Demut als christliche Lebensweise – was wir von Paulus lernen können

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Im Neuen Testament hat sich besonders der Apostel Paulus zu den Grundlagen für das ethische Verhalten der Christen in seinen Briefen geäußert. Dabei geht es nicht nur um das Einhalten bestimmter Regeln, auch wenn es auch um das «Halten der Gebote Gottes» geht. Die Begründung und die Motivation spielen in der paulinischen «Ethik» eine wichtige Rolle. Dazu gehört neben der Liebe zentral auch die Demut. Damit stellt sich die Frage, was christliche Demut ist und warum sie so zentral ist. Darf der «Demütige» keine eigene Meinung haben? Soll man einfach «untertänig» sein? Oder ist Demut in der Feigheit begründet, wie immer wieder behauptet wurde? Das griechische Wort tapeino-phrosyne bedeutet wörtlich etwa «niedrige Gesinnung». Es ist vor Paulus nicht bezeugt und erscheint im Neuen Testament außer in 1. Petr 5,5 nur fünfmal in den Paulusbriefen und zudem einmal aus dem Munde des Paulus (Apg 20,19). Das griechische Wort tapeinos («niedrig, demütig») wurde ausserbiblisch in der Regel abwertend verwendet. Für Paulus ist dagegen die Diensthaltung, die Jesus Christus prägte, wesentlich. Demut ist somit kein Selbstwert – nach dem Motto: «Schaut, wie demütig ich bin!» –, sondern eine Diensthaltung in der Gemeinschaft der Gläubigen. Grundlage für Paulus ist dabei nicht nur das Vorbild Jesu Christi, sondern auch die Gewissheit, dass sowohl die Erlösung als auch die Fähigkeiten zum Dienst eine Gabe Gottes sind. Eine solche Einstellung schließt jeden Neid aus. Konkurrenzdenken ist damit im Reich Gottes auszuschließen. Vielmehr freut sich jeder über den «Erfolg» des anderen, weil es nicht um Menschen geht, sondern um das Werk Gottes. Und wenn wir Anerkennung erhalten, so wissen wir, dass es sich um Gottes Werk handelt und dass ihm die Ehre dafür gebührt. In Röm. 12,16, einer Parallelstelle zu Phili. 2,2f., betont Paulus, dass die Gläubigen gegeneinander gleichgesinnt sein (bzw. nach dem Gleichen trachten; fronountes) sollen, indem sie nicht nach hohen Dingen trachten (fronountes), sondern sich zu den niedrigen Dingen (tois tapeinois) halten und sich nicht selbst für klug/besonnen (fronimoi) halten. Mit dieser Beschreibung einer demütigen Haltung knüpft der Apostel an Röm. 12,3 an, wo ein ähnliches Wortspiel um das Wort froneo («gesinnt sein, denken, trachten nach») vorliegt: «Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben wurde, jedem, der unter euch ist, nicht höher [von sich] zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern darauf bedacht zu sein, dass er besonnen sei/gesund denke (me hyper-fronein par’ ho dei fronein alla fronein eis to so-fronein), wie Gott einem jeden das Mass des Glaubens zugeteilt hat.» Bei dem «Mass des Glaubens» handelt es sich in Röm 12,3 dem Kontext nach nicht um die Grösse des Glaubens, sondern um die Wirkung der Gnade im Leben der Gläubigen (vgl. Röm 12,4: «hat nicht dieselbe Tätigkeit»), nämlich um die Gnadengaben (vgl. Röm 12,4-6). Es handelt sich also um die Gnadengaben, wie sie vom Heiligen Geist den Gliedern des Leibes Christi, der Gemeinde, zugeteilt wurden (vgl. dazu auch 1. Kor 12,11). Jeder Christ soll seine Dienstfähigkeiten, die Gott ihm zum Dienst in der Gemeinde geschenkt hat, richtig einschätzen und sie dankbar annehmen. Wie es falsch ist, zu hoch von sich zu denken, so ist es ebenso falsch, zu denken, man habe keine Fähigkeiten, um Aufgaben im Reich Gottes zu übernehmen. Hinter einer solchen Haltung steckt Undankbarkeit den Gaben Gottes gegenüber und auch verborgener Stolz, indem man sich selbst zu ernst nimmt und nicht mit dem dient, was Gott uns anvertraut hat.
Prof. Dr. Jacob Thiessen Rektor der STH Basel und Professor für Neues Testament Zusammenfassung eines Referats, gehalten an der Abschlussfeier der STH Basel am 2. Juni 2013.
http://www.sthbasel.ch/docs/20134c81659589ba46ebd9a3138459aa/Perspektive-3-2013.pdf