Franz Jägerstätter

Am 27. Januar 1945 wurde das KZ Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit. Vor 75 Jahren. Gedenkfeiern riefen das Unsägliche in Erinnerung.
Die Vollstrecker des Bösen kamen nicht von einem unbekannten Planeten. Am 20. Januar 1942 trafen sich am Berliner Wannsee gebildete, intelligente Menschen. Auf der Traktandenliste stand die Diskussion über verschiedene Tötungsmöglichkeiten. Sie erstellten den technischen und logistischen Plan für die Umsetzung der „Endlösung“ der Judenfrage. Unter den Teilnehmern habe „freudige Zustimmung“ geherrscht. So beschrieb der damalige Protokollführer Adolf Eichmann die Stimmung.
Verführbarkeit und Bösartigkeit des Menschen beunruhigen. Immun gegen Macht und Korruption? Niemand kann mit Bestimmtheit sagen, er hätte sich nicht an die Tischrunde in der Villa am Wannsee gesetzt. Jeder Mensch ist verführbar. In Auschwitz wurden unsere Werte in ihr Gegenteil verkehrt. Das Ergebnis: eine von Menschen gemachte Hölle. Die Tötungsfabriken liefen unter Anleitung der Regierung.
Das totale Versagen der Menschlichkeit bezeichneten die Nazis als Massnahme zur Rettung der Welt. Das Böse wurde dargestellt als das Richtige, das Gute. Dem ruft der Prophet Jesaja ein lautes Wehe!“ entgegen: „Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süss und aus süss sauer machen!“ (Jesaja 5,20).
Drei Tage nach dem Holocaust-Gedenken startete im Kino der Film „Ein verborgenes Leben“. Erzählt wird die wahre Geschichte des österreichischen Bauern Franz Jägerstätter. Er verweigert den Eid auf Hitler und will nicht für die Wehrmacht kämpfen. Trotz Folter und drohender Hinrichtung folgt er seinem Gewissen. Kraft schöpft er aus dem festen Glauben an Gott. Das Happyend bleibt aus. Jägerstätter wird hingerichtet.
Der gläubige Bauer wird von August Diehl gespielt. Für diese Rolle musste sich der Schauspieler intensiv mit dem Glauben auseinandersetzen. „Ich bin in Kirchen gegangen und habe mich gezwungen zu beten. Zuvor hatte ich das noch nie getan“, erzählt er. Jeden Abend und jeden Morgen habe er in der Bibel gelesen. Inzwischen müsse er sagen, diese Lektüre verströme „eine wahnsinnige Kraft – selbst dann, wenn man sie für sinnlos hält“.
In verwirrenden Zeiten ist der Rückgriff auf Weisheit und Werte von oben nötig. Das Wort, das uns hilft, kommt nicht aus uns selbst. Rolf Höneisen FB

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