Papst tritt zurück

Das gab es fast 600 Jahre nicht mehr: Ein Papst, der seinen Rücktritt erklärt. Papst Benedikt XVI, 85 Jahre alt, gab das Alter als Rücktrittsgrund an.
Helge Stadelmann, Rektor der FTH Giessen, gab im Medienmagazin pro folgende Erklärung ab:
Dass Josef Ratzinger angesichts nachlassender Kräfte im Alter von fast 86 Jahren vom Amt des Papstes zurücktritt, zeigt das Verantwortungsbewusstsein dieses bedeutenden Mannes. Acht Jahre lang hat er als Theologe immer wieder Verantwortung gezeigt: hat sexuellen Missbrauch in der Kirche ohne Wenn und Aber als Sünde gebrandmarkt; hat sich den Forderungen des Zeitgeistes verweigert; hat sich auf ökumenische Verbrüderungen ohne vorherige Klärung von Wahrheitsfragen nicht einlassen wollen. Vor allem aber hat er mit seinem Lehrschreiben, Gott ist Liebe’ und den 3 Bänden zu ,Jesus von Nazareth’ Zentralpunkte christlicher Wahrheit in profund biblischer Weise in Erinnerung gerufen. Wer ermessen kann, in welchem Maß bibelkritische Theologie inzwischen selbst Kernpunkte des Glaubens auflöst, wird Benedikt XVI. dankbar sein für diese Schriften. Evangelikale sollte es nicht wundern, dass der Papst trotzdem katholisch ist und Lehrtraditionen teilt, die evangelische Christen nicht als biblisch erkennen können. Das eine vom anderen zu unterscheiden lohnt sich aber in einer Zeit, in der alle Christen der Infragestellung biblischer Wahrheit und Werte ausgesetzt sind, wenn sie die Bibel ernstnehmen und öffentlich dafür eintreten.

Ein Aufschrei mit mancher Heuchelei

Der „Stern“ publizierte vergangene Woche ein Porträt des FDP-Spitzenkandidaten Rainer Brüderle. Die Autorin berichtet darin über angebliche Zudringlichkeiten des Politikers. Nun wird überall über „Sexismus im Alltag“ diskutiert. Günther Jauch verschob deshalb sogar seine Talkshow mit dem vielversprechenden Titel „In Gottes Namen – wie gnadenlos ist der Konzern Kirche?“. Vor allem im Internet avancierte der Sexismus zum Wochenendthema Nummer 1. Die kämpferische Feministin Anne Wizorek definierte das Schlagwort „#Aufschrei“ bei dem Kurznachrichtendienst „Twitter“ und löste damit einen Info-Sturm aus. „Sexismus“ und „Aufschrei“ überboten zuweilen das Thema „Dschungelcamp“. Keine beruhigende Vorstellung: 9 Millionen Zuschauer konsumierten am Samstagabend das Dschungelcampfinale. Gleichzeitig wird im Minutentakt gegen sexuelle Ausbeutung „gezwitschert“.
Ausgerechnet der „Stern“ empört sich
Frauen schildern bedrückende Belästigungserlebnisse. Manche wundern sich, dass ausgerechnet der „Stern“ nun für ein modernes Frauenbild kämpft. Dass das alles nichts Neues ist, bekundet wortgewaltig Inga Griese. Die Reporterin erinnert daran, wie einst Willy Brandt ihr bei einem Tischgespräch seine Hand aufs Knie legte. Sie weiß, dass viele Frauen wissen, „was sie wann wofür tun“ (Welt am Sonntag, 27. 1.). Dass Journalistinnen gelegentlich ihre Weiblichkeit gezielt in die Waagschale werfen, wurde in diesen Tagen allerdings kaum diskutiert.
Was Bibel und Erfahrung uns lehren
Die Heftigkeit des Aufschreis zeigt, dass trotz Aufklärung und Prävention sexuelle Belästigungen nicht vom Tisch sind. Das überrascht nicht. Verordnungen allein können Menschenherzen nicht verändern. Wir – das lehren uns die Bibel und die Erfahrung – sind versuchbar, besonders dann, wenn größere Machtgefälle im Spiel sind (vgl. 2. Samuel 11). Deshalb warnt z. B. der 1. Johannesbrief vor „der Begierde der Augen“ (2,16). Christen wird allerdings zugesprochen, dass sie die „mannigfaltigen Begierden“ durch Gottes Barmherzigkeit und „die Erneuerung des Heiligen Geistes“ überwinden können (Titus 3,3).
Die Ideologie der 68er-Bewegung
Fragen sollten wir, ob nicht die zu beobachtende gesellschaftliche Enthemmung, an der die Ideologen der 68er-Bewegung und die visuellen Medien beteiligt sind, der Sexualität Schutz und Würde nimmt. Die junge Twitterin @jeamejean aus München gibt darauf eine Antwort, die nachdenklich stimmt: „Es ist die Gesellschaft, die Sex zu einer alltäglichen Sache gemacht hat und damit den Respekt davor zerstört.“ (Der Autor, Ron Kubsch, ist Studienleiter an der theologischen Ausbildungsstätte Martin Bucer Seminar (München), Blogger, seit 22 Jahren verheiratet und Vater von drei Kindern.)
http://www.idea.de/detail/newsticker.html?tx_newsticker_pi1[id]=21197

 

Calvin und die Frauen. Ein Gespräch

Calvin und die Frauen. Ein Gespräch
War Calvin ein Frauenversteher? Oder doch ein Macho?
Idelette de Bure und ihr Mann Jean Calvin
Klaus Bröhenhorst hat Johannes Calvin getroffen und ihn mit seinen eigenen Zitaten konfrontiert.
KB: Herr Calvin, haben Sie je geliebt? Ich meine, nicht nur Bücher… äh…
Calvin: Verstehe. Ja, ich habe geliebt. Besonders meine Frau Idelette, mit der ich fast neun Jahre verheiratet war. Dabei war ich bekanntlich zum einen schüchtern, zum anderen wählerisch. Aber Idelette, die ich schon länger kannte, gefiel mir. Wir waren in enger Partnerschaft verbunden. Grundsätzlich schreibe ich einmal an Falais, dass die Liebe vorherige Bekanntschaft fordert und dass die Ehen nie glücklich seien, wenn sie nicht auf gegenseitiger persönlicher Erklärung beruhten und man darüber gesprochen habe, was jeder Teil vom anderen verlangt.[7] Sie können das nachlesen… Weiterlesen