02.02.2020

Der 2. Februar 2020 ist ein besonderes Datum, ein so genannter palindromischer Tag! Palin … was? Nichts Schlimmes, aber extrem selten.
Am zweiten Februar 2020 ist das aktuelle Kalenderdatum – weltweit – von vorne und von hinten identisch lesbar. Probiert es aus:
02.02.2020
Das gab’s seit mehr als 900 Jahren nicht. Denn die Schreibung von Daten variiert in vielen Ländern der Welt. Während man hierzulande Tag/Monat/Jahr schreibt, schreibt man beispielsweise in den USA meist Monat/Tag/Jahr. In Asien und Kanada ist noch eine andere Form die gängige: Jahr/Monat/Tag.
Aber egal, ob nun 02.02.2020 oder 2020.02.02 – am Sonntag ist sich die Welt ausnahmsweise mal einig. In dieser Form gab’s das zuletzt am 11.11.1111 – vor fast 909 Jahren.
Wie entstand die christliche Zeitrechnung?
Ende des 5. Jahrhunderts n. Chr. lebte in Rom ein Mönch mit dem Namen Dionysius Exiguus. Er sprach mehrere Sprachen und arbeitete als Übersetzer und Lehrer. Zu dieser Zeit war noch der Julianische Kalender in Gebrauch, der von Julius Caesar eingeführt worden war. Dionysius bestimmte, dass die Menschwerdung Christi fortan als Grundlage für die Jahreszählung dienen sollte. Den Jahresbeginn legte man später einheitlich auf den 1. Januar fest und die christliche Zeitrechnung ist noch heute gültig.
Das Problem mit der Null
Aber es gab natürlich auch eine Zeit vor Christi Geburt und diese Zeit wollte man natürlich auch zählen. Hier ergab sich aber ein Problem. Denn Dionysius nannte das erste Jahr der christlichen Epoche das Jahr 1. Eigentlich hätte es das Jahr 0 heißen müssen, aber die Null war hier damals noch nicht bekannt. Man benutzte in Mitteleuropa noch bis ins 12. Jahrhundert hinein die römischen Zahlen und hier gab es nun mal keine Null.
Die Null wurde von den Indern und denMaya entdeckt und erst später durch die Araber in Mitteleuropa eingeführt. Also folgt bei der christlichen Zeitrechnung das Jahr 1 nach Christus gleich auf das Jahr 1 vor Christus. Es fehlt also ein Jahr. Aber trotzdem galt diese Art der Zeitrechnung als Vorgabe.
Die Astronomen wollten keine Zeitrechnung ohne die Null
Die Astronomen waren aber gar nicht einverstanden damit, dass die Null ganz aus der Zeitrechnung herausfallen sollte. In der astronomische Jahreszählung wurde also ein Jahr zwischen 1 v. Chr. und 1 n. Chr. eingeschoben. Hierdurch rückten alle Jahre vor Beginn der Zeitrechnung um zwölf Monate in die Vergangenheit. Die astronomische Jahreszählung verwendet auch nicht die Zusätze ’n. Chr.‘ und ‚v. Chr.‘. Sie setzt stattdessen ein Vorzeichen vor die jeweilige Jahreszahl. Das astronomische Jahr +1 entspricht dann dem Jahr 1 n. Chr., das Jahr 0 entspricht 1 v. Chr. und -1 ist das Jahr 2 v. Chr.
In Europa hat man die Zahl Null erst ab dem 13. Jahrhundert gelegentlich eingesetzt.
Mitten hinein in all den Berechnungen hören wir aus dem Evangelium nach Markus, wie Jesus in der „Endzeitrede“ seine Jünger und uns wissen lässt:
„Himmel und Erde werden vergehen… Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater… Ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.“ Mk. 13, 28-37


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