Hat die Wissenschaft Wunder widerlegt?

Sind Wunder möglich?

1) WUNDER:
In Kapitel 4 des Lukasevangeliums beginnt das öffentliche Wirken Jesu. Von Beginn an ist es begleitet von Wundern. Jesus treibt einen bösen Geist aus und er heilt das Fieber der Schwiegermutter des Petrus. Er weist die Fischer an, am Tag auf den See hinauszufahren und die Netze auszuwerfen, nachdem sie in der Nacht nichts gefangen hatten – und die Netze sind zum Bersten voll. Und dann ist da der Hautkranke, der aus der Gesellschaft ausgeschlossen war. Er fällt vor Jesus nieder und bittet um Heilung. Jeder andere Mensch würde schnell zurückweichen, doch Jesus berührt ihn und der Mann wird gesund.
Geister – Krankheiten – Fische und später auch der Wind: Die Natur verhält sich anders als wir es erwarten würden, wenn Jesus spricht. Ist das möglich?
Bei mir ist bisher noch nie etwas passiert, wenn ich meinem Fieber befohlen habe. Ja nicht einmal mein Hausarzt kriegt das ohne Medikamente hin. Interessant ist: Die berichteten Wunder Jesu lösen bei den antiken Zeitgenossen ganz offenbar ebenso viel Erstaunen aus wie bei uns heute. Ein Kranker wird nicht plötzlich gesund, das war damals so klar wie heute.
Dennoch muss ich zugeben, dass ich miterleben durfte, wie ein medizinisch zweifelsfrei diagnostizierter Hirntumor beim Vater eines Schulfreundes von mir am Tag vor der angesetzten Operation plötzlich verschwunden war. Der Fall schaffte es damals sogar in die Lokalpresse, zumal der Geheilte ein stadtbekannter Pfarrer war.
2) DIE ZENTRALE FRAGE:
Ob Wunder möglich sind, hängt vor allem von einer Frage ab:
Ist das Universum ein in sich abgeschlossenes System oder ist es offen für Eingriffe, die die wissenschaftlich erfassbaren Ursache-Wirkungszusammenhänge übersteigen?
Diese Frage lässt sich schwer beantworten, doch es gibt gute Argumente aus der Quantenphysik, die gegen die kausale Abgeschlossenheit unseres Universums sprechen, wie z.B. der spontane Zerfall eines einzelnen Atomkerns oder die spontane Bildung virtueller Teilchen.
Einleuchtend ist Folgendes:
Wenn das Universum nicht aus sich selbst heraus entstanden ist, sondern von einem Schöpfer erschaffen wurde, dann sind Wunder prinzipiell möglich und das Universum ist in seiner Existenz davon abhängig, dass Gott in ihm wirkt.
Ja, einer der Auslöser für die Entstehung der modernen Wissenschaft war gerade dieser jüdisch-christliche Glaube, dass ein vernünftiger Gott das Universum nach vernünftigen Gesetzen geschaffen hat, die wir Menschen begreifen können, z.B. durch mathematische Formeln. Die bekannten Pioniere der modernen Physik wie Kepler, Newton, Faraday, übrigens auch Galilei (trotz seiner Konflikte mit der päpstlichen Obrigkeit): alle waren überzeugte Christen.
Für sie stand fest, dass Gott die Regelmäßigkeiten, die er in staunenswerter Genialität eingerichtet hat, um das Universum aufrechtzuerhalten, auch jederzeit durchbrechen kann.
3) EIN „GLEICHNIS“ / EINE VERANSCHAULICHUNG:
Man stelle sich ein 2-dimensionales Strichmännchen vor, das in seiner Welt in einem Quadrat gefangen ist. In der dritten Dimension ist es kein Problem, das Männchen aus dem Quadrat zu befreien.
Wenn sich das Männchen nun plötzlich außerhalb seines Käfigs wiederfindet, kann es natürlich immer sagen: ich konnte bisher alle Erfahrungen in meinen 2 Dimensionen erklären, eine 3. Dimension kann es nicht geben.
Das Männchen würde durch eine solche Festlegung allerdings nicht die Existenz einer dritten Dimension widerlegen. Es würde lediglich die eigene Methodik einschränken, die eben ohne die dritte Dimension auskommen muss. Und das kann methodisch sogar sinnvoll sein. Das Männchen muss sich nur bewusst sein, dass es dann mit seiner Methode über die Existenz der dritten Dimension nichts aussagen kann.
Und ebenso ist es mit der Naturwissenschaft:
Sie ist beschränkt auf regelhaft geschehende (reproduzierbare), materielle Ursache-Wirkungszusammenhänge, in denen spontane Eingriffe, z.B. durch Geistwesen, nicht erfassbar sind.
Das merken wir übrigens schon daran, dass die Entscheidung einer geistig gesunden Person trotz aller Fortschritte der Hirnforschung und trotz aller psychologisch beobachtbaren Tendenzen nicht vorausberechnet werden kann.
Sobald ein bewusst Handelnder, ein Wille im Spiel ist, versagen die Differentialgleichungen, die die Bahnen der Planeten und Sterne mit unglaublicher Präzision vorhersagen lassen.
4) DAS FAZIT:
Wissenschaft kann also Wunder aus ihren Erklärungen ausklammern, aber nicht ihre prinzipielle Möglichkeit ausschließen.
Wunder sind möglich, wenn es Gott gibt.
Das größte Wunder, von dem in den Evangelien berichtet wird, ist die Auferstehung Jesu.
Wenn wir uns also nicht von vornherein die zu untersuchende Frage ad hoc beantworten und es quasi dogmatisch ausschließen wollen, dass ein Toter nicht wieder lebendig werden kann, dann müssen wir die historische Indizienlage und die Glaubwürdigkeit der Zeugen möglichst vorurteilsfrei analysieren.
Wenn dann aber die Auferstehung Jesu historisch plausibel ist, dann natürlich umso mehr die vergleichsweise kleineren Wunder im Vorfeld.

Beim Lesen eines Bibeltextes lohnt es sich, im Blick zu behalten, welche unserer weltanschaulichen Vorentscheidungen das Evangelium in Frage stellt.
Es ist auch interessant, darüber nachzudenken, warum Jesus gerade nicht will, dass seine Wunder an die große Glocke gehängt werden…
https://www.begruendet-glauben.org/weltanschauungen/hat-die-wissenschaft-wunder-widerlegt/

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