Armut

Im „Spiegel“ der vergangenen Woche (Nr. 35) stellt der Beitrag „Vermessung der Republik“ (ab S. 78) eine Untersuchung vor, die die Errungenschaften der sozialen Marktwirtschaft analysiert hat. Unter Punkt 5 zur Armut zeigt sich das ganze begriffliche Dilemma unseres Wohlfahrtsstaates. Eingangs wird gleich eingestanden, dass nicht alle gleiches Einkommen und Vermögen haben müssen; absolute Gleichheit wird also abgelehnt. „Doch eines der unbestrittenen Ziele des Wohlfahrtsstaates ist die Abwesenheit von Armut.“ Und nun der nächste Satz (neuer Absatz): „Armut ist ein relativer Begriff.“ Es folgt die weitgehend akzeptierte Definition von relativer Armut: Ein Haushalt gilt als armutsgefährdet, „wenn er weniger als 60 Prozent des Medien-Einkommens zur Verfügung hat…“
Der „Spiegel“ verdient viel Respekt dafür, dass er alle seine Beiträge von einer Extra-Abteilung auf Fakten checkt. Das bedeutet jedoch nicht, dass mitunter grobe gedankliche Fehler unterlaufen. Hier liegt uns ein Beispiel vor. Eine Definition von Armut in dem vorgestellten Sinne relativer Armut ist mit der Abwesenheit bzw. Abschaffung von Armut unvereinbar! Denn selbst in einer äußerst wohlhabenden Gesellschaft, ja in einem Stadium kurz vor dem Himmel auf Erden, in dem es noch einige Unterschiede im Ausmaß des Reichtums gibt (und das wird ja eingangs zugestanden), muss es rein statistisch immer eine mehr oder weniger große Gruppe geben die unter diese 60 Prozent-Schwelle fällt. Die Quote dieser relativen Armut sagt daher wenig über das tatsächliche Wohlstandsniveau in einer Gesellschaft aus. Ich kann also objektiv recht wohlhabend sein, aber nur etwas weniger reich als die Reicheren und damit unter Umständen immer noch relativ „arm“. Niemand wäre vor Jahrhunderten auf den Gedanken gekommen, den Begriff Armut so zu gebrauchen.
Wenn also in den Sätzen der gleiche Armutsbegriff gebraucht wird, dann müsste man ehrlicherweise sagen: das Ziel wird nie erreicht werden! Aber das wäre natürlich entlarvend: Heute werden in Deutschland hunderte Milliarden in die Armutsreduzierung gesteckt, und dennoch wird die Quote durch den Rückgriff auf die relative Armut nie deutlich sinken? Also opperiert lieber mit unterschwellig unterschiedlichen Definitionen. Das rechtfertigt ein Aufrechterhalten des Sozialstaatsapparates.
Nimmt man aber die weitgehende Abschaffung von Armut ernst (was moralisch doch wohl zu loben wäre), dann kann es nur um absolute Armut gehen. Und hier haben wir in Europa tatsächlich diese Armut im Sinne von existentieller Not weitgehend beseitigt. So eine Aussage ruft Widerspruch auf den Plan. Keine Armut mehr?? Soll etwa keine Hilfeleistung für die Schwächeren usw. getan werden? Natürlich nicht. Das wird immer und überall nötig sein. Ich helfe doch längst nicht nur Menschen, die in unmittelbar ihr Leben bedrohenden Situationen sind. Wenn es um die Beseitigung von existentieller Not geht, dann könnte und müsste man auch einmal nach den wesentlichen Ursachen fragen. Und dann landen wir beim demokratischen Kapitalismus, netter freie Marktwirtschaft genannt. Das wiederum schmeckt den Apologeten des Wohlfahrtsstaates natürlich nicht, denn wozu ist der dann in so wohlhabenden Ländern da? Gleichheit schaffen? Aber wie weit soll das getrieben werden? Wer legt das fest? Also wird die Sprachverhunzung und die Unklarheit der Sprache weitergetrieben. Man redet von Armutsbekämpfung und nutzt die uralten Gefühle, die damit verbunden sind. Ehrlicher wäre es, in Europa von Umverteilung von den Wohlhabenderen zu den weniger Wohlhabenden zu reden, doch dann stellt sich schnell die Frage: Wozu und warum eigentlich? Eine Schaffung von Ausgleich kann ja durchaus legtim sein (wie z.B. in der Kirche), aber rechtfertigt dies Zwangsmaßnahmen wie Steuern usw.? Holger Lahayne
https://www.facebook.com/holger.lahayne/posts/10213613025378074

Offener Brief an die Lidl-Geschäftsleitung.

Sehr geehrter Herr Højer, sehr geehrte Damen und Herren der Geschäftsleitung,
wir protestieren scharf gegen die fototechnische Demontage des Kuppelkreuzes der Kuppelkirche auf Santorin auf den Produkten des Eridanous-Sortiments. Im März 2015 wurde in den Medien berichtet, dass islamistische Kämpfer des IS in der irakischen Stadt Mossul Kreuze von orthodoxen Kirchen herunterrissen, Kirchengebäude und Klöster schändeten. Der Discounter Lidl sitzt im satten und friedlichen Europa und demontiert das Kreuz einer orthodoxen Kirche.
Wir gestehen zu, dass Sie aus anderen Motiven handeln. Der IS hasst das Kreuz, weil Muslime die Vorstellung eines gekreuzigten Gottessohnes ablehnen. Ihnen dagegen geht es mit Rücksicht auf atheistische und muslimische Käuferschichten um die Werbewirksamkeit und den Profit Ihrer Produkte. Auch die Mittel unterscheiden sich: In Mossul wurden Planierraupen und Vorschlaghämmer verwendet. Sie verwenden die Bildbearbeitungssoftware Ihres Computers.
Doch das Ergebnis ist gleich. Das Kreuz verschwindet.
Vor zweitausend Jahren kam der Apostel Paulus nach Griechenland. Er brachte den Griechen und ganz Europa die gute Nachricht von Jesus Christus, der für die Sünden der Welt an einem Kreuz starb und den Gott von den Toten auferweckt hatte. Der Apostel Paulus schrieb an die Christen in Korinth: „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft“ (1 Kor 1,18). Der allmächtige Gott hat die Völker Europas im Zeichen des Kreuzes gesegnet. Von diesem Segen profitieren wir alle bis heute. Wenn wir uns von der Botschaft des Kreuzes abwenden und uns des Kreuzes schämen, werden wir diesen Segen verlieren. Das gilt für den Einzelnen genauso wie für ein Unternehmen oder die europäische Völkergemeinschaft.
Wir fordern hiermit im Namen unserer Mitglieder und Freunde die umgehende Zurücknahme der Retuschierung. Bitte teilen Sie uns mit, wie Sie verfahren werden. Wir werden unsere Mitglieder und Freunde über diesen Vorgang informieren.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Johann Hesse (Geschäftsführer des Gemeindehilfsbundes)
http://www.gemeindenetzwerk.de/?p=14893

Buddhisten verfolgen Muslime

Manche wird es überraschen, aber Fanatismus und Gewalt sind nicht an eine spezielle Religion oder eine Weltanschauung allein gebunden. Sicher, Religionen wie dem Islam fällt es leichter Gewalt zu legitimieren, weil schon ihr Gründer Mohammed gerne zur Waffe gegriffen hat um seine Überzeugungen durchzusetzen. Auch Kommunisten haben gewöhnlich weniger Hemmungen Gewalt als Mittel der Politik zu nutzen, weil ihrer Ansicht nach keiner mehr über ihnen steht dem gegenüber sie Rechenschaft schuldig sind und, weil für sie der einzelne Menschen nur beliebiges, zufällig entstandenes Menschenmaterial ist. Doch eigentlich hat Fanatismus weit mehr mit dem Charakter eines Menschen zu tun, natürlich auch mit seinem Umfeld, seiner Erziehung usw.
Die Bibel benennt das Herz als die Instanz, die über das Handeln des Menschen bestimmt. Hier im Kern der eigenen Persönlichkeit wird entschieden, den anderen als Feind zu betrachten oder als Freund, ihn mit den Fäusten zu bekämpfen oder ihn zu umarmen. Hat man einmal damit begonnen jemanden abzulehnen, dann fällt es auch nicht schwer jede Menge Gründe dafür zu sammeln, dass der Andere wirklich ein schrecklicher Mensch ist. Immer ist natürlich der Andere schuld an dem sich anbahnenden Konflikt. Ich muss vorgeblich nur reagieren, mich verteidigen oder schützen. Aber der Andere ist rücksichtslos, ideologisiert, böswillig usw. So lief das schon immer in der Weltgeschichte, auf der Ebene von Staaten, Religionen und auch ganz im Privaten. Mancher lebt sogar erst richtig auf, wenn sein Feind wieder einmal wie erwartet gehandelt hat, oder zumindest, wenn man glaubt, er hätte es getan. In den neuen Medien ist das sogar noch viel einfacher. Hat die Computeranalyse einmal die Vorliebe des Benutzers für gewisse Feindbilder festgestellt, werden einem nur noch gleichlautende Meldungen präsentiert, die dabei helfen, die eigene Meinung weiter zu zementieren.
Die, auch religiös begründete Gewalt, die sich momentan in Burma (Myanmar) abspielt, gibt ein trauriges Beispiel für die Universalität von gewaltbereitem Fanatismus. In dem ostasiatischen Land befinden sich gegenwärtig rund 60 000 Muslime auf der Flucht, vorwiegend ins benachbarte Bangladesch. Allein in der letzten Woche wurden von Buddhisten mehr als 2600 Häuser muslimischer Familien zerstört und 400 Personen getötet. Viele Muslime sind von buddhistischen Soldaten bei lebendigem Leib verbrannt worden. Aufgrund der schon jahrelangen Verfolgungen durch die buddhistische Bevölkerungsmehrheit haben mittlerweile 400 000 Muslime das Land verlassen.
Hass und Gewalt haben ihren Ursprung im Innersten des Menschen. Gibt man diesen Gefühlen Raum, werden sie immer größer und entwickeln eine zerstörerische Macht, die irgendwann auch das Reden und Handeln beeinflusst.
Christen lassen sich von Jesus Christus prägen, der selbst seine Feinde liebte und auch bei weinig liebenswerten Menschen noch positive Aspekte erkannte. Christen sollten sich gegen jede religiös oder ideologisch begründete Gewalt wenden und für Frieden beten. Ohne blind für die gewalttätige Realität dieser Welt zu sein sollten sie mit ihren Worten und Taten Friedensstifter sein.
„Ist es möglich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden.“ (Römer 12, 18)
„Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden denen gesät, die Frieden stiften.“ (Jakobus 3, 18) http://www.zeit.de/2013/21/myanmar-buddhisten-muslime
https://www.facebook.com/michael.kotsch.9/posts/1055984314541346

Fakes und Falschmeldungen

Mit gutem Vorbild voran!?
Seit geraumer Zeit beschäftigt sich die Öffentlichkeit mit dem ganz realen Problem gefälschter Nachrichten. Insbesondere in Sozialen Netzwerken kursieren Millionen von gefakten „Tatsachen“, „Dokus“, Behauptungen und Beschimpfungen. Vielfach ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen, ob es sich dabei um eine echte Nachricht oder bloß um einen Fake handelt.
Besonders beliebt ist es, echte mit falschen Informationen zu mischen, weil es Lesern dann umso schwerer fällt, eine Meldung sachgerecht zu überprüfen. Dann werden beispielsweise echte Bilder eines Politikers mit gefälschten Zitaten versehen.
Oft spiegeln die Aussagen schon die ungefähre Meinung des Dargestellten wieder; aber sie werden verdreht oder überspitzt, um auf diese Weise die eigenen Anhänger zufriedenzustellen oder die dargestellte Person ins gesellschaftliche Aus zu bugsieren. Manchmal werden aus ideologischen oder wirtschaftlichen Gründen Meldungen auch ganz frei erfunden, bei denen nicht mehr als die genannten Orte und Daten stimmen.
Damit auch zukünftig noch echte Gespräche möglich sind und zuverlässige Information, ist es nötig Grenzen zu definieren und gegebenenfalls gesetzlich mit entsprechenden Strafen zu sanktionieren. Anderenfalls besteht die ernstzunehmende Gefahr, dass irgendwann eher der falsche als der echten Meldung geglaubt wird, weil sie viel mehr zu den eigenen Erwartungen oder Befürchtungen passt.
Nun ist es eine kleine Katastrophe, dass gerade diejenigen, die in der Praxis solche gesetzlichen Grenzen definieren und sich immer wieder lautstark über Fake- News beschweren, selber ziemlich bedenkenlos solche Falschmeldungen in die Welt setzen, wenn es ihren eigenen Interessen passt.
Beispiel 1: Seit Tagen verbreiten die CSU und die Junge Union Bayern auf Sozialen Netzwerken gefälschte Zitate des SPD- Spitzenkandidaten Martin Schulz. Demnach solle Schulz die Ausschreitungen Linksautonomer Terroristen in Hamburg heruntergespielt haben, weil er in ihnen künftige Koalitionspartner sieht. Obwohl die CSU auf die Falschmeldung aufmerksam gemacht wurde, nahm sie die entsprechenden Aussage erst aus dem Netz, als sie mit Bußgeldandrohung vom Hamburger Landgericht dazu aufgefordert wurde. Ganz offensichtlich steht hier der Stimmenfang eindeutig vor der Wahrheitsliebe.
Beispiel 2: Abgesehen von übelsten Beschimpfungen gegen den Bundesjustizminister Heiko Maas scheute der AfD-Fraktionschef von Thüringen, Björn Höcke, nicht davor zurück, im Internet ein gefälschtes Cover des neuesten Buches von Maas zu verbreiten. Der darauf zu lesende Titel lautete nun „Aufstehen statt wegducken. Eine Strategie gegen das Recht“. Damit sollten eigene Anhänger in ihrer Ablehnung des Bundesjustizministers bestärkt und potentielle Neuwähler geworben werden. Erst nach einer Klagedrohung des Verlages war der AfD- Politiker bereit, die Fälschung aus dem Internet zu nehmen.
Beispiel 3: Die Partei der Grünen hat jüngst eine ganze Kampagne gestartet, in den Porträts des FDP- Parteivorsitzenden Christian Lindner mit gefälschten Zitaten versehen werden, um den politischen Gegner öffentlich lächerlich zu machen. Auch hier findet sich keinerlei Einsicht. Weil die Fälschung ja nur der FDP schadet, hält man das Ganze für einen akzeptablen Scherz.
In einer Welt die sich immer weiter von Gott verabschiedet ist es kaum verwunderlich, dass auch die biblischen Maßstäbe mit- entsorgt werden. Viele Politiker schreien offensichtlich nur, wenn Falschinformationen ihren Interessen zuwiderläuft. Wenn sie damit selber Vorteile erlangen können, sind sie gerne bereit, ein bisschen zu mogeln und zu fälschen.
Hier sind Christen aufgerufen sich nicht von einer sukzessiven Erosion der Wahrheit mitreißen zu lassen. Für einen Christen sollte Lügen generell Tabu sein, vor Gott, vor dem Gericht und im persönlichen Umfeld; aber eben auch im Internet, insbesondere auf Sozialen Plattformen. Gott kennt keinen Unterschied zwischen Wahrheit, Halbwahrheit, Spaßlüge und gefährlicher Lüge. Immer wenn man nicht hundertprozentig sicher sein kann, dass der Andere „einen Scherz“ auch erkennen kann oder, dass es sich nicht um eine kulturell bekannte Floskel („Wie geht es?“) handelt, sollte sich jeder Christ bemühen, bei der Wahrheit zu bleiben; auch wenn man gelegentlich mit Lügen mehr erreichen kann.
„Halte dich ferne von einer Sache, bei der Lüge im Spiel ist.“ (2.Mose 23,7)
„Lügen bin ich feind, und sie sind mir ein Gräuel; aber dein Gesetz habe ich lieb.“ (Psalm 119, 163) https://www.facebook.com/michael.kotsch.9/posts/1033980756741702

 

 

Missional

Zum Begriff ‚missional‘
Vieles von dem, was ich vertrete, wird seit etwa zehn Jahren zunehmend als ‚missional‘ anstelle des älteren Begriffes ‚missionarisch‘ bezeichnet (Engl.: ‚missional‘ vs. ‚missionary‘). Das ist nicht ganz zufällig, denn bei fast allen Befürwortern des Ausdrucks ‚missional church‘ werden als Anreger und älteste Vertreter Leslie Newbigin und David Bosch genannt, die beide dem Begriff ‚Missio Dei‘ sehr nahe standen. Stefan Schweyer führt das Konzept ‚missional‘ direkt auf das ‚Missio-Dei‘-Konzept zurück.1
Allerdings wird der Begriff ‚missional‘, für den bisher die ältesten Belege aus den Jahren 1883 oder gar 1814 nachgewiesen wurden,2 von einer enormen Bandbreite von Vertretern propagiert und zudem haben natürlich auch früher viele unter ‚missionarisch‘ nicht die organisierten Aktivitäten von Missionsgesellschaften und Kirchen verstanden, sondern umfassender das ‚missionarische Wesen‘ der Kirche an sich, die sich ganz auf die Gesellschaft einlässt und diese transformiert, also genau das, was ‚missional‘ unterstreichen soll.
Es ist natürlich schlecht, eine Unterscheidung zwischen ‚missionarisch‘ und ‚missional‘ in Jahrzehnte zurück zu transportieren, in denen der Begriff ‚missional‘ gar nicht zur Verfügung stand oder heute jeden abzuqualifizieren, der noch den Begriff ‚missionarisch‘ verwendet. Und mag auch die Praxis oft schlechter gewesen sein: Wer von einer ‚missionarischen‘ Kirche sprach, meinte in der Regel das Wesen der Kirche, nicht die Werbung für eine Großorganisation. Weiterlesen

Aber was hier gelehrt wird, hat mit evangelikaler Theologie nichts, aber auch gar nichts zu tun

Dieser Vortrag hat mich gestern sehr aufgewühlt. Die Theologen von Worthaus sind auch unter vielen Evangelikalen sehr beliebt, sie sprechen in evangelikalen Einrichtungen, Ausbildungsstätten, Veranstaltungen und Konferenzen. Aber was hier gelehrt wird, hat mit evangelikaler Theologie nichts, aber auch gar nichts zu tun. Dr. Breuer lehrt zur Entstehung des Osterglaubens: Das Grab war voll! „Ich bin überzeugt: Wenn man damals eine Videokamera am Grab Jesu installiert hätte, wäre nichts zu sehen gewesen. Nichts!“ „Auch bei den Erscheinungen des Auferstandenen hätte eine Videokamera nichts gefilmt. Es handelte sich um ein inwendiges Geschehen, das nicht mit äußeren Sinnen wahrgenommen werden konnte.“ Nur „sehr konservative Christen“ legten Wert auf das leere Grab. Aber eigentlich sei es (genau wie die Jungfrauengeburt) für den Glauben nicht von Bedeutung. Die Paulus-Briefe (die ja älter als die Evangelien seien) würden schließlich nichts vom leeren Grab berichten. Das zeige: Entweder habe Paulus nichts vom leeren Grab gewusst oder er habe keinen Wert darauf gelegt. Paulus eigene Begegnung mit dem auferstandenen Jesus sei eine „legendarische Ausschmückung“ von Lukas. Zwar sei der Tod Jesu ein historisches Ereignis, aber Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten auf keinen Fall. Die Tagesangaben zwischen diesen Ereignissen hätten nur metaphorische Bedeutung, die einen liturgischen Zweck erfüllen (weil der Mensch nicht gleichzeitig den Tod Jesu betrauern und sich gleichzeitig über die Auferstehung freuen kann). Die Auferstehung war nur eine „Erkenntnis“ der Jünger, dass Jesus im Geist unter ihnen ist.
Der Vortrag ist ein drastisches Beispiel dafür, wie weit sich die historisch kritische Theologie vom biblischen Zeugnis entfernt hat und die Glaubensgrundlagen der Kirche zerstört. Worthaus schwimmt offensichtlich voll auf dieser bibel- und glaubenszersetzenden Linie. Ich verstehe nicht, wie es Evangelikale geben kann, die mit der Worthaus-Theologie sympathisieren. Wer das tut sollte so ehrlich sein und klar aussprechen, dass er sich aus der evangelikalen Welt verabschiedet hat. Ich werde am Thema Worthaus weiter dran bleiben und freue mich über Meinungen dazu.
Worauf gründet sich die Glaube an die Auferweckung Jesu von den Toten? | 2.3.2 — Worthaus
Da wird ein jüdischer Wanderprediger in einer Provinz des römischen Reiches gekreuzigt. Das hätte eigentlich das todsichere Ende seiner Karriere bedeuten müssen. Seine Hinrichtung befördert ihn eigentlich unweigerlich in den Abgrund des Vergessens, verurteilt ihn zum Versinken in die historische Bed…worthaus.org
https://www.facebook.com/till4one?hc_ref=ART96QmNaQkn8eE87BYZeao-2b-2puTaXqEuTMgW386VrQjNrxOK3k4oDiqatyy7HoU&fref=nf