Bist du abgehoben oder aufgehoben?

Advent bedeutet „Ankunft“: Es ist die Zeit, in der Christen sich auf die Ankunft von Jesus vorbereiten. Früher war der Advent ein Monat des Fastens und der Busse, der bewussten Hinwendung zu Gott. Heute verdrängen oftmals Einkaufsstress und Ablenkungen den Sinn der Adventszeit. Vor 2000 Jahren kam Jesus Christus, Gottes Sohn, als heiliges Baby zu uns auf die Welt, damit wir uns von Herzen freuen. Wir freuen uns ja auch, wenn in unserer Familie ein Kind geboren wird und unsere Verwandtschaft wächst und gedeiht. Jesus reifte zum Mann heran und nahm stellvertretend für uns unsere Schuld und Sünde auf sich, um uns mit Gott zu versöhnen. Wenn wir Gott im Gebet unsere Sünden bekennen und sein Angebot der Vergebung ergreifen, sind wir in Gottes Armen sicher geborgen: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir“ (Psalm 139,5). Doch bereits damals gab es Widerstand gegen Weihnachten: Eine abgehobene Weltanschauung hiess mit dem Fachbegriff „Gnosis“ (= Erkenntnis). Sie behauptete, dass Gott in rauschhaften Festen erfahrbar sei. Viele politische Richtungen sind heutzutage leider ebenso abgehoben: „Wir schaffen das auch ohne Gott!“, obwohl es gar keine Anzeichen dafür gibt, dass wir Menschen es ohne Gott schaffen könnten und es am Ende gut herauskommen wird. Darin liegt die Grundsünde von uns Menschen: Wir wollen selbst Gott sein und uns eigene Regeln aufstellen. Die Bibel stellt dieser abgehobenen Philosophie zwei Beziehungen gegenüber, nämlich diejenige zu Gott und zum Mitmenschen: Wir drücken Gott unsere Liebe aus, wenn wir seinem Wort der Bibel gehorchen. Unsere Mitmenschen lieben wir, wenn wir ihnen mit Gottes Hilfe Gutes tun. Das Neue Testament bezeugt auf jeder Seite, dass Jesus gleichzeitig ganz Gott und ganz Mensch war und mächtig in das Leben einzelner Menschen eingegriffen hat. Weihnachten zeigt uns: Gott schaffts! Er ist der Aktive, der zu uns kommt, weil er uns liebt. Jeder Mensch ist bei Jesus herzlich willkommen: Er nimmt uns an, wie wir sind, aber lässt uns nicht so, wie wir gewesen sind, sondern erneuert uns durch seinen Heiligen Geist und die Bibel. Das Evangelium, die frohe Botschaft und gute Nachricht, lautet: Gott wurde in Jesus ein Kind, damit wir Kinder Gottes werden können und in seiner Gegenwart aufgehoben sind: „Seht, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Und wir sind es“ (1.Johannesbrief 3,1).

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Michael Freiburghaus, ref. Pfarrer Leutwil-Dürrenäsch Quelle: Wynentaler Blatt, Nr. 94, 13.12.2019, S. 27.

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