Das Gebet als Lobpreis

So oft Gott uns das Brot zu essen gibt, so oft er seine Sonne scheinen lässt, wenn er uns irgendwelche Kreatur zur Benützung überlässt, dann ist das soviel als wenn er ein Lied anstimmte, um uns zum Singen seines Lobs zu bringen, so wie wenn wir einen Psalm singen: da bringt der, der ihn kann, die anderen in Schwung.
(Johannes Calvin)

Sobald wir mit dem Mund sein Lob vorbringen, dann soll unser Leben Antwort geben und sich mit dem Lob des Mundes vereinigen. Und zu dem Zweck sind hier alle Kreaturen erwähnt. Denn wiewohl unser Herr unsre Zungen ganz besonders dazu geschaffen hat, dass wir ihm die Ehre geben und mit unserm Bekenntnis ihm huldigen, wie er’s verdient, so will er doch auch durch all unsre andern Glieder, durch jedes Stück an uns verherrlicht sein.
(Johannes Calvin, Predigt zu Psalm 148 am 30. September 1554)

Lobpreis ist unsere erste Antwort. Völlig unfähig, zu sagen, was Seine Gegenwart bedeutet, können wir nur singen, können wir nur Worte der Anbetung stammeln. Aus diesem Grunde hat in der jüdischen Liturgie der Lobpreis Vorrang vor der Bitte.
(Abraham J. Heschel)

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