Er hat „A-b-t-r-e-i-b-u-n-g“ gesagt! Google-Denken: Denken der Zukunft?

Er hat „A-b-t-r-e-i-b-u-n-g“ gesagt!
Google-Denken: Denken der Zukunft?
Von einer Beratungsstelle für Schwangere im Konflikt erhielt ich heute eine E-Mail, in der darauf hingewiesen wurde, dass Google keine Anzeigen der Beratungsstelle mehr schalte, da Google nach eigenen Angaben „keine Anzeigen zum Thema ,Abtreibung’ in Deutschland“ erlaube. Wer seine Anzeigen freigeschaltet wissen möchte, sollte daher „sämtliche Verweise auf Abtreibung“ entfernen, und zwar aus der Anzeige und der Website. Selbstverständlich hat die Beratungsstelle Google darauf hingewiesen, dass sie „Abtreibung nicht durchführen, sondern Schwangere im Konflikt beraten“. Das jedoch „änderte nichts an der Entscheidung von Google“.
Abtreibung ist Abtreibung. Wir behandeln alle gleich. Ob eine Abtreibungsklinik, eine Beratungsstelle mit Hilfsangeboten zur Verhinderung von Abtreibungen oder ein Buchhändler namens „Karl-Heinz Abtreibung“ – sie haben eines gemeinsam: Sie dürfen nicht mehr via Google werben.
Soweit, so klar. Und so schlecht. Was ist das für ein Denken, das gar nicht mehr nach Verwendungszusammenhängen von Wörtern schaut (also Zusammenhänge, die aus Wörtern Begriffe machen, mit einer ganz bestimmten Bedeutung), sondern nach dem bloßen Auftreten von Wörtern als Zeichenketten? Das ist, ganz genau, „Maschinendenken“. Eine Maschine unterschieden nicht zwischen Gut und Böse, auch nicht zwischen Pro und Contra, ja, nicht einmal zwischen Bezeichnung und Benennung. Eine Maschine identifiziert Zeichen und schreibt diesen Zeichen Bedeutungen zu. Sinn ergibt sich damit nur innerhalb des Zeichens.
Dieses „Maschinendenken“ ist die vollendete eineindeutige Weltsicht, die Identifikation von Bedeutung und Bedeutungsträger und damit das glatte Gegenteil jener Differenzierung, wie sie der menschliche Geist ständig vornimmt. Viele Witze basieren auf dem Erkennen von Bedeutungsdifferenzen zeichengleicher Ketten in unterschiedlichen Verwendungskontexten. Ein großer Mensch der „Klein“ heißt, das ist komisch: „Klein ist nicht klein!“. Für das „Maschinendenken“ ist das ein unauflöslicher Widerspruch, denn „k-l-e-i-n“ ist die Negation von „n-i-c-h-t   k-l-e-i-n“. Wo „k-l-e-i-n“ steht, kann nicht gleichzeitig „n-i-c-h-t   k-l-e-i-n“ stehen. Und wenn „A-b-t-r-e-i-b-u-n-g“ gefunden wird, heißt das: keine Werbung.
Abtreibung ist Abtreibung. Wir behandeln alle gleich. Googleskes Maschinendenken. Denken der Zukunft? Kann schon sein, wenn man die Gleichbehandlungsforderungen zu R-e-l-i-g-i-o-n genauer betrachtet.
Der Bitte, auf die betreffende Seite aufmerksam zu machen, komme ich hiermit gerne nach. Ich bin ja nicht G-o-o-g-l-e. (Josef Bordat)
http://jobo72.wordpress.com/2012/05/08/er-hat-a-b-t-r-e-i-b-u-n-g-gesagt

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