1. Petrus 3,9 Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt.

Die Missionswissenschaft hat es nachgewiesen, der Schlüssel für die Ausbreitung des Christentums lag im einzigartigen Betriebsklima dieser jungen Gemeinden. Bei allen Streitigkeiten überzeugten sie durch ihre warmherzige, glaubwürdige und sympathische Atmosphäre. Sie zog die Menschen so in den Bann, dass sie das Geschwätz der anderen Leute auf der Straße in Kauf nahmen, so lange untereinander fair miteinander umgegangen wurde.
Bemerkenswert ist, daß Petrus keine passive Haltung, nicht Flucht und Reaktion der Schwäche fordert, sondern aktive Erwiderung: im Gegenteil segnet“. Im AT segneten die Patriarchen und Priester; sie waren von Gott beauftragt und beschenkt zum Segnen. Im NT ist jeder Wiedergeborene ein Priester (2, 9) und darum zum Segnen berufen. Jesus hat geboten, die Feinde zu segnen (Lk 6, 28).
„Segnet“ (eulogountes) bedeutet in diesem Fall, Gutes von jemand zu sagen. Es unterscheidet sich von dem Begriff „selig“ (makarioi, „glücklich oder bevorzugt“, in V. 14; vgl. 1. Petr 4,14; Mt 5,3 – 11).
Die Bedeutung des 1 Petrusbriefes liegt gerade darin, das die Worte Jesus in der Situation der Verfolgung unverkürzt zur Geltung zu bringen und den leidenden Christen zu sagen, daß sie gerade im Leiden berufen sind, sich als Christen zu bewähren. Er hat ernst mit der Forderung Jesu gemacht, alles Böse, gerade auch ungerechtes Leiden, im Geist Jesu gewaltlos, gläubig und liebend zu bestehen und so das Böse zum Guten hin zu wenden. Er hatte den Mut, im Anschluß an Jesu Seligpreisung der um seinetwillen Verfolgten, den leidenden Christen in Kleinasien, zu sagen, daß ihr Leiden in den Augen Gottes Gnade sei (2,20b; 4,14.16). „Nirgends sonst ist diese hohe Forderung in so ausführliche Beziehung zum Christus der Passion gebracht worden wie im 1 Petr (2,23)“. Es sollte einem Gläubigen leichtfallen,  einer anderen Person, die schuldig an ihm geworden ist, zu vergeben, denn  sowohl der Gläubige als auch die gegen ihn begangene Sünde sind so gering verglichen  mit der Größe Gottes und der gegen ihn gerichteten Sünde.

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