Petrus, der Felsenmann?! Matthäus 16, 18-19

Welches ist wohl das meistgelesene Bibelwort? Schwer zu sagen, aber ich habe eine Vermutung. Es gibt einen heißen Anwärter auf Platz Nr. 1. Mein Kandidat ist die berühmte Ankündigung, die Jesus einem seiner Jünger gemacht hat: „Du bist Petrus [Petrus heißt Fels], und auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen.“ Weiterlesen

Glück und Reichtum

Eigentlich stellt man sich unter Glück Reichtum, ein sorgenfreies Leben, einen angemessenen Lebensstandard und freundliche Behandlung vor. Aber Jesus sprengt diese Vorstellungen. Die Eigenschaften, für die Jesus Glückseligkeit als Belohnung verspricht, verblüffen uns. Es sind Erfahrungen, die wir gewöhnlich ängstlich meiden. In einer Zeit, in der die Betonung auf der religiösen Aktivität liegt, erscheint es uns seltsam, daß Jesus den passiven Eigenschaften so hohen Wert beimisst. Jede Seligpreisung beginnt im Originaltext mit dem Ausruf: O Glückseligkeit!“ „O Glückseligkeit der Armen im Geiste!“ „Glückselig“ bezeichnet eine tiefe Freude, die nicht von den ständig wechselnden Lebensumständen abhängt, sondern das Geheimnis der Freude in sich selbst birgt. Man könnte auch übersetzen mit „in höchstem Maße glücklich, beneidenswert sein, beglückwünscht werden. O. Sanders

2 Petrus 1,2 Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn!

Gnade und Friede fassen die Heilsgüter zusammen, die dem Christen geschenkt werden. Gnade wird uns gewünscht: das ist die Huld Gottes und die Auswirkung dieser Huld, die uns vor Gott wohlgefällig macht. In dem Frieden aber soll jene Ordnung wiederhergestellt werden, die der Mensch durch die Sünde verloren hatte.
Die Erkenntnis, die das Heil mit sich bringt, hat ihren Ursprung nicht in Gefühlen, Eingebungen, Empfindungen oder persönlichen Erfahrungen, sondern ganz allein in der geoffenbarten Wahrheit, die auf dem Evangelium beruht, das im Wort und vom Wort her verkündigt wird: „Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort“ (Röm 10,17; vgl. V.14). Die Errettung erfordert wahre Erkenntnis der Person und des Werkes Jesu Christi (vgl. Gal. 2,20; Phil 3,10). Dies bedeutet, nicht nur die Wahrheit über ihn zu wissen, sondern auch, ihn durch die Wahrheit seines Wortes zu erkennen (vgl. Joh 20,30-31; 21,24; 2Tim 3,15-17; 1Jo 5,11-13). Folglich beendete Petrus diesen Brief mit der Ermahnung an seine gläubigen Leser, die diese errettende Erkenntnis bereits besaßen: „Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus!“ (3,18).
Nach neutestamentlichen Verständnis ist Erkenntnis ihrem Wesen nach persönliche Erkenntnis. Paulus sagt nicht: „Ich weiß, woran ich glaube“, sondern: „Ich weiß, an wen ich glaube“ (2. Tim. 1,12). Erkenntnis Christi bedeutet für Christen persönliche Kenntnis Jesu Christi, bedeutet, daß wir Jesus täglich näher kommen, dass unser Verhältnis zu ihm immer inniger wird. Wenn Petrus davon spricht, dass Gnade und Friede auf Erkenntnis beruhen, auf der Erkenntnis Gottes und Jesu Christi, dann intellektualisiert er damit nicht den Glauben, sondern sagt, der christliche Glaube beinhalte, daß unsere persönliche Beziehung zu Jesus Christus sich ständig vertiefen soll.

2.Petrus 1,1 Simon Petrus, ein Knecht und Apostel Jesu Christi, an alle, die mit uns denselben teuren Glauben empfangen haben durch die Gerechtigkeit, die unser Gott gibt und der Heiland Jesus Christus:

Dass Petrus zuerst Knecht und dann Apostel nennt, zeigt uns auch, dass es ihm hier um den Lebenswandel geht und nicht vorrangig um die Lehre.
Die Empfänger dieses Briefes sind dieselben Gläubigen, die auch den 1. Petrusbrief empfingen. Hier betonte Petrus, dass alle Christen denselben kostbaren, unschätzbaren rettenden Glauben empfangen haben. Es gibt keine Christen erster und zweiter Klasse, die nach geistlichen, ethnischen oder geschlechtlichen Gesichtspunkten unterschieden würden (vgl. Gal 3,28).
Mit dieser Betonung, dass der Glaube der Apostel sich in nichts von dem aller anderen Gläubigen unterscheidet, gibt Petrus bereits einen Vorgeschmack auf den Zweck seines Briefes.
„Glauben“. Petrus spricht von einem subjektiven Glauben, d.h. von der Fähigkeit des Christen, so zu glauben, dass es ihm zur Errettung gereicht. Glauben zu haben bedeutet, glauben zu können (Eph 2,8.9). Glaube drückt zwar die menschliche Seite der Errettung aus, doch ist es Gott, der diesen Glauben geben muss. Gott ruft Glauben hervor, wenn der Heilige Geist die tote Seele erweckt, die das Wort Gottes gehört hat (vgl. Apg 11,21; Eph 2,8; Phil 1,2). empfangen.
Petrus bezeichnet Jesus als Heiland; Apg 5,31; und fünfmal erhält Christus in diesem kurzen Brief den Titel „Heiland“ [2. Petr 1,1.11; 2. Petr 2,20; 2. Petr 3,2.18]) Jesus Christus. Aus der Grammatik des griechischen Satzes (in dem nur ein Artikel für beide Substantive gebraucht wird) geht klar hervor, daß „Gott und Heiland“ eine Person ist, nicht zwei. Damit steht dieser kurze Abschnitt neben den großen christologischen Passagen des Neuen Testaments, die die Wesenseinheit von Jesus Christus und Gott Vater lehren (vgl. Mt 16,16; Joh 1,1; Joh 20,28; Tit 2,13).

Der Weg der Versuchung

Christen haben manchmal eine nicht ganz richtige Vorstellung von der Versuchung. Manche halten die Versuchung selbst schon für das Böse, als ob allein das versucht werden bereits eine Sünde sei. Auf der anderen Seite könnte man glauben, die Versuchung allein sei nur der ursprüngliche Auslöser, der letztendlich zur eigentlichen Sünde oder auch zur wiederholten Sünde führt. In Wahrheit aber sind die anfänglichen Stadien der Versuchung gar nicht so heimtückisch, wie manche glauben, während die späteren Stadien der Versuchung viel finsterer sind, als manche erahnen. Die Versuchung geschieht in mehreren Stadien und jedes einzelne davon beinhaltet schrittweise, zunehmende Verstrickung in der Sünde. In den folgenden Absätzen werde ich die Stadien der Versuchung zusammenfassen und erklären, wie man von einem Schritt zum nächsten immer mehr dem Objekt der Versuchung unterworfen wird. Weiterlesen