Das Bild Jesu in den Evangelien

Das Bild Jesu in den Evangelien ist zu geschlossen und bruchlos, um erfunden zu sein. Sein Anspruch steht einfach da und will gehört werden.
Ansprüche allein können jedoch den Beweis der Göttlichkeit nicht erbringen. Sie können unberechtigt sein. Deshalb verlangen sie nach einer sachlichen Beurteilung. Wir können Jesus nicht länger als »großen Lehrer der Menschheit« gelten lassen, wenn er in einem Hauptthema seiner Verkündigung einem schwerwiegenden Irrtum zum Opfer gefallen ist – nämlich im Blick auf seine eigene Person. Dieser Irrtum wäre keine bloße irrige Meinung gewesen, sondern handfester Größenwahn. »Der Widerspruch zwischen seinen tiefen, vernünftigen und geradezu scharfsinnigen sittlichen Weisungen und dem maßlosen Größenwahn, der seinen theologischen Aussagen zugrunde liegen müßte, wenn er nicht Gott in Person gewesen wäre, ist nie befriedigend erklärt worden«, urteilt C. S. Lewis. Grundkurs Christlicher Glaube von John R Stott Seite 30/31