Vom Sturm der Entrüstung

… und was wir daraus lernen können
Minister, die Doktorarbeiten abschreiben, Bundespräsidenten, die sich Urlaub spendieren lassen, Manager, die Abgaswerte geschönt haben.
Außer den Kommentaren in der Presse und im Fernsehen fegt ein sog. „Shitstorm“ via Internet über die Betroffenen hinweg. Lt. Duden: „Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht“.
Was ist das Kennzeichen eines solchen „Shitstorms“? Er erreicht innerhalb von Minuten über Twitter und Facebook unzählige Menschen weltweit und die Wortwahl der Kommentare ist häufig unter der Gürtellinie.
Warum lösen die Verfehlungen einzelner, meist prominenter Mitmenschen solch einen Sturm der Entrüstung aus? Ist es wirklich unser Gerechtigkeitsempfinden oder sind die hämischen Äußerungen eher von Neid, Missgunst und Schadenfreude geprägt? Fühlen wir uns besser, wenn wir andere schlecht machen? Wie sollen wir mit Menschen umgehen, die nachweisbar gegen Gesetze verstoßen und gelogen und betrogen haben? Wie geht Jesus mit ihnen um?
Im Evangelium des Johannes, Kapitel 8, Verse 3 bis 11 können wir lesen, dass eine Frau von Rechtsgelehrten auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt wurde. Nach damaligem Recht hätte sie die Todesstrafe durch Steinigung verdient. Und weil die Gelehrten testen wollten, ob Jesus, der sich ja Sohn Gottes nannte, sich auch in den Gesetzen der Bibel auskannte, brachten sie die Frau zu ihm in den Tempel. Ein Sturm der Entrüstung brach über sie herein!
Jesus sagte den entscheidenden Satz (Johannes 8, 7): „Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie!“  Die Pharisäer zu der Zeit Jesu haben mit aller Kraft versucht die Gebote zu halten und vor Gott gut da zustehen. Doch auch ihnen war bewusst, dass es keine großen oder kleinen Sünden gibt – und dass auch sie, bei aller Rechtschaffenheit, nicht ohne Sünde sind. Darum zog sich einer nach dem anderen schweigend zurück bis Jesus mit der Ehebrecherin alleine war.
Und was tat er, der als Sohn Gottes als einziger sündlos war? Er fragt die Frau: „Hat Dich niemand verurteilt?“ Sie antwortete: „Niemand, Herr!“ Jesus sprach zu ihr: „So verurteile ich Dich auch nicht. Geh hin und sündige hinfort nicht mehr!“
Der Frau wurde das Leben noch ein Mal geschenkt. Diese Barmherzigkeit Jesu  ist das Entscheidente.