Es wird selten der Versuch gemacht, wirklich zu verstehen, wie es kam, dass Christi Leben mit dem Kreuzestod endete

„Es wird selten der Versuch gemacht, wirklich zu verstehen, wie es kam, dass Christi Leben mit dem Kreuzestod endete. (…) Dass Christus willig war, sein Leben zu opfern, bedeutet nicht, dass er den Tod suchte oder die Juden zwang, ihn totzuschlagen. Christi Bereitschaft enthält nur eine Auffassung der Welt: DIE WELT WAR SO BÖSE, DASS DER HEILIGE UNBEDINGT STERBEN MUSSTE. Nur wenn er danach gestrebt hätte, ein Sünder oder eine mittelmäßige Person zu werden, dann wäre er erfolgreich in der Welt gewesen.
Es ist unglaublich, wie wenig Menschen eine Vorstellung von einer wesentlichen Anschauung des Daseins haben. Ihr Leben ist ein Narrenstreich. Sie gehen hinaus und sagen: ‚Vielleicht werde ich etwas Grosses, vielleicht werde ich nichts, vielleicht werde ich auch verfolgt.‘ Welche Dummheit! BEHAGE NUR ZU WÄHLEN, SO BRAUCHST DU NICHT ZU RATEN! DIE SPEZIFISCHEN VERHÄLTNISSE DES DASEINS LASSEN SICH AUSGEZEICHNET BERECHNEN. WILLST DU UNBEDINGT ALLES FÜR DAS GUTE WAGEN – SO WIRST DU VERFOLGT, TERTIUM NON DATUR. Willst Du feilschen, ja dann kannst Du wirklich im Ungewissen eines Narrenstreiches leben, denn es kann sein, dass Du etwas Grosses wirst; das Gegenteil ist aber auch möglich.
Ihr klugen Priester solltet deshalb lieber gleich sagen: ‚Die wichtigste Betrachtung des Daseins haben wir ausgelassen und abgeschafft. Das, was wir predigen, ist Lebensweisheit, das EVANGELIUM DER SPIESSBÜRGER und besonders geeignet für Lotteriespieler.‘
Christi Tod ist das Produkt von zwei Faktoren. Die Schuld der Juden, item die Bosheit der Welt überhaupt, wird dadurch festgestellt. Da Christus der Gottmensch ist, kann sein Kreuzestod nicht bedeuten, dass die Juden zufällig damals demoralisiert waren und dass Christus, wenn ich so sagen darf, in einem unglücklichen Augenblick kam. CHRISTI SCHICKSAL IST EIN EWIGES; AN IHM IST DAS SPEZIFISCHE GEWICHT DES MENSCHENGESCHLECHTES ABLESBAR. CHRISTUS WÜRDE ES ZU JEDER ZEIT SO GEHEN.“ Sören Kierkegaard: Tagebücher

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