1.Petrus 4,4 Das befremdet sie, dass ihr euch nicht mehr mit ihnen stürzt in dasselbe wüste, unordentliche Treiben, und sie lästern;

Jedenfalls hat die Tatsache, daß die Christen sich von ihrer früheren Lebensform getrennt haben, Konflikte mit der Umwelt heraufbeschworen. Diese Distanzierung von der Vergangenheit bedeutete freilich nicht nur den Bruch mit dem Laster, sondern auch mit alltäglichen Lebensgewohnheiten der Gesellschaft, vor allem auch mit der gemeinsamen Religion und Kultausübung (vgl. „Götzendienst“ in V.3). Distanz aber schafft Ressentiment und Befremden. Wer das gängige Schema sprengt und nicht mehr im „Strom der Liederlichkeit“ mitschwimmt, der gilt nicht nur als Sonderling und Außenseiter, als Störenfried und Spielverderber, sondern der wird beargwöhnt, verdächtigt und verunglimpft.
Das Wort befremdet (oder „verwundert“) hat den Unterton der Verärgerung. Es ist wirklich eine Entfremdung eingetreten. Die Ursache: Wer zur Besinnung und Umkehr gekommen ist läuft nicht (mehr) mit in denselben Strom der Heillosigkeit, oder auch: „Flut von Liederlichkeit“. Dieses Mitmachen wird als „hineinstürzen“ bezeichnet (eigentlich: „mitlaufen“ Mitläufer), wobei die Hetze und das Getriebensein betont wird.
Lästern (blasphemeō) bedeutet wörtlich so viel wie „jemanden verleumden oder diffamieren“ oder „schlecht über eine Person reden“. Alte Quellen, sowohl christlichen als auch nichtchristlichen Ursprungs, liefern reichlich Anhaltspunkte dafür, dass die Weigerung der Christen, an vielen allgemein akzeptierten Vergnügungen, an gottlosen bürgerlichen Zeremonien und an götzendienerischen, unmoralischen Veranstaltungen teilzunehmen, die Ungläubigen veranlasste, sie zu hassen und zu schmähen.

 

Glauben wir, dass Jesus alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist?

Er hat die Kontrolle über die Natur, die Herrscher der Welt, den Geschichtsverlauf, die Gemeinde, die Krankheiten, die Okkulten und selbst über den Teufel. Deine und meine Lebensumstände liegen vollkommen in seiner Hand! Wenn wir glauben, dass er regiert, wollen wir uns heute wieder in seinen Dienst stellen und tun, wozu er uns beauftragt (Matthäus 28,18-20). Lasst uns ihm unser Vertrauen schenken und nicht so ängstlich sein. Jesus Christus herrscht und wird für seine Brüder und Schwestern sorgen!
Luther und Melanchthon befanden sich auf der Reise nach Wittenberg. Sie kamen an die Elbe, die Hochwasser führte. Der kleine Kahn, in dem sie übersetzen wollten, schwankte bedenklich auf den wilden, vom Sturm gepeitschten Wogen. Ein schweres Gewitter stand drohend am Himmel. Luther wollte beherzt in den Kahn springen. Aber der zaghafte Melanchthon packte ihn am Arm, riss ihn zurück und rief: „Martin, Martin, steig nicht ein! Die Sternenläufe sind gegen uns!” Darauf rief Luther zurück: „Wir sind des Herrn, und darum sind wir die Herren auch über die Sterne!”, riss sich los und sprang in den Kahn. Handeln wir so, als ob Jesus Christus wirklich herrscht?
Christi Himmelfahrt ist nicht der leise Abgang Jesu von dieser Weltbühne, sondern seine ehrende Erhöhung und der Antritt seiner allumfassenden Herrschaft. Wir dürfen jedes Jahr aufs Neue seine Krönung und Thronbesteigung feiern. Der größte und herrlichste Machthaber aller Zeiten und Orte, unser Erlöser Jesus Christus hat es verdient!
http://www.lgvgh.de/wp/tag/1-petrus-322

1.Petrus 4,3 Denn es ist genug, dass ihr die vergangene Zeit zugebracht habt nach heidnischem Willen, als ihr ein Leben führtet in Ausschweifung, Begierden, Trunkenheit, Fresserei, Sauferei und gräulichem Götzendienst.

Diese eigenartige Formulierung „es ist genug“, die wir im Deutschen auch kennen („nun ist es aber genug“ im Sinn von: es ist schon zu viel), soll besagen: es ist an der Zeit, Schluß damit zu machen. Dieses Leben ohne Jesus – vor Jesus – war ein Leben „nach heidnischem Willen“. Das griechische Wort meint „Wollen, Verlangen, Wünschen“, also gerade nicht den bewussten Willen, sondern ein Leben, das vorangetrieben wird von Leidenschaften, Wünschen und ungezügeltem Wollen, die der Verstand und Wille oft gar nicht mehr kontrollieren kann. So leben Menschen, die nicht nach Gott fragen und ihm nicht vertrauen. So haben auch die Christen, an die Petrus hier schreibt, vor ihrer Bekehrung gelebt. Es sind alles Gesellschaftssünden, die Petrus hier, in diesem Lasterkatalog, nennt, Sünden, die zwar aus meinen Leidenschaften kommen, aber mit anderen ausgelebt werden, sie auch hineinziehend.
Auch wird nicht allgemein von der „Idee“ der Sünde gesprochen, sondern von ganz bestimmten Dingen, die freilich alle zeigen, dass es dabei immer um dieselbe innere Haltlosigkeit und Grenzenlosigkeit geht, in der der Mensch den Begierden hingegeben ist, solange er die Erfüllung all seines Begehrens nicht in Christus gefunden hat.
Wie an den meisten der oben aus dem NT genannten Stellen und im Judentum wird auch der Götzendienst angeführt, hier betont am Ende. Es soll damit gesagt werden, dass der Urgrund aller Verfehlungen darin liegt, dass sich der Mensch von Gott trennt, nicht mehr ihn, sondern alles Mögliche andere „begehrt“.

Textkritik – Wer kennt eigentlich Paulus´Handschrift?! – Zur Verlässlichkeit des Neuen Testamentes Teil 2

Was ist eigentlich die textliche Grundlage des Neuen Testamentes? Woher können wir eigentlich wissen, dass wir die richtigen Texte lesen und deren Inhalt nicht im Laufe der Jahrhunderte verfälscht wurde?! Die Handschriften der Evangelisten oder des Paulus kennen wir nicht, denn die ersten Niederschriften, welche direkt aus den Federn der Autoren kamen, sind uns heute leider nicht mehr zugänglich. Wie können wir uns also sicher sein den richtigen Text zu haben?
1. Was wir haben: 
Wie oben schon erwähnt, ist leider keine einzige der „Urschriften“ erhalten geblieben. Dennoch können wir auf eine enorm große Zahl von Abschriften zurückgreifen, welche es uns ermöglichen die „Urschriften“ („Autographen“) zu rekonstruieren. Es sind etwa 5300 griechische Abschriften erhalten (Das neue Testament wurde ursprünglich auf Griechisch verfasst), sowie etwa 10.000 lateinische und 10.000 anderssprachliche Manuskripte, wobei Letztere generell jünger und weniger zuverlässig sind.
Innerhalb der 5.300 griechischen Abschriften gibt es einige Unstimmigkeiten, da die Manuskripte in der Regel nicht exakt identisch sind. Dies ist allerdings nicht verwunderlich, sondern eher normal. Beim Diktieren oder Abschreiben der Texte sind im Laufe des Prozesses und der Jahrhunderte Fehler vorgekommen, welche sich natürlich verbreiteten.
Die Aufgabe der Textkritik ist es nun aufgrund dieses textlichen Befundes, welcher uns vorliegt, den Urtext zu rekonstruieren. Textkritik ist im übrigen keine Bibelkritik. Ganz im Gegenteil – Es geht viel mehr darum den ursprünglichen Bibeltext zu ermitteln, um dann mit diesem arbeiten zu können.
Natürlich sind nicht alle Manuskripte gleich. Textkritiker unterscheiden zwischen:
A) Papyri:
Abschriften des Neuen Testamentes auf Papyrus – Diese sind in der Regel die Ältesten und in der Textkritik gewichtigsten Manuskripte. Uns liegen heute noch 117 Papyri vor, welche zusammen fast das gesamte NT außer den zweiten Timotheusbriefen bezeugen.
B) Majuskeln 
Majuskeln sind Abschriften bzw. Handschriften des gesamten Neuen Testamentes. In diese Kategorie fallen z.B. die berühmten „Kodizes“. Der bekannteste dieser Kodizes ist wahrscheinlich der von Tischendorff im Sinai entdeckte Codex Sinaiticus. Die großen Kodizes tragen bei textkritischen Entscheidungen häufig auch ein großes Gewicht.
C. Minuskeln 
Die Minuskeln sind griechische Handschriften, die meistens jünger sind und somit in der Regel in ihrer Bedeutung nicht so schwer gewichtet werden. Einige von ihnen sind jedoch von größter Bedeutung, auch wenn sie teilweise erst aus dem 11.Jh. stammen. Die Minuskeln stellen außerdem die größte Gruppe von Handschriften dar, welche uns vom greichischen Text vorliegen.
2. Auswertung 
Die oben genannte Fülle von Abschriften ist zugleich ein Segen, als auch eine große Menge Arbeit, für die Wissenschaftler, welche sich mit der Rekonstruktion des „Urtextes“ des Neuen Testamentes befassen.
Wie zuvor schon erwähnt haben wir mehr als 5300 griechische Abschriften, wovon die Ältesten gut in die Zeit um 120 n.Chr. zu datieren sind. Nehmen wir an, dass das NT in einem Zeitraum von etwa 50-90 n.Chr. verfasst wurde (Die Meinungen hierüber gehen stark auseinander), so besteht eine Differenz von gerade einmal 20 Jahren zwischen der Niederschrift der jüngsten Original-Handschrift des NT und der Niederschrift einer uns vorliegenden Abschrift.
Verglichen mit der Bezeuigung anderer antiker Autoren ist das NT hier extrem gut bezeugt und reich an Abschriften. Andere antike Autoren können oft nur 20 Abschriften aufweisen, welche lange nach dem Original entstanden sind. Die Menge der NT Abschriften und ihre zeitliche Nähe zu den Autographen ermöglichen uns eine fast sichere Rekonstruktion des griechischen Urtextes (Über einige wenige Stellen, vielleicht 1-2% des NT Textes, ist man sich nicht sicher. Keine der textkritisch schwierigen Stellen greift allerdings einen einzigen orthodoxen-christlichen Lehrsatz an).
Was nun tun mit der Menge an Abschriften?
Die NT-Textforschung hat Methoden entwickelt die einzelnen Abschriften miteinander zu vergleichen und somit zu entscheiden welche Lesart die ursprünglichere ist.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass viele Abschriften in drei große Gruppen einordbar sind, da sie sich sehr ähnlich sind und aufgrund ihrer Entstehungsorte einen „Texttyp“ bilden. Man unterscheidet hierbei zwischen dem:
a) Alexandrinischen Text, welcher die ältesten und oft auch besten Manuskripte enthält. Man misst dem alexandrinischen Text großes Vertrauen bei, da dieser wahrscheinlich durch eine lange Tradition sorgfältiger Bewahrung entstanden ist.
b) Byzantinischen Text, welcher eventuell auf eine Revision des griechischen NT zurückgeht, die im 4.Jh. in Antiochien stattfand. Der Byzantinische Text wird meist als sekundär gewertet.
c) Westlichen Text, welcher zwar ähnlich alt wie der alexandrinische Text ist, aber wesentlich länger. Hier wurden wahrscheinlich einige Zusätze zum Urtext gemacht.
Die Unterscheidung in diese „Texttypen“ ist allerdings keine statische – Sie soll lediglich eine Hilfe darstellen, die einzelnen Manuskripte richtig zu bewerten.
Wie wird nun vorgegangen, um herauszufinden was genau der Urtext ist? Beim Vergleichen der Texte arbeitet man zunächst mit der „äußeren Bezeugung“: Man fragt sich welche Manuskripte welche Leasart stützen und wie vertrauenswürdig diese sind. Ein älterer und besserer Text erhält hierbei in der Regel den Vorzug.
Da jedoch nicht allein die „äußere Bezeugung“ entscheiden kann, welcher Text der ursprünglichere ist (es kann ja vorkommen, dass ein jüngerer Text ursprünglicher liest), achtet man natürlich auch auf die innere wahrscheinlichkeit. Hierbei haben sich einige Faustregeln entwickelt: Der kürzere Text ist vorzuziehen (Texte werden eher länger als kürzer), der schwierigere Text ist vorzuziehen (Texte werden eher geglättet als komplizierter gemacht), aus dem ursprünglichen Text müssen sich die Entstehung der anderen Texte ableiten lassen (wie z.B. durch Abschreibefehler oder bewusste vereinfachunf der Syntax).
Hat man diesen Prozess von Methodenschritten durchlaufen, sollte man in der Regel den ursprünglichen Text feststellen können. Wir können mit gutem Gewissen behaupten, dass wir 99% des NT Urtextes gesichert haben. Die fehlenden 1 oder 2% haben keinen Einfluss auf eine einzige christliche Lehre.
3. Abschluss
Der von Muslimen oft vorgebracht Vorwurf „Die Bibel wurde verfälscht“ ist aufgrund der Textkritischen Arbeit unhaltbar. Wir können die Texte des Neuen Testamentes gesichert rekonstruieren, was nicht zuletzt an einer Fülle von Abschriften liegt, die die Zahl der Koran-Abschriften weit übersteigt. Der Textbestand des NT wurde von Anfang an durch die Jahrhunderte hinweg dokumentiert und hat sich nie wesentlich verändert. Es ist wohl nicht überhoben zu behaupten, dass dem Text des Neuen Testamentes, wie er in unseren modernen Bibelübersetzungen abgedruckt ist, vollstes Vertrauen entgegenbringbar ist. Es ist Gottes Wort und durch seine Gnade haben wir vollen Zugang dazu.

http://gesellschaftsfaehig.blogspot.de/2011/10/textkritik-wer-kennt-eigentlich.html

 

Die Synoptische Frage – Zur Verlässlichkeit des Neuen Testamentes Teil 1

Rein quantitativ stellen die Geschichtsbücher (Evangelien und Apostelgeschichte) etwa die Hälfte des Neuen Testamentes dar. In einer Diskussion um die Zuverlässigkeit des NT´s spielen diese also eine zentrale Rolle. Doch nicht nur quantitativ sind sie gewichtig. So sind es doch die Evangelien, welche die Lebensberichte Jesu, des Messias, enthalten und somit ein historisches Zeugnis über ihn liefern.
Eine wichtige Frage in der Entstehung der Evangelien und somit auch in der Forschung über ihre historische Verlässlichkeit ist die Synoptische Frage.
Die Evangelien des Matthäus, des Markus und des Lukas weisen eine Vielzahl an Gemeinsamkeiten auf,  die sowohl den Inhalt der Evangelien, als auch die Reihenfolge der einzelnen Geschichten bzw. Perikopen betreffen. Das zeigt die enge Verbindung der drei Evangelien untereinander und grenzt sie gegenüber dem Johannesevangelium ab. Das Wort „Synoptik“ bedeutet im Griechischen soviel wie „Zusammenschau“.
In der Diskussion um die Autorenschaft und das Alter der Evangelien sind diese (auf den ersten Blick „Kleinigkeiten“) schlagkräftige Argumente.
Der Bericht über die Heilung eines Gelähmten in Matthäus 9,1-8 z.B findet seine synoptischen Parallelen in Markus 2,1-12 und Lukas 5,17-26. Liest man diese Berichte nebeneinander wird einem die Frage des synoptischen Problemes bewusster.
Doch wie ist diese Zusammengehörigkeit entstanden? Viele Theologen haben sich darüber Gedanken gemacht und es gibt einige Theorien, die sich herauskristallisiert haben.
A) Theorien, die davon ausgehen, dass die Evangelien unabhängig voneinander entstanden sind
1. Das schriftliche Ur-Evangelium: Gotthold Ephraim Lessing ging von einem auf Hebräisch verfassten Urevangelium aus, welches die Evangelisten als Vorlage benutzt haben sollen. Diese Theorie erfreut sich nicht allzu großer Beliebtheit unter den Forschern, da sie die besonderen Feinheiten der Synoptischen Frage nicht klären kann.
2. Die Fragmentenhypothese: Diese Theorie geht davon aus, dass die Evangelisten die gleichen schrifltichen Quellen benutzt haben. Diese waren einzelne Erzählungen oder Aussagen, welche dann in die Evangelien eingearbeitet wurden.
3. Die Traditionshypothese: Ein mündliches Ur-Evangelium soll zuvor existiert haben, welches die Evangelisten kannten. Ich werde später noch einmal auf diese Theorie zurückgreifen.
B) Theorien, die davon ausgehen, dass die Evangelien literarisch voneinander abhängig sind
0. Die Besonderheit des Markus-Evangeliums: Die Übereinstimmungen zwischen den Synoptikern gibt es ja sowohl im Inhalt, als auch auf der Ebene der Reihenfolge in welcher die einzelnen Ereignisse berichtet werden. Hierbei fällt auf, dass wenn Matthäus und Markus in der Reihenfolge miteinander übereinstimmen, sie oft gegen Lukas gehen, der die Berichte anders anordnet. Genaus verhält es sich anders herum: Stimmen Lukas und Markus miteinander überein, so ordnet Matthäus die Berichte oft anders an. Eine Sache aber sticht heraus: Matthäus und Lukas stimmen fast nie gegen Markus überein. Die Reihenfolge des Markus geht also nie gegen die anderen beiden Evangelisten. Markus hat somit eine Sonderrolle, die dazu geführt hat, dass man die „Benutzungshypothesen“ einführte. Diese gehen von einer literarischen Abhängigkeit der Evangelien untereinander aus, in der Markus die Mitte darstellt.
1. Zwei-Evangelienhypothese:  (Auch Griesbachhypothese genannt) Matthäus als das älteste Evangelium, aus dem Markus schöpfte. Lukas schöpfte dann aus Markus und aus Matthäus. Von dieser Theorie gibt es auch verschiedene Versionen, so dass z.B. manchmal auch Lukas aus Matthäus schöpft und Markus dann aus beiden. Die Matthäuspriorität wird aber in der Regel eingehalten.

2.  Markuspriorität: Eine frühere Version des Markusevangeliums soll als schriftliches Ur-Evangelium benutzt worden sein.
3. Markuspriorität mit Q: Die wahrscheinlich populärste Theorie. Man nennt sie auch die „Zwei Quellentheorie“. Hier wird davon ausgegangen, dass Matthäus und Lukas sowohl Markus als auch eine zweite Quelle Q (die Logienquelle) benutzten, welche Aussprüche Jesu enthalten haben soll. Weil Matthäus und Lukas in ca. 250 Versen übereinstimmen, die in Markus nicht enthalten sind kann man auf eine weitere Quelle schließen. Friedrich Schleiermacher war der Erste, der diese „Logienquelle“ (Logien=Aussprüche) als existent annahm. Matthäus und Lukas enthalten beide noch Abschnitte, die man keiner der Quellen zuordnen könnte. Diese werden dann als „Sondergut“ bezeichnet, welches jeweils nur Matthäus oder Lukas benutzten.

C) Bewertung der Theorien
Die momentan populärste Theorie ist, wie oben schon genannt, die Markuspriorität mit Q oder auch die „Zwei-Quellentheorie“. Rein literarisch ist eine Priorität des Markus, also die Auffassung, dass Markus als Vorlage diente, sehr wahrscheinlich. So geht der Markus-Stoff z.B. fast vollkommen in Matthäus und Lukas auf d.h. das Markus Evangelium ist fast vollständig in Lukas und Matthäus enthalten. D.A. Carson schreibt: „Wenn man Markus kennt, ist es offensichtlich warum Matthäus geschrieben wurde. Kennt man allerdings Matthäus kennt ist es schwierig zu wissen warum man Markus noch schreiben musste.“.
Die Quelle Q jedoch ist eine nicht bewiesene Quelle, welche auch literarisch weniger wahrscheinlich ist wie z.B die Markuspriorität. Ein Schriftstück wie Q, welches den Evangelisten bekannt war müsste irgendwo erwähnt worden sein. Die Kirchenväter z.B. erwähnen eine solche Sammlung an keiner Stelle. Rein literarisch kann Q die Entstehung der synoptischen Evangelien zwar erklären, jedoch hat auch diese Theorie Defizite wie die „Minor Agreements“, welche Übereinstimmungen zwischen Lukas und Matthäus sind und die nicht aus Q stammen können.
Die Existenz Q´s erscheint mir eher als unwahrscheinlich. Sicherlich muss man aber, wenn man an einer Markuspriorität festhält, andere Quellen annehmen.
Die anderen Theorien sind Minderheitenpositionen und nicht leicht zu beweisen. Eine jedoch sollte nochmal besonders betrachtet werden: Die Traditionshypothese, welche von einem mündlichen Ur-Evangelium ausgeht. Beobachtungen zur mündlichen Kultur der Juden im 1.Jh und Übereinstimmungen mit mündlichen Kulturen heute lassen diese Theorie zumindest wahrscheinlich erscheinen. So lassen sich Statistiken über die Übereinstimmungen zwischen den Evangelien erstellen, welche zeigen, dass diese aus dem Gedächtnis der jeweiligen Evangelisten hervorgegangen sein könnten. Die Grundidee ist folgende: Es gab einen mündlichen Urbericht. Einen solchen könnte z.B. Petrus erstellt haben. Markus der für Petrus als Dolmetscher arbeitete schrieb ihn sehr früh aus seiner Erinnerung auf, was erklären würde, warum sein Bericht der genaueste ist. Matthäus und Lukas kannten den Petrusbericht ebenfalls und schrieben ihre Evangelien unabhängig voneinander, wobei ihnen jeweils ihre Erinnerung an den Petrusbericht und das schon vorhandene Markusevangelium (eher mündlich als schriftlich) als Grundlagen dienten.
Die hier zugrunde liegenden Untersuchungen sind sehr kompliziert und würden den Rahmen des Blogs sprengen. Armin Baum, Professor an der FTH Gießen jedoch hat auf diesem Gebiet geforscht und ein Werk mit dem Titel Der mündliche Faktor bei der Entstehung der synoptischen Evangelien herausgegeben. Baum hat z.B. festgestellt, dass die Übereinstimmungen der Evangelien bei Worten Jesu wesentlich höher sind als bei normalen Erzählstoff. In einer Abgleichung mit der Gedächtnisforschung zeigt sich, dass Menschen sich Zitate besser behalten können als normalen Erzählstoff.
D) Die Gefahr von Q
Da viele Theologen fest mit der Richtigkeit der Zwei-Quellen-Hypothese rechnen, wird die Existenz Q´s schon fast postuliert. Wie eben schon gesagt gibt es allerdings keine Beweise für eben diese Quelle Q. Man arbeitet jedoch daran sie aus den Evangelien zu rekonstruieren und ihren ursprünglichen Text zu erfassen. Da für viele Theologen Q älter ist als die Evangelien, ist Q für sie somit auch näher an Jesus bzw. den ersten Christen selbst, was zur Folge hat, dass sie die Bedeutung Q´s auch sehr schwer gewichten.
Ein nicht-existentes Dokument zu einem wichtigen Pfeiler der Theologie zu machen scheint mir unvernünftig – Zumal Q z.B keinen Passionsbericht enthalten soll.Einige Theologen schließen daher, dass Kreuz und Leid Jesu eine weniger zentrale Rolle im Christentum spielen sollten.
Nichts desto trotz ist es nicht „Bibelkritisch“ an Q festzuhalten. Ich aber empfinde es nicht als die beste Lösung und schrecke ein wenig vor den theologischen Konsequenzen Q´s zurück.
E) Schluss 
Der Beitrag über die Synoptischen Evangelien soll dazu dienen Hintergrundwissen zur Evangelienforschung zu geben. Wie oben schon geschrieben sind die Evangelien die Zeugnisse des Lebens Jesu. Viele gute Wissenschaftler arbeiten daran ihre Glaubwürdigkeit auch auf einer wissenschaftlichen Ebene zu verteidigen und herauszustellen.
Gottes Wort in den Evangelien ist ein Geschenk, für welches wir unendlich dankbar sein sollten, welches wir genießen und glauben sollten und welches wir natürlich leben sollten.

http://gesellschaftsfaehig.blogspot.de/2011/06/die-synoptische-frage-zur.html

Er hat „A-b-t-r-e-i-b-u-n-g“ gesagt! Google-Denken: Denken der Zukunft?

Er hat „A-b-t-r-e-i-b-u-n-g“ gesagt!
Google-Denken: Denken der Zukunft?
Von einer Beratungsstelle für Schwangere im Konflikt erhielt ich heute eine E-Mail, in der darauf hingewiesen wurde, dass Google keine Anzeigen der Beratungsstelle mehr schalte, da Google nach eigenen Angaben „keine Anzeigen zum Thema ,Abtreibung’ in Deutschland“ erlaube. Wer seine Anzeigen freigeschaltet wissen möchte, sollte daher „sämtliche Verweise auf Abtreibung“ entfernen, und zwar aus der Anzeige und der Website. Selbstverständlich hat die Beratungsstelle Google darauf hingewiesen, dass sie „Abtreibung nicht durchführen, sondern Schwangere im Konflikt beraten“. Das jedoch „änderte nichts an der Entscheidung von Google“.
Abtreibung ist Abtreibung. Wir behandeln alle gleich. Ob eine Abtreibungsklinik, eine Beratungsstelle mit Hilfsangeboten zur Verhinderung von Abtreibungen oder ein Buchhändler namens „Karl-Heinz Abtreibung“ – sie haben eines gemeinsam: Sie dürfen nicht mehr via Google werben.
Soweit, so klar. Und so schlecht. Was ist das für ein Denken, das gar nicht mehr nach Verwendungszusammenhängen von Wörtern schaut (also Zusammenhänge, die aus Wörtern Begriffe machen, mit einer ganz bestimmten Bedeutung), sondern nach dem bloßen Auftreten von Wörtern als Zeichenketten? Das ist, ganz genau, „Maschinendenken“. Eine Maschine unterschieden nicht zwischen Gut und Böse, auch nicht zwischen Pro und Contra, ja, nicht einmal zwischen Bezeichnung und Benennung. Eine Maschine identifiziert Zeichen und schreibt diesen Zeichen Bedeutungen zu. Sinn ergibt sich damit nur innerhalb des Zeichens.
Dieses „Maschinendenken“ ist die vollendete eineindeutige Weltsicht, die Identifikation von Bedeutung und Bedeutungsträger und damit das glatte Gegenteil jener Differenzierung, wie sie der menschliche Geist ständig vornimmt. Viele Witze basieren auf dem Erkennen von Bedeutungsdifferenzen zeichengleicher Ketten in unterschiedlichen Verwendungskontexten. Ein großer Mensch der „Klein“ heißt, das ist komisch: „Klein ist nicht klein!“. Für das „Maschinendenken“ ist das ein unauflöslicher Widerspruch, denn „k-l-e-i-n“ ist die Negation von „n-i-c-h-t   k-l-e-i-n“. Wo „k-l-e-i-n“ steht, kann nicht gleichzeitig „n-i-c-h-t   k-l-e-i-n“ stehen. Und wenn „A-b-t-r-e-i-b-u-n-g“ gefunden wird, heißt das: keine Werbung.
Abtreibung ist Abtreibung. Wir behandeln alle gleich. Googleskes Maschinendenken. Denken der Zukunft? Kann schon sein, wenn man die Gleichbehandlungsforderungen zu R-e-l-i-g-i-o-n genauer betrachtet.
Der Bitte, auf die betreffende Seite aufmerksam zu machen, komme ich hiermit gerne nach. Ich bin ja nicht G-o-o-g-l-e. (Josef Bordat)
http://jobo72.wordpress.com/2012/05/08/er-hat-a-b-t-r-e-i-b-u-n-g-gesagt

Trinitätslehre: 1+1+1=3, oder?!

Der Begriff Trinität kommt in der Bibel nicht vor.
Dennoch glauben wir daran – Warum?!
Auch wenn das Wort Dreieinigkeit als solches nicht in der Bibel vorkommt, so ist das Konzept der Dreieinigkeit sehr deutlich vorhanden. Das Christentum musste sich in den letzten 2000 Jahren immer wieder den Vorwurf des Polytheismus anhören, welcher in jüngster Zeit sogar aus pseudochristlichen Reihen hervorgeht. Doch ist das wirklich der Fall?
Die Schrift sagt klar: Gott ist einer (Gen 6,4)! Die Aussage über die Einheit und Einzigartigkeit Gottes durchzieht die gesamte Bibel – Gott ist einer, er ist der alleinige Herrscher und es gibt keine Götter neben ihm (Ex 20,3; 1 Kor 8,4-6).
Wenn wir glauben, dass das biblische Zeugnis wahr ist, dann müssen wir es allerdings auch in seiner Gesamtheit annehmen. Das heißt wir müssen die Stellen ernst nehmen, die davon sprechen, dass es außer Gott (dem Vater) auch noch Gott den Sohn und Gott den Heiligen Geist gibt.
Gott der Sohn:
Als Christen glauben wir, dass Jesus Christus vollkommen Gott ist (aber auch vollkommen Mensch). Die Bibel zeigt dafür unglaublich viele Belege auf:
Psalm 110,1 (parallel dazu Mt 22,41-46): Zwei Herren im Himmel
Psalm 2,7: Jesus ist Gottes Sohn (Sohn meint im alten vorderen Orient soviel wie „Wesensgleich“)
Jesus ist mit Gott im Wesen identisch (Phil 2,6- 11;vgl. Joh 10,30; 14,9; 17,5.24). Er besitzt die Eigenschaften Gottes wie Ewigkeit (Hebr 13,8; Mi 5,1), Liebe (Joh 15,9), Heiligkeit (1. Petr 1,15), Licht (Joh 8,12), Allgegenwart (Eph. 4,10; Mt 28,20), Allwissenheit (Joh 1,47ff.; 2,24f.; 21,17) und Allmacht (Mt 8,26).
Paulus und Petrus sprechen von „unserem Gott und Retter Jesus Christus (Tit 2,13; 2. Petr 1,1), während Petrus auch von „unserem Herrn und Retter Jesus Christus“ spricht (2. Petr 1,11).2
Im Neuen Testament wird Jesus als „Retter“ bezeichnet. Dieser Titel war im Judentum und im AT ausschließlich für Gott selbst reserviert.
Jesus wird im Neuen Testament immer wieder mit dem griechischen Wort „Kyrios“ betitelt. In der Septuaginta, einer rein jüdischen Übersetzung des AT von Hebräisch auf Griechisch, welche aus dem 2 Jh.v.Chr. stammt, wird JHWH, der Eigenname Gottes, ebenfalls immer mit Kyrios übersetzt. Im Judentum des ersten Jahrhunderts war die Septuaginta die gelesene Bibel, da Griechisch die Lingua Franca des Mittelmeerraumes war. Eine Jesus den „Kyrios“ zu nennen ist für die biblischen Autoren das Gleiche, wie ihn JHWH zu nennen.
Gott der Vater:
Die Person Gottes, welche Jesus als den Vater bezeichnet ist auch der Vater im Himmel. Er ist der Geber aller guten Gaben und ist konstant und unwandelbar. Er ist der Schöpfer und Erhalter aller Dinge (Jak 1,17-18).
Dass Gott der Vater als „Vater“ bezeichnet wird bedeutet allerdings nicht, dass Gott ein Geschlecht hätte. Die Einteilung in Geschlechter ist eine notwendige Unterscheidung, welche nur innerhalb der Schöpfung gilt. Gott jedoch steht als Schöpfer außerhalb der Schöpfung und ist nicht an Kriterien gebunden, welche sich innerhalb der Schöpfung finden lassen.
Joh 6,27: Der Vater bestätigt den Sohn (Christus) vor den Menschen.
Joh 14,16-17: Der Vater sendet den heiligen Geist.
Gott der Heilige Geist:
Der Heilige Geist ist wie der Sohn vollkommen Gott und ebenbürtig zum Vater und zum Sohn. Er ist eine reale Person und unterschieden zum Vater und zum Sohn (Apg 5,3-4; 1 Kor 3,16 in vgl. zu 1 Kor 6,19).
Der Geist ist eine Person, die eigenständig agiert, denn der Geist:
sendet (Apg 10,20),
beruft (Apg 13,2),
wehrt (Apg 16,6f.),
erforscht (1Kor 2,10),
lehrt (Lk 12,12; Joh 14,26)
öffnet die Augen (Joh 16,8),
führt zur Ruhe (Jes 63,14),
treibt Menschen zur Niederschrift des göttlichen Wortes (2Petr 1,21),
bewirkt die Wiedergeburt (Joh 3,5; Tit 3,5),
nimmt sich unserer Schwachheit an (Röm 8,26),
teilt Gnadengaben aus (1Kor 12,11),
kann betrübt werden (Eph 4,30; Jes 63,10)
Was nun? Das gesamtbiblische Zeugnis lehrt uns, dass Gott zwar einer ist (Dtn 6,4), gleichzeitig aber Vater, Sohn und Heiliger Geist eigenständige Personen und vollkommen Gott sind. Dies führt uns zur Realität der Trinitätslehre. Wichtig ist es zu bedenken, dass unsere Worte und unsere Wirklichkeit niemals ausreichen, um Gottes Wirklichkeit gerecht wiederzugeben. Gott hat sich uns trinitarisch also dreieinig offenbart. Deshalb glauben wir an einen Dreieinigen Gott und müssen uns nicht wie z.B. die Zeugen Jehovas in logische Argumentationen verstricken, weil wir meinen unsere menschliche Logik über die Offenbarung Gottes stellen zu müssen.
Das Neue Testament bietet außerdem einige Stellen, in denen die besondere Beziehung und Ebenbürtigkeit von Vater, Sohn und Heiliger Geist dargestellt wird: Mt 28,19; 2 Kor 13,13;
1 Petrus 1,2; Eph 4,4-6; 1 Kor 12,4-6;
In der Geschichte der Christenheit wurde die Trinität oft falsch verstanden bzw. falsch gelehrt. Wir wollen noch kurz aufzeigen was die Trinität NICHT ist:
Gott offenbart sich nicht einfach auf drei verschieden Arten und handelt wie eine Person, die nur drei verschiedene Masken aufhat, sondern ist eine Gott, bestehend aus drei Personen. Diese Irrlehre wird als „Modalismus“ bezeichnet und begegnet uns immer wieder in Gemeinden und christlichen Kreisen.
Gott hat sich nicht erst mit der Inkarnation Jesu dreigeteilt, sondern besteht schon in Ewigkeit als „Trinität“ – Das Wesen Gottes ist daher trinitarisch.
Die drei Personen der Trinität sind nicht eigenständige Gottheiten, sondern drei verschieden Personen, die in einem Gott vereinigt sind – Diese Irrlehre bezeichnet man als „Tri-Theismus“.
Innerhalb der Trinität gibt es keine Hierarchie – Alle Drei Personen sind gleichwertig.
Alle Vergleiche und Illustrationen zu Trinität hinken bzw. sind hinfällig, da Gottes Wirklichkeit unsere Worte und unser Denken übersteigt.
Fazit: Gott ist drei in eins. Wenn wir also vom christlichen Gott sprechen, dann müssen wir immer vom dreieinigen Gott sprechen, welcher sich in Christus und der Schrift offenbart hat. Weder die eine Wahrheit. nämlich dass Gott einer ist, noch die andere, dass Gott drei ist, sollte überbetont werden, sondern sollten gleichwertig nebeneinander stehen. Der christliche Gott ist kein polytheistischer Gott, sondern ein Gott allein. Als Christen sind wir mit und gerade wegen der Trinitätslehre Monotheisten. gesellschaftsfaehig.blogspot.de/

1. Petrus 4, 2 dass er hinfort die noch übrige Zeit im Fleisch nicht den Begierden der Menschen, sondern dem Willen Gottes lebe.

Mit dieser Aussage greift Petrus auf 2,11 zurück; er stellt fest, daß der Christ den Begierden nicht mehr unterworfen ist und deshalb in der Kraft Christi den Willen Gottes in allem erfüllen kann. Er ist fähig, als erlöster Mensch konsequent gut, liebend, hoffnungsvoll und freudig zu leben (1,3-6), und soll das deshalb auch unbedingt tun in der kurzen Zeit des irdischen Lebens (s. l,14f). Die Freude und Hoffnung der neuen Lebensweise setzt auf Seiten des Christen die Entschiedenheit voraus, entsprechend der Gesinnung Christi zu leben.
Das bedeutet freilich nicht, dass die Gemeinde sich einbilden dürfte, sie sei schon vollkommen. Sie lebt noch immer im Fleische. Eben darum muss sie ja in diesem Briefe aufgerufen werden, die Entscheidung, die eigentlich schon hinter ihr liegt, immer wieder neu praktisch zu vollziehen. Und dennoch, so wenig sie schon fertig, schon am Ende ist, ihr Leben ist von Grund auf neu geworden. Sie darf ja wissen um den ersten Advent (= das Kommen) des Christus (V. 1 a) und darf warten auf den letzten Advent (V. 5). So wandert sie „zwischen den Zeiten“, herkommend von dem, was Christus an ihr getan, hinwandernd auf das, was er an ihr tun wird. Wohl mag es Nacht sein, wenn das Leiden über sie kommt. Aber vor dieser Nacht und hinter ihr liegt der strahlend helle Tag. Und die Erinnerung daran, wie das Warten darauf strahlt hinein in ihre Gegenwart. Darum reden V. 1 b – 4 vom „heutigen Advent“ des Christus. Eben das darf deutlich werden im Leben der Gemeinde, dass sie anderswo steht, nicht mehr hei den Begierden der Menschen, dort wo der Mensch sich selber liebt und befriedigen will, sondern beim Willen Gottes, dort wo Gott seinen Weg gehen darf.

Demut in der Politik

Gibt es sie? Die Demut in der Politik.
Aus dem heute veröffentlichten Interview mit Hr. Wolfgang Thierse (SPD, stellvertr. Bundestagspräsident) auf spiegel.de wird deutlich, dass in der Politik die Demut immer wieder für falsche Zwecke genutzt und nur vorgespielt wird. Es bleibt dabei, die Demut ist bei  Politiker eine geschätzte Eigenschaft, die aber niemand haben will!
Interessant dagegen die Beschreibung der Demut von Hr. Thierse: „Demut ist das Bewusstsein von der Erbarmungswürdigkeit des Menschen. Das Bewusstsein, dass man Fehler und Irrtümer begeht und darauf angewiesen ist, dass einem andere verzeihen und vergeben und man selbst dazu bereit ist. Eine tiefere Einsicht in die Fehlbarkeit der eigenen Person. Und das Gefühl der Dankbarkeit für das, was gelingt.“
Was würde das bewirken, wenn diese Beschreibung jedem Bundestagsabgeordneten zum Ziel wird? Denn im Haifischbecken der Politik geht es viel mehr darum, sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Der Blick zum Nächsten und die Bereitschaft den Anderen höher zu achten, birgt die Gefahr, dass man selbst in den Hintergrund gerät.
Es ist halt wie es ist, und das nicht nur in der Politik, sondern in der gesamten Gesellschaft. Wann waren uns das letzte Mal die Menschen um uns herum wichtiger als ich mir selbst?
Nein, es gibt sie nicht, die Demut in der Politik, und erst gar nicht in unserem persönlichen Leben.
Aber als ob Er es gewusst hätte, dass wir nicht in der Demut glänzen, sagt Jesus in Mt.11, 28-30: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“
Interessant, dass Jesus, der demütigste Mann, der je gelebt hat*,  die Demut mit Ruhe verbindet. Ganz anders ist es da im großen Kampf um die besten Plätze in dieser Welt.
Lernen wir von IHM!
*wer es nicht glaubt, der kann ja selbst das Neue Testament lesen!
[Quelle: www.spiegel.de/panorama/0,1518,829463,00.html]
Von: Bizzy

1. Petrus 4, 1 Weil nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet euch auch mit demselben Sinn; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat aufgehört mit der Sünde,

In den ersten sieben Versen dieses Kapitels spricht der Apostel weiter über die allgemeinen Grundsätze der Regierung Gottes. Kapitel 3 endete mit der Verherrlichung Jesu Christi. Alles ist Ihm unterworfen, und Er steht bereit, das Gericht über Lebendige und Tote auszuüben. Das ist für uns ein Grund, getrennt von der Welt und ihren Grundsätzen zu leben. Denn obwohl der Herr verherrlicht ist, verwirft die Welt Ihn dennoch, und jeder, der mit Ihm verbunden ist, wird von ihr verworfen werden.
Mit dem Kausalpronomen weil (die griechische Partikel oun, die hier folgernde Bedeutung hat) kehrt Petrus zum Thema des Leidens Christi (vgl. 1. Petr 3,18) zurück und überträgt das Prinzip des geduldigen Ausharrens in zu Unrecht erfahrenem Leiden auf die momentane Situation seiner Leser.
„so wappnet euch auch mit demselben Sinn;“ Diese Aufforderung greift auf 2,21 und 3,18 zurück und faßt die Grundforderung prägnant zusammen: Mit und nach dem Vorbild Christi leiden! „Fleisch“ meint die leibliche, irdische, leidensfähige Existenz Christi. Das Verb hoplisasthe bedeutet sich bewaffnen; ennoia bezeichnet den Gedanken, die Einsicht, die Erkenntnis und die daraus erwachsende geistige Haltung. Das mit „sich wappnen“ übersetzte Wort hoplisasthe, das nur an dieser Stelle im Neuen Testament auftaucht, stammt aus dem militärischen Sprachgebrauch und bezeichnet das Anlegen der Rüstung bei einem Soldaten (vgl. Eph 6,13). Mit der gleichen Entschlossenheit und Sorgfalt, mit der sich ein Soldat für die Schlacht rüstet, sollen sich die Christen den „Sinn“ (ennoian, wörtlich „Gedanken“; das Wort taucht in der Bibel sonst nur Hebr 4,12 auf) Christi in der Verfolgung zu eigen machen: die unbeugsame Entschlossenheit, den Willen Gottes zu tun. Die Adressaten werden also aufgefordert, sich mit der Überzeugung vertraut zu machen, daß Leiden um Christi willen wesenhaft zum Christsein gehört und sich daher bewußt dem Leiden zu stellen. Wer sich mit dieser Überzeugung wappnet, also leidensbereit lebt, wird durch das Leiden weder im Glauben unsicher werden, noch wird er vor dem Leiden fliehen oder gar durch das Leiden in eine Glaubenskrise geraten. Im Gegenteil, er wird das – von Gott zugelassene – Glaubensleiden als Ausweis echten Christseins und als Segen ansehen.
Wir haben mit der Sünde abgeschlossen, wenn wir den Tod Christi im Glauben für uns annehmen. Wir leben noch in der Welt, und doch ist unser Leben im eigentlichen Sinn des Wortes außerhalb der Welt. Wir gehören einer ganz anderen Welt an, und unser Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Die Annahme des Werkes Christi hat eine totale Änderung unserer Stellung zur Folge. Es das Hineingezogenwerden in sein Leiden und seinen Tod. Christus litt im Fleisch, und genauso leiden die Christen im Fleisch. Wer das auf sich nimmt, der hat aufgehört mit der Sünde, d. h., er ist Christus gleichgeworden (wie es auch in der Taufe deutlich wird) und hat mit seinem bisherigen sündigen Leben gebrochen. Weil Christus gestorben ist, sollen die Christen „hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde“ (Röm 6,6 – 7).
Der von Gott getrennte Mensch lebt aber grundsätzlich für sich selbst, er weicht den Leiden aus und will es möglichst schön haben. In Jesus Christus aber ist das andere geschehen. Da ist ein Mensch (nein, der Mensch, wie Gott ihn wollte) hinausgetreten aus dieser leidensscheuen Selbstliebe und hineingetreten in den Gehorsam gegenüber Gott – ins Leiden. Eben diesen Schritt hat die Gemeinde im Glauben an ihn, hinter ihm her auch tun dürfen (vgl. 2, 21).