Über die Unentbehrlichen und ihre Irrtümer


Einer, der sonst auf Energie und Dynamik setzt, liegt auf einmal flach. Einer, der gewohnt ist zu bestimmen, wird hilflos. Das Fundament unserer Sicherheiten ist stets weniger stabil, als wir denken. In einer Welt, der alles planbar und machbar scheint, werden die Weichen letztlich doch woanders gestellt. Und man fragt sich: Gehört die Erkenntnis, dass unser Leben verletzlich und vergänglich ist, zur Pädagogik des Schöpfers? Damit wir wieder Mensch werden und unsere Grenzen erkennen? Vielleicht sind wir ja so gebaut, dass wir den berühmten Warnschuss vor den Bug brauchen, um wieder Kurs zu kriegen. Wir halten uns doch alle irgendwie für unentbehrlich: als König in der Familie, im Verein im Büro. Im Wettlauf des Lebens legt man ein Tempo vor, als könnten einem nichts passieren. Das Leben wird verheizt, scheinbar mühelos steckt man seine Zwölf-Stunden-Tage weg. Arbeitszeit und Überstunden, dem Freund beim Hausbau helfen, dem Onkel beim Renovieren. Hobbys, Ehrenämter und Verein. Stress wird zur Sucht, als habe man Angst, eine Pause zuzulassen. Und plötzlich holt das Leben zum großen Schlag aus und verordnet die Zwangspause. Wenn wir aufwachen und davongekommen sind, spüren wir mit Erleichterung, was uns vorher in Erschrecken versetzt hätte: Vielleicht geht es auch ohne mich. Vielleicht auch mit weniger im niedrigen Gang. Statt Reibungsverlust im Wettstreit mit Wichtigen und Wichtigtuern gibt es einen Zeitgewinn für die Familie, den Partner.
Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Leistungen. Peter Hahne
Was wirklich wichtig ist Seite 96/97
Leiden besteht auf Aufmerksamkeit. Gott flüstert zu uns in unseren Freuden. Er redet zu uns in unserem Gewissen, aber Er schreit in unseren Leiden: Sie sind Gottes Megaphon um eine taube Welt zu wecken. * (C.S. Lewis)

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