Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem Heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet. 2.Petrus 1.21

Wie oft stellen Menschen andere Themen vorne an! Da redet man von der Ethik, der Weltverantwortung, von Natur und der Zukunft des Menschen, vom menschlichen Wohlergehen. Vielleicht kommt auch Gott dabei vor, aber das Herz schlägt nicht für Gott. Die Bibel wird nicht zu Gottes Wort durch die Frömmigkeit ihrer Schreiber, Leser oder Prediger. Die Bibel ist göttlich, weil sie von Gott eingegeben ist. Sie ist keine Zusammenfassung ihrer eigenen Meinung, und es war auch kein Ergebnis menschlicher Phantasie, Einsicht oder Spekulation. Noch so edler und religiöser Menschengeist kann niemals Heiliger Geist, Gottes Geist sein.
Was Menschen sich eventuell ausdenken oder was sie wollen, hat absolut nichts mit göttlicher Prophetie zu tun. Getrieben (pheromenoi) ist ein Partizip Präsens Passiv, das „fortwährend gedrängt“ oder „mit sich getragen“ bedeutet. Lukas benutzte dieses Verb zweimal (Apg 27,15.17), um zu beschreiben, wie der Wind jenes Segelschiffs, auf sich dem Paulus befand, über das Wasser dahintrieb. Hier bei Petrus gewinnt man den Eindruck, als hätten die Verfasser der Schrift ihre geistlichen Segel gesetzt und dem Heiligen Geist erlaubt, sie mit der kraftvollen Brise der Offenbarung zu füllen, während sie die Worte Gottes aufschrieben (vgl. Lk 1,70). Als Jeremia sagte: „Und das Wort des Herrn erging an mich folgendermaßen …“ (Jer 1,4), sprach er für alle alttestamentlichen Schreiber und im weiteren Sinne auch für alle neutestamentlichen Verfasser, die nach ihm kamen.
Die entschiedene Verteidigung der göttlichen Inspiration und Wahrheit der Schrift, wurde veranlasst durch die Infragestellung und Bestreitung letzterer durch die Irrlehrer (s. 3,3f. 16). Sie verwarfen wohl nicht die Inspiration der gesamten Schrift, sondern verstanden sich selbst als vom Hl. Geist inspiriert und stellten von ihren Einsichten und Auffassungen göttlicher Wahrheit her bestimmte Teile der ethischen Weisungen und Forderungen und der eschatologischen Verheißungen in Frage (vgl. 2,1.18f; 3,3f.l6).