die in der Schöpfung von Gott eingesetzt worden ist. Gott benutzt die Familie seit jeher, als einen der großen Segenskanäle für diese Welt und er möchte, das die Familie gesund bleibt und funktioniert.2 Petrus schreibt uns, wie dieser Wunsch zur Wirklichkeit werden kann!
2. MAHUNUNG AN GLÄUBIGE EHEFRAUEN
2.1 DAS VERHALTEN EINER EHEFRAUEN
2.1.1 AUSLEGUNG
Der Apostel Petrus schreibt diese Verse in eine Situation hinein, die es wohl relativ häufig in den ersten Christengemeinden gegeben hat. Vermutlich war sowohl der Ehemann als auch die Ehefrau mit dem Evangelium konfrontiert worden, aber nur die Frau hatte angefangen, daran zu glauben.3 Das Christentum besaß für Frauen, aufgrund seiner Lehre zur geschlechtlichen Gleichberechtigung, eine höhere Anziehungskraft, als für Männer, da diese bei einem Übertritt wegen ihrer höheren Stellung in der Gesellschaft wesentlich mehr zu verlieren hatten.4 Petrus versucht hier mit seinen Ratschlägen einen nahezu vorprogrammierten Ehekonflikt vorzubeugen, da es in der damaligen Zeit üblich war, dass eine Frau die Religion ihres Ehemannes übernahm; tat sie das nicht, dann war sie in einer prekären Lage. Es war darum von ganz besonderer Wichtigkeit, dass eine Christin versuchte, ihrem ungläubigen Mann in allen anderen Dingen so gut wie möglich zu gefallen.5 Aus diesem Grund ermahnt Petrus die gläubige Ehefrau, sich ihrem Mann unterzuordnen. Das Wort u(pota/ssw6 bedeutet, „sich in ordentlicher Weise unter etwas stellen“ und ist eines der Schlüsselwort von Petrus. Man findet es vier mal im ersten Brief. (1Petr 2,13 / 2,18 / 3,1 / 5,5).7 Unmittelbar zuvor hatte Petrus zu den Sklaven gesprochen und sie ermahnt, ihrer Berufung gemäß zu leben. In unserem Fall ist es die Frau, die sich Standesgemäß einordnen soll, wobei Einordnung auch hier ein Unterordnen meint.8 Petrus fordert aber kein willenloses Untertan sein von Seiten der Frau, sondern es geht ihm um eine rechte Zuordnung innerhalb der Ehe.9 Dieses Verhalten soll ihr zu einer Gewohnheit werden, was das Partizip Präsens, in dem das Wort „unterordnen“ steht, deutlich macht.10 Dieses Gebot gilt aber vermutlich nicht grundsätzlich, sondern bezieht sich lediglich auf die eigenen Ehemänner,11 auch wenn das Wort i>dioj (eigen) eine solche ausschließliche Deutung nicht zwangsweise vorgibt.12
Petrus steht hier mit seiner Forderung nicht alleine da, denn auch Paulus ermahnt die Ehefrau an einigen Stellen, sich ihrem Mann zu unterstellen (Eph 5,22+24 / Kol 3,18 / Tit 2,5). Interessant ist hierbei aber, das Petrus eine weitere Begründung dafür liefert. Im Epheserbrief hatte die Unterordnung eine christologische Ursache, im Titusbrief waren es gemeindlich-soziologische Gründe und bei Petrus finden wir nun eine missionarische Begründung.13 Es geht darum, dass der Ehemann für das Evangelium gewonnen werden soll, wobei aus dem Text nicht ganz deutlich wird, ob es sich um einen echten Heiden oder um einen ungehorsamen Gläubigen handelt.14 Wir gehen allerdings vom ersten der beiden Möglichkeiten aus, da a)peiqe/w15 ein „ungläubig sein bei zusätzlichem Ungehorsam“ andeutet. Doch was soll die Frau jetzt tun? Petrus rät ihr hier, dass sie nicht über das Wort Gottes sprechen, sondern es stattdessen vorleben soll. Er benutzt hier zweimal das Wort lo/goj16, was sowohl das „gesprochene Wort“, als auch das „Wort Gottes“ bezeichnen kann. Bei ersten mal ist deutlich das Wort Gottes gemeint, weil die Ehemänner nicht bereit sind, diesem zu gehorchen. Beim zweiten mal kann aber nur das gesprochene Wort der Ehefrau gemeint sein, weil Petrus sich hier sonst wiedersprechen würde. In Petr 1,23 schreibt er, dass man nur durch das Wort Gottes wiedergeboren werden kann. Hinzu kommt, das lo/goj beim zweiten mal keinen Artikel hat und somit angedeutet wird, dass es sich um den Charakter der Frau handelt.17 Die Ehefrau soll ihren Mann also „ohne Worte“ durch ihren Lebenswandel permanent mit dem Evangelium konfrontieren. Die Frau soll zu einer Gegenstandslektion für die Lehren Jesu werden, die in gesprochener und vorgepredigter Form für den Ungläubigen sowieso keinerlei Autorität besäßen.18 Petrus zeigt ihr den Weg, den sie, auch im Hinblick auf ihre gesellschaftliche Position gehen soll und kann. Die Schrift gibt allerdings keine feste Zusage, dass solch ein Verhalten in jedem Fall zum Erfolg führen wird (1Kor 7,16) ,19 auch wenn in einigen Abschriften des Neuen Testamentes gesagt wird, dass sich der Ehemann daraufhin „sicher“ bekehren wird.20
Ein in Furcht reiner Lebenswandel ist also die Möglichkeit, die eine Frau hat, um ihren Mann auf den Weg zu Gott zu bringen. h( e)n fo/bw … a)nastrofh meint hierbei ein „in Ehrfurcht vor Gott“ und „in Respekt vor dem Ehemann“ geführtes Leben;21 es ist nicht gemeint, dass die Frau Angst vor ihrem Mann haben sollte.22 Das griechische Wort für „rein“ ist a>gnoj und hat die eigentliche Bedeutung von kultischer Reinheit, die jedoch für einen Christen keinerlei Rolle mehr spielte, da Jesus durch sein Opfer am Kreuz den Tempeldienst überboten hatte.23 a>gnoj meint hier also den moralisch einwandfreien Lebenswandel der Frau, durch den Gott geehrt wird. Solch ein Verhalten wird natürlich auffallen. Das Wort e)popteu/w ist stärker, als das normale Wort für „sehen“ und bedeutet soviel wie „mit aller Aufmerksamkeit etwas beobachten“. Der Mann kann zwar das Wort Gottes ablehnen, aber er kann seine Augen nicht vor dem vorbildlichen Lebenswandel seiner Frau verschließen. Vermutlich wird er sogar sehr genau hinsehen, um zu prüfen, wie echt ihr Glaube tatsächlich ist. Ein Mann wird sich durch das gelebte Zeugnis seiner Frau nicht bekehren, aber er kann auf diese Weise dazu gebracht werden, auf das Wort Gottes zu hören und das hat dann wiederum die Kraft, ihn zur Bekehrung und schließlich zur Wiedergeburt zu bringen.24
2.1.2 ANWENDUNG
Das Prinzip aus diesem Vers ist, dass eine Frau ihren Ehemann als das anerkennen soll, was er ist – das Haupt der Familie. Das ist der einzige Weg, wie die Familie zusammen bleiben und glücklich sein kann. Selbst wenn die Frau vielleicht intelligenter ist, wesentlich mehr an Persönlichkeit besitzt und sogar einen besseren Beruf hat, so muss sie Zuhause trotzdem ihren Mann als Oberhaupt anerkennen. Ein gläubiger Mann, selbst wenn er nicht herausragende Fähigkeiten zur Leiterschaft besitzt, kann trotzdem ein guter Vater und Ehemann sein, wenn er ganz auf Gott vertraut. Doch was soll die Frau tun, wenn ihr Mann das Evangelium ablehnt? Ganz bestimmt soll sie ihn nicht reizen oder provozieren und schon gar nicht soll sie ihn ständig mit der Bibel konfrontieren und ihm alle seine Fehler vorhalten. Auch darf sie niemals ihre Pflichten als Ehefrau, Hausfrau und Mutter vernachlässigen. Wenn ein Mann von der Arbeit nach Hause kommt und dort eine liebenswürdige und freundliche Frau vorfindet, die das Haus ordentlich, sauber und gemütliche vorbereitet hat und die ihm ein leckeres und liebevoll vorbereites Essen serviert, wird er nicht anders können, als seine Frau zu lieben. Er wird an ihrem Verhalten die Wahrhaftigkeit ihres Glaubens entdecken und eines Tages wird er vielleicht auch mal gemeinsam mit ihr in die Gemeinde kommen. Petrus sagt, dass die Männer durch solch einen Wandel ohne viele Worte gewonnen werden.25 Von manchen Frauen wird gesagt, dass sie zur Unterordnung bereit wären, wenn ihr Mann ein, von der Bibel her richtiges Leben führen würde, aber dieses Argument lässt sich von unserem Text her nicht belegen. Gerade der Ungehorsam der Männer wird nämlich als Grund zur Unterordnung genannt.26 Auch der Versuch zu sagen, dass es sich bei der „Unterordnung“ lediglich um eine Anpassung an die jeweilige Landeskultur handelt, kann hier nicht gesehen werden. Das würde nämlich bedeuten, dass dieses Prinzip nicht grundsätzlich Gültigkeit hätte, sondern von der vorherrschenden kulturellen Gegebenheit abhinge. Eine solche Einschränkung wird in der Bibel jedoch nicht gemacht.27 Die einzige Ausnahme auf diesem Gebiet finden wir in der Apostelgeschichte und interessanter Weise es auch ein Ausspruch von Petrus. Dort sagt er in Apg 4,19, dass man Gott mehr gehorchen muss, als den Menschen. Zwingt also ein Mann seine Frau zu Dingen, die deutlich gegen ein Gebot der Bibel verstoßen, so ist diese in solch einem Fall nicht gezwungen, ihrem Mann zu gehorchen.28 Dadurch, das Petrus die Frau in einer solch selbstverantwortlichen Weise anredet und sie in der Konfliktsituation einer Mischehe zur Tat aufruft, zeigt allerdings schon sehr deutlich, dass es für einen Christen im Prinzip nur die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau geben kann.29 Trotzdem gilt die Unterordnung der Frau als ein göttliches Prinzip, welches im Ideal einer christlichen Ehe für alle Beteiligten das volle Maß an Glück und Befriedigung bereit hält!
2.2. DER SCHMUCK EINER EHEFRAU
2.2.1 AUSLEGUNG
Diese Verse erklären in erster Linie, wie sich eine Ehefrau schmücken sollte, um ihren Mann für das Evangelium zu gewinnen.30 Darüber hinaus geben diese Verse aber auch ganz allgemein Gottes Maßstäbe für das äußere Erscheinen einer Person wieder, unabhängig von ihrem Stand und ihrem Geschlecht. Das Wort, das hier im griechischen für Schmuck steht, heißt co/smoj, und kommt ungefähr 150 mal im Neuen Testament vor. Überall, außer hier, wird das Wort mit Welt übersetzt, wobei es im klassischen Griechisch durchaus öfter für Schmuck gebraucht wird. Die Grundbedeutung für co/smoj meint ein System, in dem Ordnung und kein Chaos herrscht. Somit folgt auch für den weiblichen Schmuck, dass er mit dem Inneren der gläubigen Frau, also mit ihrem eigentlichen Charakter übereinstimmen muss.31 Im Judentum gehörte es zur Pflicht einer Ehefrau, sich zu schmücken. Es wäre also falsch, wenn man aus dieser Stelle herauslesen würde, dass eine Frau sich nicht schön machen dürfte.32 Man könnte den Satz in dieser Hinsicht auch so übersetzen: „Eure Schönheit soll nicht so stark von eurem äußerlichen Schmuck herrühren…“. Das Verlangen, hübsch zu sein, ist nichts falsches oder ablehnenswertes, aber soll trotzdem zweitrangig im Vergleich zur inneren Schönheit sein.33 Nun gibt Petrus drei Beispiele, die den äußerlichen Schmuck bei einer Frau ausmachen: das Flechten der Haare, das Behängen mit Schmuck und das Anziehen von schönen Kleidern. In jedem dieser drei Fälle steht im Griechischen ein Genitiv Origines, der andeutet, dass es sich um eine Tätigkeit handelt, die der Verschönerung dient. Keine dieser Tätigkeiten ist an sich schlecht, aber Petrus tadelt den Versuch, die äußerliche Attraktivität damit zu steigern.34 Die Kunst des Haarflechtens war bei griechischen und römischen Frauen hoch entwickelt. Dazu war es üblich, dass ein goldenes Haarnetz und zusätzlich noch Ornamente von Gold an Armen und Fingern getragen wurden.35 Es gab ähnlich wie heute, auch modische Trends und so wie heute, war es das wichtigste, aus der breiten Masse heraus zu stechen und die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Nicht nur die Bibel, sondern auch antike Literatur und Reden verurteilen diesen überwiegend weiblichen Drang, Männerblicke auf sich ziehen zu wollen.36
Mit dem Wort „sondern“ zu Beginn des 4. Verses, wechselt Petrus jetzt von der negativen zu positiven Seite. Er stellt einige prägnante Worte gegenüber, um diesen Wechsel zu verdeutlichen. Das Wort „verborgen“ aus Vers 4 steht dem Wort „äußerlich, aus Vers 3 gegenüber. Das Wort „Mensch“ steht dem Wort „Schmuck“ und das Wort „Herz“ steht dem „Flechten der Haare“ aus Vers 3 gegenüber. Diese 3fache Gegenüberstellung soll deutlich machen, dass der wahre Schmuck nicht das Äußerliche, sondern das Wesen des ganzen Menschen betrifft.37 Bei Schmuck wird immer darauf geachtet, wie viel er wert ist. Desto höher der Wert, desto kostbarer der Schmuck. Der Schmuck, von dem Vers 4 spricht ist so kostbar, dass er mit Geld nicht gekauft werden kann, denn er ist kostbar bei Gott;38 es ist der Schmuck des „verborgenen Menschen des Herzens“. Gemeint ist damit das neue Leben, das jeder Mensch durch die Wiedergeburt empfängt (Kol 3,9-10). Wohnt Jesus im Herzen eines Menschen, dann strahlt seine Herrlichkeit durch das Erfüllt sein mit ihm nach außen; dass ist der wahre Schmuck eines Menschen.39 Schon in der Antike galt es als eine besondere Tugend, wenn Frauen einen sanften und stillen Geist hatten. Viele Moralisten forderten Frauen zu dieser Haltung auf, anstatt sich, wie die reichen Frauen, nach den neuesten Trends zu kleiden.40 Auch Petrus möchte, dass eine Frau diesen unvergänglichen Schmuck trägt. Das griechische Wort a>fqartoj41 bedeutet „Unvergänglich“ und meint eine Sache, die „nicht der Verwesung unterliegt“. Hier wird der Kontrast zwischen der zeitlich begrenzten äußeren und der ewig währenden inneren Schönheit verdeutlicht. Das griechische Wort für Geist ist pneuma42 und meint hier den unsichtbaren, immateriellen Teil des Menschen. Hier ist nicht der Heilige Geist Gottes, aber auch nicht das Innere des Menschen als solches gemeint. Was Petrus hier anspricht, ist, der vom Geist Gottes geprägte Geist des Menschen.43 Die Kennzeichen dieses, von Gott veränderten Geistes, sind Kennzeichen, die wir auch bei Jesus finden können. In der einzigen Selbstbeschreibung, die Jesus über sich gibt, heißt es in Matthäus 11,29: „Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.“ Diese Eigenschaften soll die gläubige Frau in gleicher Weise haben, den solch ein Schmuck ist köstlich bei Gott und im Gegensatz zur körperlichen Schönheit unvergänglich.44
2.2.2 ANWENDUNG
Ganz zu Begin dieser Welt hatte Kleidung nur die Funktion, die Nacktheit des Menschen zu überdecken. Heutzutage scheint ihre Aufgabe allerdings mehr und mehr dahin zu tendieren, Einzelheiten der Anatomie zu entblößen und somit den erotischen Reiz zu erhöhen.45 Das der Mensch Kleidung trägt ist eine der vielen Folgen des Sündenfalls, doch wie bei allem anderen, versucht man auch hierbei, die Folgen der Sünde in einen Vorteil zu verwandeln. Vor allem die Frau, die durch ihr Vorangehen im Paradies der eigentlich Auslöser für den Sündenfall und somit für die Notwendigkeit der Kleidung wurde, ist häufig sehr bestrebt, diese Notwendigkeit zu einer Tugend zu machen.46 Doch eine wahrhaft gläubige Frau wird wesentlich mehr wert auf ihre Einstellung und ihren Lebenswandel, als auf ihre äußere Erscheinung legen, was natürlich nicht bedeutet, das eine Frau sich nicht schön machen darf. Besonders in einer Ehe mit Spannungen ist es wichtig, dass die Frau alles daran setzt, ihrem Mann zu gefallen und sie kann zu diesem Zweck ihre äußere Schönheit natürlich auch mit Schmuck unterstreichen.47 Hätte Petrus an dieser Stelle ein grundsätzliches Verbot gegen jede Art von Schmuck aussprechen wollen, so wie es in manchen Gemeinden gerne gesehen wird, dann hätte er nicht das „Anziehen von Kleidern“ als dritten Punkt mit aufgeführt. Wer hier ein Verbot von goldenem Schmuck und geflochtenen Haaren sehen möchte, der muss so konsequent sein und auch ein grundsätzliches Tragen von Kleidern verbieten, denn das wäre vom Text her die einzige logische Folge.48 Für Gott allerdings zählt überhaupt nicht, was eine Frau aus eigener Anstrengung aus sich macht, sondern für ihn ist nur wichtig, was sie mit ihren gottgegebenen Gaben aus ihrem Inneren heraus tut. Das ist der Maßstab, der bei Gott zählt. Wenn eine Frau diesen inneren, „verborgenen Menschen des Herzens“ zur Entfaltung kommen lässt, dann wird das im Haus durch viel Liebe und Verständnis gegenüber den Kindern und dem Ehemann schnell deutlich werden. Eine solche Frau wird dadurch einen unvergänglichen Schmuck haben, den „Schmuck des sanften und stillen Geistes“.49 Die Eigenschaften dieses Schmuckes sind auch Eigenschaften, die Jesu besaß. Doch vermutlich finden einige Frauen gerade diese Tugend in ihrer Umsetzung ziemlich schwer, wenn sie an so manche unhöfliche, nervige und unverschämte Angewohnheit ihrer Männer denken. Doch niemand sagt, dass solche Dinge nicht angesprochen werden sollen. Man muss sich nur den Zeitpunkt für solche Gespräche gut überlegen.50 Durch solch ein zurückhaltendes Verhalten hat eine Frau wirkliche Schönheit und damit kann sie, auf eine ruhige und stille Art, einen großen Einfluss auf ihre Familie ausüben. Es hätte viel Positives zur Folge, wenn christliche Frauen genau das wieder neu begreifen und einsehen würden.51
2.3. DIE VORBILDER EINER EHEFRAUEN
2.3.1 AUSLEGUNG
Auch wenn Petrus in den ersten Versen besonders die gläubigen Frauen mit ihren ungläubigen Ehemännern im Blickfeld hatte, so geht es jetzt nach und nach immer mehr um die christliche Ehe im allgemeinen. Das gesamte häusliche Leben wird letztlich ja von der Gottesbeziehung der beiden Partner bestimmt und so war es auch bei den „heiligen Frauen“ der Vergangenheit. Sie ordneten sich ihren Männern unter und setzen ihre ganze Hoffnung auf Gott. Dadurch waren sie bereit, mit ihren Männern Glaubenswege zu gehen.52 Es war eine übliche Methode in den ersten Jahrhunderten, dass man Ermahnungen mit Beispielen aus der Vergangenheit belegte. Das Leben von Matriarchinnen wie Lea, Rebekka, Rahel und Sara war aufgrund ihres züchtigen Verhaltens sehr beliebt. Sie bildeten einen schroffen Gegensatz zu dem ausschweifenden Leben vieler römischer Frauen.53 Das griechische Wort afqartoj“, Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel, S. 738-739.
42 „pneuma“, Ebd., S.949-950.
43 Goppelt, Der erste Petrusbrief, S. 217.
44 Marshall, 1 Peter, S. 102.
45 McDonald, Kommentar zum Neuen Testament, S. 1328.
46 Heijkoop, Betrachtung über den ersten Brief des Petrus, S. 181.
47 Holmer, Die Briefe des Petrus und der Brief des Judas, S. 98.
48 De Haan, All God’s Children, S. 28.
49 Holmer, Die Briefe des Petrus und der Brief des Judas, S. 98.
50 De Haan, All God’s Children, S. 28.
51 Holmer, Die Briefe des Petrus und der Brief des Judas, S. 98.
52 Holmer, Die Briefe des Petrus und der Brief des Judas, S. 99.
53 Keener, Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments, S. 130.
54 „a 55 Heijkoop, Betrachtung über den ersten Brief des Petrus, S. 189.
56 „u(pota/ssw“, Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel, S. 1020-1021.
57 Balteusweiler, Die Ehe im Neuen Testament, S. 246.
58 „u(pacou/w“, Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel, S.1016.
59 Heijkoop, Betrachtung über den ersten Brief des Petrus, S. 190-191.
60 Goppelt, Der erste Petrusbrief, S. 219.
61 Haubeck, Neuer sprachlicher Schlüssel zum griechischen Neuen Testament, S. 320-321.
62 Bigg, Epistles of St. Peter and St. Jude, S. 154.
63 Heijkoop, Betrachtung über den ersten Brief des Petrus, S. 189.
64 Balteusweiler, Die Ehe im Neuen Testament, S. 246.
65 Ebd., S. 247.
66 Marshall, 1 Peter, S. 103.
67 BibleWorkshop, „sunoice/w“, Griechisch-Deutsch Lexikon, 2000.
68 Umwelt des Urchristentums, Hg. Johannes Leipoldt / Walter Grundmann, Bd.1: Darstellung des neutestamentlichen Zeitalters, 1966, 8.Auflage, Berlin: Evangelische Verlagsanstalt, 1990, S. 177-178.
69 „gnwsij“, Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel, S. 754.
70 Balteusweiler, Die Ehe im Neuen Testament, S. 248.
71 Holmer, Die Briefe des Petrus und der Brief des Judas, S. 102.
72 BibleWorkshop, „sceuoj“, Griechisch-Deutsch Lexikon.
73 Keener, Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments, S. 132.
74 Westwood, The Epistles of Peter, S. 100.
75 Heijkoop, Betrachtung über den ersten Brief des Petrus, S. 194.
76 Bigg, Epistles of St. Peter and St. Jude, S.155.
77 Charles R. Swindoll Zeit der Hoffnung: Hoffnung ist der feste Glaube, dass das letzte Wort noch nicht
gesprochen ist, Asslar: Projetktion J, 1996, S.105.
78 „sugclhrono/moj“, Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel, S. 989.
79 Heijkoop, Betrachtung über den ersten Brief des Petrus, S. 195.
80 Goppelt, Der erste Petrusbrief, S. 222.
81 Bigg, Epistles of St. Peter and St. Jude, S.155.
82 Heijkoop, Betrachtung über den ersten Brief des Petrus, S. 195-196.
83 Schlatter, Erläuterungen zum Neuen Testament, S. 35.
84 De Haan, All God’s Children, S. 30-31.
85 Marshall, 1 Peter, S. 103.
86 Heijkoop, Betrachtung über den ersten Brief des Petrus, S. 193.
87 Schlatter, Erläuterungen zum Neuen Testament, S. 35.
88 Westwood, The Epistles of Peter, S. 99.
89 De Haan, All God’s Children, S. 30-31.

Marlon Heins http://home.arcor.de/marlon.heins/Schrift/Frauen%20und%20Maenner%20in%20der%20Ehe.pdf

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