Es ist aussergewöhnlich, dass überhaupt etwas existiert.

Es ist aussergewöhnlich, dass überhaupt etwas existiert. Sicherlich wäre der natürlichste Zustand der Dinge einfach nichts: Kein Universum, kein Gott, nichts. Aber es gibt etwas. Und so viele Dinge. … Jeder Gegenstand, wie weit auch immer in Zeit und Raum von uns entfernt, hat dieselben Kräfte und dieselben Dispositionen, diese Kräfte auszuüben, wie die Elektronen und Protonen, aus denen unsere Körper bestehen. Wenn es dafür keine Ursache gäbe, müsste es ein höchst aussergewöhnlicher Zufall sein. Zu aussergewöhnlich, als dass eine vernünftige Person daran glauben könnte. Aus: Richard Swinburne. Gibt es einen Gott? Ontos-Verlag: Heusenstamm 2006.

Die gefährliche Verweigerung des Geschlechts

In einem Beitrag im Wall Street Journal erklären die Biologen Colin Wright und Emma Hilton, dass es wissenschaftlich gesehen nur zwei Geschlechter gibt, nämlich männlich und weiblich. Es gäbe dem aktuellen Forschungsstand nach kein „Geschlechtsspektrum“. Sie betonen zudem, dass „Biologen und Mediziner“ aufhören müssen, politisch korrekt zu sein und „für die empirische Realität des biologischen Geschlechts einzutreten“ haben.
In dem Phänomen, dass einige Männer sagen, sie identifizieren sich als Frauen und einige Frauen sagen, sie identifizieren sich als Männer oder irgendeiner Kombination, „sehen wir einen gefährlichen und wissenschaftsfeindlichen Trend zur völligen Verleugnung des biologischen Geschlechts“, so die Biologen Wright und Hilton.
Die Vorstellung, dass es ein „Geschlechtsspektrum“ gibt, bei dem Menschen unabhängig von ihrer Anatomie sich „als männlich oder weiblich identifizieren“ können, sei irrational und habe „keine Grundlage in der Wirklichkeit“.
Colin Wright und Emma Hilton schreiben:
Beim Menschen, wie bei den meisten Tieren oder Pflanzen, entspricht das biologische Geschlecht eines Organismus einer von zwei verschiedenen Arten der reproduktiven Anatomie, die sich für die Produktion kleiner oder großer Geschlechtszellen – Sperma und Eier – und die damit verbundenen biologischen Funktionen bei der sexuellen Reproduktion entwickeln. Beim Menschen ist die reproduktive Anatomie bei der Geburt in mehr als 99,98% der Fälle eindeutig männlich oder weiblich. Die evolutionäre Funktion dieser beiden Anatomien besteht darin, die Fortpflanzung durch die Verschmelzung von Spermien und Eizellen zu unterstützen. Beim Menschen gibt es keinen dritten Typ von Geschlechtszellen, und daher gibt es kein „Geschlechtsspektrum“ oder zusätzliche Geschlechter über das männliche und weibliche hinaus. Das Geschlecht ist binär.
https://theoblog.de/die-gefaehrliche-verweigerung-des-geschlechts/34828/

Ranald Macaulay: Die Krise des Evangelikalismus

Ranald Macaulay hat mit EVANGELICALS NOW über die Krise des Evangelikalismus gesprochen. Hier ein Auszug:
Die Kirche befindet sich an einem kritischen Punkt der Geschichte. Die gesamte Kultur rast auf einer gefährlichen Schiene: Sie glaubt nicht an die Existenz Gottes; Jesus ist völlig irrelevant, nur eine Geschichte aus dem ersten Jahrhundert in Palästina. Ich nenne das manchmal das „Plausibilitätsproblem“ – die Botschaft des Christentums scheint unserer Kultur einfach nicht einleuchtend zu sein. Gleichzeitig haben wir eine Technologie, die sich mit einer Million Meilen pro Minute weiterentwickelt. Das beschleunigt die Wirkung des „Plausibilitätsproblems“ ganz erheblich.
Was den Ernst der Situation, der wir uns gegenübersehen, ausmacht, ist die „doppelte Verwirrung“ dieser beiden Dinge: die wahrgenommene Unwahrscheinlichkeit des Christentums und die Auswirkungen der Technologie.
Ein Beispiel für die beschleunigende Wirkung der Technologie ist David Attenboroughs Enthüllung auf dem Planeten Erde II, dass Kunststoffe unsere Ozeane zerstören. Dies ist eine von unzähligen Arten, wie die Technologie die Welt verändert hat. Und es ist mit einer solchen Geschwindigkeit geschehen. Hinzu kommen die Auswirkungen von Fernsehen, Internet, Telefonen, sozialen Medien und so weiter.
Ich denke, das ist der Kern des Problems. Wir haben es hier mit der wahrscheinlich gravierendsten Veränderung in der Geschichte der Menschheit zu tun, die es je gegeben hat. Die Veränderungen, die sich intellektuell und praktisch vollzogen haben, sind seismisch. Die westliche Zivilisation sieht die Realität jetzt ganz anders, nicht mehr als eine „Schöpfung“, sondern als eine mechanische Sache. Die Technologie verschärft dies noch weiter, und zwar mit 100-facher Potenz. Das ist es, was die Postmoderne so mächtig macht. Trotz der Tatsache, dass es ihr jede intellektuelle Kohärenz fehlt, ist die Stimmung der Postmoderne – ihre Atmosphäre, ihre Sorgen und die Geschwindigkeit des Wandels – sehr, sehr mächtig. Und die Richtung, in die sie geht, ist für den ganzen Planeten giftig. Sogar säkulare Schriftsteller sind besorgt. Nehmen Sie Douglas Murray, den Autor von The Strange Death of Europe, oder Leute wie Roger Scruton oder Melanie Phillips (die gerade eine Rede in Israel gehalten hat). Sie sind zutiefst beunruhigt darüber, wohin wir uns bewegen. Es ist sehr ernst.
Und, das ist der Punkt: Die Kirche scheint mir nicht sehr viel damit zu tun zu haben. Sie macht weiter, als ob sich nichts geändert hätte. Die meisten Evangelikalen scheinen den Kopf in den Sand zu stecken. Natürlich gibt es bemerkenswerte Ausnahmen, aber diese finden sich meist in überkirchlichen Organisationen. Im Großen und Ganzen scheinen sich die Kirchen selbst nicht über den Ernst der Lage im Klaren zu sein. Deshalb bin ich so beunruhigt.
Mehr: www.e-n.org.uk
https://theoblog.de/ranald-macaulay-die-krise-des-evangelikalismus/34823/

Gott als Lückenfüller?

Beachten Sie, dass ich von keinem ‚Gott als Lückenfüller’ ausgehe, einem Gott, der nur die Dinge erklären soll, welche die Naturwissenschaft noch nicht erklärt hat. Ich nehme einen Gott an, um zu erklären, was die Naturwissenschaft erklärt; ich streite nicht ab, dass die Naturwissenschaft etwas erklärt, aber ich nehme die Existenz Gottes an, um zu erklären, warum die Naturwissenschaft etwas erklären kann. Aus: Richard Swinburne. Gibt es einen Gott? Ontos-Verlag: Heusenstamm 2006.

Es gibt heute eine Überbetonung der Erfahrung im Bereich des christlichen Glaubens.

Es gibt heute eine Überbetonung der Erfahrung im Bereich des christlichen Glaubens. Diese Überbetonung muß unvermeidlich zu Frustrationen und Enttäuschungen führen. Der Glaube ist nämlich gerade die Antwort auf ein konstitutionelles Erfahrungsdefizit im status viatoris. Er behebt aber dieses Defizit nicht.
[Robert Spämann. Das unsterbliche Gerücht, Die Frage nach Gott und die Täuschung der Moderne]

Geduld – Können wir noch warten?

Man kann es immer wieder lesen oder hören: Dem modernen Menschen fehlt es an Geduld. Man hat sich daran gewöhnt, dass (fast) alles immer sofort verfügbar ist. Deswegen bestellt man im Internet und die Ware trifft schon am nächsten Tag ein. Man schreibt etwas, drückt auf „Senden“ (oder ähnlich) und schon können es alle Empfänger weltweit sehen und lesen. Die Aktion-Reaktion-Zyklen werden immer kürzer.
Dietrich Bonhoeffer schreibt über die Geduld (Illegale Theologenausbildung: Sammelvikariate 1937–1940, Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, Logos Sonderausgabe, Bd. 15, S. 82–83):
Liebe Brüder, unsre wirkliche Not ist gar nicht der Zweifel an unserem angefangenen Weg, sondern unser Versagen in der Geduld, im Drunterbleiben. Wir können es uns immer noch nicht denken, daß Gott heute wirklich von uns nichts Neues will, sondern ganz allein die Bewährung in dem Alten. Das ist uns zu wenig, zu monoton, zu anspruchslos. Wir können uns auch einfach noch nicht damit abfinden, daß die Sache Gottes nicht immer die Sache des Erfolges ist und daß wir wirklich auch mit unserem rechten Wege „erfolglos“ sein könnten. Aber eben hier entscheidet es sich, ob wir im Glauben oder in der Begeisterung angefangen haben.
Es ist auffallend, welche Bedeutung der Geduld im Neuen Testament zukommt. Nur der Geduldige empfängt die Verheißung (Mat 24, 13), nur der Geduldige bringt rechte Frucht (Luk 8, 15). Ein Glaube, der nicht zur Geduld wird, ist unecht, unbrauchbar. Der Glaube muß bewährt sein. Bewährung gibt es nur im Leiden. Nur aus dem Erleiden, aus dem Drunterbleiben wird das „vollkommene Werk“ hervorgehen (Jak 1,3 f). Wenn wir uns daran erinnern, daß das Wort Glaube – πίστις – schon das Moment der Treue enthält, so wird uns der enge Zusammenhang von Glaube und Geduld nicht verwundern. Geduld gibt es nur „in Jesus“ (Offb. 1,9); denn Jesus übte Geduld als er das Kreuz trug. Hebr 12,2 beschreibt den Kreuzweg Jesu als ein Drunterbleiben, als Geduld. Drunterbleiben heißt für uns in der Gemeinschaft der Leiden des Christus stehen (2 Kor 1,6 ff) und dadurch Zuversicht gewinnen. Haben wir an der Geduld Jesu Anteil, so werden wir selbst geduldig, und zuletzt werden wir an seinem Königtum teilhaben (2. Tim 2, 12). Der Weg zur Geduld geht über die Zucht (2. Petr 1,6). Je freier wir von der Bequemlichkeit und Trägheit, von persönlichen Ansprüchen werden, desto williger werden wir zur Geduld.
https://theoblog.de/bonhoeffer-durch-ungeduld-zerbricht-die-gemeinschaft/34799/

Steige jetzt herab vom Kreuz, damit wir sehen und glauben! – Markus 15,32

Der obere Satz wurde von einigen Leuten gesagt, die Jesus beim Sterben am Kreuz anschauten.
Als wir diesen Text nach dem Abendessen noch am Esstisch lasen, wie wir es fast jeden Tag tun, erinnerte ich mich überraschenderweise sofort an den fast gleichen Satz, den mein Vater oft wiederholte: “Ja, lass deinen Jesus mir das antun und ich werde es glauben. Und warum macht er das nicht, he? “
Gleiche Frage wie damals und heute, doch sind inzwischen mehr als 2000 Jahre vergangen. Wir denken oft, dass der Mensch sich weiterentwickelt hat, sich verändert hat, mehr belesen ist usw. Vielleicht könnte man sagen, wir hätten niemals wie diese auf einen sterbenden Menschen so reagieren können. Aber der Kommentar meines Vaters brummt immer noch in meinem Kopf und sagt mir, dass, in dieser Hinsicht, keine Veränderung zu sehen ist. Was noch überraschender ist ist, dass der Hintergrund oder das Gespräch, in dem diese fesselnde Frage gestellt wird, im Wesentlichen die gleiche Situation wie damals entspricht: Lächerlichkeit und Verachtung für das geschehene, unteranderem auch als Folge des Unglaubens.
Durch diesen Satz haben diese Menschen folgendes zusammen gefasst: „Lass uns etwas sehen, dann werden wir glauben“.
Ich habe mich aber immer gefragt: wenn wir annehmen, dass der Glaube vom Sehen kommt, wie viel muss man denn sehen, um zu glauben? Stimmt es wirklich, dass der Mensch zuerst schauen muss, um Glauben zu können? Und infolge dessen, muss Gott eigentlich den Menschen beweisen, wozu er fähig ist? Und wenn ja, wie lange muss er das tun?
Obwohl in meinem Leben und das in meiner Familie viele Ereignisse gegeben hat, wo mein Vater sehen und glauben konnte, glaubt er immer noch nicht. Und das katapultiert mich wieder in die Vergangenheit, genau dort, wo diese Leute miteinander reden und nicht verstehen, was sie sehen.
Können wir behaupten, sie kannten Jesus nicht? Sie hatten bestimmt davon gehört. So viel hatten sie gehört, dass sie sogar den Grund seiner Verurteilung wussten: weil er der “König der Juden ist”. Sie hatten auch gehört, dass er ein Prophet war. Genauso hatten sie auch gehört, was er über den Tempel sagte: ich werde ihn abreißen und in 3 Tagen wiederaufbauen.
Nein, sie kannten ihn und was er vor der Kreuzigung gemacht hat. Und trotz dieser Erkenntnisse, obwohl sie so viel wussten, forderten sie erneut ein letztes ultimatives Zeichen, das alles andere umstürzen würde: Er soll vom Kreuze herabsteigen, soll sich von den in Hände und Füße geschlagenen heiligen Nägel befreien, und dann, ja erst dann werden wir an ihn glauben.
Die Wahrheit ist, dass dieser am Kreuz festgenagelte Mann, genannt Jesus, tatsächlich das Ultimative, Wunderbare und Erfüllende tut: Der Unschuldige gibt sein Leben für die Schuld anderer. Jesus wusste sehr wohl, was seine Mission war. In seiner Liebe warnte er seine Jünger oft, dass er gekommen sei, um gekreuzigt zu werden. Sein Richter würde nicht der Mensch sein, sondern Gott, der Schöpfer, und seine Schuld wäre die Rebellion des Menschen gegen den Schöpfer.
Genau hier zeigte sich die göttliche Liebe, die Höchste, die es je geben kann: Dein Leben geben damit andere Leben können. Das Kreuz ist der Altar, und Jesus ist das Lamm, das geopfert werden soll. Was für ein großer Schmerz muss es für Gott, den Vater Christi, gewesen sein, die Nägel in den Händen seines Sohnes sehen zu müssen. Der Schmerz war so groß, dass sich sogar der Himmel veränderte und es schien, als ob die Welt in zwei Teile geteilt war.
Er, der keine Schuld hatte, war der einzige, der ein solches Opfer bringen konnte. Genauso wie das unschuldige Lamm …
Er ist für dich und für mich da. Du und ich hätten an seiner Stelle sein sollen. Lasse nicht zu, dass der Zweifel oder Zynismus dein Herz verhärtet, sondern schaue auf Jesus, der gerade sein Leben gibt, damit du das Leben hast, und nicht irgendein Leben, sondern das Wahre.
Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. 
Johannes 3:16 Größere Liebe hat niemand als die, dass einer sein Leben lässt für seine Freunde.
Johannes 15:13 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat.
Von Mathias Februar 8, 2020
Johannes 3:17-18 Bibeltext: Schlachter 2000, https://www.schlachterbibel.de/de/bibel/johannes/
https://www.wortzentriert.at/wer-wir-sind-was-wir-wollen/

Die Demut die das Evangelium bringt

Die Demut, die das Evangelium bringt, befreit dich von dem Zwang, dich gut darstellen zu müssen und darüber nachzudenken, was andere über dich denken, sodass du frei bist, herzhaft zu lachen. Stolze Menschen lassen sich beim Lachen nicht gehen. Sie werden nicht rot im Gesicht, fallen von ihren Sesseln und verzerren ihre Gesichter zu Grimassen des freien, freudigen Lachens. Stolze Menschen müssen ihre Würde behalten. Die Demütigen sind frei, prustend zu lachen. John Piper

Wert und Würde

Am Montag beginnt eine neue Staffel von „Big Brother“. Da ist eigentlich – im Vergleich zu dem, was sonst so alles passiert in der Welt – irrelevant, aber doch hat es vielleicht mehr mit der Gegenwartskultur zu tun als auf den ersten Blick erkennbar ist.
Schaut man nämlich auf die derzeit recht aggressiv gefahrene Werbekampagne in Berlin, dann zeigt sich, dass hier Interesse an der Sendung dadurch geweckt werden soll, dass es den Zuschauern offenbar ermöglicht wird, die teilnehmenden Personen mit ein bis fünf Sternchen zu bewerten, also etwa so, wie auf einschlägigen Portalen sonst Waren oder Dienstleistungen bewertet werden. Nun also die Menschen selbst. Dabei gibt es offensichtlich bereits jetzt Unterschiede: Tim hat 3,3 Punkte, Michelle 3,4 Punkte und Vanessa 3,2 Punkte. Warum auch immer.
Aber darum geht es ja auch gar nicht. Es geht darum, dass hier eine Form der Evaluation von Menschen medial verbreitet wird, die unserem – sowohl christlich als auch humanistisch fundierten – Bild des Menschen widerspricht. Es ist ein Frontalangriff auf die Menschenwürde, dass Menschen sich als solche einem System der Bewertung nach Punkten unterwerfen. Es geht ja nicht um Fähigkeiten, die benotet werden, sondern um die Personen selbst. Nicht Tims Geographiekenntnisse, nicht Michelles verbale Schlagfertigkeit, nicht Vanessa Singstimme wird bewertet, sondern Tim, Michelle und Vanessa.
Es ist kein freiheits- und autonomiebeschränkender Paternalismus, wenn man sich angesichts dessen gegen diese Show ausspricht. Es ist vielmehr die Sorge um das, was uns als Menschen ausmacht: dass wir – unabhängig davon, was wir tun und was wir können – eine Würde haben, keinen Wert, erst recht keine Punktzahl zwischen eins und fünf. Ohne die Absolutheit seiner Würde droht der Mensch schnell zum Spielball von Interessen, läuft Gefahr, instrumentalisiert zu werden. Wer sich als Mensch bepunkten lässt, gibt in letzter Konsequenz den Anspruch auf unbedingte Achtung seiner Person und seines Lebens auf.
Übertreibe ich? Vielleicht. Doch auch, wenn das ganze ein „Spiel“ ist, dass vor allem „unterhalten“ und „Spaß“ machen soll, muss man sich fragen, welches Menschenbild hier vermittelt wird. Ja, gerade dann, wenn der Kontext eigentlich der zweckfreien Unterhaltung dient, wenn also das Bewertungsverfahren subtil Einzug hält, ist diese Frage angebracht. Josef Bordat  https://jobosblog.wordpress.com/2020/02/07/wert-und-wuerde/

Sünde gegen den Heiligen Geist

Hier handelt es sich um eine ziemlich herausfordernde Angelegenheit. Immerhin wird die Sünde gegen den Heiligen Geist als einziges Vergehen bezeichnet, das prinzipiell nicht vergebbar ist. „Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden. Und wer irgend ein Wort redet gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wer aber irgend gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden – weder in diesem Zeitalter noch in dem zukünftigen“ (Matthäus 12,31.32; vgl. Markus 3,28.29; Lukas 12,10) Das ist durchaus heftig.
Soweit ich diese Aussage Jesu verstehe, geht es hier um Menschen, die die Wahrheit Gottes korrekt erkannt, sie dann aber nicht nur abgelehnt, sondern als „Werk des Teufels“ ausgegeben haben. Das entspricht auch dem biblischen Kontext der Aussage. Missgünstige Pharisäer sehen das Wirken Jesu und wissen, dass es dem entspricht, was für den Messias vorhergesagt wurde. Sie lehnen ihn aber nicht nur ab, sondern behaupten: „Er treibt den Teufel durch den Beelzebub aus“. Ganz offensichtlich gibt es solche Menschen. Wer aber auf der Suchte nach Gott ist, ihn dabei aber meidet oder wer in einer Situation der Anfechtung Jesus leugnet wie Petrus (Matthäus 26, 31-35), der ist hier nicht angesprochen. Auch Christen, die fürchten diese Sünde begangenen zu haben, sind zumeist nicht betroffen. Wenn sich der Heilige Geist nämlich zurückgezogen hat, dann gibt es gewöhnlich auch keine Sündenerkenntnis mehr und kein Sehnsucht nach Vergebung. Michael Kotsch FB