Ein neuer Blick auf das Nichts

„[Jesus], der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein. Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist …” (Phil 2,6–7; Elberfelder Bibel).
Mit den Worten, der Sohn Gottes mache sich zu „nichts”, impliziert Paulus nicht, Menschen seien nichts. Vielmehr bringt er mit dieser Redewendung zum Ausdruck, dass Jesus sich aus Liebe erniedrigte, um uns zu dienen. Wir wiederum sollten seinem Beispiel folgen und uns erniedrigen, um einander zu lieben und zu dienen.
Der Theologe Gordon Fee fasst dies mit folgenden Worten zusammen: „In Christus Jesus hat Gott seine wahre Gestalt gezeigt; das ist gemeint, wenn es heißt, Christus sei „Gott gleich” – sich selbst um anderer willen zu entäußern und Knechtsgestalt anzunehmen. Damit offenbart er nicht nur das Wesen Gottes, sondern auch, was es für uns bedeutet, nach dem Bilde Gottes erschaffen zu sein: ihm zu gleichen und seine „Denkart” anzunehmen. Es bedeutet, um anderer willen Knechtsgestalt anzunehmen” (Gordon Fee, Philippians [Philipper], InterVarsity Press, 1999).