Wie hätten Sie’s denn gern?

So fragen der Frisör, der Metzger und viele andere. unser Geschmack, unsere Meinung und unsere Wünsche sind gefragt. So sind wir es gewohnt, so wollen wir es – auch bei weltanschaulichen und religiösen Themen.
Wer mit Jesus unterwegs ist, der entdeckt: Jesus fragt nach uns, richtet sich aber nicht immer nach uns und unserer Meinung. Ihn interessiert weder das Politbarometer noch was die Mehrheit sagt. Er redet nicht nur kuschelig, gesellschafts-konform oder religiös angepasst. Es war eine „harte Rede“, übersetzt Luther in Johannes 6,60. Jesus spricht „politically incorrect“. Er bürstet gegen den Strich. Was er zu sagen hat, will keiner hören. Seine Predigt ist oft nicht abgerundet und schön, sondern provoziert, sie ist sperrig und direkt. Er schließt nicht nur ein, sondern auch aus: „Nicht alle, die Herr, Herr zu mir sagen, werden ins Himmelreich kommen, sondern die, die Gottes Willen tun!“ (Matthäus 7,21) Was passt aus unserer Sicht zu Jesus? Jesus liebt alle Menschen, er schließt keinen aus, er vergibt, er ist freundlich, er steht auf der Seite der Armen und Unterdrückten und natürlich ganz auf unserer Seite. Aber war Jesus nur so, wie wir ihn gern hätten und wie wir meinen, dass er sei? Jesus spricht eine deutliche Sprache. Er redet von Gottes großer Liebe, von seiner Barmherzigkeit, seiner Geduld und Freundlichkeit. Aber er verschweigt nicht Gottes Gerechtigkeit, Gottes Gericht und nennt Sünde beim Namen. Lassen wir es zu, dass Jesus uns widerspricht? Wie bereit sind wir, uns seinen auch unbequemen Reden zu stellen? Wer mit Jesus lebt, der kann nicht einfach jeder gesellschaftlichen Sicht zustimmen, klein beigeben oder applaudieren. Jesus hat in seinen Reden klar gemacht, dass sich an ihm die Geister scheiden. Wie hätten Sie’s denn gern? – Wir stehen in der Gefahr, das auszublenden, was uns nicht gefällt. Versuchen Sie einmal, im Internet eine Predigt zu 1. Petrus 4,1–5 zu finden. Da geht es um den Lebensstil von Christen, die verspottet wurden, weil sie bei einem ausschweifenden Lebensstil nicht mehr mitmachten. Das scheint kein Thema bei uns zu sein. Das macht nachdenklich: Warum hat dieser Text bei uns keinen Platz? Könnte es sein, dass Petrus Dinge anspricht, die für uns unbequem und sperrig sind? Wir reden von ganzheitlichem Leben, einer transformierten Gesellschaft, von multikultureller Einheit, von Frieden und gutem Miteinander. Das alles ist erstrebenswert und sollte das sein, womit wir uns beschäftigen und worauf wir abzielen. Aber ist uns noch bewusst, dass Christen sich in einer Auseinandersetzung befinden, in der sie ins Schussfeld geraten können? Darum gilt es, nicht nur zu fragen „Wie hätten Sie’s denn gern?“, sondern ein Gespür dafür zu haben, wie er es denn gern hätte. Detlef Krause
https:///www.liebenzell.org/files/pdf/mw/6_3_1_Mission-weltweit_2016_07_08_web.pdf

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