Paulus, Knecht Christi Jesu, berufener Apostel, ausgesondert für das Evangelium Gottes, das er durch seine Propheten in heiligen Schriften vorher verheißen hat. Römer 1,2

Auch hier im zweiten Vers des Römerbriefes spricht der Apostel über das Evangelium. Es ist, wie er sagen will, nicht nur ein Evangelium, das von drei Personen der Dreieinigkeit handelt, nein, es gibt weiteres darüber zu erfahren, nämlich, daß es auch zuvor verheißen worden ist. Paulus wurde als Prediger dazu berufen, diese große, wunderbare Neuigkeit bekannt zu machen. Es ist die frohe Botschaft von einem bereits stattgefundenen Ereignis. Wie wir sogleich sehen werden, gründet sich das Evangelium auf gewisse geschichtliche Begebenheiten, die weitergesagt werden sollen. Paulus ist ein Herold, der Verkündiger von etwas, das sich ereignet hat. Und, sagt er, es ist nicht nur wirklich geschehen, es ist auch lange zuvor verheißen worden: „.. .das er durch seine Propheten in heiligen Schriften vorher verheißen hat.“ Weiterlesen

Glauben alle Monotheisten an denselben Gott?

Existenz des Schöpfers contra Vertrauen auf den Schöpfer!
Die Frage, ob andere Religionen an denselben Gott glauben, führt aus evangelikaler Sicht leicht in die Irre, da es für Christen eher darum geht, ob man in einer Beziehung des Vertrauens zu diesem Gott steht und ob man seine Gnade und Vergebung empfangen hat, als darum, ob man seine Existenz für möglich hält. „Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glauben’s auch und zittern“ (Jak 2,19), beschreibt der Jakobusbrief dramatisch die Leblosigkeit des rein theoretischen Glaubens an den grundsätzlich richtigen und gleichen Gott. Weiterlesen

Der Mensch weiss keinen Ausweg

„Unsere Aufmerksamkeit richtet sich also unausweichlich auf das Grundsätzliche – auf die Krise der modernen technischen Zivilisation insgesamt. Auf jene Krise, die Heidegger als die Ratlosigkeit des Menschen der planetaren Macht der Technik gegenüber beschreibt. Die Technik – dieses Kind der modernen Wissenschaft, die wiederum ein Kind der neuzeitlichen Metaphysik ist – glitt dem Menschen aus der Hand, hörte auf, ihm zu dienen, versklavte ihn und zwang ihn, ihr bei der Vorbereitung seines eigenen Verderbens zu assistieren. Der Mensch weiss keinen Ausweg. Er verfügt über keine Idee, keinen Glauben, geschweige denn über eine politische Konzeption, die ihm die Herrschaft über die Situation zurückgeben könnte. Er schaut ohnmächtig zu, wie ihn jene gefühllos funktionierende Maschine, die er geschaffen hat, unaufhaltsam verschlingt, wie sie ihn aus allen seinen natürlichen Bindungen herausreisst. Zum Beispiel aus seiner „Heimat“ in den verschiedensten Bedeutungen des Wortes.“  Vàclav Havel Versuch, in der Wahrheit zu leben (Originaltitel: „Die Macht der Ohnmächtigen“, 1978)