Auch als säkularer Feiertag macht Weihnachten das Evangelium zugänglich

Weihnachten ist das einzige christliche Fest, das gleichzeitig ein großer säkularer Feiertag ist – möglicherweise der wichtigste in unserer Kultur. Das Ergebnis sind zwei ganz unterschiedliche Feste, die von jeweils Millionen Menschen zur gleichen Zeit begangen werden, was auf beiden Seiten zu Irritationen führt. Viele Christen müssen feststellen, dass auf immer mehr öffentlichen Weihnachtsveranstaltungen jeder Bezug auf den christlichen Ursprung des Festes geflissentlich vermieden wird. In Kaufhäusern und Einkaufszentren wird man zunehmend nicht mehr mit „Stille Nacht“ beschallt, sondern mit „Jingle Bells“. „Das Fest“ wird als Zeit für die Familie, als Anlass für Geschenke und als Werbung für den Frieden in der Welt vermarktet. Wie ein begeisterter User der beliebten Website „Gawker“ schrieb: „Weihnachten ist ein wunderbarer säkularer Feiertag.“
Auf der anderen Seite müssen viele nicht religiöse Menschen feststellen, dass die ursprüngliche Bedeutung von Weihnachten immer wieder wie ein ungeladener Gast anklopft, zum Beispiel durch die Melodien und Texte der alten Weihnachtslieder. Es kann peinlich sein, wenn man von seinem Kind bei der zweiten Strophe von „Stille Nacht“ gefragt wird: „Papa, was heißt das: ‚Da uns schlägt die rettende Stund …?‘“
Als Christ lasse ich die Gesellschaft, zu der ich gehöre, gerne an der Bedeutung dieses Festes teilhaben. Das säkulare Weihnachten ist ein Fest der Lichter, ein Fest der Familie und ein Tag, wo man sein Portemonnaie öffnet, sowohl für seine engsten Verwandten als auch für die Menschen, die besonders in Not sind. Diese Gebräuche machen uns alle reicher und passen sehr gut zu den christlichen Wurzeln dieses Feiertags.
Das „säkulare“ Weihnachten wird uns erhalten bleiben; es ist einfach zu wichtig für den Handel und seine Umsätze. Doch meine Befürchtung ist, dass in Zukunft immer weniger Menschen um seine eigentlichen Wurzeln wissen werden. Weihnachten als Fest der Lichter – das kommt ja von dem Glauben der Christen, dass es ein Licht für die Welt gibt – eine Hoffnung, die von außerhalb der Welt kommt. Das Schenken ist eine nahe liegende Reaktion auf die unerhörte Tatsache, dass Jesus sich selber den Menschen geschenkt hat, als er seine Herrlichkeit ablegte und als Mensch geboren wurde. Und die Spenden und Weihnachtsfeiern für die Armen und Bedürftigen erinnern uns daran, dass der Sohn Gottes nicht in eine aristokratische Familie hineingeboren wurde, sondern in eine arme; der Herr des Universums identifizierte sich mit den Niedrigen und Geringen und Verachteten.
Dies sind starke Themen – und alle sind sie zweischneidige Schwerter. Jesus kam als das Licht in die Welt, weil wir geistlich zu blind sind, um selber unseren Weg zu finden. Jesus wurde ein Mensch und starb, weil unser moralischer Bankrott so total ist, dass wir nur auf diese Art Vergebung erlangen konnten. Und weil Jesus sich so für uns hingegeben hat, müssen wir uns mit Haut und Haaren ihm hingeben; Christen gehören nicht mehr sich selbst (vgl. 1. Korinther 6,19). Weih- nachten ist – genau wie Gott selber – sowohl wunderbarer als auch gefährlicher und bedrohlicher, als wir uns das vorstellen.
Mit jedem Jahr wird unsere zunehmend säkulare westliche Gesellschaft blinder für ihre eigenen historischen Wurzeln, von denen viele mit den Grundlagen des christlichen Glaubens zu tun haben. Aber einmal im Jahr, zu Weihnachten, werden diese Grundwahrheiten einem enorm großen Publikum ein kleines bisschen zugänglicher. Auf zahllosen Konzerten, Feiern und anderen Veranstaltungen kommen plötzlich unversehens Grundaussagen des christlichen Glaubens zur Sprache, selbst wenn die meisten der Teilnehmer mit Religion nichts am Hut haben. Nehmen wir als Beispiel das wohl bekannteste Weihnachtslied, „Stille Nacht, heilige Nacht“, das man in der Vorweihnachtszeit in Einkaufszentren, Supermärkten und an Straßenecken hören kann: Wer ist Jesus? – „Gottes Sohn, o wie lacht“, er ist Gott „in Menschengestalt“. Wozu kam er auf die Erde? – Um zu retten: „Christ der Retter ist da“. Wie tat er das? – In seinem Kommen auf die Erde zeigt sich die „Lieb aus göttlichem Mund“. Wie können wir dieses neue Leben bekommen? – Indem „uns schlägt die rettende Stund“, das heißt, indem wir diese Liebe und Rettung auch persönlich annehmen. Ursprünglich war das Lied sogar noch inhaltsreicher – von den eigentlich sechs Strophen sind heute nur noch drei allgemein bekannt.
Nicht alle der bekannteren Weihnachtslieder und Bibelabschnitte sind so inhaltsreich, aber Tatsache ist: An ein paar Tagen im Jahr kommen Hunderte Millionen Menschen auf Tuchfühlung mit dieser Botschaft; sie bräuchten sich nur die Mühe zu machen, die gleichen Fragen an diese Texte zu stellen, die wir gerade an „Stille Nacht“ gestellt haben. Wer Weihnachten verstanden hat, der hat die Botschaft von Jesus Christus verstanden.

Tim Keller ist Gründer der Redeemer Presbyterian Church (PCA) in Manhattan (USA), Vorsitzender des Redeemer City to City-Netzwerkes und Vizepräsident der Gospel Coalition (TGC). Er hat zahlreiche Bücher geschrieben, darunter Warum Gott? (5. Aufl., 2013) und Glauben wozu? (2019). Er und seine Frau Kathy haben drei Kinder.
Dieser Artikel ist ein Auszug aus: Timothy Keller, Stille Nacht – Heilige Nacht Warum wir Weihnachten heute noch feiern. Übersetzt von Dr. Friedemann Lux, Brunnen Verlag, Gießen 2018, ISBN: 978-3-7655-0998-8, http://www.brunnen-verlag.de
https://www.evangelium21.net/media/1711/zwei-unterschiedliche-weihnachtsfeste

CDU-Politiker Philipp Amthor (27) hat sich taufen lassen.

Was ist denn eine Taufe nach dem Wort Gottes? Es gibt viel Verwirrung über die Taufe in verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen. Dies ist jedoch kein Resultat einer verwirrenden Lehre der Bibel zur Taufe. Die Bibel sagt eindeutig aus, was die Taufe ist, wozu sie da ist, und was dadurch erreicht wird. In der Bibel werden nur Gläubige, die ihren Glauben in Jesus gesetzt hatten, getauft – zum öffentlichen Zeugnis ihres Glaubens und der Identifizierung mit ihm (Apostelgeschichte 2,38; Römer 6,3-4). Die Wassertaufe durch das
Untertauchen ist ein Gehorsamsschritt nach dem Glauben an Jesus. Es ist ein Ausruf des Glaubens in Christus, eine Erklärung des Gehorsams an ihn und eine Identifizierung mit seinem Tod, Begräbnis und der Auferstehung.
Mit diesem Hintergrund ist die Säuglingstaufe keine biblische Praxis. Ein Säugling kann seinen oder ihren Glauben nicht in Christus setzen. Ein Säugling kann keine wissentliche Entscheidung Christus zu gehorchen, treffen. Ein Baby kann nicht verstehen, was die Wassertaufe symbolisiert. Die Säuglingstaufe ist der Ursprung des Besprengens und Schüttens als Taufmethode, da es unsicher ist ein Baby unter das Wasser zu halten. Auch die Methode, wie Säuglinge getauft werden, ist nicht in Übereinstimmung mit der Bibel. Wie stellt das Schütten oder Besprengen den Tod, das Begräbnis und die Auferstehung Jesus Christus dar?
Viele Christen, die die Säuglingstaufe praktizieren tun dies, weil sie die Säuglingstaufe als neuen Bund, gleichzusetzen mit der Beschneidung, verstehen. Genauso wie die Beschneidung einen Hebräer mit dem Bund Abrahams und Moses verbunden hat, so verbindet die Taufe eine Person mit dem Neuen Bündnis der Rettung durch Jesus Christus. Dieser Gesichtspunkt ist nicht biblisch. Das Neue Testament verbindet nirgends die Taufe und die Beschneidung. Das Neue Testament beschreibt auch nicht die Taufe als das Zeichen des Neuen Bündnisses. Es ist der Glaube an Jesus Christus, die eine Person befähigt den Segen des Neuen Bündnisses
zu genießen (1.Korinther 11,25; 2.Korinther 3,6; Hebräer 9,15). Die Taufe errettet niemanden. Es ist gleichgültig, ob man durch das Untertauchen, Beschütten oder Besprengen getauft wurde – wenn man nicht zuerst an Christus für seine Rettung geglaubt hat, ist die Taufe (egal mit welcher Methode) bedeutungslos. Die Wassertaufe durch das Untertauchen ist ein Gehorsamsschritt, der nach der Rettung als ein öffentliches Zeichen des Glaubens an Christus und der Identifizierung mit ihm getan wird. Die Säuglingstaufe passt nicht in die biblische
Definition der Taufe oder der biblischen Methode der Taufe.“www.gotquestions.org/deutsch/Saugling-Taufe.html

Eine richtige Gottesvorstellung ist nicht nur die Grundlage für die systematische Theologie, sondern auch für das praktische Glaubensleben.

“Eine richtige Gottesvorstellung ist nicht nur die Grundlage für die systematische Theologie, sondern auch für das praktische Glaubensleben. Sie ist das Fundament des Gottesdienstes. Ist es zu klein oder falsch gebaut, so muß das ganze Gebäude früher oder später zusammenstürzen. Ich glaube kaum, daß es irgendwelche Irrtümer in der Lehre oder Versagen im praktischen Christenleben gibt, die nicht letzten Endes alle auf unvollkommene und niedrige Gottesvorstellungen zurückgeführt werden können.

Meiner Meinung nach ist die Auffassung der heutigen Christen von Gott so dekadent, daß sie in keiner Weise der Würde Gottes, des Allerhöchsten, entspricht. Daß dies auch bei ernsthaften Gläubigen so ist, ist beinahe so etwas wie eine moralische Katastrophe.”

(Tozer, A.W. Das Wesen Gottes, 1996, Seite 11-12)

Unter den heutigen Gläubigen scheint man Christus oft nur als Mensch zu kennen.

“Unter den heutigen Gläubigen scheint man Christus oft nur als Mensch zu kennen. Sie versuchen, in Gemeinschaft mit ihm zu kommen, indem sie ihn seiner verzehrenden Heiligkeit und unnahbaren Majestät berauben und damit auch jener Eigenschaften, die er während seines Erdendaseins verhüllte, aber in ganzer Herrlichkeit wieder an sich nahm, als er in den Himmel auffuhr und sich zur Rechten seines Vaters setzte.

Der Christus des allgemeinen Christentums hat ein mattes Lächeln und einen Heiligenschein. Er ist zu »Einem-dort-Oben« geworden, der die Menschen gern hat -zumindest einige -, und diese sind ihm dafür zwar dankbar, aber es beeindruckt sie nicht sonderlich. Wenn sie ihn brauchen, braucht er bestimmt auch sie.” A.W. Tozer. Das Wesen Gottes S47

Psalm des Tages

Du tränkest uns auch in dem dürren Sand,
du öffnest uns in heißer Wüste Quellen,
der kleine Bach muß hoch für uns aufschwellen,
der alte Strom versiegt durch deine Hand.

Dein ist der Tag, dein ist die Nacht dazu,
du rufst das Licht, du machst die Sonne glänzen.
Du stellest fest der Erde weite Grenzen;
den Sommer schaffst, den Winter machest du.

(Psalm 74,15-17 / Bereimung: Matthias Jorissen [1798])

„Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn.“

Sein Name: Jesus Bereits im zweiten Satz des Glaubensbekenntnisses wird Jesus vorgestellt. Zuerst wird der Name genannt. Es ist der Name eines Menschen, der auf dieser Erde zu einer bestimmten Zeit an einem Ort für eine gewisse Zeitdauer gelebt hat. „Jesus“ ist ein hebräischer Name und bedeutet „Retter, Heiland, Helfer“. Als der Engel Gottes Maria die Geburt eines Kindes ankündigte, gab er ihr den Auftrag, dieses Kind „Jesus“ zu nennen. Sein Titel: Christus Dazu tritt ein Titel, der oft mit dem Namen verbunden wird. In dieser Verbindung missverstehen ihn viele oft als Familiennamen: „Christus.“ Doch dieser Titel ist die latinisierte griechische Übersetzung des hebräischen „Messias“ und bedeutet „Gesalbter“. Im Alten Testament wurde dieser Titel für Könige in Israel verwendet, weil diese zu ihrem Dienstantritt gesalbt wurden. Alle Könige in Israel im Alten Testament werden auch mit ihren Fehlern und Schwächen gezeichnet. Nicht wenige wendeten sich gegen Gott und seinen Willen und erregten damit Gottes Zorn und verursachten damit Gottes Gericht. Dabei bleibt es jedoch nicht. Durch die Propheten verheißt Gott einen künftigen Messias, der seinen Willen tun wird. Diese Verheißungen erfüllen sich in dem Gesalbten Jesus. Seine Herkunft: Gottes Ewigkeit Dann folgt die Benennung von Jesus als „Sohn Gottes“. Der etwas eigenartige Begriff „eingeborener“ verweist darauf, dass Jesus in echter und einziger Weise Gottes Sohn ist. So wie ein Eingeborener zu seinem Heimatland gehört, so gehört Jesus zu Gott. Er ist von Ewigkeit Gottes Sohn und war seit Ewigkeit bei Gott. Eine unglaubliche, einmalige und spannungsreiche Aussage. Jesus, ein Mensch, geboren um das Jahr Null in Israel und gestorben um das Jahr Dreißig. Dieser Mensch Jesus ist Gottes Sohn! Sein Amt: Herr Und wie stehen Menschen zu ihm? Dieser Jesus, der der Heiland und Gottes Sohn ist, ist „unser Herr“. Mit diesem Satz wird die persönliche Beziehung zu Jesus ausgedrückt. Wer diesen Satz spricht, steht Jesus nicht distanziert und isoliert gegenüber. Jesus ist sein „Herr“. Er oder sie glaubt an ihn als Sohn Gottes. Hartmut Schmid
https://sv-web.de/fileadmin/Gemeinden/Verband/Zeitschriften/Augenblick_mal/AU_0418.pdf

Bedford-Strohm verbreitet Irrlehre – Kirche als Change Agent, das kannten auch die Befreiungstheologen

Heinrich Bedford-Strohm (HBS) erzählt natürlich gern und viel, wie es eben das Amt eines Ratsvorsitzenden der EKD ist. In einem Vortrag am 28.09.2019 in Kassel tat er dies zum Thema „Kirche als Change Agent und Hoffnungsträger?“ Dieser Vortrag ist uns aufgefallen, weil er Dinge vermischt, die nicht zusammengehören und so zu Irrlehre führt, die Herrn HBS – er wurde in einer verfassungsrechtlich lutherischen Kirche ordiniert – nicht hätten unterlaufen dürfen. Aber fangen wir in Ruhe an.
Los geht das Ganze mit Bemerkungen zur gegenwärtigen gesellschaftlichen Lage, die also solche nicht falsch sind. HBS bezieht sich auf zugängliche Informationen aus Gesellschaft & Wissenschaft, wenn er einsteigt mit Worten über die Herausforderungen des Klimawandels. Das ist nicht grundsätzlich falsch. Die äußere Gestalt der Kirche lebt innerhalb sich ändernder gesellschaftlicher Gegebenheiten und sollte somit dieses Gebiet nicht ignorieren, besonders bei möglicherweise großen Veränderungen, die die Gesellschaft betrifft. Je nach Art dieser Veränderung muss sie sich diesen nämlich in den Weg stellen oder nicht. Die Debatte über wirtschaftlich-soziale Reaktionen auf den Klimawandel dürfte jedenfalls nicht grundsätzlich an der Möglichkeit der Kirche, das Evangelium frei zu verkünden, rühren, weshalb anders zu reagieren ist, als z.B. auf die Einführung einer Diktatur.
Wichtig ist: auch wenn die gesellschaftlichen Entwicklungen Änderungen im Verhalten der Kirche nach sich ziehen können – eines dürfen sie nie nach sich ziehen: dass die Kirche sich praktisch und inhaltlich versucht, anders zu definieren, als die von Gott eingesetzte Verwalterin der Heilsmittel: als Verkünderin seines Wortes in Gesetz und Evangelium und Verwalterin seiner Sakramente in Taufe & Mahl. Das wäre jedenfalls eine Forderung, die den Bekenntnisschriften und damit auch der Heiligen Schrift komplett widerspräche, die aber zB auch Luthers Einsicht in das Verhältnis von Glaube und Werke (die Werke fließen notwendig aus dem Glauben, aber ohne ihn sind sie nichts) entgegenstände.
Hier der Link zu dem ganzen Artikel
https://lutherischeslaermen.de/2019/12/13/bedford-strohm-verbreitet-irrlehre-kirche-als-change-agent-das-kannten-auch-die-befreiungstheologen/#comment-6018

„Viel Glück und Segen!“

Das wünschen wir uns zur Hochzeit und zu Geburtstagen. Reflexartig, wenig überlegt, wie automatisch. Derzeit steht in Bonn ein Segensroboter auf der Strasse. Er spricht sieben Sprachen, wahlweise mit weiblicher oder männlicher Stimme. Die Art der Segenssprache lässt sich am Bildschirm wählen. Der ist auf der Roboterbrust montiert. Auf den Touchscreen gedrückt, rotieren die Blecharme von BlessU-2 – so heisst der Roboter – in die Höhe. Während die Handflächen blinken, spricht die Maschine ein Segenswort. Anschliessend lässt sich der Vers wie eine Quittung ausdrucken. Ist das nun witzig, sinnlos oder ernst zu nehmen?
So, wie sich „Freundschaft“ letztlich nicht definieren lässt, ist es auch mit dem „Segen“. Wir begnügen uns zu oft mit der Oberfläche, reden rasch von einer „gesegneten Begegnung“ und „gesegneten Tagen“. Was aber machte die Begegnung, diese Tage im Unterschied zu anderen „gesegnet“? Zum Beispiel dies: Versöhnliche Worte nach dem Streit, eine Ermutigung nach Tagen der Angst, das Ablegen einer sündhaften Gewohnheit, der Ruf in eine neue Aufgabe. In vielen Fällen zeigt sich Segen in sehr konkretem Verhalten. Dies allerdings ist anstrengender als Segenssprüche, die an der Oberfläche bleiben.
Woher kommt das Wort „segnen“? Vom Lateinischen „cruce signare“, mit dem Kreuz zeichnen. Gesegnete sind Gezeichnete. Ausgezeichnet mit der Kraft Gottes, die den Tod in Leben wandelt. Ja, Segen wandelt Böses in Gutes. Segnen ist mitunter ein Ausdruck von Gottes Macht. Auf alle Zeiten sichtbar ist sie am Kreuz. Diesen Galgen, dieses Fluchinstrument macht Gott zum Heilszeichen. Er erweckt Jesus Christus zu neuem Leben.
Wir lernen dieses Prinzip in der Bibel kennen. Die Söhne Jakobs verkaufen ihren Bruder Josef als Sklaven nach Ägypten. Menschenhandel aus purer Eifersucht. Josef macht aber Karriere. Er steigt auf zum Berater des Pharao. Am Ende kriegen es Josefs Brüder mit der Angst vor seiner Rache zu tun. Doch er sagt ihnen: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen“ (1. Mose 50,20). Josef segnet sie. Damit werden Beziehungen wieder möglich, das Leben geht gut weiter. Im Segen liegt die „gantze Theology auff einen Hauffen“. So sagte es Martin Luther. Der Segen steht in Verbindung mit dem Heil, das Christus schenkt. Und das Alltägliche wird für den zum Segen, der dies dankbar erkennt. Sei ein Segensträger!
Chefredaktor: Rolf Höneisen ideaschweiz.ch (FB)

Sitzet nicht im Rat der Gottlosen

Psalm 1 wird von vielen Auslegern als Einführung in die fünf Bücher der Psalmen verstanden (1–41; 42–72; 73–89; 90–106; 107–150). Tatsächlich gibt es zu Apg 13,33 im Grundtext eine Lesart, in der das Zitat aus Ps 2,7 mit dem Hinweis kommentiert wird, es handele sich um einen Vers aus dem Psalm 1. Unser Psalm 1 wurde demnach von einigen Gemeinden gar nicht gezählt, sondern der Sammlung vorangestellt. Auch der Reformator Johannes Calvin geht in seiner Psalmenauslegung davon aus, dass dieser dem Buch der Psalmen vorausgeschickt ist, also so eine Art „Eingangsportal“ bildet. Es handelt sich um einen Weisheitspsalm, der zwei verschiedene Wege oder Lebensweisen beschreibt, nämlich den Weg der Frommen und den Weg der Gottlosen. Er enthält drei Teile: Der erste Abschnitt (V. 1–3) beginnt mit einer Seligpreisung, die dem Manne gilt, der nachfolgend genauer beschrieben wird. Zunächst wird geschildert, was der glückselige Mann nicht tut. Dann wird gezeigt, woran er sein Gefallen hat. Im zweiten Abschnitt (V. 4–5) wird der Gottlose, besonders sein Ausgang, beschrieben. Der dritte Abschnitt besteht aus dem Vers 6 und liefert eine Art Quintessenz: Während der Gottlose an seinem Tun zugrunde gehen wird, kümmert sich der HERR selbst um den Weg der Frommen. Schauen wir uns die Abschnitte genauer an: Der erste Abschnitt umschreibt den frommen Mann in einer Gegenüberstellung. Es gibt Dinge, die der Gerechte nicht tut. Der Fromme wende sich ab vom Weg der Gottlosen. Der Psalm spricht von einer dreifachen Abkehr:  a) er wandelt nicht im Rat der Gottlosen; b) er tritt nicht auf dem Weg der Sünder; c) er sitzt nicht dort, wo sich die Spötter aufhalten.
Wir merken schnell: Es geht hier also um ein „Entweder-oder“, nicht um ein „Sowohl-als-auch“. Der Fromme kann nicht alles haben. Zu einem „Ja“ gehört das „Nein“. Dieses „Nein“ wird ebenfalls in Spr.4,26–27 eindringlich beschrieben: „Mache die Bahn für deinen Fuß gerade, und alle deine Wege seien bestimmt; weiche weder zur Rechten ab noch zur Linken, halte deinen Fuß vom Bösen fern!“ Dass der Fromme den Frevlern nicht folgen kann, erklärt sich aus dem Wesen der Gottlosigkeit. Gottlosigkeit ist die Grundorientierung jener Menschen, die sich von Gott abgewandt haben. Die Gottlosen leugnen Gott, sie tun so, also ob Gott nicht da sei oder eben nicht Gott sei. Sie setzen sich selbst ins Zentrum und machen ihre eigene Sicht der Dinge zur Grundlage für ihre Urteile über Gut und Böse. Der katholische Philosoph Robert Spaemann hat diese Grundorientierung wie folgt beschrieben: „Der Gottlose rückt sich selbst als Individuum oder als Kollektiv in den Mittelpunkt, von wo aus er urteilt, was gut und schlecht, was schön und hässlich, was zu tun und zu lassen ist. Der Psalm spricht vom ‚Rat der Gottlosen‘, in dem der Unselige aus- und eingeht. Die Menschen mit der gottlosen Perspektive bilden einen ‚Rat‘, das heißt eine Verständigungsgemeinschaft“ (Robert Spaemann. Meditationen eines Christen: Über die Psalmen 1–51. Stuttgart: Klett-Cotta, 2014. S. 14). Aus der Gottlosigkeit folgen sündige Taten. Wer Gott verleugnet, geht seinen eigenen Weg und steht sogar unter dem Zwang zur Sünde. In der Schöpfungsgeschichte (1Mose 1–3) wird uns überliefert, dass die ersten Menschen von Gott abgefallen sind und sich damit etwas sehr Grundsätzliches geändert hat. Sie haben ihre Ursprungsgerechtigkeit verloren und daher ein verdorbenes Herz. Der Prophet Jeremia beschreibt das menschliche Herz in Jer 17,9 mit drakonischen Worten: „Das Herz ist trügerisch, mehr als alles andere, und es ist unheilbar.“ Die Menschen mit der gottlosen Perspektive rufen uns zu: „Folge deinem Herzen!“, „Sei dir selbst treu!“. Das ist es, was die Kultur einfordert. Wir wissen aus der Bibel und aus der Erfahrung, was das heißt. Wenn wir unserem verdorbenen Herzen gehorchen, folgen daraus unreine Taten. Es ist heute nicht einfach, sich dem Rat der Gottlosen zu entziehen. Der christliche Philosoph Herman Dooyeweerd spricht davon, dass unsere Lebenskultur von einem abgöttischen Geist erfüllt ist. Zitat: „Das Wesen eines abgöttischen Geistes besteht darin, dass er das Herz des Menschen dem wahren Gott entfremdet und an die Stelle Gottes das Geschaffene stellt. Durch die Vergötterung des Geschaffenen verabsolutiert die Abgötterei das Relative und erachtet das Abhängige als unabhängig“ (H. Dooyeweerd, Roots of Western Culture, 2003, S. 12–13). Der Geist, der diesen Rat bestimmt, dröhnt von allen Kanälen auf uns ein. Die Frommen ordnen sich diesem Geist jedoch nicht unter. Sie freuen sich nicht an der Gottlosigkeit und am Spott, sondern folgen einem anderen Weg. Das Erste, was der Psalmdichter über den Frommen sagt, ist, woran er sich freut: Er hat seine Freude oder Lust am Gesetz des Herrn. Eine wunderbare Formulierung, macht sie doch deutlich, dass es hier um ein durchaus auch emotional besetztes Eintauchen in das göttliche Wort geht. Der Gerechte ist nicht Zuschauer, sondern Zuhörer (vgl. R. Spaemann). Obwohl er Gott nicht sieht, hört er ihn. Er hört ihm im Gesetz des Herrn. Mit dem Gesetz ist hier nicht nur das mosaische Gesetz gemeint, sondern das alttestamentliche Wort Gottes als Anleitung zum glücklichen Leben. Stellen wir uns vor, wir hätten uns in der kanadischen Wildnis verirrt und fänden in einer abgelegenen Jagdhütte eine alte Landkarte, die uns zeigte, wie wir den Anschluss an das Leben fänden. Wir hätten unsere Lust an dieser Karte. Wir würden sie Tag und Nacht studieren und wir würden dem eingezeichneten Weg tatsächlich folgen. Die Karte wäre uns das Liebste, was wir bei uns trügen. Der Fromme wird uns als ein Mensch vorgestellt, der seinen Gefallen an der Weisung Jahwes hat und der bei Tag und bei Nacht über diese Weisung murmelnd nachsinnt. Der Fromme liebt Gottes Weisung. Er misstraut seinem eigenen Herzen. Er weiß darum, dass sein Herz die Wahrheit nicht in sich trägt, sondern die Wahrheit diesem Herzen zugesprochen werden muss. Und weil er auf Gott hört, läuft er nicht in das Verderben. Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen. Seine Blätter verwelken nicht. Was er tut, gerät wohl. Er wird Frucht bringen. Zu seiner Zeit. Gelingt dem Frommen wirklich alles? Wird alles zu Gold, was der Fromme anfasst? Nein, natürlich nicht. Das: „Alles was er tut, gelingt“ bezieht sich auf das Ziel, Gott gefällig zu leben. Die Gottlosen erwartet dagegen ein schlimmes Ende. Sie werden wie Spreu vom Winde verweht. Sie können vor dem Gericht Gottes nicht bestehen. Als von Gott Begnadigte haben wir keinen Gefallen am Weg der Gottlosen, der in das Verderben führt. Wir haben unsere Freude am Gesetz des Herrn. Das Wort Gottes ist unsere Landkarte. Wir haben Lust an der Unterweisung des HERRN und betrachten sie Tag und Nacht. Um nichts in der Welt wollen wir sie eintauschen gegen den Rat der Gottlosen und den Sarkasmus der Spötter. Wir haben unseren Weg gefunden und wir gehen diesen Weg mit Freude. Augustinus hat einmal davon gesprochen, dass sich der Sohn Gottes selbst für uns zum Weg in das Vaterland gemacht hat. Jesus ist der Weg zum Vater (vgl. Joh 14,6); er ist unser Evangelium. Er ist derjenige, der Gott in allem Gehorsam war, der, dem alles wohl geraten ist (vgl. Ps 1,3). Dieser Jesus „erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz“ (Phil 2,8). Er, der uns liebt, hat uns von unseren Sünden durch sein Blut erlöst (vgl. Offb 1,5). Wir folgen ihm, unserem Weg „Jesus“, und lassen uns durch nichts mehr davon abbringen.
Ron Kubsch https://www.bucer.de/fileadmin/_migrated/tx_org/gudh_017b_01.pdf

Wie hätten Sie’s denn gern?

So fragen der Frisör, der Metzger und viele andere. unser Geschmack, unsere Meinung und unsere Wünsche sind gefragt. So sind wir es gewohnt, so wollen wir es – auch bei weltanschaulichen und religiösen Themen.
Wer mit Jesus unterwegs ist, der entdeckt: Jesus fragt nach uns, richtet sich aber nicht immer nach uns und unserer Meinung. Ihn interessiert weder das Politbarometer noch was die Mehrheit sagt. Er redet nicht nur kuschelig, gesellschafts-konform oder religiös angepasst. Es war eine „harte Rede“, übersetzt Luther in Johannes 6,60. Jesus spricht „politically incorrect“. Er bürstet gegen den Strich. Was er zu sagen hat, will keiner hören. Seine Predigt ist oft nicht abgerundet und schön, sondern provoziert, sie ist sperrig und direkt. Er schließt nicht nur ein, sondern auch aus: „Nicht alle, die Herr, Herr zu mir sagen, werden ins Himmelreich kommen, sondern die, die Gottes Willen tun!“ (Matthäus 7,21) Was passt aus unserer Sicht zu Jesus? Jesus liebt alle Menschen, er schließt keinen aus, er vergibt, er ist freundlich, er steht auf der Seite der Armen und Unterdrückten und natürlich ganz auf unserer Seite. Aber war Jesus nur so, wie wir ihn gern hätten und wie wir meinen, dass er sei? Jesus spricht eine deutliche Sprache. Er redet von Gottes großer Liebe, von seiner Barmherzigkeit, seiner Geduld und Freundlichkeit. Aber er verschweigt nicht Gottes Gerechtigkeit, Gottes Gericht und nennt Sünde beim Namen. Lassen wir es zu, dass Jesus uns widerspricht? Wie bereit sind wir, uns seinen auch unbequemen Reden zu stellen? Wer mit Jesus lebt, der kann nicht einfach jeder gesellschaftlichen Sicht zustimmen, klein beigeben oder applaudieren. Jesus hat in seinen Reden klar gemacht, dass sich an ihm die Geister scheiden. Wie hätten Sie’s denn gern? – Wir stehen in der Gefahr, das auszublenden, was uns nicht gefällt. Versuchen Sie einmal, im Internet eine Predigt zu 1. Petrus 4,1–5 zu finden. Da geht es um den Lebensstil von Christen, die verspottet wurden, weil sie bei einem ausschweifenden Lebensstil nicht mehr mitmachten. Das scheint kein Thema bei uns zu sein. Das macht nachdenklich: Warum hat dieser Text bei uns keinen Platz? Könnte es sein, dass Petrus Dinge anspricht, die für uns unbequem und sperrig sind? Wir reden von ganzheitlichem Leben, einer transformierten Gesellschaft, von multikultureller Einheit, von Frieden und gutem Miteinander. Das alles ist erstrebenswert und sollte das sein, womit wir uns beschäftigen und worauf wir abzielen. Aber ist uns noch bewusst, dass Christen sich in einer Auseinandersetzung befinden, in der sie ins Schussfeld geraten können? Darum gilt es, nicht nur zu fragen „Wie hätten Sie’s denn gern?“, sondern ein Gespür dafür zu haben, wie er es denn gern hätte. Detlef Krause
https:///www.liebenzell.org/files/pdf/mw/6_3_1_Mission-weltweit_2016_07_08_web.pdf