Skandal: Lohnunterschied – Mythen und Fakten

Wenn wieder einmal auf den eklatanten Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen aufmerksam gemacht wird, dann werden ganz bewusst Vorverurteilungen geschürt. Der „normale“ Bürger hat nämlich den Eindruck, dass ein Mann der sich auf eine bestimmte Stelle bewirbt, generell einen höheren Lohn bekommen würde als eine Frau. Oder, dass in einem Betrieb eine Frau an derselben Maschine weniger Geld erhalten würde als ihr männlicher Kollege. Der wesentliche Grund für die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen beruhen bei Licht besehen aber nicht auf einer Geschlechterungerechtigkeit, sondern auf den unterschiedlichen Prioritäten, die Männer und Frauen in ihrem Berufsleben setzen.
In den regelmäßigen „Schreckensmeldungen“ über die Benachteiligung der Frauen in Lohnfragen wird beispielsweise festgestellt, dass eine Versicherungskauffrau nur 81 Prozent vom Einkommen ihrer männlichen Kollegen verdient, eine Köchin sogar nur 73 Prozent, eine Elektroingenieurin bekommt demnach 93,9 Prozent. Natürlich arbeiten die hier verglichenen Männer und Frauen aber nicht an derselben Stelle. Männer und Frauen für dieselbe Anstellung unterschiedlich zu bezahlen ist in Deutschland schon lange verboten. Bezahlt wird die angetretene Stelle hierzulande natürlich unabhängig vom Geschlecht des Arbeitnehmers.
Allerdings zeigen Studien, dass Frauen nicht so gerne Schichtarbeit machen und deshalb weniger Zulagen für Nacht- oder Feiertagsarbeit erhalten. Frauen sind auch lieber in kleineren Firmen tätig, die zumeist weniger bezahlen als große Unternehmen. Vielen Frauen liegt nicht so viel an ihrer Karriere, weshalb sie sich nicht so intensiv nach neuen, besser bezahlten Arbeitsplätzen umsehen wie Männer. Viele Frauen legen mehr Wert auf ihre Freizeitgestaltung, weshalb sie weniger häufig in zeitintensive Leitungspositionen streben als Männer. Die Lohndifferenzen beruhen auch darauf, dass Frauen und Männer unterschiedliche Berufe bevorzugen. – Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen hat viel weniger als in den Schlagzeilen unterstellt mit Diskriminierung von Frauen zu tun, sondern weit eher mit unterschiedlichen Präferenzen von Männern und Frauen im Berufsleben.
Vor Gott gilt: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ (Galater 3, 28) Michael Kotsch

zeit.de
Wenn die Frau weniger verdient als der Mann: Neue Studien zeigen die…
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