„Welche Partei soll ich als Christ wählen?!“

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Kurzer, persönlicher (subjektiver) Gedankenanstoß zu den bevorstehenden Wahlen in den Bundesländern Bayern und Hessen sowie zur Bundestagswahl.
Anbei habe ich eine Kriteriologie skizziert, die aus christlicher Perspektive die Auswahl einer Partei, die jemand als Christ wählen könnte, gedanklich leiten kann. Ich argumentiere dabei als Christ und Theologie – politisch-ethisch sozusagen, was partiell zu meinem Aufgabenfels als Systematiker dazugehört.
(1) Christen sind überall auf der Welt immer „politisch“, weil sie in einer konkreten Gesellschaft und in einem bestimmten Kulturkreis leben und sie sich dort um die „Polis“ (==> politisch) mit kümmern und dort vielfältige Mit-Verantwortung als Christen wahrnehmen (polis = die Stadt, der Lebensraum – auch das Dorf oder der Stadtteil ist im Blick …. ;-)).
(2) „Parteipolitisch“ als Christ aufzutreten, das ist in jeder Demokratie, auch in Deutschland, immer schon schwierig gewesen. Das kann zu Interessenkonflikten führen. Und da es irdisch NIE eine Staats- oder Regierungsform geben kann, die strikt, umfassend und konsequent nach Gottes Geboten und im Sinne des Willens Gottes durch menschliche Regenten geordnet oder geführt werden kann, kann auch eine „Obrigkeit“ samt Parteiensystem und Grundrechten (so sehr sie, die „Obrigkeit“, Helferin Gottes ist – Röm. 13) nicht das „Reich Gottes“ abbilden. Eine „Theokratie“ mit christlichem Bodenpersonal usw. kann es nach christlicher Lehre nicht geben. Wer das als Christ in Deutschland meint erwarten zu sollen, bevor er eine Partei wählen kann, der rennt einer gefährlichen Utopie hinterher, die die Bibel als Wort Gottes verneint (vgl. dazu die Begründung aus der Theologiegeschichte – Hinweise zur sog. „Zwei-Regimenten-Lehre“ (Luther) oder zu den „Vier Mandaten“ (Bonhoeffer) und die bedauerlichen Negativ-Beispiele aus der Kirchengeschichte – Utopia, Münster usw.). Dennoch kann und soll ein Christ sich parteipolitisch engagieren. Wer das verneint, hat kaum biblische Gründe auf seiner Seite, die das unterstützen.
(3) Daher, wenn wir als Christen unsere demokratisch-politische Verantwortung zum Wohl der Gesellschaft bei Wahlen wahrnehmen wollen, auch durch die Wahl von Personen aus Parteien mit entsprechenden Parteiprogrammen für die Parlamente (Kommune, Land, Bund), haben Christen m.E. folgende Gesichtspunkte gründlich abzuwägen:
(4) Welche demokratisch-rechtsstaatliche Partei samt der Mehrheit ihrer Amtsträgerinnen und Amtsträger ermöglicht, fördert und „schützt“ bewusst das Leben als Christ und die Existenz von Gemeinden samt Glaubensinhalten und Werten am besten?
(5) Welche demokratisch-rechtsstaatliche Partei samt der Mehrheit ihrer Amtsträgerinnen und Amtsträger ermöglicht das Ausleben des Glaubens in Frieden „ohne Benachteiligung“ oder Bevormundung?
(6) Welche demokratisch-rechtsstaatliche Partei samt der Mehrheit ihrer Amtsträgerinnen und Amtsträger fördert soziale, gesamtgesellschaftliche Rahmenbedingungen für Familie, Bildung, Ökonomie, Freiheit, Ökologie, Grundrechte, bilaterale Beziehungen zu anderen Nationalstaaten, Staatssicherheit usw. in dem Sinne, dass sie dem christlichen Glauben und seinen Überzeugungen wenigstens ansatzweise nahekommen oder sie zumindest den „gesunden Menschenverstand“ nicht beleidigen?
(7) Alle Parteien, selbst demokratisch-rechtsstaatliche, die intensiv ideologisch indoktrinieren, ungebührend den mündigen Bürger bevormunden, christliche Werte bewusst torpedieren, weltanschauliche „Fiktionen“ vertreten usw., sind nicht ohne Weiteres von bewussten Christen wählbar, selbst dann nicht, wenn Details eines solchen Parteiprogramms „besser“ erscheinen, als in Parteien, deren Gesamtpaket für Christen ausgewogener erscheint, bei denen aber Gesichtspunkte des Programms reformbedürftig sein können. Das Gesamtpaket eines Parteiprogramms und des Auftretens einer Partei samt Funktionsträger entscheidet. Keine Partei ist „christlich“, keine Partei ist „biblisch“. Viele Funktionsträger in allen Parteien widerstehen bewusst oder unbewusst christlichen Geboten und Vorstellungen. Dennoch können und sollen Christen demokratische Verantwortung im oben angedeuteten Sinne durch Wahlbeteiligung wahrnehmen (…. durch Abwägen der Fakten und vielleicht durch eine Entscheidung für ein „kleineres Übel“ in der gesamtgesellschaftlichen Perspektive … ?!?).
(8) Alle, die nicht ihrer demokratischer Pflicht und ihrem verbrieften Recht der „wesentlichen, mitbestimmenden Funktion“ innerhalb der Demokratie nachkommen, zu wählen, die wählen automatisch die Partei(en) indirekt mit, die dann die Regierung stellt (stellen). Das hat nichts mit dem „Willen Gottes“ zu tun. Die ganze Sache ist ein „weltlich Ding“, das Gott allerdings stets souverän steuert.
(9) Und alle, die 0,1 % bis 2 % „Nischenparteien“ wählen, schwächen eindeutige Mehrheitsverhältnisse, die aber die Bundesländer und die Deutschland zum stabilen Regieren und für einen funktionierenden Sozialstaat bräuchte.
Klar, Christen „ticken“ verschieden, auch in der Bewertung von politischen, sozialen, ökonomischen und ökologischen Entscheidungen in Kommune, Land und Bund. Daher wird es unter Christen eine gewisse „Breite der Überzeugungen“ geben. Dennoch, aufgrund der Parteiprogramme, der ideologischen Weltanschauungen, die explizit und implizit dort genannt oder vorausgesetzt werden, könnte ich als Christ „Die Linke“, „Die Grünen/ Bündnis90“ oder Nischenparteien, wie die NPD usw. nicht wählen.
Soweit ein paar politisch-ethische Kriterien, die mir in den vergangenen Tagen so durch den Kopf gingen. Dr. Berthold Schwarz
Dr. Berthold Schwarz arbeitet seit 2003 als Dozent für Systematische Theologie an der  Freien Theologischen Hochschule Gießen (FTH) = Giessen School of Theology.
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