Der fröhliche Tausch

Der Glaube ist ein fröhlicher Tausch: Unsere Selbstgerechtigkeit tauschen wir mit der geschenkten Gerechtigkeit Gottes. Gott nimmt unsere Schuld und vergibt uns diese in Jesus Christus. Er hat sie an meiner Stelle mit seinem Leben bezahlt. Als Tausch schenkt er mit Seine Gerechtigkeit als Kleid, um unsere Blösse zu bedecken. Die Gerechtigkeit Gottes bedeckt mich vor meinen eigenen und anderen kritischen Augen. Mit diesem Mantel der Gerechtigkeit bedeckt und von Gott als gerecht bezeichnet, sind wir Menschen nicht mehr „bloss gestellt”. Wir brauchen die bis jetzt benutzten Feigenblätter der Selbstrechtfertigung nicht mehr, weil wir eine bessere Bedeckung erhalten haben. So haben wir Freiraum, mehr zu lieben und weniger darauf bedacht zu sein, keine Blösse mehr zeigen zu müssen. (Beat Tanner, Ehe- und Familientherapeut)
Hier hebt nun der fröhliche Tausch und Wettstreit an: Christus ist ja Gott und Mensch, der noch nie gesündigt hat, und seine Rechtschaffenheit [Gerechtigkeit] ist unüberwindlich, ewig und allmächtig. Wenn nun er die Sünden der gläubigen Seele durch ihren Brautring (d.h. durch ihren Glauben) sich selbst zu eigen macht und geradeso tut, als hätte er sie getan, so müssen die Sünden im ihm verschlungen und ersäuft werden, denn seine unüberwindliche Gerechtigkeit ist allen Sünden zu stark.” (Martin Luther, Von der Freiheit eines Christenmenschen, 12. Abschnitt)
https://hanniel.ch/2011/07/14/der-frohliche-tausch/

Do you have an opinion about how helpful or unhelpful our emotions are with regard to experiencing God?

QUESTION: Do you have an opinion about how helpful or unhelpful our emotions are with regard to experiencing God?

ANSWER: I think our emotions, when they happen to us, are morally neutral. But we need to respond to them in moral, ethical, and faithful ways, and we should never trust them, because they sometimes lie. Not always, but often. Therefore, we shouldn’t take our emotions as guidance or revelation or truth or fact. They’re real, but usually they don’t teach us much. They can teach us something about ourselves and that can be valuable. But my reaction to a broken ankle, whether it is hope or resignation or fear or anger or disappointment, is like the weather. It just happens to me and I don’t learn much form the changing weather about my relationship to God or my identity in Christ. The emotions that happen to me are largely morally neutral and I’m not responsible for them. If anger happens, I’m not responsible for it happening. The anger happening is a temptation, but I’m not guilty of my temptations, I’m guilty of my choices. So I have the temptation of anger, and then I have to make a choice about it. Do I follow the anger? Do I feed the anger? Do I wallow in the anger? Do I act on the anger? Or do I put the anger in context and realize that it shouldn’t be the only emotion or the only impression that’s going on? For that I am responsible, not for the occurrence of the anger. I’m not to be praised or blamed for that. The emotion just happens.Von „Staffeling zusammen mit Gott“ Pg. 136 Uhr.

FRAGE: Hast du eine Meinung darüber, wie hilfreich oder hilfreich unsere Emotionen in Bezug auf Gott sind?

Antwort: Ich denke, unsere Emotionen, wenn sie uns passieren, sind moralisch neutral. Aber wir müssen auf sie auf moralische, ethische und treue Weise reagieren, und wir sollten ihnen nie vertrauen, denn sie lügen manchmal. Nicht immer, aber oft. Deshalb sollten wir unsere Emotionen nicht als Führung oder Offenbarung oder Wahrheit oder Fakt nehmen. Sie sind echt, aber normalerweise lehren sie uns nicht viel. Sie können uns etwas über uns selbst beibringen und das kann wertvoll sein. Aber meine Reaktion auf einen gebrochenen Knöchel, ob es Hoffnung oder Rücktritt oder Angst oder Wut oder Enttäuschung ist wie das Wetter. Es passiert mir einfach und ich lerne nicht viel aus dem wechselnden Wetter über meine Beziehung zu Gott oder meine Identität in Christus. Die Emotionen, die mir passieren, sind weitgehend moralisch neutral und ich bin nicht verantwortlich für sie. Wenn Wut passiert, bin ich nicht dafür verantwortlich. Die Wut passiert ist eine Versuchung, aber ich bin meiner Versuchungen nicht schuldig, ich bin meiner Entscheidungen schuldig. Also ich habe die Versuchung der Wut, und dann muss ich eine Wahl darüber treffen. Folge ich der Wut? Füttere ich die Wut? Schwelge ich in der Wut? Handle ich auf die Wut? Oder setze ich die Wut in Kontext und merke, dass es nicht die einzige Emotion oder der einzige Eindruck sein sollte? Dafür bin ich verantwortlich, nicht für das Auftreten der Wut. Dafür darf ich nicht gelobt oder schuld werden. Die Emotion passiert einfach.Ellis H. Potter FB

Franz Jägerstätter

Am 27. Januar 1945 wurde das KZ Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit. Vor 75 Jahren. Gedenkfeiern riefen das Unsägliche in Erinnerung.
Die Vollstrecker des Bösen kamen nicht von einem unbekannten Planeten. Am 20. Januar 1942 trafen sich am Berliner Wannsee gebildete, intelligente Menschen. Auf der Traktandenliste stand die Diskussion über verschiedene Tötungsmöglichkeiten. Sie erstellten den technischen und logistischen Plan für die Umsetzung der „Endlösung“ der Judenfrage. Unter den Teilnehmern habe „freudige Zustimmung“ geherrscht. So beschrieb der damalige Protokollführer Adolf Eichmann die Stimmung.
Verführbarkeit und Bösartigkeit des Menschen beunruhigen. Immun gegen Macht und Korruption? Niemand kann mit Bestimmtheit sagen, er hätte sich nicht an die Tischrunde in der Villa am Wannsee gesetzt. Jeder Mensch ist verführbar. In Auschwitz wurden unsere Werte in ihr Gegenteil verkehrt. Das Ergebnis: eine von Menschen gemachte Hölle. Die Tötungsfabriken liefen unter Anleitung der Regierung.
Das totale Versagen der Menschlichkeit bezeichneten die Nazis als Massnahme zur Rettung der Welt. Das Böse wurde dargestellt als das Richtige, das Gute. Dem ruft der Prophet Jesaja ein lautes Wehe!“ entgegen: „Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süss und aus süss sauer machen!“ (Jesaja 5,20).
Drei Tage nach dem Holocaust-Gedenken startete im Kino der Film „Ein verborgenes Leben“. Erzählt wird die wahre Geschichte des österreichischen Bauern Franz Jägerstätter. Er verweigert den Eid auf Hitler und will nicht für die Wehrmacht kämpfen. Trotz Folter und drohender Hinrichtung folgt er seinem Gewissen. Kraft schöpft er aus dem festen Glauben an Gott. Das Happyend bleibt aus. Jägerstätter wird hingerichtet.
Der gläubige Bauer wird von August Diehl gespielt. Für diese Rolle musste sich der Schauspieler intensiv mit dem Glauben auseinandersetzen. „Ich bin in Kirchen gegangen und habe mich gezwungen zu beten. Zuvor hatte ich das noch nie getan“, erzählt er. Jeden Abend und jeden Morgen habe er in der Bibel gelesen. Inzwischen müsse er sagen, diese Lektüre verströme „eine wahnsinnige Kraft – selbst dann, wenn man sie für sinnlos hält“.
In verwirrenden Zeiten ist der Rückgriff auf Weisheit und Werte von oben nötig. Das Wort, das uns hilft, kommt nicht aus uns selbst. Rolf Höneisen FB

Hat die Wissenschaft Wunder widerlegt?

Sind Wunder möglich?

1) WUNDER:
In Kapitel 4 des Lukasevangeliums beginnt das öffentliche Wirken Jesu. Von Beginn an ist es begleitet von Wundern. Jesus treibt einen bösen Geist aus und er heilt das Fieber der Schwiegermutter des Petrus. Er weist die Fischer an, am Tag auf den See hinauszufahren und die Netze auszuwerfen, nachdem sie in der Nacht nichts gefangen hatten – und die Netze sind zum Bersten voll. Und dann ist da der Hautkranke, der aus der Gesellschaft ausgeschlossen war. Er fällt vor Jesus nieder und bittet um Heilung. Jeder andere Mensch würde schnell zurückweichen, doch Jesus berührt ihn und der Mann wird gesund.
Geister – Krankheiten – Fische und später auch der Wind: Die Natur verhält sich anders als wir es erwarten würden, wenn Jesus spricht. Ist das möglich?
Bei mir ist bisher noch nie etwas passiert, wenn ich meinem Fieber befohlen habe. Ja nicht einmal mein Hausarzt kriegt das ohne Medikamente hin. Interessant ist: Die berichteten Wunder Jesu lösen bei den antiken Zeitgenossen ganz offenbar ebenso viel Erstaunen aus wie bei uns heute. Ein Kranker wird nicht plötzlich gesund, das war damals so klar wie heute.
Dennoch muss ich zugeben, dass ich miterleben durfte, wie ein medizinisch zweifelsfrei diagnostizierter Hirntumor beim Vater eines Schulfreundes von mir am Tag vor der angesetzten Operation plötzlich verschwunden war. Der Fall schaffte es damals sogar in die Lokalpresse, zumal der Geheilte ein stadtbekannter Pfarrer war.
2) DIE ZENTRALE FRAGE:
Ob Wunder möglich sind, hängt vor allem von einer Frage ab:
Ist das Universum ein in sich abgeschlossenes System oder ist es offen für Eingriffe, die die wissenschaftlich erfassbaren Ursache-Wirkungszusammenhänge übersteigen?
Diese Frage lässt sich schwer beantworten, doch es gibt gute Argumente aus der Quantenphysik, die gegen die kausale Abgeschlossenheit unseres Universums sprechen, wie z.B. der spontane Zerfall eines einzelnen Atomkerns oder die spontane Bildung virtueller Teilchen.
Einleuchtend ist Folgendes:
Wenn das Universum nicht aus sich selbst heraus entstanden ist, sondern von einem Schöpfer erschaffen wurde, dann sind Wunder prinzipiell möglich und das Universum ist in seiner Existenz davon abhängig, dass Gott in ihm wirkt.
Ja, einer der Auslöser für die Entstehung der modernen Wissenschaft war gerade dieser jüdisch-christliche Glaube, dass ein vernünftiger Gott das Universum nach vernünftigen Gesetzen geschaffen hat, die wir Menschen begreifen können, z.B. durch mathematische Formeln. Die bekannten Pioniere der modernen Physik wie Kepler, Newton, Faraday, übrigens auch Galilei (trotz seiner Konflikte mit der päpstlichen Obrigkeit): alle waren überzeugte Christen.
Für sie stand fest, dass Gott die Regelmäßigkeiten, die er in staunenswerter Genialität eingerichtet hat, um das Universum aufrechtzuerhalten, auch jederzeit durchbrechen kann.
3) EIN „GLEICHNIS“ / EINE VERANSCHAULICHUNG:
Man stelle sich ein 2-dimensionales Strichmännchen vor, das in seiner Welt in einem Quadrat gefangen ist. In der dritten Dimension ist es kein Problem, das Männchen aus dem Quadrat zu befreien.
Wenn sich das Männchen nun plötzlich außerhalb seines Käfigs wiederfindet, kann es natürlich immer sagen: ich konnte bisher alle Erfahrungen in meinen 2 Dimensionen erklären, eine 3. Dimension kann es nicht geben.
Das Männchen würde durch eine solche Festlegung allerdings nicht die Existenz einer dritten Dimension widerlegen. Es würde lediglich die eigene Methodik einschränken, die eben ohne die dritte Dimension auskommen muss. Und das kann methodisch sogar sinnvoll sein. Das Männchen muss sich nur bewusst sein, dass es dann mit seiner Methode über die Existenz der dritten Dimension nichts aussagen kann.
Und ebenso ist es mit der Naturwissenschaft:
Sie ist beschränkt auf regelhaft geschehende (reproduzierbare), materielle Ursache-Wirkungszusammenhänge, in denen spontane Eingriffe, z.B. durch Geistwesen, nicht erfassbar sind.
Das merken wir übrigens schon daran, dass die Entscheidung einer geistig gesunden Person trotz aller Fortschritte der Hirnforschung und trotz aller psychologisch beobachtbaren Tendenzen nicht vorausberechnet werden kann.
Sobald ein bewusst Handelnder, ein Wille im Spiel ist, versagen die Differentialgleichungen, die die Bahnen der Planeten und Sterne mit unglaublicher Präzision vorhersagen lassen.
4) DAS FAZIT:
Wissenschaft kann also Wunder aus ihren Erklärungen ausklammern, aber nicht ihre prinzipielle Möglichkeit ausschließen.
Wunder sind möglich, wenn es Gott gibt.
Das größte Wunder, von dem in den Evangelien berichtet wird, ist die Auferstehung Jesu.
Wenn wir uns also nicht von vornherein die zu untersuchende Frage ad hoc beantworten und es quasi dogmatisch ausschließen wollen, dass ein Toter nicht wieder lebendig werden kann, dann müssen wir die historische Indizienlage und die Glaubwürdigkeit der Zeugen möglichst vorurteilsfrei analysieren.
Wenn dann aber die Auferstehung Jesu historisch plausibel ist, dann natürlich umso mehr die vergleichsweise kleineren Wunder im Vorfeld.

Beim Lesen eines Bibeltextes lohnt es sich, im Blick zu behalten, welche unserer weltanschaulichen Vorentscheidungen das Evangelium in Frage stellt.
Es ist auch interessant, darüber nachzudenken, warum Jesus gerade nicht will, dass seine Wunder an die große Glocke gehängt werden…
https://www.begruendet-glauben.org/weltanschauungen/hat-die-wissenschaft-wunder-widerlegt/

Wunder

»Viele Leute sagen: „Die Menschen in alten Zeiten konnten an Wunder glauben, weil sie eine falsche Vorstellung vom Universum hatten. Sie hielten die Erde für das Größte, das in ihm enthalten war, und den Menschen für das wichtigste Geschöpf. Deshalb schien die Annahme vernünftig, der Schöpfer sei besonders am Menschen interessiert und könne zu seinem Nutzen sogar den Naturablauf unterbrechen. Doch jetzt, da wir wissen, wie unermesslich das Universum ist – jetzt, da wir unseren eigenen Planeten und sogar das ganze Sonnensystem als winziges Stäubchen erkannt haben – jetzt ist es einfach lächerlich, noch länger an Wunder zu glauben. Wir haben unsere Bedeutungslosigkeit entdeckt und können nicht länger daran glauben, dass sich Gott für unsere unwichtigen Angelegenheiten so handgreiflich interessiert.“«
Dann lässt er aber seine drei Schlüsse folgen.
Erstens: »Welchen Wert dieses Argument auch haben mag, eines steht von vornherein fest: den Tatsachen entspricht es jedenfalls nicht. Die Unermesslichkeit des Universums ist keine Entdeckung der modernen Zeit. Vor mehr als siebzehnhundert Jahren lehrte bereits Ptolemäus, dass die Erde im Verhältnis zu der Entfernung der Fixsterne als ein Punkt ohne Größe zu betrachten sei. Sein astronomisches System war im Mittelalter allgemein anerkannt. Die Kleinheit der Erde war für Boetius, König Alfred, Dante und Chaucer ein ebensolcher Gemeinplatz wie für H.G. Wells oder Professor Haldane. Dem widersprechende Behauptungen in der modernen Literatur beruhen auf Unwissenheit.«
Zweitens: »Wenn darauf bestanden wird, dass etwas so Kleines wie die Erde in jedem Fall zu unbedeutend sein muss, um die Liebe des Schöpfers zu verdienen, so entgegnen wir, dass kein Christ jemals geglaubt hat, wir verdienten sie. Christus starb nicht für die Menschen, weil sie es wert gewesen wären, dass für sie gestorben wurde, sondern weil er Liebe ist und deshalb unendlich liebt.«
Drittens: »Was sagt letztlich die Größe einer Welt oder eines Geschöpfes über dessen „Bedeutung“ oder Wert aus? Wir alle spüren zweifellos das Unangemessene einer Vermutung wie etwa der, dass der Planet Erde wichtiger sein könnte als der große Andromedanebel. Andererseits sind wir uns ebenso sicher, dass nur ein Verrückter einen Mann von 1,80 Meter Größe zwangsläufig für bedeutender hält als einen von 1,70 Meter Größe oder ein Pferd für bedeutsamer als einen Menschen oder das Bein eines Menschen für wichtiger als dessen Gehirn.« – Quelle: C.S. Lewis in „Wunder“

02.02.2020

Der 2. Februar 2020 ist ein besonderes Datum, ein so genannter palindromischer Tag! Palin … was? Nichts Schlimmes, aber extrem selten.
Am zweiten Februar 2020 ist das aktuelle Kalenderdatum – weltweit – von vorne und von hinten identisch lesbar. Probiert es aus:
02.02.2020
Das gab’s seit mehr als 900 Jahren nicht. Denn die Schreibung von Daten variiert in vielen Ländern der Welt. Während man hierzulande Tag/Monat/Jahr schreibt, schreibt man beispielsweise in den USA meist Monat/Tag/Jahr. In Asien und Kanada ist noch eine andere Form die gängige: Jahr/Monat/Tag.
Aber egal, ob nun 02.02.2020 oder 2020.02.02 – am Sonntag ist sich die Welt ausnahmsweise mal einig. In dieser Form gab’s das zuletzt am 11.11.1111 – vor fast 909 Jahren.
Wie entstand die christliche Zeitrechnung?
Ende des 5. Jahrhunderts n. Chr. lebte in Rom ein Mönch mit dem Namen Dionysius Exiguus. Er sprach mehrere Sprachen und arbeitete als Übersetzer und Lehrer. Zu dieser Zeit war noch der Julianische Kalender in Gebrauch, der von Julius Caesar eingeführt worden war. Dionysius bestimmte, dass die Menschwerdung Christi fortan als Grundlage für die Jahreszählung dienen sollte. Den Jahresbeginn legte man später einheitlich auf den 1. Januar fest und die christliche Zeitrechnung ist noch heute gültig.
Das Problem mit der Null
Aber es gab natürlich auch eine Zeit vor Christi Geburt und diese Zeit wollte man natürlich auch zählen. Hier ergab sich aber ein Problem. Denn Dionysius nannte das erste Jahr der christlichen Epoche das Jahr 1. Eigentlich hätte es das Jahr 0 heißen müssen, aber die Null war hier damals noch nicht bekannt. Man benutzte in Mitteleuropa noch bis ins 12. Jahrhundert hinein die römischen Zahlen und hier gab es nun mal keine Null.
Die Null wurde von den Indern und denMaya entdeckt und erst später durch die Araber in Mitteleuropa eingeführt. Also folgt bei der christlichen Zeitrechnung das Jahr 1 nach Christus gleich auf das Jahr 1 vor Christus. Es fehlt also ein Jahr. Aber trotzdem galt diese Art der Zeitrechnung als Vorgabe.
Die Astronomen wollten keine Zeitrechnung ohne die Null
Die Astronomen waren aber gar nicht einverstanden damit, dass die Null ganz aus der Zeitrechnung herausfallen sollte. In der astronomische Jahreszählung wurde also ein Jahr zwischen 1 v. Chr. und 1 n. Chr. eingeschoben. Hierdurch rückten alle Jahre vor Beginn der Zeitrechnung um zwölf Monate in die Vergangenheit. Die astronomische Jahreszählung verwendet auch nicht die Zusätze ’n. Chr.‘ und ‚v. Chr.‘. Sie setzt stattdessen ein Vorzeichen vor die jeweilige Jahreszahl. Das astronomische Jahr +1 entspricht dann dem Jahr 1 n. Chr., das Jahr 0 entspricht 1 v. Chr. und -1 ist das Jahr 2 v. Chr.
In Europa hat man die Zahl Null erst ab dem 13. Jahrhundert gelegentlich eingesetzt.
Mitten hinein in all den Berechnungen hören wir aus dem Evangelium nach Markus, wie Jesus in der „Endzeitrede“ seine Jünger und uns wissen lässt:
„Himmel und Erde werden vergehen… Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater… Ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.“ Mk. 13, 28-37