Die Krise des Heldentums

Früher, so wird betont, war Heldentum eng verbunden mit der Ehre, etwas geleistet zu haben. Ehre wurde der Person gewährt, die eine echte Leistung vollbracht hatte, sei es bei Charaktereigenschaften, durch eine Tugend, Weisheit, den Künsten, im Sport oder nicht zuletzt im Krieg. Heute jedoch bieten uns die Medien ohne Abkürzung zum Ruhm an – schnell fabrizierte Berühmtheit ohne Schweiß, Kosten und Hingabe an wahre Größe. Was dabei herauskommt, ist kein Held, sondern eine Berühmtheit, eine Person, die prächtig beschrieben wird als “berühmt”, weil bekannt. Ein großer Name anstelle einer großen Persönlichkeit, Berühmtheit ohne Charakter, aber mit großer Presse. Aus dem Buch Von Gott berufen – aber zu was? Os Guinness (S. 101)